Ausgabe 
28.2.1906
 
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Vermisstes

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Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Handelsschule,

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Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlas der Brüh l'icken Unwersttäts-Buch- und Steindrucke«^ R, Langem Gtetzea»

die Prachtent!

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Ein Musterbild einer ( . .

bot z. B. die von Mist Louist. ..

Rechtsanwalt Sattevlee, der gegenüber seiner Braut nur über ein bescheidenes Vermögen verfügte, sich aber doch eine glänzende Stellung errungen hatte. Die Zeremonie dauerte nur eine Viertelstunde: aber für diese kurze Spanne Zeit war ein Auf­wand von 450 000 Mark gemacht worden, so daß also, tote in den Zeitungen betont würbe, jede Minute 30 000 Mark ge­kostet hatte. Nicht weniger als 2500 Gäste wohnten der Feier bei, und das Gesamtvermögen, das diese stattliche Schar reprä­sentierte, betrug etwa 4000 Millionen Mark etwa zehnmal tBr Gewicht in Gold, wie dte gewissenhaften Chronisten der New- Aorkcr Blätter berechnet haben. Für den Empfang, der der Trauung folgte, war das am Madison Square gelegene Haus des Milliardärs in einen wahren Feenpalast verwandelt worden.

VersteÜ-Rätsel.

Nachdruck verboten.

Man suche ein Sprichwort, dessetr einzebte Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbean" inWanderer".

Waldmühle Dreitzigerausschntz Negeuwetter Leumund Rattenfänger Haselnuß Schwabenstreich Lett« Hammel Jnnnngsmetster Gerichtskosten Etsenbahuzug Thunfisch.

Auflösung in nächster Nummer.

Reinste auf 20000 Mark lautet«. Eine der prächtigsten Hoch­zeiten aber, die das verwöhnte Newhork miterlebte, war die von Miß Mary Amelia Dveed mit Dr. Ambrose MaginniS.Ent ganzer Stock", schrieb ein begeisterter Berichterstatter,war zu« Aufstellung der Hochzeitsgeschenke nötig. Da sah man mehr! Silber- und Goldgeschirr und Juwelen, als ein chalbes Dutzend Juweliere in ihren Lüdetr auslegen können. 3 Millionen Mark ist nur eine mäßige Schätzung deS Wertes, den diese Hochzeits- geschenke darstellten."

* Der Schneeschuh. Iw allgemeinen wird jetzt zwischen Ski und Schneeschuh nicht mehr unterschieden, obgleich beides ursprünglich nicht dieselbe Bedeutrmg gehabt hat. Der aus denk Nvrwegtschen stammende Ski (der Norweger spricht das Wort wie Schi aus) ermöglicht eine leichte, gleitende Bewegung, wie die eines Schlittschuhläufers auf dem Eise, die verhältnismäßig wenig Anstrengung erfordert, wenn der Schnee tief und weich genug ist.- Mit dem eigentlichen Schneeschuh dagegen ist nur ein ziemlich mühsames Gehen möglich. Die Schneeschuhe sind so breit, daß sie den Träger zu einem recht unbeqrremen Spreizen der Beine zwingen, namentlich wenn er von untersetzter Statur ist. Der! Ski dagegen ist bekanntlich sehr schmal und bietet vermöge seiner Länge doch eine größere Berührungsfläche mit dem Schnee als der mehr nach der Art eines Ballschlägers geformte Schnee­schuh. Der Ski besteht aus einem schlanken Streifen von hartem! elastischen Holz, gewöhnlich Eschenholz, von 89 Fuß Länge.« Die Breite ist nur um ein Geringes größer als die der Sohle des Fußes, und die Dicke übersteigt an keiner Stelle die Stärke von einem Zoll um einen wesenllichen Betrag. Nach vorn ver­engt er sich zu einer Spitze, die aufwärts gebogen ist, während! das hintere Ende in ähnlicher Weise, aber in geringerem Grade, abwärts gekrümmt ist. Ein geübter Schneeschuhläufer kann auf ebenem Grunde bequem 8 bis 10 Kilometer in der Stunde zurück- legen, erreicht aber beim Abwärtsfahren weit größere Ge­schwindigkeiten. Eine Fortbewegung von 30 bis 40 Kilometern, auf die Stunde berechnet, wird unter günstigen Verhältnissen nicht als übertrieben betrachtet. Eine so schnelle Bewegung auf einer nachgiebigen Fläche, unter der sich ungesehene Hindernisse, befinden können, ist selbstverständlich nicht frei von Gefahr. Immer­hin sollen in Norwegen die Skis allgemein benutzt werden, sogar von Kindern beim Gang zur Schule und «von Postboten auf ihren! Rundgängen. Dort sind Unfälle angeblich äußerst selten, wenn nicht ganz unbekannt, aber in anderen Gebieten ist leider ziemlich häufig von solchen zu hören. Ohne Zweifel trügt die große Höhe der Schneedecke, die im Winter die ganze skandinavische Halb­insel bedeckt, sehr wesentlich zur Sicherheit des SchneeschuhmufenK bei.. Je tiefer der Schnee ist, desto geringer ist nämlich auch die. Gefahr von unsichtbaren Hindernissen, und wenn auch zuweilen ein Sturz vorkommt, so geht er in der Regel gut aus, weil eben alles gleichmäßig mit Schnee gepolstert ist. In den Alpen sind! tödliche Unfälle beim Schneeschuhlaufen in größerer Zahl vor­gekommen, namentlich im Gefolge von Lawinenstürzen.

*Die größte Höhle Europas. Als vor einigen Mo­naten aus der Schweiz die Nachricht kam, daß im Kanton! Schwyz eind besonders große Höhle entdeckt worden wäre, mag wohl mancher diese Künde als unglaublich ausgenommen haben. Man hat sich zu sehr daran gewohnt, die seit so laugen Zeiten von Kulturvölkern besiedelten Länder Europas und nun gar die alljährlich von unzähligen Fremden besuchte Schweiz für ganz durchforscht zu halten, als dap man auf eine solche Entdeckung hätte gefaßt sein sollen. Es stellt sich nun aber heraus, daß nicht nur jene Nachricht ganz zutreffend gewesen ist, sondern daß die Auffindung der neuen Grotte ein Ereignis von ungewöhnlicher Bedeutung darstellt. Der emsige Höhlenforscher Profeffor Mer­tel aus Paris, der tvohl alle bedeutenden Höhlen Europas be­sucht und manche neue aufgefunden hat, ist alsbald auch an die Erkundung der neuen Schweizer Höhle gegangen und hat; jetzt, wie wir der ZeitschriftDie Welt aus Reisen" entnehmen, festgestellt, daß sie nach der bisherigen Kenntnis die größte ist ganz Europa ist. Zudenk hat er noch nicht einmal ihre ganze AuÄehnung ermitteln können, obtvohl er über 7 Kilometer weit durch die unterirdischen Räume vorgedruugen ist. In den ein­zelnen Teilen der Höhle fand sich eine Anzahl Keiner Seen.

Sie Tapisserien, die die Wände bedeckten, kosteten allein zwei Mionen Mark, und 40000 Mark batte man für Blumen auf- gewandt. Für die Ausschmückung der Kirche zahlte Morgan 60 000 Mark; das Brautkleid kostete 20 000 Mark, der Troussecm, in dem mehrere Kleider mit Goldtuch, Edelsteinen und seltenen, alten Spitzelt besetzt Waren, 200 000 Mark. Deraltmodische" Hochzeitskuchen !vog einen viertel Zentner und enthielt zwei kostbare Ringe für ein junges Mädchen und einen Junggesellen, einen goldenen Fingerhut und einen goldenen Junggesellenkuopf; die Glücklichen, die die Ringe fanden, sollten heiraten, während die Fürder des Fingerhutes und des Knopfes zur Ehelosigkeit verdammt fein sollten. Die Aufzählung der Geschenke, die die Brant erhielt, füllte mehrere der Riesenspalten amerikanischer Zeituttgen. Ihr Vater schenkte ihr Wertpapiere int Betrage Von 4 Millionen Mark, ein palastartiges Hans am Hudson, eine Diamantentiara, ein Diamantkollier, ein Schmuckstück aus perlförmigen Brillanten, das zum Schmuck der Corsage bestimmt war; und unter den zahllosen Geschenken von anderen Seiten waren ganze Kasten timt Gold- und Silbergeschirr, kostbare Ge­mälde und Tapisserien, Kunstgegenstände und Raritäten, die das alte Europa zur Erhöhung des- Glanzes hatte hergeben müssen. Allgemeine Bewunderung erregten auch die Gefchettke, die Miß Darcy bei ihrer Vermählung mit Mr. Nutting vor einigen Jahren erhielt. Unter den Schmucksachen sah man eine Schnur ans 400 verschieden großen und in der Farbe wundervoll gegen­einander abgetönten Perlen, ein kostbares Halsband aus Perlen und Diamanten in Würfelform mit einem herabhäng enden sehr großen Stein von prächtigem Lüster, ein Halsband und Ohrringe aus Diamanten und Türkisett und eine ,utm<mtenfonne" mit langen Strahlen, von denen ein wunderbares, funkelndes Licht ausging. Als Miß Helen Mae Laughlin sich mir Dr. Alexander Carvoll in Brooklyn verheiratete, füllten ihre Hochzeitsgeschenke Vier große Möbelwagen. Ein goldenes Tafelserviee war darunter, ein Halsband aus Brillanten, von denen jeder 9y3 Karat wog, eut ans 150 Teilen bestehendes Service aus Limogesporzellan, 400 prachtvolle Basen und ein Bündel Schecks, von denen der

Erziehung bc8 AugeS zur Freude am Schönen und zur Erkenntnis des Wesentlichen. Dann die Anregung zum Interesse für Gebiete des Wissens, die dem Arbeiter mehr oder weniger fern liegen, und ein sehr wesent­licher Punkt die Anregung zur Anteilnahme an der Herstellung vieler Dinge und an solider Arbeit. Einer Menschenklasse, welche durch Lebens- Verhältnisse und Gewohnheit der Natur fast ganz entfremdet ist, bietet sich hier' die Gelegenheit, sie kennen und lieben zu lernen. Mit Herbarten und auSgestopften Präparaten würde dies nicht möglich sein. Solchen Samm­lungen, auch wenn sie leicht erreichbar sind, bleibt der Nichtgebildete fern. Das intellektuelle Interesse muß bei ihm ans dem Wege über dte Gefühle geweckt werden. Bei vielen Gegenständen und Bildern sind auf dem Begleitzettel Preis und Bezugsquelle vermerkt, um, cs dem Besucher leicht zu machen, die Freude an den schönen Dingen in das eigne Heim zu Übertragen. ,, ,

Was läßt sich hier zur Anwendung in den deutschen Städten lernen, wo die Verhältnisse doch so ganz anders liegen? Im einzelnen läßt sich dies natürlich nicht sagen. Aber wenn wir sehen, mit wie einfachen Mtt- teln und mit welchem Geringmaß an Kosten in Manchester ein Volks- museum von hervorragender Bedeutung geschaffen wurde, so läßt sich daraus schließen, daß, wo das Bedürfnis nach einer ähnlichen Anstalt vorliegt, diesem unbedingt und sei es auch tu schlichtester Weise abgeholfen werden kann. SaSter.

* Ko stspielige Hochzeitsgeschenke. Bei der Hoch­zeit der g-rau Alice Longwcrth, geb. Roosevelt, hat sich wieder einmal die Manie der Amerikaner gezeigt, die sich nicht genim darin tun Sann, eine Braut mit den kostspieligsten HochzeitÄ- geschenken zu überhäufeit, wobei die umständliche Aufzählung aller Einzelheiten in den Spalten der Blätter eine nicht unwesent­liche -Seite der Sache ist. Wenn die Tochter des Präsidenten etwa 800 Geschenke erhalten hat, deren Wert nicht allzuviel hinter einer Million zttrückblieb, so ist sie von anderen Bräuten im Reiche der Dollarkönige allerdings weit übertroffen worden, und auch die Prachtentfaltung, die in diesen Kreisen bei einer Hochzeit üblich ist, stellt selbst die Feier int Weißen Hause wett in den Schatten.

solchen amerikanischen MillionärShochzett Lomfa Pierpont Morgan mit einem jungen