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Vehking, Bethnsy-Huc (M. vbn Reichenbach), P r e s s e n- tin-Ra utter, Preu sch en, Salburg, Montbart (£>. von Kahlenberg), Egidy, Puttkamer — — Nataly von Eschtruth nicht zu vergessen, bereit Vordertreppenklafch- tontnite ((eiben) immer noch ihre Leser finben.. Diese willkürliche Nebeneinanberstellung von Namen ganz verschiebenen Wertes — Vber Unwertes soll nur ber Hervorhebung ber Tatsache bienen, wie bie Literatur gerabe auf bett jetzigen deutschen Abel eine viel stärkere Anziehungsftaft ausübt als je zuvor. Wirft man aber erst einen Blick auf bie Tagesliteratur, bie Presse, so wird man bei bieser einer noch uuenblich viel längeren Reihe von Adligen begegnen.
Man muß biese Unistänbe vor Augen behalten, um zu erkennen, wie unrichtig jener Verfasser urteilt, wenn er bent deutschen Abel eine gewisse, burch Abstammung begrimbete Vorliebe nur für bie bilbenben Künste, namentlich die Malerei, auf Kosten ber Literatur uachsagt und biese Vorliebe damit erklärt, baß: „bie adligen Familien als Grmibherrcn länger als die stadtsässigeu Bürger mit Luft, Licht und Erde zusammenlebten, durch Erbe und Gewohnheit der Natur näher standen, als die Mehrheit der Stadtmenscheit." Staunend vernimmt man die geheimnisvolle Weisheit. Sehen wir uns aber einmal die Beispiele dafür etwas naher an. Vorher, bei Besprechung des Verhältnisses des Adels zur Dichtkunst, war durchaus zutreffend gesagt worden: „Namen wie Hugo von Hofniannsthal und Wilhelm von Scholz repräsentieren wohl allzu frisch gebackenen Adel, um für unsere historische Betrachtung in Frage zu kommen." Stimmt vollständig. Es dürfte eiiiigenuasten schwer sein, die Eigenart Hugo von Hofmanns'thals, dessen Urgroßvater, der Wiener Großhändler Isaac Löw Hofmann für Beförderung der Seidenkultur in Ungarn 1835 nobilitiert wurde, aus bent Wesen und der Vergangenheit des deutschen Feudal-Adels zu erklären. Und Wilhelm v. Scholz, der bis zu seinem neunten Lebensjahre nur „Wilhelm Scholz" hieß, der Sohn^eines geadelten Finanzministers, ber Enkel eines Geheimen Sanitätsrates ist, gehört, historisch betrachtet, sicherlich mehr bent Bürgertum als dem Abel an. Aber als Beweis für seine Theorie von der Prädestinierung des am Busen der Natur groß gewordenen deutschen Adels zur Malerei, führt unser Verfasser dann außer Kalckreuth, Habermann, Gl e i ch e n - Ru ßwu r m, Kardorff und Koenig — die hingehen mögen, obwohl z. B. der erste Habermann, der 1741 geadelt wurde, ein Würzburgischer Rechtsgelehrter, also eilt Städter war —auch Hans v v n V o l km a n n, Fritz v. U h b e, Ludwig v. Hofmann, Hans v. Bartels und den Simplizissi- mus-Zeichner Ferdinand v. Rezuicek an. Sie alle sollen also ihre künstlerischen Gaben gewissermaßen als ein Erbteil von Vorfahren empfangen haben, die, ihre Fluren bestellend, das Wild im grünen Walde jagend, oder auf feurigem Rosse zum Kampfe gegen Gläubige und Ungläubige über die Felder sprengend, schon „mit alledem zusammenlebten, dessen Form und Farbe die moderne Malerei erobern will." Schade nur, daß Ludwig von Hofmann, der Enkel eines Darmstädter Hofgerichtsadvokaten, bereits 22 Jahre alt war, als sein Vater, ber Staatssekretär Karl Hofmann 1882 ben preußischen Adel erhielt, — daß Hans von Volkmann bereits int 25. Lebensjahre stand, als sein Vater, der Geheime Medizinalrat und Professor an ber Universität Halle Richarb Volkmann, ber Enkel eines Ratsherrn der Stadt Leipzig, 1885 nobilitiert wurde — daß Fritz von Uhde ebenfalls ohne das „von" in einer sächsischen Beamtenfamilie zur Welt kam, — daß Ferdinand von Rezniceks Vater erst fünf Jahre vor dessen Geburt als östreichischer General bett Adel erhielt, — und baß Hans von Bartels das „von" vor seinem Namen nur bent Umstanbe verdankt, daß sein Vater, ein Bruder des bekannten Physiologen Professors Dr. C. M. M. Bartels in russischen Diensten bis zu dem Beamtengrade avancierte, mit dem ber erbliche Adel verbunden ist. Auch Graf Harry Keßler, der Vizepräsident des deutschen Künstlerbundes litt Weimar, muß unserem Verfasser herhalten als Paradigma seiner Lehre vom Zusammenhänge zwischen den früheren Lebens- bebingurtgen des deutschen Adels und der modernen Bewegung. Leider wurde. der kunstsinnige Graf Keßler 1868 als der Sohn eines in Paris lebenden deutschen Bankiers geboren, der damals noch ganz simpel Adolf Keßler hieß, bis Kaiser Wilhelm I. ihm 1879 den Adel, und ber Fürst Reust jüngerer Linie ihm 1881 den Grasentitel verlieh.
Es gibt_ gewiß nichts fesselnderes, als das Spüren nach ben geheimnisvollen Fäden, die das lebende Geschlecht, sein Fühlen und feilt Sehnen, den Geschlechtern verknüpfen, die ihm vorangingen. Aber es ist dazu vor allent nötig, daß man sie auch richtig aneinanderreiht und, sich nicht die Mühe verdrießen läßt, an der Hand, noch so mühsamer und nicht immer sonderlich unterhaltender Forschung den Weg von einer Generation zur ®ttberen Stufe für Stufe selbst gewissenhaft zurückzulegen. Wer diese Methode anweiiden wollte, der könnte dann wohlden Schlüssel dafür finden, daß in Wahrheit, trotz aller Ausnahmen von Lucas Cranach bis zu Ferdinand Harrach und Leopold Kalckreuth, der deutsche Adel gerade den freien bildenden Künsten bisher nur ein ganz verschwindend kleines Kontingent Von Rekruten gestellt hat, — während die Zahl der mit mehr ober
ntinber Tälent ünd Erfolg, schriststellernden ?ldligen mit jedem Jahre wächst. Dr. A. v. W.
Litevavtzschss.
— Bismarcks Anschauungen über Bünbnisfe". Die Marokkofrage und bie hierbei zutage tretende schwierige Situation Deutschlands haben gegenwärtig mehr benn je bie Erinnerung an bie Diplomatie Bismarcks geweckt, ber burch den Zusammenschluß mit tatkräftigen Bundesgenossen Deutschland vor unangenehmer Isoliertheit bewahrt hatte. Man wird daher mit Interesse lesen, was Dr. Ernst Salzer im Aprilheft vdn „Nord und Süd" (Breslau, Schlesische Verlags-Anstalt v. S. Schottlaender) nach Briesen, Reden und den „Gedanken und Erinnerungen" Bismarcks über die Anschauungen znsammenstellt, die B. hinsichtlich des praktischen Wertes von Bündnissen int allgemeinen und hinsichtlich der bei ihrem Abschluß zu befolgenden Prinzipien hegte. Namentlich in letzterer Beziehung ist eine gewisse Wandlung ber Grundansichten Bismarcks int Lause ber Zeit nicht zu verkennen; int übrigen hat er, so sehr er auch von ber Gefahr feindlicher und von bent Nutzen eigener Bündnisse überzeugt war, die Wirksamkeit und Haltbarkeit geschriebener Verträge nicht überschätzt. Mit Bewunderung sieht man auch hier wieder, wie verständnisvoll und klar Bismarck die jeweilige politische Lage beurteilte und überblickte und ihr in seiner praktischen Politik Rechnung zu tragen wußte. — Von nickt minder aktueller Bedeutung ist in demselben Hefte der Artikel: „Die Trennung von Staat und Kirche in Frankreich" von Dr. Hubert Elages. Er verfolgt die Entstehung und Entwicklung dieser Angelegenheit, bie augenblicklich bie inneren politischen Verhältnisse Frankreichs beherrscht, teilt die hauptsächlichsten Bestimmungen des die Trennung von Staat und Kirche verfügenden Gesetzes mit und wirft einige Ausblicke auf die folgenschweren Wirkungen, die das Gesetz für die Zukunft ber katholischen Kirche in Frankreich haben kann. — Die „R eise des Prinzen F r i e d r i ch Leopold v o n P r e u ß e n durch dieMongolei int Mai 1905" schildert v. Bvrck. — In dem Aufsätze „Der Wert der Persönlichkeit" verficht Prof. Dr. L. Gurlitt seine Forderung einer „Individualitäts-Pädagogik". — Das Aprilheft ist mit bent Bildnisse Otto Ernsts geschmückt; in dem zugehörigen Aufsätze erachtet Ang. Jriedr. Krause nicht die befmtnten Dramen „Flachsmann als Erzieher", „Jugend von heute" usw. als die hervorragendsten Leistungen des Schriftstellers, sondern vielmehr seine erzählenden Werke. Ergreifend wirkt die Erzählung „Der solle Stuben t" von Georg Busse-Palma. — In ben „Politischen Mo- natsberickten" betrachtet Dr. Hugo Böttger bie innere Politik, W. von Massow bas Auswärtige.
Httnrsri-tischss.
Aus der I n st r u f t i o n S ff n n b e. Unteroffizier: „Wozu ist die Artillerie? Maier!" — Ata i er: „Zur Eröffnung des Gefechtes." — Unteroffizier: „Falsch! Schulze!" — Schulze: „Zur Beschießung be§ Feindes auf weite Entfernungen." — Unteroffizier: „Falfch! Müller!" — Müller: hZtw Zerstörung von Festungswerken." — Unteroffizier: „Falsch I Nein Kerle, seid Ihr dämlich! Ich werds Euch sagen: Die Artillerie ist teils zu Fuß, teils zu Pferde."
U n nötig. A r z t, zum Patienten : „Sie müssen sich vor körperlichen Anstrengungen hüten, eventuell sogar I h r Gewerbe unterbrechen?! Was sind Sie denn? — Patient: „Maurer!" Arzt: „Co — dann ists nicht nötig!"
Boshaft. Direktor eines kleinen Theaters zum Bühuen- clcven, der als Räüberhauptmann auizutreteu hat, aber eine ganz unpasseude Maske wählte: „So wollen Sie als Räuberhauptniann auftreten?... Sie schaun ja aus, wie ein Wiegeuliederkomponist!"
Silbenrätsel.
Nachdruck verboten.
a, an, be, ehe, d, dal, ei, gu, he, kiel, ler, lo, mer, pe, rib, ti, qui, sau, ung, vir.
Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sechs Wärter gebildet und derart unter einander gesetzt werden, daß die Anfangs' buchstaben von oben nach unten, und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, den Begründer einer vielgepslegten Kunst bezeichnen. Es bedeuten aber die eiuzeluen Wörter der Reihe nach Folgendes: *
1. Fluß im südlichen Spanien.
2. Tier aus der Ordnung der Wiederkäuer.
3. Etwas Unentbehrliches für Jedermann.
4. Ein Gesäß.
5. Beliebten Singvogel.
6. Assyrischen König.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Scherz-Rätsels in voriger Nummer:
Schlinge, Schlingel.
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Redaktion: Ernst Heß, — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'tchen Unwersttäts-Buch- und Steindruckeret. R, Lange, Gieße«.


