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von Carlshausen. Er war der Sohn des Dorfschulmeisters Buderus in Niederrodenbach bei Hanau, hatte mit der einfachen Schreiberkarriere begonnen, durch die Protektion der bekannten Frau von Lindenthal-Haynau in hohe Aemter gelangt — war schließlich kurhessischer Gesandter am Bundestage in Frankfurt a. M. — und unter dem Namen „von Carlshausen" mit dem Adelsprädikat
In der Nähe von Meerholz gehen die alten Verkehrswege, die Weinstraße, die von Frankfurt durch den Bü- dinger Wald, den alten Reichsforst, in das östliche Deutschland, und der Frankenweg, der von Gelnhausen durch den Spessart in das Land der Franken führt, vorüber. Auch die große Leipzig-Frankfurter Handelsstraße zieht jenseits der Kinzig hin. Auf ihr strömte nach der Leipziger Schlacht im Oktober 1813 das geschlagene Heer der Franzosen, an der Spitze Napoleon, zurück und passierte am 29. Oktober die Meerholzer Gegend, sie benutzte Erzherzog Johann von Oesterreich 1848 zu seiner Reise nach Frankfurt, um die Geschäfte als deutscher Reichsverweser zu übernehmen.
fieberkranken Königin Luise über die Mrische Nehrung während der Schneestürme der ersten Januartage; Georg Koch hat mehrere Zeichnungen zu dieser Erzählung beigesteuert. Won Luise Glaß, Ilse Frapan-Akunian und andern Erzählern bringt der Daheim-Kalender gleichfalls in sich abgeschlossene, zum Teil illustrierte Erzählungen. Mit populären Aufsätzen aus den Gebieten der Kunstgeschichte, der Volkswirtschaft, des Heerwesens und der Flotte, des. Sammlersports und des Kunstgewerbes sind Männer wie Hanns von Zobeltitz, Dr. C. R. Kreuschner u. a. vertreten. Einen reich illustrierten Artikel über Ehr. Rauch hat Dr.) Max Osborn beigetragen. Schließlich ist eine reiche Auswahl formvollendeter Gedichte von Hugo Salus, Lulu von Strauß und Torney, Frida Schanz, Gertrud Freiin Le Fort u. a. und eine Fülle von Rebussen usw. der unterhaltendem Lektüre gelpidmet. Dje Mannigfaltigkeit des Inhalts, vor allem aber die deutsche Art und der gemütvolle Ton des Daheim-Kalenders werden zu den treuen alten Freunden auch diesmal wieder zweifellos zahlreiche neue gewinnen. Der Preis des stattlichen Bandes ist 2 Mk.
VerMschSss.
* Neues vom Haärmarkt. Wenn auf einem Gebiete des Handels die Produktion abnimmt, die Nachfrage dagegen wächst, so ist immer das zahlende Publikum der leidende dritte Teil. Das trifft jetzt auf den Handel mit Frauenhaar zu. Schönes, feines, namentlich blondes Frauenhaar ist von Jahr zu Jahr seltener geworden. Das beste lieferten immer noch gewisse französische Gegenden, die Bretagne, die Normandie, die Auvergne, und in Limoges, der Hauptstadt des Limousin, wird jährlich einmal ein richtiger Haarmarkt abgehalten. Diesmal lauten die Nachrichten trauriger von ihm als sonst. Der Umsatz war nicht mehr so groß wie früher, wo er rund eine Million Franken zu betragen pflegte. Dabei ist noch nie das Verlangen nach Haar so groß gewesen. Es gibt Leute, die in ihrem grimmigen Hasse gegen das Automobil diesem alles Schlechte auf die Rechnung setzen möchten, und die behaupten, das Haar gehe den Frauen, die den Auw-Sport betreiben, allmählich aus — als eine natürliche Folge des Staubes und sonstiger unerfreulicher Dinge, die sich bei der Fahrt im Auto auf dem menschlichen Kopse festsetzen. Das ist, angeblich, ein Grund der erhöhten Nachfrage nach Haar aus den vornehmen und reichen Kreisen. Wir meinen, größere Schuld trägt die gegenwärtig herrschende Mode übertrieben hoher, balwnartig über die Stirn hinausragender Frisuren. Eine Mode, nebenbei bemerkt, die von Amerika zu uns gekommen ist. Seitdem gibt es viele Frauen, die von der Natur mit ganz normalem Haarwuchse bedacht sind, und trotzdem das Bedürfnis verspüren, ihn noch auf künstlichem Wege zu vermehren. Nun macht sich aber unter den hübschen Bäuerinnen jener Provinzen mehr und mehr eine Strömung gegen den Verkauf ihres Haares geltend, und wenn sie sich durch die Beredtsamkeit der „Reisenden in Haaren" schließlich doch dazu bestimmen lassen, so verlangen sie ganz phantastische Preise. Zu all dein Unglück kommt noch die Vertreibung der geistlichen Orden. Die Klöster Frankreichs lieferten bisher einen großen Teil von Haar für alle Länder Europas, und so ist mit ihnen eine wertvolle Bezugsquelle verschwunden. An schwarzem Haare wird sobald kein Mangel sein; es ist in Italien übergenug davon zu erhalten. Mit blondem ivird jedoch in Zukunft — China noch mehr aushelfen müssen, als dies schon geschieht. Manche elegante Dame, die auf den künstlichen Turmbau über ihrem Haupte nicht wenig stolz ist, würde vielleicht ein Gefühl des Widerwillens nicht überwinden können, wenn sie wüßte, daß dieser Haarschmuck einst den wenig gepflegten Kopf einer schlitzäugigen Bewohnerin des Reiches des Himmels zierte.
Neue Kalender.
— Daheim-Kalender für 190 7. Dem stattlichen Band hat der Verlag von Belhagen u. Klasing wiederum eine vornehme, künstlerische Ausstattung gegeben. Gemälde von Professor Georg Koch u. a. sind dem Buche in drei- farbigeu Reproduktionen einverleibt. Auch ein Aufsatz von Dr. Edmund v. Freyhold: „Der Ziergarten am Hause" enthält mehrfarbige Abbildungen, Gartenpläne, Blumenbilder, dankbare Stauden, Zierpflanzen usw. Das erschöpfende statistische Material des Kalenders — Genealogie, Totenschau, Astronomie, Gebnrts- und Gedenktage — nebst splendidem Kalendarium, ist auch für das neue Jahr beibehalten worden. Der lehrreiche und künstlerische Teil des Buches hat eine bedeutende Bereicherung erfahren. Im Vordergründe steht diesmal die Jährhunderterinnerung an das schicksalsschwere Jahr 1806/07, eine Novelle „Fluch t- lmge" von Heinz Grevenstett behandelt die Flucht der
Für Mütter.
— D a s Ki n d. Monatsschrift für Kinderpflege, Jugenderziehung und Frauenwohl. 1. Jahrg. (Okt. 1906 bis Sept. 1907), Nr. 1. Hannover, Verlag" von Otto Tobies. Preis des Jahrgangs (12 Hefte) 3.50 Mk. Die unter Mitwirkung von Aerzten, Pädagogen und Frauen von Kinderarzt Dr. Neter (Mannheim) herausgegebene Zeitschrift wendet sich an die Eltern, besonders an die Mütter. Sie will ihnen bei dem schwierigen Werke der Kinderpflege und Erziehung beratend zur Seite stehen und ihnen die Beantwortung der vielen, vom Tage der Geburt des Kindes bis zu seinem Eintritt ins praktische Leben an sie herantretenden Fragen erleichtern, sie will die Kinder zu glücklichen und gesunden Menschen erziehen Helsen. — Nummer 1 enthält nach kurzer Einführung, die das Programm der neuen Zeitschrift wieder gibt, sehr lesenswerte Artikel. Zunächst den Aufsatz „Warum unterlassen so viele Mütter das Stillen?" von Kinderarzt Dr. Neter, sodann „Rückgratverkrümmung und ihre Verhütung" von Professor Dr. Vulpius, „Ein ärztliches Wort über Zensuren und Plätze in den Schulzeugnissen" von Dr. I. Moses, „Ueber die Notwendigkeit einer Umgestaltung der bisherigen Frauenkleidung" von Frau E. C., „Briefe aus der Kinderstube, I" von Dr. Phil. Otto Driesen usw. Die nächsten Nummern bringen nach einer Voranzeige u. a. folgende Aufsätze: „Erziehung ohne Schläge" von I. Borchardt, „Aberglauben bei der Erziehung der Säug-, linge" von Dr. Effler, „Ueber Kinderspiele und Kinderspielzeug" von Hauptlehrer Enderlin, „Die Erziehung während der Pubertät" von Professor Gerstner, „Korsett oder Leibchen" von Anna Kühn, „Die Hausaufgaben unserer Schulkinder" von G. Schanz, „Kind und Alko- hol" von Dr. Mann, „Mädchenerziehung" von Professor; Dr. Zimmer. — Der Inhalt der neuen Monatsschrift, die schöner klarer Druck und gutes Papier auch äußerlich vorteilhaft auszeichnen, ist also sehr'abwechslungsreich.
Rösselsprung.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Dießen.


