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— Der „Standard" meldet, daß ein Engländer, der ungenannt zu bleiben wünsche, das berühmte Venus-Bild von Ve- lasguez gekauft hat. Der Preis soll 1200 000 M ark betragen haben. Der Käufer gedenkt das Bild dem englischen Staate für ein Museum zu schenken.
Büchmann der Zukunft zur Beruhigung aller philologischen Gemüter fesistellen müssen, daß Richard Dehmel das Recht der Priorität gebührt, trotzdem diele Bezeichnung im Gedichtbuch Dchmels wohl noch lange ein stilles, nur wenigen bekanntes Leben geführt hätte, während der Titel des Sudermannschen Dramas „Stein unter Steinen" an hundert Straßenecken zu lesen war und auch die Buchausgabe des Dramas schon in vielen Auflagen verbreitet ist.
— Herr Carl William Büller ut Leipzig, der auch in Gießen wohlbekauiite vortreffliche Charakterkomiker, teilt uns mit, daß ihm der Herzog von Sachsen-Koburg nach einem Gastspiel am dortigen Hoftheater das Ritterkreuz des Ernestinischen Hausordens verliehen hat.
ocaen alleS gleichgiltig wie 'n Stein." Man mag nun den Titel sehr bezeichnend oder sehr gesuchr finden, redensalls muß man zugeben, daß er sich mit seinem ungewöhnlichen Klang sehr gut dem Gedächtnis empfiehlt. Es hat mich darum uberrasait,, dieselbe Prägung „Stein unter Lteiuen" .zufällig auch bet einem andern modernen Dichter zu finden, mit dem Sudermann, sonst wenig gemein hat — bei Ricyard Deh m e l. >>n der tljrifajen Phantasie „Jesus, der Künstler", die in Dehmels Gedichstbuch „Aber ist die Liebe —" enthalten ist, wird der Ausdruck,,y teilt unter Steinen" zweimal besonders hervorgehoben. x5it diesem gedauken- und interpunktionsreichen Gedichte, das in. Form einer Traumvision die allbelebende künstlerische Kraft Christi verherrlicht, werden wir gleich zu Beginn in eine statuengeschmuckte Halle geleitet, und hier heißt es: ___
So war's So stand ich: dumpf, doch fühlend, stumm» Im roten Saal reglos in dunkler Ecke: Dumpf, starr und fühlen: schwer: Stein unter Steinen:
Bang: starr, und fühlend!—"
Und nochmals kehrt der Dichter später zu diesem würdigen Bilde zurück: , _ _ . .
' „In meinem Staub, ui meinen ^traßenlumpen Mißfarben angetüncht, so hocke ich Auf fahlem Postamente steif und bang Vor ihrer Nacktheit mich der Kleider schämend: Stein unter Steinen. . . ."
Wenn also die Bezeichnung „Stein unter Steinen irgend ein- ' geflügeltes Wort werden sollte, so wird der gewissenhafte n der Zukunft zur Beruhigung aller philologischen Ge-
Die württemb. Kammer der Abgeordneten nahm den Entwurf betreffend die E r r i ch t u n g eines k ö n i g l. H o^s t h e a t e r s in S t u t t g a r t mit sämtlichen abgegebenen 76 stimmen an.
— „M oderne Essay s". Verlag Gose u. Tetzlaff, Berlin SW. 61. In dieser interessanten Monographie-Sammlung, welche jedem Gebildeten ein wertvolles Material gibt, sich schnell über das Leben und Schaffen einer hervorragenden Persönlichkeit oder ein geschlossenes Thema zu orientieren, sind ein paar neue Hefte erschienen. Eine Biographie eines unserer größten lebenden Schauspieler: Adalbert Matkowski, ist in Heft 55 von dem Berliner Kritiker Julius Bab niedergelegt. In einem Doppelhefte schildert Dr. Landsberg das Leben und Schaffen Hermann Sudermanns. Und besonders aktuell und interessant durch den Streit Thode-Liebermann dürste die Biographie „B ö ck l i n" von Rudolf Mein sein.
— Der Kunst w art. Rundschau über Dichtung, Theater, Musik und bildende Künste. Herausgeber Ferdinand. Avenarius. Verlag von Georg D. W. Callwey in München. (Vierteljährlich 3.50 Mk., das einzelne Heft 70 Pfg.) — Der Kunstwart ist ein Hausfreund für Gebildete, der ihnen Erhebung und Freude ins Heim bringen will, indem er sie nicht nur lebendig beteiligt am Ringen und Schaffen deutscher Dichtung und Musik, bildender und angewandter Kunst, sondern all der Bestrebungen überhaupt, die uns vertiefen, bereichern, durchsättigen wollen mit nährender Mitsteude am Fühlen und Schauen der Brüder und andererseits, die unsere ganze Kultur zum wahrhaftigen Ausdruck machen wollen eines gesunden, starken, tätigen, sittlichen und frohen deutschen Seins. Schöpfungen der besten Dichter, Tonsetzer und bildenden Künstler darf er den Lesern auf „Losen Blättern" und mit seinen Bildern und Noten aus den Tisch legen. Der Kunstwart ist auch eine Zeitschrift allerersten Ranges, die die allseitige Anerkennung der gebildeten, vor allem auch der literarischen Welt gefunden hat. Alle irgendwie bedeutsamen Vorgänge im Kunstleben werden in ihm berücksichtigt; Lyrik, Epik, Dramatik behandelt er so reichhaltig, daß der Leser immer au fast bleibt, und seine Kunstbeilagen sind so geschmackvoll gewählt und schön ausgeführt, daß sie schon allein für die Kosten des Abonnements entschädigen. — Inhalt deS ersten Januarheftes: Von der
..gleit in der Kunst. Boni Herausgeber. — Das Bedeutende im Kunstwerke. Von ö. Bode. — Richard Straußens „Salome". Von Richard Vatkn — Abaco. Von Carl Mennicke.. — Maler- Erziehung. Von Paul ©A"' — Lose Blätter: Neue
Gedichte von HanS Böhm. Rundschau: Umschau. Berliner Theater. Max Halbes „Die Insel der Seligen". Das Leben ein Spiel? Jnstriimeutationslehren. Vom Klavierpult. Münchner Musik. Rudolf Raimanns „Enoch Arden". Die Kirchen auf! Möbel und Geräte im Kunstwart. Zur Drahtkultur. „Stunden mit Goethe". Neue Kalender. Aeffchenzucht. — Bilderbeilagenr Toni Stadler, Landschaft; Franz Müller-Münster, Wilde Jagd; Giorgione, Bildnis eines Mannes: zwei Abbildungen zur ästhetischen Kultur; Wandkalender für 1906. — Notenbeilagen: Die heiligen drei Könige; E. F. Abaco, Adagio aus der Triosonate; Herma« Grädener, Mus den „Stimmungen".
Lsrerarrsches.
—• S p ru chw ö r t e rb u ch. Herausgegeben von Franz Frhr v. Lipperheide. Berlin W.35, Expedition des Spruchwörter» bnehes. „Ein schöner Spruch im Gedächtnis ist wie ein Stück Gold im Kasten." Ein reiches Schatzkästlein ist es, das dieses Spriichwörterbnch dem Leser darbietet. Ein Büchmann in zehniach erweiterter Gestalt, denn das Gesamtwert soll über 30 000 Stellen bringen und die maßgebenden Sprüche aller Zeiten und Nationen, voni klassischen Zitat bis zur Bauernregel, nach Begriffen alphabetisch geordnet, enthalten. Was aus den verschiedensten Gebieten menschlicher Lebensweisheit verkündet worden ist von Dichtern und Denkern, was ans dem Volke herausgeboren wurde, soll hier vereint werden. Durch die übersichtliche Anordnung ergibt sich die leichteste Auffindbarkeit des Gesuchten. Von jeder einzelnen Stelle ist die Herkunst angegeben, also: Verkasser, Titel des betreffenden Werkes, Entstehungsjahr, bei Dramen Akt, Szene, sprechende Person, bei bekannten Opern und dergl. Ort und Tag der ersten Aufführung, bei vielen Gedichten und Liedern selbst Monat und Tag der Entstehung. Das reichhaltige Werk soll in 20 Lieferungen, je drei Bogen umfassend, zu 60 Pig. erscheinen.
— Nr. 4 der „I u g end" ist dem Andenken M o z a r t's gewidmet. Als Titelbild bringt diese Sondernummer „Dame am Spinett" von Münzer. Diez zeichnete ein graziöses Blatt „Figaro", Erler schuf das doppelseitige Bild „Leporellos Jank wählte das Erscheinen des „Steinernen Gastes" zum Vorwurf, während Schrnidhammer die Szene „Eine kleine Nachtmusik vorführt. Graf ist mit den Zeichnungen „Der junge Mozart und „Das Salzburger Glockenspiel" vertreten. Ebenso wie dieser Vil- derschmuck atmen auch die Mozart gewidmeten Gedichte vost Schaukal, Ey und Müller Mozart'schen Geist. Wirkungsvoll behandelt Fritz v. Ostini in dem Gedicht „Der Eselstritt" Mozart s dornenvolles Erdenwallen. M. G. Conrad erzählt in seiner Skizze „Die Mozartwiese" ein Erlebnis aus seiner fränkischen Heimat. Karl Ettlinger verrät die Enipfindungen eines schwärmerischen Mozarwerehrers in seinem „Märchen". Ein netter Gedanke liegt der Zeichnung von Münzer „Des Pagen Klage" mit crlauteriiden Strophen, zu Grunde: der minnetruntene Page Chernbm ist dem in Drill und Subordination auferzogeuen modernen Pagen gegenübergestellt. — Aus dem aktuellen Teil heben ttnr das Vollbild „Die russischen Wölfe am 22. Januar" von Diez „hervor. Die sonderbare Behandlung, die die literarischen -sachverständigen kürzlich im Thoma-Prozeß .erfuhren, ist ni einer Reihe, famoser Zeichnungen von Schmidhaminer und den Gedichten „Warnung" von Karlchen und „Der galante Lstaatsanwult von Boromäus festgenagelt. Auch Hirth ergreift das Wort zu diesem Falle mit seinem Artikel „Die Friedhöfe der Pastoral- medizin". Der Duell-Debatte im Reichstag sind Epigramme gewidmet. Eine Anzahl weiterer Satiren, von denen wir nur die Gedichte „Oesterreichs Beamtenschaft", „An Rhein- baben", „Hamburg voran!" und die „Weltchronik" nennen, ergänzen mit den „Jugend"-Spezialitäten den Inhalt der Nummer.
Altägyptische Hieroglyphen.
Nachdruck verboten.
(Jedes Bild bezeichnet den Anfangsbuchstaben seines Namens, z. B. Sonne — s, Glas — g, etc. Tie Vokale sind zu ergänzen.)
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer:
Lachs, Flachs.
Redaktion: Ernst Hetz. — Notarmustwnck' Wch Verlcia der B r ü h l'scheu.llnwerstiäts-VuL- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen.


