Ausgabe 
21.2.1906
 
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ganze Welt von um ihren Mund.

Aus ihrem Mantel heraus reichte sie ihm die Hand.

Groß aufgerissen starrte ihr Auge ihn an, und eine "merz zuckte in stummem Schluchzen

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Wer da?! Gut Freund, ich hör' es'. Baumeister, die Stunde der Gespenster ist vorüber, und auch Mem- liugs Geist treffen Sie nicht mehr oder Schlüters, Ihnen mit guten Ratschlägen zu dienen. Was' treibt Sie so ruhelos umher? Eine ästhetische Anwandlung, die schwarzen Wolken­figuren zu betrachten, nachdem Sie drei Stunden lang auf nackte Hälse geschaut ooer die frische Luft, nachdem Sie soviel an Weihrauch atmen mußten?"

Die tragische Bühne von Bayreuth.

(Original-Art. d. Gieß. Fam.-Bl.)

Der Richard-Wagner-Vereiu in Darmstadt hatte aus Anlaß des Todestages Richard Wagners den Hoftat Professor Henry Tho de aus Heidelberg zu einem Vor­trag überdie tragische Bühne von Bayreuth" verpflichtet/ Unter den Anwesenden ehrte auch unser kuustliebendes Groß- herzogs'paar das Andenken des Meisters durch sein Er­scheinen; ferner bemerkten wir Fürstin und Prinzessin Edda von E r b a ch - S ch ö n b e r g, die Schwester I. H. der Großherzogin, sowie Prinz und Prinzessin Franz Joseph von Battenberg.

Professor Thode, ein Schwiegersohn Wagners, knüpfte daran an, daß Schiller und Goethe die Gestaltung einer idealen Bühne im antiken griechischen Sinne vorgeschwebt habe, daß aber nur das Traumbild einer solchen für sie erreichbar gewesen träte.

Die Oper ist einem Luxusbedürfnis des 16. Jahrhunderts entsprungen: Auge und Ohr wollten zu ihrem Recht kommem und so wurde der Kuustgesaug in der Arie und die Tanzkunst in der Pantomime vereint. Erst allmählich wurde dem Ganzen im' Rezitativ eine Handlung untergelegt. Die Musik herrschte vor; diesen Fehler, das klar Gestaltende der Dichtkunst zu Gun­sten deS Unbestimmten der Musik zurückzusehen, erkennen selbst Gluck und Mozart nicht richtig, und selbst Weber hat sich nur! im Freischütz davon frei gemacht. .

Eine Zeit aber, die die 9. Symphonie und den 2. Test des Faust schaffen konnte, mußte auch die wirkliche Bereiuigung von Dichtkunst und Musik schaffen: das sind Richard Wagners Musik-, dramen. Die Bedeutnug . derselben ist zwar heute allgentein an- erkamsi, worin aber Wesen und Stil des Bayreuther Kunstwerkes bestehen, ist selbst heute noch weiteren Kreisen unbekannt. Wagnev hat, als Rienzi, Tannhäuser nsw. schon geschrieben waren, als selbst der Ring schmi entworfen war, über alles, was in feinend künstlerischen Drange lebte, Rechenschaft gegeben in seiner «chrcft das Künstwerk der Zukunft". Er selbst glaubte zwar dieses Gesamtkunstiverk", wie er es nennt, nicht schaffen zu können, aber doch hat er es geschaffen; denn diese Theorie ist nichts weiter als eine Reflexion über seine bisherige Praxis.

Wie ist es nun mit diesem Ideal in Bayreuth bestellt? Es gibt Künste der Zeit: Dichtung, Musik und Tanz, und Künste des Raumes: Architektur, Malerei und Skulptur, und diese alle. Vereinen sich in Bayreuth zn dem gewaltigen Gesamtkun.stwerk. Rhythmus ist das Gemeinsame von Musik und Tanz; die Ao- spiegelung des Gedankens, die Melodie des Gemeinsamen von Musik und Dichtung. Wie die Grazien, so sagt Wagner, sich von einander lösen und sich dann doch immer wieder nm dre mittlere, die Musik, vereinen, so vereinen sich auch dies« drei Künste der Zeit immer wieder. Wollen lvir über das Ganz«! klar sehen, müsten wir den Dichter und Musiker-in Wagner er- keirneu. Die Dichtung ist das Entscheidende, die Musik drückt . aus, was die DichtuM bestimmt gestaltet. Der Stoff nun, tu

oder doch nur einen ich suche mich selbst. Mir ist, als! sei ich mir abhanden gekommen. Mir ist, als Hütte ich! bisher in einem andern gelebt und wäre erst heute zu der Erkenntnis gelangt, daß ich mein Bestes und Innerstes wiederfiuden mllß."

Baumeister, das macht mich stutzig und freut mich auch. Wer so etwas spricht um ein Uhr nachts und bei Wetter im Tiergarten, und nach einem Diner bet Fridolin Meyer, der verdient, daß man um seinetlvillen still steht und friert. Ich will Ihnen sagen, was Sie suchen. Sie suchen nach Ihrer Inschrift. Sie suchen nach Wahrem, Edlem und Schönem. Freund, das finden Sie nicht. Sie stoßen immer wieder auf die vergoldete Phrase und dahinter spielt man Komödie. . ."

Tie beiden standen sich gegenüber. Der Sturm riß in den Wolken, und der gelbe Mond lugte hervor. Da sahen sie in ihre blassen Gesichter, und ob auch keiner dem andern ins arme Herz schauen konnte: sie lasen in der Unrast ihrer verstörten Züge, daß sie etwas Gemeinsames einte.

Ter Prinz schob seinen Arm unter den Hammers.Kom­men Sie, Baumeister", sagte er.Es ist ein Wetter, wie in der Wolfsschlucht und nicht einmal ein Aennchen in der Nähe. Gehen wir zu mir. Ta haben wir's warm, und keiner wie mein alter Diener weiß einen so vorzüglichen Tee zu bereiten. Es kann auch ein Grog sein oder ein Schlummerpunsch. Die Nacht ist doch einmal angebrochen, und wir plaudern noch ein Stündchen miteinander: über dies! und das, vielleicht auch über Edles, Wahres und Schönes ..." Hammer nickte nur, und die beiden schritten den Weg hinab, Arm in Arm, und der Sturm pfiff, fauchend tote ein wildes Tier, hinter ihnen her; und widerwillig hüllte der Mond sich von neuem in das dicke Gehänge der Wolken.

(Fortsetzung folgt.)

Ach, Durchlaucht, zum Teufel mit aller Aesthetik! Ich suche Menschen, möchte ichi Ihnen erwidern; aber es ist zu abgebraucht. Man spricht die guten Worte zu häufig nacb. Es ist auch nicht wahr: ich suche nicht Menschen

So leb' wohl", flüsterte sie.

Er drückte die kleine liebe Hand und stürzte davon.

Zwei trafen sich eine Stunde danach im Tiergärten. Es war stürmisch geworden, und der Himmel hing tief. Schwarze Wolkenphantome jagten zu Häupten der Baum- wipfel; es brach überall in den Zweigen, und die Stämme knarrten.

Ta trafen sich die beiden auf einem schmalen Pfade unweit des Neuen Sees. Es war so dunkel, daß sie sich streiften, und an der Stimme, da sie ein Wort der Ent­schuldigung sagten, erkannte einer den andern.

Es ist über ein Vierteljahr her, daß ich nicht bei Euch var. . ."

Ich weiß es. Aber heut hab ich Euch beobachtet. Da stieg wieder die Angst in mir auf ..." Er packte Heros plötzlich an die Schultern.Arenstein gut ich gestehe US: ich bin eifersüchtig! Nun hast Du es gehört. Lache mich aus! Aber komm nicht mehr zu uns! ..."

Heros trat etwas zurück, so daß der Graf seine Hände sinken lassen mußte. Es war Arenstein eine widerwärtige Berührung.

Frehliughaus, Du verlangst viel. Nicht nur von mir, sondern auch von Freda . . ." Er bemühte sich, gleichmütig zu bleiben, aber er konnte nicht verhindern, daß seine Stimme bebte.Wir sind wie Geschwister miteinander ausgewachsen. Und wenn wir uns hunderterlei erzählen, es bleibt noch tausenderlei übrig. Du bist hart und grausam; Deine Frau wird Dir wenig Dank wissen. Achte darauf, daß Du sie Dir

nicht unnütz entfremdest!" ,

Ich weiß, was ich tue. Mau muß auch hart sein können. Heros, ich würde nicht bitten, wenn ich be­gründetes Mißtrauen hätte. Wer ich kenne meine Natur. Ich will allem Vorbeugen, was . . . kurz: ich wünsche, daß Tu mein Haus meidest."

Und wenn Deine Frau nach mir fragt?!"

So werde ich ihr die Wahrheit sagen."

Frehliughaus, Du warntest mich vorhin, und ich wies Dich zurück. Jetzt warne ich Dich! Mach' es wie ich; sage, ich hätte kein Recht dazu. Ich möchte dennoch, es bliebe die Warnung haften. Ueberlege selber, weshalb... Ich muß Mich fügen ..." Er neigte den Kopf und scharrte mit dem Stiefel im Moose hin und her.Ich gebe Deinem Ver­langen nach und werde Tein Haus nicht mehr betreten..." Und aus einmal flog sein Haupt empor und sein sprühender Blick traf den Grafen. . .Bei Gott", rief er,ich hätte gewünscht, Tu wärest schroffer gewesen, daß es über eine Duellkomödie hinaus zu blutigem Ernste gekommen wäre!"

Den Blick des Hasses gab Frehliughaus ehrlich zurück. Kommt es einmal dazu", sagte er,so soll meine Hand fest sein. Im übrigen: ich denke, daß wir fertig sind mit­einander."

Wer nicht quitt", entgegnete der Prinz und ging.

Er lächelte gefällig und freundlich, als er sich rasch und kurzer Hand von dem Gastgeber und seinen Bekannten Verabschiedete. Vor der Garderobe stieß er auf Freda, die, schon im Kopftuch und Mantel, unter einem Schwarm von Kienern und Zofen auf ihren Gatten wartete.

Wo bleibt Eugen?" fragte sie Arenstein.Ich bin längst fertig. . ." und leise fügte sie hinzu:Was gab 3! . . ." : i !. | :l fri'ilklä

Er antwortete in englischer Sprache, wie sie ihn an­gesprochen hatte:Kein Verdacht, aber lodernde Eifersucht. ~>au§ verboten. . ."