Ausgabe 
25.4.1906
 
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Dutzend curopciische Sprachen vollkonnnen beherrschte, und daß sic sich mit fabelhafter Eleganz zu kleiden verstand und Unsummen zur Bestreitung ihres Luxus benötigte. Eines Tages verschwand sie plötzlich aus Wien und hinterließ eine große Menge unbezahlter Rechnungen. Die Gläubiger setzten Gericht und Polizei in Bewegung. Allein cs half alles nichts. Der Aufenthaltsort der Daiue >var nicht zu erfahren. Eines Tages wurden die Wiener Gläubiger von Paris aus unterrichtet, daß die junge Dame gestorben sei. Wie sich nun heranSgestellt hat, war diese Todesanzeige ein ebenso wirksamer wie origineller Trick. Die junge Daine hatte in I Paris das Wiener Spiel wiederholt, dort auf großeni Fuße I gelebt, Schulden in enormer Höhe kontrahiert, und als sie I sich eines Tages nicht nrehr zu helfen ivnßte, reiste sic Heini- j lieh ab, bestimmte aber vorher eine gute Freundin, Zettel, die ihren Tod anzcigten, an die leidtragenden Firmen in Paris zu versenden. Sie hatte damit in der Tat erreicht, was sic bezweckte: Die Firmen stellten die Prozesse ein. Die junge Dame aber hatte inzwischen im Süden von Frankreich einen exotischen Souverän kennen, gelernt, der ihr den Antrag machte, seine Frau zu werden allerdings seine dritte oder vierte. Er durfte sich diesen Luxus erlauben, denn er ist Mohammedaner und unterhält in seiner Residenz im nörd­lichen Afrika einen großen Harem. Die junge Dame ging auf den Vorschlag ein, trat zum Islam über rind residiert nun seit einiger Zeit in Glanz und Pracht - an der Seite ihres geliebten Fürsten. Er hat auch die Rechnungen der Pariser und Wiener Firmeir in voller Höhe bezahlt. Tie Auferstehung der Totgeglaubten bildete so wenigstens für deren Gläubiger keine Enttäuschung.

* Ein Pantoffelheldenklub existiert in Leeds (England). Er umfaßt 43 Ehemänner dieser Stadt rmd benachbarter Orte und hielt dieser Tage in Todmorden sein Jahresmahl ab. Nach dein Mahl wurden acht neue Mit­glieder ausgenommen, von denen jeder, itm seine Würdigkeit zum Eintritt in den Verein nachzuweiscn, beschwören inußte, daß er: 1. seiner Fran das Frühstück einholte, 2. kochte und Bestecks putzte, wenn kein Dienstmädchen da war, 3. regel- mäßig Kohlen zutrng und 4. nachts, während die Ehefrail ausging, das Kind versorgte. Man sieht, cS gibt noch Helden,

Reifet«,

7 Studicn ?a hr t en iIN So IN mer 1906. Der Berk. Touristcnklub Nord-Süd veranstaltet in diesem Jahre Studicn- fahrten ins Mittelmeer. Die Reisen dauern vom 9.-22, Inti und vom 22. Juli bis 5. August. Die Fahrten beginnen in Luzern und gehen über Mailand nach Genua, von hier mit dem Dampfer über Civitavecchia (für Rom), Neapel, Pompeji, Capri mit blauer ©rolle, Amalfi, Palermo nach Tunis und Carthago. Die Rück­fahrt führt über Sardinien (Cagliari), Korsika lAjaccio), Monte- carlo nach Genua und mit der Bahn nach Luzern. Der Preis be­trägt 830 Mk. Dem Klub wurden vom deutschen Rcichsansschuß für Olympische Spiele (Vorsitzender Graf v. d. Asseburg, Exzellenz) die Arrangements für eine Athensahtt übertragen. Ferner hat die Vereinigung Berliner Studenten den Klub mit der Ausführung zweierA k a d e m i f ch e r S t u d i e n f a h r t c n n a ch Italien und Griechenland" betraut, welche von Geheim­rat Prof. Dr. Kekule v. Stradonitz und Proi. Dr. Dorpfcld pro­tegiert ivcrden.

LrreF«r»Lfcyes.

Das Kind, seine geistige und körperliche Pflege bis zur Reife. Unter Mitwirkung verschiedener Aerzle und Schulmänner herausgegeben vom Geh. Mcdizinal- rat Prof. Dr. PH. Biedert. Lieferung 1 und 2. gr. Oft. 1906. Geh. jede Lfg. 1.60 Mk. (Verlag von Ferdinand Enke in Stutt­gart.) Dieses Buch, welches bestimmt ist, den Eltern bei der Pflege und Erziehung ihrer Kinder ein treuer Berater zu werden, üt in dieser, das geistige und körperliche Gedeihen des Kindes bis zur völligen Reife zusainmenfassendcn Darstellung ohne Vorgang in unserer Literatur und darf der weitesten Beachtung m allen gebildeten Familien unseres Vaterlandes sicher sein. Der Inhalt deS Werkes gliedert sich in folgender Weise: 1. M- 14)1110: Normale Entwicklung im 1. und 2. Lebensjahre. 2 Anchmtt: Erkrankungen im 1. und 2. Lebensjahre. 3. Ab­schnitt: Körperliche und geistige Pflege des gesunden Kindes vom o. Jahre ab, besonders inl neutralen Kindesalter.. 4. Ab-

Mitt: Verhütung und Pflege von Erkrankungen. =; 6. W- schNltt. und Erziehung während der Schulzeit. Schul- HmFfFtrFu.» ff« Veife. Der Name des in der wissen -

v W? lMchaugeichenen Herausgebers und der Stab ^rtarbecker bieten vollste Gewähr für eine tüchtige, zwecke cntzprechende Leitung. Die Ausgabe erfolgt in Lieferungen, d!s "scheint eine Lieferung, sodaß Mitte Mal

das Buch vvllstaudig vorliegen wird.

Werre Wucher.

. Biedert, PH., Geh. Medizinalrat, Prof. Dr., n. ä. Das K ind, seine geistige rmd körperliche Pflege bis zur Reife. 1. Lieferung. 96 S. (Stuttgart, Ferdinand Enke.)

Z^ier ni e r, Magnus, Prof. Dr. Sammlung nationälokono- miicher Aufsätze und Vorträge. 1. Bd. Heft 9. Der Streit tittf dZe ruf, ischen Finanzen der Gegemvart. 47 S. (Gießen^ VS1HU yiOil);)

m M es Haus- und Volksbibliothek hygienischer Schriften.

f i6: r Malier, Dr. med. Die Nervosität. Ihre Grund- mcsache, sowie deren Heilung. 78 S. Nr. 48: Schultz, G. Dr. Was federmaun von der Erkennung der Krankheit cif und der Voraussage des Krankheitsverlaufes aus dem Uriu tvisieii muß. 25 o., (Leipzig, Edmund Demme.)

.. Dournier, Alfred, Prof. Für unsere Söhne, ivenn te achtzehn Jahre alt werden. Einige ärztliche Ratschläge. 42 S. (Berlin W. 30. Oskar Coblentz.)

Halberstadt in Wort und Bild. Mit 8 farbigen Voll- buvern, 51 Textillustrationen und 4 kartographischen Beigaben. 120 e>. (Halberstadt, Louis Koch.)

/n. Lesser, Erich. Fritz von Fleck. Bilder von Paul .Haase. (Berlin W. 35, Harnionie, Berlagsgcsellschast für Literatur und Künst.)

Bluruerrpftege.

Blätter der Phönix- und Fücherpalmerk lnüpen recht oft mit lauwarmem Wasser leickt abgcwascheu werden: überhaupt ist das Betauen durch den Zerstänber diesen Pflanzen ganz, besonders von Nutzen. Es gibt für die Atmung der Pflanzen, die ja durch die Blätter geschieht, keinen größeren Feind, als Staub und trockene Luft, welche der Epidermis, dem Hauptgewcbe der Blätter, zu viel Feuchtigkeit cutziehen.

Will man Ar au kar i en v er Pf l au z en, so kann dies jetzt geschehen. Paffende Erde hierzu stellt man sich zu­sammen aus 2 Teilen Laub-, 12 Teilen Mistbeet- und 1 Teil Heideerde mit scharfem Sand. Gute Scherbenunterlage ist vorteil­haft. Auch sollen die frischen Töpfe nur so viel größer sein, baß zwischen Ballen lind Topf ein fingerdicker Raum ist. Werden zum Verpflanzen alte Töpfe verivendet, so müssen sie vorher, gilt gewascheir und scharf getrocknet werden.

Vexrrvild.

Nachdruck verboten.

Na, Fritze, hast Du den alten Fuchs? Nein, wer weiß, wo er steckt! Auflösung in nächster Nummer.

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Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Auch das längste Lied hat ent Ende.

Redaktion: Ernst Heß, Rotationsdruck und Verlas der Brkhl'kcken UniversttätZ-Vuch- rmd Steindruckerst, R. Lange, Gießen.