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Werhnachtsliteratur.
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Redaktion: Ernst Hetz, — Rotationsdruck und Verlas der Brühl'schen UntverütLts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, ®te6flk
Mttfik.
' — M nsik für all e, Wiener Tanz- und OMretten-Musik bildet den Inhalt des im Verlag von Ullstein u. Co., Berlin, zum Preise von 50 Pfg. erschienenen Heftes 1 der bekannten Notenbibliothek. Das Heft gibt eine vollständige Uebersicht über die Entwicklung und die markantesten Erscheinungen dieser Musikgattung. Den Reigen eröffnen Lanner und Johann Strauß Vater mit je einer ihrer besten Kompositionen, daran schließt sich Johann Strauß Sohn, der Fledermaus-Strauß, mit einem gefälligen Walzer „Klug Kretelein", der alle Schönheiten emes' echt Straußschen Walzers in sich vereinigt. Supp6 ist mit einem Liedchen „Giribiri" aus der Operette „Das Modell" vertreten und Millöcker mit seinem schlagkräftigen „Apajnne-Marsch". Eduard Kremfer zeigt sich mit Liner allerliebsten Polka als bewährter Meister echter Wiener Tanzmusik. Löti, dessen Operetten in letzter Zeit, besonders in Oesterreich, starken Anklang gefunden haben, macht mit einem graziösen Brettllied „Der Zinnhusar" den Beschluß des reichhaltigen Heftes.
vermischtes.
■ =-= Herkunft und Abstammung unseres Haustiere sind lange Zeit in ein tiefes Dunkel gehüllt gewesen. Teils waren die Quellen für die Forschung nach dieser Richtung hm durch zahllose Werke verstreut und schwer zugänglich, teils fehlten sie überhaupt ganz. Erst die modeme Wissenschaft Mit ihrer Erschließung von früher unbekannten Geschichtsquellen und mit ihrer die ganze Erde umspannenden Universalität.hat es vermocht, das Dunkel zu lichten und erschöpfende Auskunft über biefeit (SfcGenftcntb rn geben, bet für bie ^etjtfreit bon unt p größerer Bedeutung ist, als sich allenthalben das Bestreben ü^tt^nh mackt, durch eingehendes Studium und Berücksichtigung der Eigentümlichkeiten unserer, Haustiere die, Rasten rem zu erhalten und zum höchsten Gipfel ihrer Nutzbarkeit und Leistungsfähigkeit emporzuzüchten. Letzteres kann naturgemäß nur dann geschehen, wenn die Kenntnis ihrer Herkunft uiti> Abstammung, eine al^ gemeine geworden ist. Wenn daher Professor Kdurad Keller-ZurM beit von ihm bearbeiteten Abschnitt „Die Haustiere als menschlicher Ki'lturerwerb" in dem illustrierten popularwissenschast- licken Praktwerk „Der Mensch und die Erde" (Deutsches Verlags- Haus Bong u. Co., Berlin W. 57, Lieferung 60 Pfg.) dazu benutzt, um über diesen wichtigen Gegenstand erschöpfende Auskunft zu geben, so ist das vom Standpunkt des Bolkswirtschaft- lers sowohl wie auch im Interesse der allgemeinen Bildung auf das freudigste zu begrüßen. Denn die Hauptaufgabe dieses groß angelegten und bis in die kleinsten Einzelheiten sorgsam durchgearbeitetcn Werkes wird so in glänzender Weise gelost: den breiten Schichten unseres Volkes eine Summe von Kenntnissen zuzuführen, wie sie sonst nur durch mühsames Studium der Emzel- sächer erworden werden kann, das aus vielen Gründen dem einzelnen nicht einmal zugänglich ist. Die Leichtigkeit und Mühelosigkeit, mit der das Werk den Leser mit dem Resultat dep schwierigsten wissenschaftlichen Forschungen m Wort und Bild bekannt tnacht, lassen es für jedermann als geradezu rmentbehrlich erscheinen, der infolge der eigenen intensiven Berufsarbeit anderen Zweigen der menschlichen Tätigkeit notgedrungen fremd bleiben muß, aber doch deut Fehler der Einseitigkeit nicht gern verfallen möchte. Außerdem ist es nicht nur äußerst instruktiv, sondern auch sehr unterhaltend, wenn, wie es durch Professor Keller geschieht, der Leser aus dem Dunkel der vorgeschichtlichen Zeit Schritt für Schritt zu den lichten Höhen der modernen Kultur emporgeführt wird. Vieles begreift er nun, was ihni bisher unverständlich blieb, und da, wo er oft eut willkürliches Spiel des Zufalls zu sehen glaubt, erkennt er letzt den Zusammenhang und die zwingende Folge der Dinge. Liebe zu den Haustieren und Verständnis für ihre Eigentumlicqkeiten ist eine der Hauptforderungen unserer Zeit, die den Tierschutz geschaffen hat; diese Forderung aber kann nicht besser, erfüllt werden, als durch eine Darlegung der Geschichte der Tierwelt, wie sie in „Der Mensch und die Erde" in autoritativer und zimfassender Weise geboten wird.
Neue Kalender.
—■ Der Gartenlaube-Kalender 1907. Einwenig fremd sieht er auf den ersten Blick aus; em wenig ernsthafter! als in früheren Jahren, der Gartenlaube-Kalender 1907, der sein rotes Gewand abgestreift und dem modernen Geschmack Mit einer vornehm gehaltenen Einbanddecke Rechnung getragen hat. Schlägt man aber den äußerlich Veränderten auf,.so spurt man gleich, datz er der alte geblieben ist. Der Pvlitstche Ueberblick über das vergangene Jahr ist genau so wie sonst, ist von dem Verfasser des „Tagesgeschichtlichen Rückblicks", Dr Herm. Diez, die Konferenz von Algeciras, der Tod Hendrik WltbolS, der Brand der Michaeliskirche in Hamburg, die Katastrophe von San Francisco, der Ausbruch beS. Vesuvs, die Einweihung des Simplontunnels, die Bestattung Henrik Ibsens usw. behandelt. Mie vielen weiblichen Leser des Kalenders aber werden sich m Adelheid Webers Liebesgeschichte „Des Rittmeisters von Falkenheim großes Glück", in Hans Hyans Zirkuserzählung „Der dumme August" und in die Jugenderinnernngen der Heimburg vertiefen, die unter dem Titel: „Gute Freunde und getreue Nachbarn" ein Stück eigenen Lebens ausbreitet. Auch Dr. Fritz Skowronneks Plauderei „Hundetoilette" und Dr. R. Hennigs Artikels „Aus dem Reich dec Träume" sei noch gedacht.
— Altfränkische Bilder, illustr. kunsthistorischer Prachtkalender mit erläuterndem Text, herausg. von Professor,Dr. Th. Henner, Verlag der Universitäts-Druckerei von H. Stürtz in Wurzburg. 13. Jahrg. 1907; 20 Seiten Großquart Schmalformat; Preis 1 Mk. — In bunt zusammengestellten Bilderreihen nut knapp gehaltenem erläuterndem Text auf bedeutsame und der Erhaltung würdige Gegenstände der Vorzeit aus den fränkischen Landen hinzuweisen, ist der Zweck dieses Kalenders feit feinem Bestehen. Auch bei dem neuesten Jahrgang ist dieses Ziel sest- gehaltcu. Der gediegene Inhalt der „Altfränkischen Bilder" ist von besonderem Interesse für Architekten, Altertumssreunde usw. ließet die typogr, Ausstattung des 13. Jahrgangs läßt sich nur Lobendes sagen.
— „Unter der Fahne des er st en Napoleon" betitelt läßt der Potsdamer Pastor Karl Röhrig bei Stephan Geißel in Altenburg, S.-A., ein neues1 Buch erscheinen. In dem 192 selten starken, mit Bildern versehenen Bande schildert der Großvater des Herausgebers seine Erlebnisse als Hunsrücker Dorfschullehrer in den Feldzügen Napoleons, insbesondere der des Befreiungsjahres 1813. In der der damaligen Zeit eigenen kräftigen Ausdrucksweise schildert der Selbstbiograph seine Erlebnisse bei der Teilnahme an den Schlachten von Möckern, an der Katzbach, Leipzig und Hanau, während seines Aufenthaltes in Hahnan, Bautzen, Dresden und auf dem Rückzug der „großen Armee" durch Thüringen nach dem Rhein, sowie seine Erfahrungen und Verhältnisse als Hunsrücker Dorfschullehrer nach der Beendigung des Krieges. Jede Darstellung trägt den Stempel der Wirklichkeit und der Natürlichkeit. Das ganze Buch bietet bedeutsame kulturgeschichtliche und kriegsgeschichtliche Bilder. Zugleich aber geht durch das Buch ein Zug von Frömmigkeit, die an ihm auch tit den schwersten Tagen ihre wunderbare Mast bewahrte. Das Buch kostet 2 Mk. . •
Eines dauernden Erfolges erfreut sich die bei, Stefan Geißel in Altenburg erscheinende Büchersammlung für die Jugend und das Volk, betitelt: Deutsche Seebücherei. Erzählungen aus dem Leben d«es deutschen Volkes zur See für die Jugend und das Volk. Äon Prof. Dr. I. W. Otto Richter (Otto von ©Dirnen), Godesberg a. Rh. Von der Sanimlung gelangten letzt zur Ausgabe Bd. 9 Die UnterweserMarschen und das Heldenvolk der Stedinger. Doppelband. Inhalt: Einleitendes Vorwort. — 1. Die Unterwesermarschen. — Das Land der Stedinger. — 2. Allerlei aus der Vorzeit der Niedersachsen und Friesen, sowie aus der Geschichte des Erzstifts Bremen. —i 3. Wie das Volk der Stedinger entstand und sich entwickelte. —i Gefährliche Sturmfluten. — 4. Das Volk der Stedinger während des großen Kaiser- und Erzbischofstreites. —: 5. Der stedinger Heldenkänipfe. — 6. Blick über die folgenden Zeiten hinweg nt die Gegenwart. Bd. 10. Die erste deutsche Flotte und ihr Admiral. Doppelband. Inhalt: 1. Unter welcqen Verhältnissen man di,e deutsche Flotte zu begründen begann. Der Sieg von Eckernförde. — 2. Aus dem Vorleben des ersten deutschen Admirals. — 3. Die erste Zeit der Flottenleitung Brommys. — 4 Die Auflösung der ersten deutschen Flotte. Bd. 11. Prinz Adalbert von Preußeii und die Begründnng der neuen deutschen Flotte. Doppelband. Inhalt:!, schwere Zeiten. Die Eltern und die früheste Jugend des Prinzen. —i 2 Wie der Prinz zu seinem eigentlichen Berufe yeranrcifte. a) Ueber Holland und England, durch Rußland nach bem Orient, b) die große Reise nach Italien und Brasilien, c) Wieder rM allen Geleise. — 3. Frühere preußische Flottenversuche. — 4. Zur Zeit der ersten deutschen Flotte. — 5. Die Gründung der neuen deutschen Flotte und ihr erster Admiral. Bd. 12. Tätigkeit der deutschen Marine bei Niederwerfung des Araber auf st andes in Ostafrika 18 88 — 90 ^nhaU l 1. Einleitendes. Wie der Aufstand gegen die Deustchostafrikanlschr Gesellschaft ausbrach und ihr die deutsche Marine zur Hülse kommen mußte. — 2. Die Blockade. — tz. Beteiligung der Ma- bet der Niederwerfung des Aufstandes.
Ergiinzungsriitsel.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logognphs in voriger Nummer r Heine, Weine.


