— 232 —
densaitgelegenheiten in* und außerhalb Europa"; 13. Hand- lungs-Äpis-Eomtoir-Zeitmig" (1771); 14. „Das Ristretto"
(1772); 15. „Der Reuwieder" (1785), von 1801 ab „Reich der 5 übten"; 16. die verschiedensten französischen Zeitungen;
17. „Journal de Francfort"; 18. „Die Frankfurter gelehrten Anzeigen"; 1736 „Frankfurter Gelehrten-Zeitung" bis 1772 . (Goethe): 19. die Frankfurter Zeitungsgründungen des 19. Jahrhunderts ; 20. alles auf die Frankfurter Pretzverhaltnisie Bezug habende (Preßgesetze, Zensur, Karikatur, Privilegien, Literatur über Zeitungswesen usw.); 2t. das Zeitungswesen Deut'chlands in seiner Entwicklung und gegenivärtigen Lage ; 22. das Z-ntuugs- wesen der übrigen Länder Europas; 23. das Zeitungswesen der alten Welt (Japan und China); 24. das' Zeitungswesen Amerikas und Australiens; 25. Curiosa: geschriebene Zeitungen der Gegenwart (Island); zensierte russische Zeitungen, Flugblätter, geschriebene Zeitungen unter Friedrich II.; 26. ichernatpche Wiedergabe der technischen Herstellung einer Tageszeitung. Ferner gelangt ein unter sorgfältiger Bearbeitung von Autoritäten, künstlerisch ausgestatteter Katalog zur Ausgabe, der infolge seines reichen Inhalts über die Zeitungsgeschichte einen dauernden Wert erhält. _____________
Bäder und Sormrrerfrischerr.
(l.) Bad-Salzhansen, 19. April. Der Frühling hält seinen Einzug. Unser wunderschöner, wohlgepflegter P a r k beginnt sich mit dem zarten maienfrischen Grün zu färben. Zahlreiche Singvögel beleben ihn durch ihren fröhlichen Gesang. Es ist eine Lust, auf den gntgepflegten Wegen des Parkes zu wandeln und sich über die Schönheiten zu freuen, welche hier Natur und Kunst hervorzaubern. Nur darf man seine Schritte nicht in das Tälchen östlich des Parkes, wo sich die Quellen befinden, hinlenken. Hier wird sich die Freude, der Zauber, dem wir uns Hingaben, zum wenigsten^ in Erstaunen verwandeln. Da werden wir vergeblich nach der Stahlquelle suchen. Sie ist entschwunden, entschwunden seit Anlage eines vielleicht nötigen, daran vorüberführendeu Kanalstranges. Dieser Kanalstrang führt nun auch an der Schwefelquelle vorüber. Auch auf sie haben, sich die Einflüsse der Kanalisation in recht unliebsamer Weise bemerkbar gemacht. Kenner wollen behaupten, das; besagte Quelle früher mehr Wasser geliefert habe. Die nächste Umgebung der Quelle war über Ostern (übrigens schon seit längerer Zeit) in einem Zustand, der jeder Beschreibung spottet. In Bad-Nauheim wäre so etwas einfach unmöglich. Auch die so sehr aufgesuchte L ith iu in q u e ll e soll etwas weniger Wasser liefern gegen früher. Die Bevölkerung der Umgebung ist über diesen Umstand sehr in Besorgnis, wird doch gerade letztere Quelle als Trinkquelle zu jeder Jahreszeit benutzt. Nur an den eigentlichen „Salzquellen", deren Wasser ja nur zu Badezwecken benutzt wird, scheint die, wie wir sehen, nur zu gut funktionierende Entwässerungsanlage spurlos vorübergehen zu wollen. Ob oben angeführte Verringerung der Wasserabgabe der hiesigen Quellen Ititr eine zeitlich wiederkehrende und ob selbige eine Folgeerscheinung der Kanalisation ist, das festzustellen, überlassen wir den Sachverständigen. Wir glauben auch, daß diese Zustande schließlich beseitigt werden. Wer geeignet sind sie nicht, das seit den Tagen der erfolglosen Sprudelbohrung sehr gesunkene Vertrauen der sich für Salzhausen interessierenden Bevölkerung zu heben. War doch seinerzeit eine sehr ergiebige Thermal- solquelle erbohrt! Und plötzlich war sie wieder entschwunden! Man glaubt, daß solche Dinge nicht vorkämen, wenn Bad-Salzhausen an Ort und Stelle und unabhängig von Bad-Nauheim sein eigenes Bauamt habe. Ein Baubeamter in Bad-Salzhausen hätte jedenfalls die Umgebung der Quellen nicht in so trostlosem Zustand über Ostern gelassen, wie dies der Fall war. Vielleicht Hütte er anch die schon geraume Zeit verschwundene Stahlquelle wieder gefunden. Bei der projektierten Solquellen- bohrung wäre es jedenfalls nach gemachten Erfahrungen auch besser, wenn bei Ausführung der Arbeiten ein ständig anwesender Fachmann zur Beaufsichtigung hier wäre. Vielleicht würde, wenn Salzhausen in dieser Beziehung selbständig wäre, auch das vorgesehene neue Badehaus nicht so sehr seitlich in die Büsche als Anhängsel des Kurhotels gestellt werden. Die Wünsche und Ansichten des. Publikums sind in Hinsicht auf den Standort des Badehauses ganz andere. — Nun, vielleicht ändert sich mit dem kommenden Mai das Bild Bad-Salzhausens zu seinem Vorteil. Hoffen wir das Beste!
)( Bad-Nauheim, 20. April. Die Eröffnung der Bade- Sa i s o n sieht nahe bevor. Gegenwärtig werden die Arbeiten am Jnstandsetzen des Parkes, der Wege, der Spielplätze, Lawn- tennisplätze, der Anlagen und Badehäuser eifrig betrieben. Die Straßen der Stadt, die durch die Kabellegung für die elektrische Belecichtung der Stadt ausgebrocken waren, werden hergestellt, das Siemens-Schuckert-Werk arbeitet an der Schaltanlage, der Aicher Heils- und Meßapparate für das städtische Kabelnetz. Der Fernheizkaual ist fast vollendet. Die Heizungsrohre sind noch nicht gelegt und das Fernheizwerk selbst ist noch nicht vollendet. Es_kann bis zur Fertigstellung Sommer werden. In den letzten,14 Augen sind mächtige Kessel zu dem Werk angekommen Md eingemauert worden. Das Fernheizwerk ist zugleich Elektri
zitätswerk. Daneben ist die staatliche Zenträlwaschanstalt erbaut worden, die im Sommer den Betrieb eröffnet. Die beiden neuen Badehäuser 8 und 9 sind int inneren Ausbau begriffen, sie werden bis Herbst vollendet, während die beiden Verwaltung s g e b ä u d e bis 1'. Mai fertiggestellt werden. Sie enthalten außer Geschäfts!- und Verwaltungsräumen, die Wohnungen für Kürdirektor Grollntann und Baurat Dr. Eser, 6er bereits den südlichen Bau bezogen hat. Badehäuser und Verwaltungsgebäude bieten einen gefälligen Anblick. Zwischen den Verwaltungsgebäuden führt eine 10 Meter breite Freitreppe nach den neuen Badehäusern, und später, wenn das alte 1866 erbaute Badehaus 3 abgebrochen i)t — es soll int Herbst geschehen — nach beit Sprudeln und dem Park. Dieser bietet in dem hervorbrechenden Grün der Bäume und Sträucher bereits einen schönen Aufenthaltsort; man hat einen schönen Blick auf die in hellgrauem Muschelkalk errichtete neue T e r rasse, den kupfergedeckten Musiktempel mit den anschließenden Säulen- und Laubgängen. Hier sind allenthalben noch VergrößerungK- und Reuovierungsarbeiten int Gang. Die weiteren Spaziergänge am Teich vorbei nach Tomtersgrabeu, Frauenwald, Johannisberg, Hochwald und die Waldanlagen werden zurzeit instand gesetzt. Infolge des herrlichen Frühlingswetters sind seit den Feiertagen schon zahlreiche Kurgäste eingetroffen und eine große Zahl ist hier nächste Woche angemeldet. Die Theaterdirektion Steingötter hat ihre Spielzeit hier begonnen. — Bezüglich Aufstellung des Schuckhardbrunnens auf dem Aliceplatz au der_Park- straße sollen zwischen Stadt und den Erben des Stifters Scliuck- hard Meinungsverschiedenheiten entstanden sein, wodurch die Arbeiten verzögert werden. Der Brunnen sollte schon im Mai aufgestellt werden.
(m.) Bad Vilbel, 19. April. Unser Sprudelbad hatte im vergangenen Jahre einen weiteren Aufschwung zu verzeichnen, indem über 5000 Bäder, alw 1000 Bäder mehr als im Vorjahre, verabreicht wurden. Der Viktoria-Melitta-Sprudel ist der stärkste und gehaltreichste Kohlensäuresprudel Deutschlands. Im letzten Jahre weilte eine größere Anzahl Kurgäste aus der Ruhr- gegeud am hiesigen Platze, dessen Hebung und Verschönerung sich u. a. auch der Kür- und VerschönerungA-Verein sehr angelegen sein läßt. Die Sommerbadesaison beginnt am 1. Mai; , den Winter hindurch werden regelmäßig zweimal in der Woche Bäder verabfolgt. ____ _______
Konfirmationsiitteratnr.
Bor uns liegt eine neue Serie der Bibliothek der Gesamtliteratur (Verlag von Otto Hendel in Halle a. S). Zlvei Perlen aus dem Gebiete der Konfirmationsliteratur sind es, die der Verlag diesmal bietet: Marie Nathufius prächtige Erzählung „Elisabeth" und eine Auswahl von Albert Knapps Gedichten unter dem Titel „Ewiges und Zeitliches", mit einem Vorwort versehen von Oberhofprediger D. Ernst Drtzander. — Mit der „Elisabeth" begründete Marie Nathusiits ihren literarischen Ruf. . Ungekünstelt in der , Form, schlicht und einfach in der Erzählung, aber von herzerquickender Wärme und keuscher Zartheit, wird „Elisabeth" wohl für alle Zeiten eines der Lieblingsbücher unserer, Damenwelt bleiben. Die sittliche Reinheit und die innige, kindlich vertrauende Frömmigkeit, die den ganzen Roman durchzieht, reiht „Elisabeth"' unter die Perlen unserer Erzählungsliteratur ein, _bte nie veralten und die jedem Alter und jedem Geschlecht Stunden des edelsten Genusses zu verschaffen vermögen. — Letzteres gilt auch von Albert Knapps Gedichten, die durch eine starke, kraftvolle Sprache und durch Formenschönheit der gewählten Bilder, überraschen. Albert Küapp war ein Gelegenheitsdichter im Goethe- scheu Sinne. Jedes Ereignis seines Lebens ward in ihm zum Gedicht. Wir erleben mit ihm feine Kämpfe und Siege, wir ringelt uns mit ihm hindurch zu der großen, starken Ruhe,, die den Mann auszeichnete und die ihm das, eigene Gepräge jenes wundersamen Friedens' gab, der über allen seinen Dichtungen liegt. Vorstehende Auswahl ist eine Auslese des Bestell, voas uns Knapp geboten.
Logogr.iph.
Nachdruck verboten.
Ein Tier bin ich, doch nimmer kann ich nützen, Es pflegt mich deshalb auch Niemand zu schützen. Ein and'rer Kops: Nun bin ich leblos zwar, Doch bien’ ich dir zum Schutze Jahr für Jahr.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer:
E
B
B
E
B
I
E
R
B
E
R
N
E
R
N
A
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'icken UniverkULts-Vuch- und Steindruckeretz R. Lange, Gieße«,


