Ausgabe 
24.9.1906
 
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Kunst.

Redaktion: Ernst Hetz. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindnickerei, R. Lange, Gieße«*

abnahm, in den Körper des Reptils hinunterglitt. Ein zweiter Frosch wurde von der anderen Schlange gefasst, und nun kommt die Geschichte, die vielleicht viele Leute nicht glauben werden. Glücklicherweise kam Todd (Spitzname eines anderen Freundes­gerade zur«ns, und cs waren also drei Paar glaubwürdiger Augen, welche die Sache mit ansahen. Vorausschickcn muh ich, daß beide Schlangen ziemlich von gleicher Größe sind, b. h. etwa zwei Fuß lang und etwa so dick wie ein Daumen. Wie gesagt, der Frosch wurde beim Schopf gepackt, und die hungrige Cobra schickte sich an, ihn mit ihrer gewöhnlichen lethargischen Gemüt­lichkeit zu schlucken, als die andere Schlange trotz ihrer ersteir Mahlzeit auch Lust danach bekam, und am anderen Ende des Frosches zu schlucken ansing. Hier ein Ruck, da cm Ruck, und die beiden Nasen der Schlangen begegneten -ich. Was nun? Mit atemloser Aufmerksamkeit sahen wir zu, da öffnete -ich das Maul der einen schnapp! der ganze Kopf der anderen Schlange war drunten, jetzt ein Viertelzoll vom Hafte noch einer und so weiter. Bald guckte nur noch der Schwanz aus dem Maule der Unersättlichen und wand sich peitschenartig umher, jedoch auch dieser mußte hinunter, und endlich schloß sich das Maul über dem letzten SHwanzspitzchen.Pfui Teufel st riesen wir aus, als das geschwollene Biest einen tiefen Atemzug nach vollbrachtem Mahle tat. Das ist die ganze Geschichte, die Schwestermörderin lebt und befindet sich wohl, wird aber dem­nächst im Spiritus süfc ihr Verbrechen büßen müssen.

Meister d e r F a r b e. Europäische Kunst der Gegen­wart. 3. Jahrg. Heft 6-8. Verlag von E-. M, Seemann, Leipzig. Preis des Heftes im Avonnemcnt 2 Mark, Einzelpreis 3 .mark. Auch diese Lieferungen des anerkannten Unternehmens bringen einige Meisterstücke der modernen Kunst und vermitteln n. a. die Bekanntschaft mit künstlerisch so heterogenen Naturen wie es bei­spielsweise der Belgier Knopfs und der Franzose Degas sind. Za den Perlen moderner Malerei aber darf man Max Kl'nacrs Ge- nrnthp Rtmie Stunde" rechnen, das zu den Zierden des Leipziger

Magisches Dreieck.

Nachdruck verboten.

__________ In die Felder nebenstehender Figur sind die

I Buchstaben aaaaoiiillnno as der- --------- art einzutragen, daß die einander en - sprechenden ivagcrechtcn und senkrechten Reihen --- gleichlautend folgendes bedeuten:

1. Propheten des Alten Testamentes.

2. Weiblichen Vornamen.

3. Muthologischen Namen.

4. Teil von Savoyen.

5. Einen Buchstaben.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Rätsels in voriger Nummer:

i man Max Klinac mälde^Blaue Stunde" rechnen, das zu den Zierden des £< Museums gehört und in der Kunstentwicktung de» geschätzten Meisters selbst als ein bedeutsames Denkmal zu gelten hat Whistlers Porträt seiner Mutter aus dem Luxenbourg ist wohl eins der bekanntesten Bilder dieser Sammlung und stellt im Oeuvre des Meisters, der ein Vermittler spanischen Stilge-uh.s in europäischer Auffassung gewesen ist ein Zeugnis da^ aus dem wie ans wenigen seiner Bilder auch die Stimme de^ Herzen, zu uns redet. Eine hochinteressante Erfcheinung ist der Ungar Nandor Katona, von dem das 8. Heft des Werkes eine Wmter- landschaft reproduziert, die in zarte atheri-che Blaue getaucht ist und einen Meister von eigenartigem Nacur- und Stilgefühl verrät In seiner Heimat ilt der Maler hauptsächlich durch Bilder bekannt geworden, die gewisse Abend- und Nacht,limmungen festhalten, in denen eine Symphonie von Frieden und -schweigen und eine tiefe ungestillte Sehnsucht verborgen scheint. Außer den genannten Meistern sind n. a in diesen Lieferungen noch Herkomcr mit dem Auswaudererbilde des Leipziger Museums, der Berliner Landschafter Otto Engel, Fritz v. Uhde, der ^taliencr Angelo Morbelli, ein Schüler Segantmis, der , treffliche Mün­chener Landschaftsmaler Edmund Steppes, die in Paris tätige Schweizerin Luise Breslau nut charakteristischen ducken ver­treten. Auch der Spanier Sorolla y Basnda, der inngst mit feiner Ausstellung bei George Petit in Paris einen durchschlagenden künstlerischen Erfolg zu verzeichnen hatte, wird mit einem -einer ty­pischen Fischerbilder vom Strande von Valencia vorgesuhrt Beson­ders interessant dürste auch für manchen Kimst-reund die nah. r^ B-- kanntschast mit dem schwedischen Künstlerehepaar Hanna und Georg Pauli sein, die gieft 7 dieser Sammlung vermittelt. Ghnm besonderen Hinweis verdient auch diesmal die literarische 4.ext- beilage, aus der vor allem Max Osborns ausgezeichneter Beitrag überFarbe und Linie" erwähnt sei. Alles in allem ein Unter­nehmen, das einzigartig ist und. wie kein anderes als eine Ver­mittlerin internationalen Kunstschaffens der Gegenwart gelten darf.

als ein nutzbringender angesehen werden. Für Sportzwecke lassen sich >l r zwischen Europa und Amerika

bei guter Benützung stetiger Windströme bercits^als kein zu großes Wagnis mehr ansehcn. Meine mit 11 Meter-Sekunden die Luft durchschucideuden Luftschiffe würden gegen biefen, den Hrtstcn Luftstrom, noch mit 5 Meter-Sekunden gleich 18 Kilometei^tunbe vorwärts kommen, und in 48 ehmben rund 8ö0, in si.agen 1700 Kilometer zurücklegen, wobei noch em Rückhalt an Be­triebsmitteln für 24 stündige Fahrt verbliebe. Demnach tonnen unter ungünstigsten Windverhältnissen 1700 Kilometer entfernte tUe'e sicher erreicht werden, bczw. kann man sich von einem Ort, zu welchem man zurückkehren will, bis 850 Kilometer ent- ferncii In den von Berlin aus erreichbaren Umkreis lallen i>?e Skandinavische Halbinsel bis zu denLa oten, Petersburg, Moskau, die Krim, Konstantinopel, das nördliche Griechenland, Palermo, das nördliche Spanien und die Britischen RU-eln tn icher ganzen Ausdehnung. Von Friedrichshafen aus waren auch Athen 0 Tunis, Algier und Madrid sicher erreichbar. Der Wert solcher Fahrten kann sich durch verfügbaren Auftrieb zur Mit­nahme von weiteren Personen» Posten, Instrumenten und dcr- gl eichen sehr steigern. Will man z. B. von Berlin nur nach Christiania, Stockholm, Riga, Warschau Pest, Wien, München, Paris oder London fahren, so lassen sich schon leinst lo00 Kilo­gramm Auftrieb für solche nützliche Lasten freimachen; für Paris- Loudon m-indestens 2000 Kilogramm Besonderem Nutzen werden solche Luftschiffe, die sich über 800 Kilometer auf das Meer hinaus- begeben können, der Schiffahrt gewähren, als bewegliche, fern- wirkendc Stationen für drahtlose Telegraphie.

In die Kriegführung bringen sie ein ganz neues Element von verschiedenartiger Verwendbarkeit und ledeufalls von -chwcr- wicgcnder Bedeutung. Sie werden die strntegichf wicytigen Vor­gänge bis an die äußersten Grenzen des feindlichen Gebiete, auf den Meeren bis hinein in die feindlichen Hafen, erkennen und mit Funkenschnelle darüber berichten. Vielleicht Wirb man sie auch mit Schußwaffen und Wurfsprengkörpcrn ausrustcu, womit sie dem Gegner erheblichen Schaden würden zufugen können. _

Wohl fordert die Starrheit gewaltige AusmaßeAlle Laien haben es beim Schiffbau schon erfaßt; mit der Große wachen Fahrsicherheit und Fahrtdauer, wachsen die Leistungen nach allem Richtunoen, und vermindern sich verhältnismäßig die Besthaffungs- und die Betriebskosten. Genau so beim Luftschiff: um em ge­ringes kleiner als ich cs gebaut, laugt es überhaupt nichts mehr; aber 1 Meter Durchmesser des Lragzistinders mehr und entsprechende Verlängerung des ganzen Fahrzeugs, so werden schon 6000 Kilogramm weiterer verfügbarer Auftrieb gewonnen: Es lassen sich 5060 Passagiere aufnehmen; nut Etappen

bett Nordpol zu erreichen,

sie Verbindung zwischen unseren ost- und westafrikauischen Kolo­nien herzustellen, unseren Truppen in Siidwcstafrika Lebens­mittel, Wasser umd Munition zuzutrageu, sich zur Beobachtung von Sonnenfinsternissen über die Wolken zu erheben, werden mit Sicherheit zu erfüllende Aufgaben feilt.

Lebhafter Beifall folgte den Stusfuhrungeu des illustren Vor- tragenden, obwohl viele der Zuhörer die Schlußfolgerungen des Grafen als zu weitgehend erachteten. sh.

VermisMss.

* Kannibalismus einer Brillenschlange. Dem Kosmos, Handweiser für Naturfreunde", entnehmen wir fol­gende interessante Schilderung: Jeder, der Gelegenheit gehabt hat. eine Schlange beim Fressen zn beobachten, wird bemerkt haben, daß sie Tiere von weit größerem Körperumfange als dem eigenen ohne Schwierigkeiten verschlingt, und daß es der einmal erfaßten Beute infolge der Rückwärtsrichtung der Schlangenzahue nicht möglich ist, sich dem Rachen zu entiviuden. Ein seltsames Bei­spiel für dieses Festhalten der Beute ist mir beim Lc-cn der Reisebriefe meines Vaters bekannt geworden, der viele Jahre m Jiidien und auf Ceylon zugebracht und sich sehr viel mit b er Beobachtung unb Sammlung dort lebender Schlangen be-cha-tigt hat. Die darauf bezügliche Stelle des aus dem Jahre 1863 stammenden Briefes hat folgenden Wortlaut:Eine merkwürdige Szene habe ich neulich bei meinen Brillenschlangen (Cobra di Capello) beobachtet. Es war ein heißer, fauler Sonntagnachmittag, und wir trieben uns gähnend im Hause herum von eenem Sofa auf das andere, als cs mir einfiel, daß ich meinen beiden Brillen­schlangen schon lange kein Futter mehrgegeben hatte. Vch be­orderte also einen Kuli, eilt paar Frösche zu fangen. Nach einiger Zeit brachte er einen, und Krämer, (ein Bekannter meines Vaters) und ich wollten uns dessen Verschlingen mit anschen. Der Frosch wurde in bett Schlangenzwinger gesetzt, und nach einigem halblethargischcm Schnappen bekam ihn die eine am Bem zu fassen und begann ihn langsam und ohne merkliche Anstrengung hinunterzuschlucken, obwohl er ca. dreimal so dick -var wie die Schlange. Der Kopf der Schlange erweiterte sich, und der Rachen umgab den Frosch wie ein Sack, bis er den Blicken entschwand und als ein Knoten, der sich mehr und mehr verlängerte und an Dick;