Ausgabe 
23.7.1906
 
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itei

Sippen,wir! Täub-

wir", er na!

Rührung: , ,

Vater, geliebtes Batchen . . . mein gute' Papa. .

Er strich beruhigend über ihr Haar und so Mein Kind! Meine Tochter!" ,

Der Kellner, der ihn hinaufgeleitet hatte, ftai eines Befehls gewärtig, an der Tür wahrend ! grüßungsszene. Die Bedienten des vornehmen Hot unten lächelnd und etwas geringschätzig den al gemustert, der in einem altmodischen, aber petni reu, langen schwarzen Rock, den hohen, blanken von längst vergessener, beinahe komischer Form v den Händen drehend, nach Fräulein Della Brau Dann hatte man ihn hinaufgeführt, und er war beinahe etwas ängstlich hinter dem voranschrmtend die breiten teppichbelegten Treppen hrnaufgestrec war hier so glänzend und prunkvol.. daß es A drückte. So wohnte seine Tochter! Em Gesuhl vo keit beschlich ihn. Er hatte sie nicht tmedergeseH nach Beendigung ihrer Studien. iv die Oeffentl treten Ivar. Länger äks vier Jahre. Wie

Am vorhergehenden Tage schon War Kantor B Berlin eingetroffen. Er war nicht zu bewegen geh Kaiserhof" Wohnung zu nehmen, wo seine Tocht:: und auch Frau Justizrat Handtke mit Lucie sich ein

bei mir zu sehen.

Ich wünsche es, liebes, gutes, folgsames Kir kommst ! Dein Ada!

Er überlegte einige Sekunden, ob er den B senden solle, ob er sie nicht dadurch beunruhigen Erfolg ihres Auftretens gefährden könne; dann raschem Entschlüsse steckte er ihn in ein Kuvert, die Adresse darauf und übergab ihn dem eint

Zimmerkellner.

Sofort zu besorgen."

Der Diener verneigte sich.

Ist mein Bad bereit?" Er warf einen Blick Uhr, die auf dem Kaminsims stand.

In zehn Minuten, gnädiger Herr!"

Gut! Nachher soll man mir das dojeuner du meinem Zimmer servieren. Flasche Sekt dazu. .

Welche Marke befehlen Sie?"

immer!" Ein höhnisches Lachen!In dankbarer Ergeben- J Della, hörst Du! Und Tu sollst wollen! Und deshc heit! Wie fein! Wie schlau! - Nein, weiß Gott, das ist sie ich Drr nach hier, wo der größte Triumph Deine: nicht leider! Sonst wär' der Liebe Müh' nicht erfolglos, wie bis heut' . . , ja . . . jetzt, wo jie in den Kreis der Menschen tritt, die ihr teuer sind.., jetzt, mit dem goldenen Lorbeer des Ruhmes geschmückt . . . Wahrhaftig!

Nun aber werde ich sie nicht länger fernhalten können Von allem, was das Leben ihr bieten wird und von ihr verlangen das Leben? Die Männer, die sich ihr hul­digend nahen werden und sie begehrend. Bis jetzt war sie mein . . . mein Werk! Und nun soll sie mein werden ganz mein! Mein Weib!"

Er hatte, vor dem Bilde stehend, diese Worte ausge- stoßen, halb flehend, halb drohend . . . wie im Kumpf und Widerstreit mit unsichtbaren Mächten. Plötzlich riß er das Bild empor, drückte es in glühender Leidenschaft an seine Lippen und warf es dann zornig von sich.Du. . . drk .... in dankbarer Ergebenheit! Tas hust du dir wunder-; voll ausgedacht, mein Püppchen! Aber nein . . . nein, das geht doch nicht . . . jetzt nicht mehr!"

Das Bild war, als er es fortschleuderte, auf die Decke gefallen und blieb unversehrt auf dem Weichen Stoffe liegen.Das schützte dich", spöttelte er,die andere. . . ja, die andere: ich glaube, diese Decke hat mir die Elton geschenkt, wie sie behauptete, sogar selbst gestickt, damit ich unter den bunten Blumen, unter Rosen und Lilien von ihr träume. Nettes Ding", er hob das Bild und mit ihm zugleich die Decke auf,köstliche Arbeit. . . und Wonnige Traume ... von heißen Rosen und sausten Lilien . . . Leidenschaft und Unschuld." Dann betrachtete er das Bild aufs neue und stellte es behutsam auf seinen Platz zurück. Allmählich wich seine Erregung. Ermüdet von dem Seeleukampfe, der in ihm getobt hatte, ließ er sich nieder Und starrte nachdenklich vor sich hin. Nach einigen Mru..''n der Sammlung trat er wieder an den Schreibtisch, zrg langsam, als zaudere er noch vor fester Entschließung, oie Platte heraus, nahm die Schreibmappe zur Hand und glättete, wie überlegend, den Briefbogen, den er darauf ausbreitete. Er betrachtete das große, goldene Monogramm, das die Hälfte der ersten Seite ganz einnahm, dann schrieb er, dicht an die großen, aus dem Papier plastisch heraus- tretenden Buchstaben sich anschmiegend:Della!" Es sah 'gus, als lehne das Wort hilflos und ängstlich an dem goldenen Riesenmonogramm, als habe es sich in den Schutz eines Gewaltigen begeben. Und wieder trat es wie Spott und Hochmut in sein Antlitz:Das sind toir beiden . . . ..... ' die Feder zwischen die Li

bestellt hatten.

Es passe nicht für einen Lehrer und Kantor a stadt, im vornehmsten Hotel der Reichshauptstadt zu nehmen, hatte er an Adele geschrieben, als von Wien aus bat, ihrem Auftreten in Berlin beiz und im HotelKaiserhof", wo sie Zimmer beste abzusteigeu. Er Wolle in der Dorotheenstraße i kleinen Hotel garni wohnen, das er schon von einem Aufenthalt in Berlin kenne und das gut und b sauber sei. Er wisse zwar nicht, ob es noch besti es sei fast achtundzwanzig Jähre her, seit e: wesen sei, damals noch im Auftrage des selig« Grafen Giersdorf, um für Guido und Alfons eint zu gewinnen, der, wenn er das Haus Verlassei um zu heiraten, die Knaben bis zur Sekunda vr könne. Es sei damals zwar nichts daraus aewori er sei jedenfalls nach Berlin gereist, habe in der D straße gewohnt und denke, er würde dort nnebi kunft finden. Im anderen Falle würde er ein kleines Hotel garni aufsuchen, wie es für ihn f die Bernftädter Gewohnheiten ... sie foUe, ihr Vater ja nicht für unbeholfen halten, der wurde zurechtfinden in Berlin und sie am Vormittag de- Tages, fein Zug träfe abends in Berlin ein, in ch: besuchen . . . Und nun War er bei ihr eingetr weinend und lachend hing sie an seinem Hals küßte sie seine Stirn, seine Hände und rief i

soll sich dies Wunder vollziehen. Du wirst in singen, wie man es nie vorher gehört hat, d singen, als ob alle Schönheit und Reinheit der Di in Deiner Kehle säßen, Du wirst fingen, bezaubernd, hinreißend, in welterlösenden Harmonien.... 5 es! Und ich werde dieses Glück mit Mr erleben um

Ich wohne im Palast-Hotel, Zimmer Nr. 1 Etage, und ich hoffe, Dich heute zwischen 6 und

Röderer . . . dry . . ."

*

äieii und Adler!"

Das Lachen, mit dem er diese Worte begleitete, war nicht gut, dann schrieb er, ohne sich zu unterbrechen, mit großen dicklinigeri Schriftzügen:Ich bin gestern abend hier eiilgetrofsen, allen Wsichten und allen Vereinbar­ungen zum Trotz! Ich konnte es mir nicht versagen, Zeuge zu sein Deines Erfolges in Berlin. Ich wollte mein Kind! Du weißt, daß ich Berlin nicht liebe mit seinen halb barbarischen Kunstzuständen, aber es gilt als ein geistiges Zentrum ersten Ranges, und es war nötig, daß Du den Erfolgen, die Du überall gehabt, auch den Berliner an­reihest. Deshalb ließ ich Dich ziehen, nachdem ich Dich solange ferngehalten, bis Du hinkommen konntest, eine steg- hafte Göttin, unantastbar ut Deiner künstlerischen Voll­endung, überwältigend und jede Krittelet niederschmetternd! So muß man ihnen nämlich kommen, diesen Berlinern Und so entließ ich Dich zu ihnen. Ein Stern von erhabenes Klarheit, von unendlicher Schönheit und Reinheit, von hell­strahlendem Licht! Mein Stern! Konnte ich zurückbleiben in Nacht und Dunkel, wie es um mich ist, in mir, wenn Du fern bist! Das kannst Tu nicht wollen, wenn wir es auch noch so klug überlegten. Das kannst Tu nicht wollen, darfst Du nicht wollen, hörst Tu, Della, denn ich will nicht! Wozu die Klugheit Und feine Erwägung, wenn der Wille mächtiger ist als alle diese subtilen, schlau erdachten, Wohlüberlegten Bedenken, mit denen die Alltagsseele der Menschheit sich ihre Pfade glaubt ebnen zu muffen. Gut genug für die engen, kleinen Seelchen, die ein Leben heucheln und doch keius haben, die nur vegetieren und den Boden düngen für die Großen, Starken! Ich, ^ella, bin ein solcher, jauchzend empfinde ich es, und Du sollst einer werden! Ich mache Dich dazu! Ich! Und tote sch Dir meine Kunst gab, werde ich Mr auch mein Leben Men. M Min und Dein wird Eines feilt! Ich will,