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Altertümer und archäologischen Sammlungen)', in seiner Schrift Die Darmstädter Milseen (Separatabdruck auS dem Frankfurter Journal) schwere Borlvürse. Er sagt über den Fortbestand des Museums nach dem Jahre 1830:Daß 'nach dieser Zeit der Staat Hessen-Darmstadt ein gleiches warmes Interesse wie die hohen Stifter für die Sammlungen gehabt habe, wird keiner be­haupten, welcher sie eigehender oder auch nur flüchtig besichtigt hat, obwohl angenommen werden kann, dast gerade der Wunsch einer zweckmäßigen Instandhaltung der umfangreichen Samm­lungen und einer ergieüigeir Ausnutzung derselbeit zum Bestell der Bolksivohlfahrt für die großartige Schenkung der Fürsten an daS Land maßgebend geweseil ist. Wer urit uns die einzelnen Säle durchwanderir will, der ivird mit uns' darin übereinstimnren, daß das Land bis jetzt der den sreigebigeir Stiftern schuldigen, Ehrenpflicht nicht genügt hat." Und so kommt Adamh zu dem Schluß:daß' das Großherzogtum Hessen eine Schuld seiner Vergangenheit zu sühnen, und daß es in Zllkunft der bildenden, Kunst, eine verdoppelte Pflege hat zu teil werden lassen. Diese Pflege könne sich aber zunächst nur durch Gründung geeigneter BildungsaustalteN äußern, und unter diesen stehe ein Staats- Nluscum oben nn. Die Erbauung eines Stäatsmuseums sei eine der dringendsten Forderungen, welche an den Kulturstaat Hessen herantreten. Sollte der Landtag dieser Notwendigkeit gegen­über die Augen verschließen Ivolfeit, so falle auf ihn die ganze Verantwortlichkeit für die Erhaltung der unter so gefährlichen Verhältnissen fast nutzlos im gwßherzoglichen Rcsidenzschloß in Darmstadt aufgestellten Kunstwerke. Unersätzliche Schätze, die einen Wert von vielen Millionen repräsentieren, stünden hier auf dem Spiele.

AdamhsMahnwört" 'ans denc Jahre 1884 verhallte nicht ungehört. Es fand ein lautes Echo bei alten Künstverständigen. Die Museumsfrage kam in Bewegung und die Laudstündr be­willigten schließlich nicht nur die bedeutende Bausumme, sondern auch erhebliche Mittel für die Inneneinrichtung. Und wenn auch seit jenem energischen Einspruch 'und Aufruf des Fachmannes nahezu ein Vierteljalsthundert inS Land zog, heute steht der Mnfeumsbau vollendet vor unfern Augen. Seine Eröffnung ist nur eine Frage der allernächsten Zeit.

Wie verlautet, ist der 25. November dafür in Aussicht ge- lrommen. Es ist der Geburtstag des Großherzogs Ernst Lud­wig, dank dessen entscheidender Anregung dem genialen Architekten Alfred Messel in Berlin, einem geborenen Darmstädter, auch der Ban des Museums übertragen worden war. Der Darmstädter, ider sein Museum nun schon annähernd zwei Jahre entbehrt, denn seit Januar 1905 sind die Sammlungen geschlossen geblieben, sehnt den Tag herbei, an dem es ihm vergönnt sein wird, in das sorgfältig bewachte, geheimnisvolle Innere des stolzen Monumentalbaues zu schauen.

Und gewiß Ivird sich das Interesse des Publikums für das verjüngte Institut in hohem Maße steigern, wenn die Samm- tungen nunmehr zu unyerkümmertem Genüsse gelangen und ihre reichen Schätze daS geworden sind, was sie sein müssen, nämlich wie Adamh in seiner mehrfach zitierten Schrift sagt: eine Fundgrube des Schönen für Genuß und Tat, für das Privat­leben und die Hebung der Wissenschaft, der Kunst und Industrie in unserem kleinen, aber anregnugs- und leistungsfähigen Lande.

IbsensLebenslüge".

Von einer ganz neuen Seite lernen wir Henrik Ibsen in einem hübschen BüchleinSamliv med Ibsen" kennen, das sein vertrauter Freund und Jünger, der norwegische Schriftsteller John Paulsen über seinen langjährigen "Ver­kehr mit Ibsen geschrieben und der vortreffliche deutsche Ibsen-Verlag von S. Fischer in Berlin unter dein Titel Erinnerungen an Henrik Ibsen" soeben in deutscher Sprache herausgegeben hat. Ibsens Ehe wurde von einer tiefen Neigung des Dichters zu seiner Frau getragen, und kein weibliches Wesen hat einen so bedeutenden Einfluß auf sein Dichten und Denken gewonnen wie seine Gattin. Ihr Bild ist in den starken, mutigen rind groß gearteten Frauen gespiegelt, denen wir immer wieder in Ibsens Werken begegnen. Die Agnes imBrand" und noch mehr Fran Alving tragen ihre Züge. Frau Ibsen hat ihren Gatten auch auf die Beschäftigung mit modernen Problemen hin­gedrängt, und Ibsens Eintreten für die Frauenrechte ist zuin großen Teil von ihr angeregt worden. Aber tuemt der Dichter auch die Rechte der Frauen anerkannte, so war er doch weit entfernt, ihnen irgend ein Nebergewicht über den Mann zuzuerkennen, vielmehr sprach er ihnen sogar Zähigkeiten ab, die ihnen sonst allgemein zugestanden wer­den. So erklärte er z. B.,keine Frau könne ein "gutes Kochbuch schreibeu", und ein anderer seiner feststehenden Grundsätze war es, daßkeine Frau einen Knopf so annähen könnte, daß er wirklich H a l t e." Dieses Prinzip bekräftigte er durch die Tat.War

ihm ein Knopf an einem' seiner Kleidungsstücke abgerissen/ so Fog er sich in fein Zimmer zurück, schloß die Tür zu, und unternahm es nach manch komischen und unnötigen Vorbereitungen, den Knopf selbst anzunähen, und dabet zeigte er die gleiche Sorgfalt, ivie wenn er' selbst eine schöne Abschrift von einem neuen Stücke anfertigte. So wichtig war ihm die Sache, daß er die Sorge für feilte Knöpfe niemanden anvertraute, selbst nicht seiner Franc Frau Jbsou aber lächelte verschmitzt und erzählte Paulsen wohl im Vertrauen:Es ist richtig, daß sich Jb s en s eine abgerissenen Knöpfe selber annät; aber wenn er meint, nur diese Knöpfe hielten für die Ewigkeit, s» hat das darin seinen Grund, daß ich sie ohne sein Wissen erst ordentlich mmd fest annähe, denn er vergißt, ganz zu Ende zu nähen. Aber zerstören Sie ihm diese Ueberzeuguug nicht; es macht ihn so glücklich." Also auch in Ibsens Leben existierte eineLebenslüge".

Msds.

* Schnürteibchdn für Männer das ist die neueste Londoner Mode, die von der vornehmen Herren­welt mit großer Genugtnnng begrüßt wurde. Nicht als ob das Männerkorsett eine absolute Neuheit wäre: die ele­ganten Pariser des zweiten Kaiserreichs trieben mit Mie­dern einen großen Aufwand; aber es handelte sich immer nur um Fischbemniieder, die denen der Damen sehr ähn­lich waren, während die Herrenmieder von heute sozusagen Einbände sind, sehr elegante Einbände von Leder, die sich eng an den Körper legen. Gewöhnlich verwendet man Hirschleder, aber auch Chevreauleder (Ziegenleder) ist stark begehrt. Sehr aristokratische Herren lassen sich wohl auch in Saffian binden. Es gibt aber noch einen weit höheren Grad von Eleganz, und der besteht darin, daß man die zottige Männerbrust in Schweinsleder hüllt; das Schweins­lederkorsett kann sich nicht jeder leisten, weil es sehr teuer ist. Zu den vornehmen Herren, die in Schweinsleder ge­bunden sind, gehört u. a. der Herzog von Orleans. Die. besten Mieder für Herren werden in London angefertigt..

Musik fürs Haus.

Musik für Alle. Die zum Preise von 50 Pfg. im Verlage von Ullstein u. Eo., Berlin, erschienene Nr. 2 des dritten Jahrganges der bekannten Notenbibliothek ge­langt als Hänsel- und Gretel-Heft zur Ausgabe., Diese Spezialnummer enthält einen Auszug aus Hum- perdings gleichnamiger Oper, bringt alle die herrlichen Melodien, die dem Werke seinen beispiellosen Erfolg schufen. Das Heft beginnt mit der Kinderszene, die in neuer har­monischer Prägung die alten Kinderlieder benutzt. In den folgenden Szenen: Kuckucksrus, Erdbeerpflücken, Abendsegen,, Lied des Sandmännchens und des Taumännchens gelangt die wundervolle Stimmung des deutschen Waldes znutz Ausdruck. Die ganze Märchenwelt wird wieder lebendig.. Wir sehen die Kinder voller Freude vor dem Knusper- häuschen stehen, hören das schmeichelnde Locken der Hexe und erfreuen uns ihres Endes und der Befreiung der' Kinder. __________

Krerrzrätfel.

'Nachdruck verböten.

In die Felder vorstehen- ----- der Figur sind die Buch­staben aaaaaaaa, c c. g g, h h, i i i, k k k k^ ------------ 11, m, nnnnun, ooo ______ o, p p p p, r r, s, 11, uu derart einzutragen, daß ' die senkrechten und wage-

- rechtenReihen gleichlautend

Folgendes ergeben:

1. Römische Kaiserin.

--- 2. Deutscher Dichter.

3. Militärischen Rang.

Auflösung in nächster Nummer,.

Auflösung des Annagramms in voriger Nnmmerr Amsel, Selma.

Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, ÖL Lange, Gießen,