688
Die Bedeutung der Naseuatmung.
Von ärztlicher Seite wird in letzter Zeit in steigendem Maße auf eine sorgfältige Ueberwachung des Nasenrachenraumes gedrungen. In Anbetracht der überaus wichtigen Rolle, die die Nase im Atmungsprozeß spielt, müssen die Forderungen der Aerzte durchaus berechtigt erscheinen und verdienen die weitestgehende Beachtung. Es ist eine von der Wissenschaft längst anerkannte Tatsache, daß die Atmung in normaler Weise durch die Nase erfolgen muß, da dieser die wichtige Aufgabe zufällt, die Atmungsluft vorzuwärmen, ihr den nötigen Feuchtigkeitsgehalt zu verleihe« und Verunreinigungen nicht in die Luftwege gelangen zu lassen. Ist die Naseuatmung behindert und wird infolgedessen die vom Organismus benötigte Luftmenge durch den Mund zugeführt, so ist die Atmung kürzer, oberflächlicher und rascher, als bei normaler Nasenatmung. Die Folge davon ist eine geringere Duchlüftung der Lunge, sodaß der Gasaustausch in ungenügendem Maße von statten geht. Daß durch unzureichende Sauerstoffzufuhr sämtliche Organe geschädgit werden, liegt auf der Hand. Bor allen Dingen ist es das Herz, das nicht nur durch die ungenügende Sauerstoffernährung, sondern auch durch die raschen Druckschwankungen im. Brustkorb Schaden nehmen kann. Die oberflächliche Atmung wirkt aber auch aus die Lunge selbst sehr günstig ein, weil diese sich unter solchen Umstänoeu in ihren oberen Teilen nur schlecht entwickeln kann. In direkter Weise leiden durch die Mundatmung die Schleimhäute des Rachens, Kehlkopfes und der Luftröhren, denn sie werden durch die zu kalte, trockene und staubhaltige Mr'.ndatmungsluft gereizt. Die Folge hiervon sind chronische Katarrhe, die häufig die Ohren und die Augen in Mitleidenschaft ziehen. Es ist eine oft beobachtete Tatsache, daß unter dem Einfluß anhaltender nasaler Atembehinderung auch eine Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit eintritt, die sich in Unfähigkeit zur Konzentration sowie in leichter Ermüdbarkeit kund tut.
In der Umschau hat Dr. Hölscher auf die außerordentlich mißlichen Folgen einer Vernachlässigung dieser Verhältnisse aufmerksam gemacht. In seiner Stellung als Militärarzt hat er Gelegenheit, zu beobachten, daß an die Leistungsfähigkeit der Soldaten immer höhere Anforderungen gestellt werden, ohne daß für die entsprechende Stählung ihrer Gesundheit irr genügender Weise Sorge getragen wird. Ein Soldat braucht vor allen Dingen gesunde Lungen und ein kräftiges Herz. Den obigen Ausführungen zufolge ist aber der normale Zustand dieser Organe sehr wesentlich durch die Beschaffenheit des Nasenluftweges bedingt. Abgesehen von der sonstigen rationellen körperlichen Ausbildung der Jugend ist demnach zu fordern, daß bei jedem eintretenden Rekruten die Nase auf ihre Luftdnrch- gängigkeit untersucht werde. Wird behinderte Nasenatmung festgestellt, so müssen die Patienten einer spezialärztlichen Behandlung zugeführt werden.. Die Tatsache, daß im Jahre 1902/03 nicht weniger als 43 361 Mann an Erkrankungen der Atmungsorgane und 1522 Mann an Erkrankungen des Herzens litten, verleiht den Forderungen Dr. Hölschers he- ionderen Nachdruck. ■
Vermi^chses.
* Der Humor des Kindes. Ueber das Wesen des Humors und beit Humor des Kindes hielt, toie aus London berichtet wird, Professor Carle Barnes in der brit. Gesellschaft Mr Erforschung der Kindheit einen Vortrag. Er gab dabei auch einige interessante Beispiele dafür, wie der Humor im Kinde sich entwickelt und von Jahr zu Jahr die Ursachen wechselt. Er hat nahezu dreitausend Ansiagen erlassen, in denen er den Kindern die Frage vorlegte: „Was ist das komischste Ding, das du je gesehen oder gehört hast?" Manche merkwürdigen Antworten kamen da zum Vorschein. Ein Junge erklärt: „Ich habe eine Geschichte gelesen, da wurden den Hühnern einmal Sägespäne zu fressen gegeben. Und als die Eier ausgebrütet waren, da krochen drei Kücken heraus, die hatten hölzerne Beine, und das vierte war ein Specht." Ein anderer erzählt eine Geschichte von einem Manu, der mit einem anderen wetten wollte, daß er keine Gallone Bier trinken könne. „Warte ein Weilchen", sagte der andere, „ich will Euch dann sagen, ob ich die Wette annehme", und dann ging er fort; und als er wieder kam, trank er die
Gallone Bier richtig aus. „Ich hätte nicht geglaubt, daß Sie das können", sagte der, der die Wette vorgeschlagen hatte, „Ich auch nicht", meinte der andere, „bis ich in Bills Schänke es erst einmal probiert hatte." Ein anderer erzählt, das Komischste, was er je gesehen, das sei ein Reger gewesen, wie er eine rote Wassermelone verzehrte. Oder wieder ein anderer erzählt von einem Mann, der sehr rasch lief. Als ihn jemand fragte, warum er liefe, antwortete er, daß er schnell nach Hause wolle, ehe er müde würde. Die ersten humoristischen Eindrücke in der Kindesseele gehen übrigens von rein körperlichen Dingen aus. Ein einjähriges Kind lacht, wenn man es in den Arm nimmt, es schaukelt, wenn man die Nase in die Schürze steckt und Buh! Buh! ruft, und über dergleichen Dinge. Nach einem Jahre beginnen die Kinder auf den Appell an ihre Fassungsgabe zu reagieren. Sie lachen, wenn man sich hinter ein Handtuch versteckt und ruft. Zwischen sechs und zwölf Jahren machen Unförmigkeiten aus das Kind den größten Eindruck, oder ein Zusammentreffen ungewöhnlicher Umstände, wie etwa ein betrunkener Mann, oder ein Zwerg, oder Tiere. Mehr als ein Drittel der gefragten Kleinen nannte als das komischste Ding den Assen. „Das lächerlichste Ding", meint ein Kind, „ist das Kaninchen, weil es auf seinen Hinterbeinen sitzt." Auch das klangliche Element, seltsame Wortkombinationen und dergleichen üben auf Kinder eine erheiternde Wirkung aus. Ein Kind sagt, das Komischste, das er je gehört, sei „Peter, Peter, punked Peter!" Hier ist es nur (im Englischen) das Klangliche, das in der kindlichen Seele widerhallt. Der Humor ist also im wesentlichen ein Abgleiten von der zweckbewußten Tätigkeit zur zweckbefreiten, oder wie Professor Barnes es nennt, zur unorganisierten. Er spricht davon, daß Männer, die sich mit außerordentlicher Energie auf ihr eigenes Handeln konzentrieren, den Einflüssen von Dingen, die außerhalb dieser Sphäre liegen, nicht zugänglich sind. Damit bleibt ihnen auch die be- fretenbe Wirkung des Humors versagt. Und als ein Beispiel dieses Typs einer Höchstkonzentration der Energie; nannte Professor Barnes Lord Kitchener, dem der Sinn für Humor völlig fehlen soll.
Weihttachts-Mufik.
— DongersMusikschatz. Für den Weihnachtstisch sehr geeignet ist „Tongers Musikschatz". Diese Sammlung ist mit großem Verständnis für die praktischen Bedürfnisse in der Familie zusammettgesteUt, daß sie wohl einzig in ihrer Art dasteht. „Tangers Mustkschatz" enthält das Beliebteste, was die Musikliteratur aufzuweisen vermag, und ferne 122 Salon- und Vortragsstücke, Opernmusik, Lieberfantasien, Tänze und Märsche für Klavier, ernste und heitere Lieder, Arien und Duette mit Klavierbegleitung bilden eine glänzende Perlenkette von dauerndem Wert. Originell ist die Anreihung von 52 Vaterlands-, Volks- und Studentenliedern in Form von 3 Potpourris für Klavier mit bei- gesügtem Text und den unverkürzten Melodien; bei Vereinsfestlichkeiten sind diese Lieder vorzüglich zu verwerten. Es sollte diese Sammlung auf keinem Klavier in musiklieb enden Familien fehlen, auch schon deswegen nicht, um Gästen, die gern einmal fingen und spielen wollen, was sie kennen und können, eine Freude zu bereiten. Daß das 320 Seiten Großnotenformät umfassende, in elegantem Glanzleinen gebundene Werk nur 5 Mk. kostet, verdient besonders hervorgehoben zu werden.
Magisches DreieÜ.
Nachdruck verboten.
--- ■■» ...... — _ In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a a a d d h 1 1 r nun -------------—* u z derart einzutragen, daß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten Reihe« gleichlautend Folgendes bedeuten:
_____ 1. Weiblichen Vornamen.
2. Afrikanisches Reich.
-J 3. Stadt in Frankreich.
4, Ein Bindewort.
— 5. Einen Buchstaben.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Palindroms, in.,, Jger Nummer: Gitter, Rettig.
Redaktion: Ernst Setz. — Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'schen Unwersttäts-Buck- und Sletndruckerei. R. Lange. Siege«»


