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int engeren Sinne und den Kartoffeln, getrockneten Hülsenfrüchten und dem Getreide.
Daneben haben aber auch die Gemüse den gewaltigen Vorzug, daß sie zugleich Nahrungsmittel sind- weil sie Eiweißstoffe, Kohlenhydrate und Nährsalze in nicht geringen Mengen enthalten und von den Liebhabern in solchen Quantitäten genossen werden, daß ihr Nährwert ohne Zweifel steht. Allerdings muß man ber den Salaten, aber auch bei den Gurken den außergewöhnlich hohen Wassergehalt, den diese haben, in Rücksicht ziehen.
Wir können unsere Behauptung ziffernmäßig beweisen. Wenn wir nämlich einer vereinfachten Tabelle, wie sre von Geheimrat Rubner in Berlin aufgestellt ist, folgen, so enthalten 100 Teile Trockensubstanz prozentualiter berm Weizenmehl 15,7, Roggenmehl 10,5, Kochreis 8,9 und Erbsmehl 29,0 Eiweiß. .Hiervon unterscheiden sich ganz gewaltig die Gemüsesorten, von denen in 100 Teilen Trockensubstanz beim Rotkraut, Grünkohl und Weißkraut 18,9, bei Schnittbohnen, Blumenkohl und Gartenerbsen 27,01, beim Spargel, Rosenkohl und Spinat 32,6 Teile dem Eiweiß angehören. Aehnlich hohe Prozentsätze weisen die Salate aus. — Von ganz besonderer Wichtigkeit aber sind- die großen Nührsalzmengen bei den Gemüsen, der bei den letztgenannten 12,6 Teile auf 100 Teile Trockensubstanz betragt. — Bemerkenswert ist auch der hohe Gehalt an Kalk, während die sonstigen pflanzlichen Nahrungsmittel arm an Kalk und reich an Magnesia zu sein pflegen. Da wir wissen, daß der menschliche Körper zum Aufbau seines Knochengerüstes Kalksalze nötig hat, so ist uns ohne weiteres klar, welche Wichtigkeit wir ihrem Ueberwiegen in den Gemüsen und Salaten beizumessen haben. Spinat und Kopfsalat enthalten davon am meisten und zeichnen sich außerdem noch dadurch aus, daß sie einen, wenn auch geringen Prozentgehalt an Eisen besitzen, der allerdings in manchen Früchten, wie z. B. Erdbeeren, bedeutend höher ist. — Von den verschiedenen Nährsalztheorien, wie sie der verstorbene Lahmann und Hensel aufgestellt haben, ist uns die erstere die bei weitem sympathischere, weil sie doch wenigstens eine gemischte Kost in natürlicher Form berücksichtigt, sodaß uns alles andere, was wir als Bestandteile der Gemüse erkannt haben, nicht verloren geht, während uns Hensel glauben machen will, daß Uns ein Zusatz der Nährsalze seiner Konstruktion zu speisen, wie es für die verschiedenen Menschen in gleicher schablonenhafter Weise stattfindet, gesund machen soll. Wir glauben nicht daran!
Auf einen Punkt zugunsten der Gemüse, der dem großen Publikum sehr wenig bekannt ist, der aber bei Krankheiten, die eine besondere Diät erfordern, nicht unwichtig ist, wird von v. Noorden aufmerksam gemacht. Es ist Uämlich erstaunlich, wieviel Fett manche Gemüse, besonders Wirsing, Krauskohl, Sauerkraut, Notkohl usw. aufnehmen, ohne daß durch Fettüberschuß Aussehen oder Geschmack benachteiligt werden. Für Kranke ist es zu empfehlen, daß man jedes Gemüse mit guter zerlassener Salzbutter durchschwankt.
Zum Schluß müssen wir noch einige Worte über das Kochen des Gemüses sprechen, wodurch sich aber die Verhältnisse im großen und ganzen nicht ändern. Wirsingkohl, Weißkohl, grüne Bohnen, gelbe Rüben, Blumenkohl, Salat und Kohlrabi haben das Gemeinsame, daß sie im frischen Zustande die eingeschlossenen Zellsäfte fest zurückhalten, vorausgesetzt, daß sie beim Waschen nicht zu stark gepreßt werden, weil' dann Saft austritt. Beim Dämpfen fließt zwar auch etwas Saft aus, aber bei Blumenkohl, Salat und Kohlrabi nur sehr wenig. Beim Kochen, das wir vom Dämpfen unterscheiden, ist der Austritt ein viel bedeutender. In manchen Gegenden Deutschlands wird die austretende Flüssigkeit, namentlich bei solchen Gemüsen, die einen strengeren Geschmack haben, gern weggegossen. Das ist natürlich an und für sich falsch, da damit zugleich Eiweiß, Zucker und Salze verloren gehen. Der scharfe Geschmack läßt sich meist dadurch beseitigen, daß das Gemüse vor dem Dämpfen oder Kochen mit heißem Wasser übergossen wird. — Die Verdaulichkeit wird durch solche Zubereitung unbedingt gefördert, denn schon beim Kauen fühlt sich das weicher an. Immerhin wirkt der reichliche Gehalt verschiedener Sorten an Holzfaser (Cellulose) zweifellos ungünstig auf 'die Verdaulichkeit ein, ohne daß aber dadurch die Stellung der Gemüse als Nahrungsmittel erschüttert würde.
Kunst.
— ..Die Kunst." Monatshefte für freie und angewandte Kunst, 8. Jahrg., Heft 1. (München, Verlagsanstalt F. Bruckmann. Preis vierteljährlich 6 Mk.) Das erste Heft des neuen Jahrganges dieser verdienstvollen Kunstzeitschrift stellt sich als" ein stattlicher Band von 104 Seiten dar, voll anregenden Textes und geschmückt mit 142 zum Teil zweifarbigen Textillustrationen und 7 Sonderbeilagen (teils in Farben- und Kupferdruck). Aus dem reichen Inhalt erwähnen wir: „Die Münchener Jahresausstellung im Glaspalast 1906" von F. v. Ostini; „Die bayerischen Museumsverhältnisse" (anschließend an die bekannte Rede des Prinzen Rupprecht in der bayer. Reichsratskammer); „Die Ausstellung bayerischer Kunst von 1800—1850 im Glaspalast zu München" von F. v. Reber; „Ein Schlußwort zur Deutschen Jahrhundertausstellung" von Hans Rosenhagen. Das Gebiet der angewandten Kunst betritt Joy. RZe mit seinem reich illustrierten Aussatz über den Wartesaal im Nürnberger Bahnhof. Daran schließen sich zwei kleinere Aufsätze: „Das Löwenberger Rathaus" und „Aus amerikanischen'Villenstädten". Den Schluß bildet der letzte (vierte) Teil des weitausgreifenden Artikels von Erich Haenel über die Dritte Deutsche Kunstgewerbe-Ausstellung Dresden. — Stets Aktuelles ins Auge fassend, zeigt „Die Kunst" das Bestreben, das erreichbare Beste und Charakteristische aus dem modernen Kunstschaffen seinem Leserkreis, dem kunstinteressierten und kunstgebildeten Publikum, in guter bildlicher Wiedergabe vorzuführen. Sie erweist sich in der Tat als die führende deutsche Kunstzeitschrift und es dürfte im Ausland kein der bildenden Kunst gewidmetes Journal geben, das seiner Nation in besserer Weise eine umfassende Kenntnis vom modernen Kunstleben vermittelt.
Vermachtes.
— Sprachverhunzung. „Abstinenzler" — ein Wort- scheusal, gebildet von Lenken, die die „Abstinenten" nicht leiden konnten und deshalb die entschiedenen Mkoholgegner von vornherein beim Volke in ein ungünstiges Licht zu stellen suchten. Schon durch die Bezeichnung wollten sie ihre Geringschätzung, ihre Mißachtung zum Ausdruck bringen, durch die Anhängung der Silbe „ler" die Enthaltsamen verächtlich machen und das Volk gegen sie einnehmen. Daß die Wirte und andere am Alkoholhandel geschäftlich beteiligten Leute das taten, ist nicht weiter verwunderlich; aber daß Universitätsprofessoren — wie z. B. Schottelius — Merzte, Offiziere und andere gebildete Leute die Bezeichnung anwenden, befremdet doch recht sehr. Im letzten Jahre ist das Wort infolge der umfangreichen Bemühungen unserer Gegner in der Tagespresse so oft vorgekommen, daß es sich einzubürgern beginnt, und selbst in alkoholgegnerischcn Zeitschriften sieht man cs schon ohne Gänsefüßchen. Es macht den Eindruck, als habe man das Gefühl für die eigentliche Bedeutung des Wortes verloren. Freilich kann selbst ein Schimpfname zum Ehrennamen werden: hier aber wäre es einfach eine Schwache, wenn wir den mißgestalteten Fremdling widerstandslos aufkommen ließen. Da das Wort ein Ausfluß der Abneigung, des Haises ist, mögen die Brauer und ihr Anhang es weiter verwenden; gebildete Leute sollten es schon aus Unstandsrücksichten meiden. Referenzler und Korrespondcnzler sind Konkurrenzier der Abstinenzler; die Studenzler und Abonnenzler sind ihnen verwandt; die Gasthöfler ünd Skammtischler, ja sogar die Bierausschenklev stehen mit ihnen in Verbindung. Die Wirte sollten sich Payer vor den „Abstinenzlern" hüten, sonst könnten die Wirtshäusler mit den Zuchthäuslern auf eine Stnfe kommen.
Auflösung in nächster Nummer.
Bilderrätsel
Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer r Wenn, was Gott dir zur Freude befcheert, Deine Torheit in Leid verkehrt, Wird er dich künftig der Müh' entheben Und das Leid dir schon fertig geben. E. Genu.
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'Ichen Univcrütäts-Vuch- und Steindruckerei, R. Lange,


