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. setzte sie sich in ihrem Zimmer ans Fenster
und blickte, das Herz boll seliger Hoffnungen, in den trüqe- rischen Borfrnhlingstag hinaus, der heute bemüht gewesen war, mit warmen Sonnenstrahlen dem Winter den Swa 1,w hu' ffrSo Ueber das feuchtglänzende
nngeii Stallgebäudes schweifte das ANge
.. So standen die Dinge an dem Tage, der abends das brelbesprocheue Ballfest beini Kommandeur bringen sollte. 7.“^ Metas Güte war Suse zu einem reizendeii Dorn- rovchenrostnin gekommen; es lag ausgebreitet mtf der rot» Ebenen Steppdecke des Bettes und sie strich im Lause des Nachmittag^' öfters fast zärtlich über die weiche rosa Seide und hielt schnell einmal den graziösen Rosenkranz vor dem Spiegel gegen das weiche, lichtblonde Haar.
Wenn es nur erst Abend wäre! Sie langtveilte sich entsetzlich. Zu einer Handarbeit oder zum Lesen fehlte ihr die innere Ruhe, imb da ihre Cousine sich vor solch abendlichen H-esten ein paar Stunden hinzulegeii pflegte, so war sre ganz nnf sich allein angewiesen.
I At?nichtÄ neÜt/ nein' bleiben Sie nur da, fortlmifen , Er hielt das junge Mädchen, das von Unbehagen er-, faßt, betrofferr zuruckweichen wollte, am Arme fest
. /Foren Sie mich ruhig an, Suse! Ich must es Ihnen ****■ s° ""-'«"Wiiii«
In ihrem lebhaften Gesichtchen spiegelte fidft bpittrirW
fern heißer Atem benii Spreche gegen ihre Stirn weht^ sein!" brauste er leidenschaftlich aus, Ephoren Cie auch zu den zahmen Naturen, die erst nach Sn9Ul1^rf?ref, ^en, chhe sie sich gestatten, Gefühle zu haben? ^ch liebe Sie, Suse, ich liebe Sie so, daß ich Ihretwegen alles auftzeben würde. Ich werde b-eit Abschied! Olimen, ich werde mich von meiner Frau scheiden lassen
Jye, ls^bt Mich ebensowenig, wie ich sie, unsere Ehe ist inioerlov e^> wird keine großen Schwierigkeiten geben!
.1. lD,en*t suchst ^ch werde sie alle besiegen, denn ich muß Sie besitzen, Suse!" d
, , Mit leidenschaftlichen Blicken umfaßte er die reizende, bebende Mabchengestalt, die sich, nach einem Halt sucheiid, an Hw hölzerne Futterklste gelehnt hatte. Noch bezwang! r» Jv$r an sich zu reisten, sie in seine starken Arme zu pressen. Ter Wunsch, mit ber ganzen Kraft seiner Liebe l)eißblutige Geschöpf au sein Herz nehmen zu können,
Gewissen?" tf)nt a e Mahnungen ber Vernunft und des!
Suse fühlte einen glühenden Strom durch ihre Glieder stießen unter seinen Blicken. Sie fürchtete sich und hätte! .'erkrochen' bsten UI be,t dunkelsten Winkel des Stalles ~. ^pprbe sie zornig. Was fiel ihm eigentlich ein? Shb hatte sich doch nichts dabei gedacht, wenn sie intimer, als mit jebem anderen mit ihni verkehrte, er war ja der-, «rind zwanzig Jahre älter als sie, dazu iioch eine! Art Vetter. Sie fmtb es abscheulich von ihm, daß er ihr lustiges, behagliches Wohlleben in seinem Hause nun gewaltsam beendete. J
Ihr Trotz erwachte und mit ihm kehrte aiich ihr kecker Mut wieder. Sie warf schmollend die Lippen auf/
„Aber ich will ja nicht!" sagte sie. 1
©r zog bie bunklen Brauen zusammen.
„Warum nicht?"
an f° etivas gebucht habe, Herr Haupts
Ein leichtes Zucken ging durch seinen sehnigen Körper bei ihrer förmlichen Anrede.
„ "Suse!" Seine Stimme klang gepreßt, sichtlich gequält. „Haben Sie doch Erbarmen, sagen Sie mir, daß Sie mir gut sind."
Er wollte nach ihren Händen greifen, aber sie legte sie rasch zusammen.
über die Erde abzuringen.
Schieferdach des niedrigen ©L„o-------- vus>
über große Garten und Bauplätze bis zu den Bahnhofs- anlagen hinüber Hinter rußig schwarzen Lokomotiven, silbrig schimmernden Geleisen, hinter Qualm und Rauch
Sonne letzt hochbefriedigt von ihrer Mission glut- .^u^geu Strahlen brachen siegreich durch i-». ^olkenschicht, die sich am Horizont gelagert hatte. Eilig fegecken kleine, rosige Wolkeuschäfchen über den blaßblauen L iinmel und verschwanden wie schutzsuchend hinter einer glühte'" boldumsaumten Kollegin, die darob purpurn er-
regnen!" dachte Suse prosaisch, den kleinen nachsehend, und hielt sich die Hand vor den gähnenden kleinen Mund.
Ta hörte sie unten auf dem Pflaster des Hofes einen • Sabel anfklirren — Haiiptmann von Brockhaus ging wie gewöhnlich um diese Zeit in den Stall. Suse war impulsiv Mbssprungen und brückte ihr Näschen neugierig an die Scheiben. Schon hatte sie die Hand erhoben, um sich durch SuÄ bemerkbar zu machen, als der stattliche Offizier auch SSÄÄ?" *‘"b d-m l-ch-nd-n
Suse ließ sich das nicht zweimal sagen. Im Stall war's .mmer so gemütlich und der Nachmittag war noch so endlos h„n lchlang sie nur einen schwarzen Spitzenschal um den Hals — noch ein prüfender Blick in den Spiegel —, rw-n\lhb, sie vorsichtig durchs Entree und träl- lernd die ^Treppe hinunter. Am Küchenfenster stand Betth twa Ä.-E/-!/0r"umiI nach. Sie konnte dem Hauptmann ber der Gnädigen" noch immer nicht ver- Si rS \ rN Unteroffizier ihr jetzt nicht treu blieb, er sie so selten sehen konnte, so trug der „olle Ekel" drr schuld. JSS reizte sie mächtig, ihm einen Schabernack 'urfi'nC C*r" Monte letzt die „Gnädige" Wecken und ver- fax»* •* .* &»«d-m
. , Eilist mar Suse über die hölzerne, ausgetretene Schwelle gehuscht. Innen war es schon dämmrig, nur durch eine schmale Fensterluke blinkte ein goldroter Sonnenstrahl Gen d-»- -lmzmd-n
„SSo stecken Sie denn, Vetter?"
. , Suse trat blmzelnd vor, gerade so weit, daß sie in n»».?bre«h des Sonnenstrahls tarn, der sich sofort in ihr lichtes Haar emmstete und liebkosend über ihre leicht- gerotete Wange glitt.
Eine herzerquickende Frische und Anmut ging von (lud.
„Hier bin ich, Suse!"
_ Ter Hauptmann, der im Hintergrund durstig den Reiz Lk ^n Geschöpfes in sich hineingetrunken hatte, kam fast bis zur^Erd? 5‘L verneigte sich schelmisch
„Dero Gnaden haben befohlen!"
S^in^ stahlgrauen Augen ließen nicht von ihr.
Herziiger Tollkopf! Seien Sie jetzt mal ein wenig ernsthaft — ich möchte Ihnen gern etwas wichtiges
„Gut? Ja! Mer nicht so, wie Sie meinen!" stammelte sie, seinen frageiibeit Augen ausweichend.
Er nahm die Mütze vom Kopf, schleuderte sie auf die p-utterkiste 1111b strich mit beit weißcu Leberhandschuhen bas feucht auf der Stirn klebende Haar zurück.
. "Sie müssen mir gut sein, Suse, Süßes — ich ertrag'- lF dies Leben ohne Sie nicht mehr — ich bin rein krank vor Sehnsucht nach Ihnen — Nächte lang kann ich nicht schlafen — Suse, Sie müssen mein Weib werden, sagen Sie ja!"-
Er hatte hastig, abgerissen gesprochen, wie ein Fieberkranker. Seine Stirn brannte, sein ganzes Gesicht war von Leidenschaft durchleuchtet. Jin Moment kam es Suse erst! zum Bewußtsein, was für ein fesselndes, sympathisches Mannergestcht es war, das sich mit fordernden'Augen und Lippen zu ihr herabueigte. Blitzschnell durchfuhr sie die Ermnerung an den kälten, strengen Ausdruck, der früher stets wie eine Maske darüber gelegen hatte. In ihr erwachte die Gewißheit von der Größe ihrer Weibesmacht, die verderbliche, zitternde Freude, sich so glühend begehrt zu sehen. Wie eine warme, betäubende Woge, von Eitelkeit und Sinneurausch aufgeivühlt, stürzte es über sie hin' und nahm ihr lähmend die Kraft des. Widerstandes. 1 (Fortsetzung folgt.)


