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Montag den 18. Iu.nr
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Glückseligkeit, strahlenden Men- e§, darin werden liebt nnd vertrau Und nun fort mi
bist nun doch mein Sohn." „Meine liebe Mutter."
darf, der auch aufgestandcn war, und zog herbei, bezaubernd in ihrer überströmenden Und Meta legte die Hände der beiden
1906 -' Bk. 88
Mittellose Mädchen.
Roman von H. Ehrhardt.
O (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Er sagte denn auch, Mctas Verschwinden dankbar bemerkend: , .
,,®S wird nichts von alledem nötig sein, mein Kleines — aber ehe ich Dir das erkläre, möchte ich mir's doch etwas bequem machen." ,
Er mies lachend aus den Mantel, den er noch immer an hatte, und während er ihn ablegte, gewahrte Suse mit Schrecken, daß sie noch immer die Aermel hochgestreift hatte und die Spuren ihrer mehlbestaubten Arme sich deutlich auf dem roten Offizierskragen fanden. .
Verlegen wollte sie ihren Anzug m Ordnung bringen, aber Trautcndorf duldete es nicht, sondern küßte ganz entzückt von diesem Zeugnis ihrer hausfraulichen Tätigkeit das letzte Stäubchen Mehl von den runden, rosigen Armen.
Aiif deni kleinen lauschigen Ecksopha saßen fic dicht aneinander geschmiegt und der junge Offizier erzählte dem atemlos lauschenden Mädchen, daß sie über Nacht eine reiche Erbin geworden war und wie dieses Wunder sich zu-
getragen.
Und Suse flüsterte ein über das andere Mal:
Er ivollte sich über ihre Hand neigen, aber sie nahm einen dunklen Kopf in ihre Hände und küßte ihn auf die Stirn. ,.
In Siises Köpfchen war unterdes der Gedanke an die Schwester aiifgctaucht, die ahnungslos zu Hause ihren traurigen Grübeleien nachhing. Wie gab man ihr aui schnellsten Nachricht? Ach, Suse hätte Flügel haben mögen, um möglichst rasch an der Schwester Brust ihr Glück jubeln zn können.
„Ruth! Was wird Ruth sagen?"
Sie hing schon wieder am Arm des Geliebten und rieb wie ein schmeichelndes Kätzchen ihren Blondkopf an seincin Nockärmel.
„Wollen wir zu ihr fahren, Liebstes?"
„Ja, ach ja, das wäre zu schön — Muttchen, wir dürfen doch?" t v .
Es kam so reizend zärtlich und kindlich aus dem jungen Munde, daß Frau von Brockhaus erschauernd in einem unbekannten Gefühl mütterlicher Wonne das liebliche Geschöpf m ihre Arme schloß. ,
Ja, Ihr dürft. Wir haben noch eine Siunde Zest bis zu Tisch — da könnt Ihr ganz bequem Ruth und die Bruder hierher holen — wir feiern dann die Verlobung tüchtig lauf, Sus, und zieh Dich rasch um."
Das Mädchen flog zur Tür hinaus, jedoch nicht sofort in ihr Zimmer. Erst stürmte sie wie ein Wirbelwind in die Küche, faßte die erschrockene Ida um die dicke Taille und tanzte ein paarmal mit ihr herum. ,
„Jdachen, sehen Sie mich gilt an, so sieht eine Braut aus, eine rasend glückliche Braiik, und den Bräiitigam dürfen Sie sich dann auch ansehen. Sie werden Augen machen , schrie sie der etwas Schwerhörigen in die Ohren und diese sank, nachdem Snse sie freigelassen, nach Atem ringend, auf einen Küchenstuhl iind begann natürlich vor Rührung zu roLtn®§ ist gewiß der hübsche schwarze Oberleutnant, Fräulein Suse I" vermutete sie schluchzend, „von dem die Betty mw in N. schon erzählte, daß er hinter dem gnädigen Fraulem her wäre — wie ich den hier wiedersah, da hab' ich gleich an Sie gedacht, Fräulein Suse."
Sie sind eine famose Person, Ida — Sie haben recht geraten, es ist wirklich der hübsche schwarze Oberleutnant."
Ich ivünsch' auch viel, viel Glück, gnädiges Fraulem V sagte "die dicke Küchenfee, die Augen mit der blauen Schürze trocknend, „ich freu' mich ja schrecklich mit Ihnen — was ür ein hübsches Paar Sie sein werden. Sie so blond und er so schwarz — da werden Sie reizende Kinderchen haben."
schen ineinander und sagte fast feierlich:
„Werdet glücklich, Kinder, und bleibt wir unseren schönsten Lohn finden — und uns immer, was Euch auch treffen möge. der rührseligen Stimmung. Meine gute Mutter verzeiht nur s, wenn ich heute so recht von Herzen fröhlich mit Euch tun. Und nenne mich nicht länger mit dem steifen Sie, Fritz, Du
Märchen, wie im Märchen I"
Und dazwischen küßten sie sich. ,
Als die Tür sich endlich vorsichtig öffnete und Frau von Brockhaus lächelnd und bewegt eintrat, stürzte Suse auf sie zu und fiel ihr ungestüm um den Hals.
Einzige, goldene Meta oder darf ich Muttchen zu Dir sagen? Was tut Ihr an mir? Das verdiene ich ja gar nicht. Aber ich will Dir's gewiß danken, so gut ich kann, wir ivollen Euch gute, folgsame Kinder sein und Euch so lieb haben, so lieb — nicht wahr, Fritz?" ... ~
Und von der Cousine hinweg eilte sie wieder zu Trauten- ihn an der Hand


