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und mein ist. Darinnen liegt er auf weinrotem Samt, rmd zuweilen nehme ich ihn heraus und unterhalte mich Mit ihm. Zuweilen schwinge ich ihn durch die Luft und lasse ihn flattern und denke Jahre zurück: so flatterte der blaue Schleier von Deine,n Hut, als wir durch die Bisinger Eichen ritten, im Frühling unseres Lebens, und der Fink sang." u

hast Dich ausgesöhnt mit Deinem Geschick und willst es tragen. Da bist Du stärker als ich. Trotzdem: auch das .Leid bringt Süße. Ich wäre nach wie vor zu Dir gekommen; aber es häuften sich in letzter Zeit allerhand anzügliche Bemerkungen Deines Gatten, und sie hießen mich vorsichtig sein. Ich scheue ihn nicht, wenn Du es so willst. Doch unnütz zwischen Euch treten, das wäre törichter Fürwitz ..

(Fortsetzung folgt.)

Kiue Wikpferdjagd auf dem Wami.)

Von Marinestabsarzt a. D. Dr. L. Sander.

(Schluß.)

Wenn auch tms Jüngeren das linglück nicht groß schien, der Kommandant machte doch ein ärgerliches Gesicht, und gerade zur rechten Zeit tönte mit den ersten Strahlen der ausgehenden Sonne über das breite, vor uns liegende see-, artige Becken des Wami das Schnauben einer, gleichfalls mit dem Frühstück beschäftigten Kibokofamilie*) herüber. Ta beeilten wir natürlich unser Frühstück, und so schnell und geräuschlos als angängig hievten wir die Anker, ließen uns vom Tampfboot in Schlepp nehmen und fuhren tliög- lichst in Deckung den Stroin hinauf.

Still wie ein Spiegel, in purpurnem Blitzen das Licht der Frühsonne zurückwerfend, lag die weite Ausbuchtung des Wami vor uns, ringum umschlossen von Manglebusch, und Schilf, mit rotblühendem Lotos geschmückt. Uns gerade gegenüber eine Fiederpalme, über und über bedeckt mit den int leisen Morgenwind schaukelnden Nestern des Gold­webers, die wie mächtige Birnen von den zierlichen Blatt- rippen herabhingen. Hin und wieder flogen die goldgelben, munter zwitschernden Bögelchen, ungestört durch eine dicht neben ihrem Siedelbaum aus das Land gezogene Dau und deren schwarze Mannschaft, die fröstelnd um ein mächtiges Feuer herumhockte.

Jetzt rundeten wir die Spitze- die uns bisher die Be- hemote verdeckt hatte, und nun sahen wir die mächtigen Häupter von Vater, Mutter und Kind, wie sie schmatzend und prustend die saftigen Wasserpflanzen ästen, ociß ihnen der grüne Saft stromweise aus den uugeschlachteit Mäulern troff. Aber sie scheinen schon die Bekanntschaft des lveißen Mannes gemacht und nicht eben Gefallen an ihm gefunden zu haben. Denn kaum kamen wir in Sicht, da tauchte auch schon der Bulle und die Kuh mit lautem Schnauben unter. Nur das Kalb klotzte uns noch eine kurze Weile dumm und

*) Kibolv, der Negernusdruck für Nilpferd.

lind der Fink sang", wiederholte Freda träumerisch, und damals war Frühling. Lieber Heros, die Zeit ist um. Damals nannte ich Dich nicht Heros, sondern nitr mein Held. Wir standen im Zeichen der Ritterlichkeit und des Mmnewerbens, lasen die,Ahnen' und Felix Dahn und waren Kinder. Aber glückliche Kinder, ich gestehe es zu. Ich weiß «och den Tag, als sei es gestern gewesen, wo ich den Stretfen vom Schleier abriß, und Du bargst ihn unter der Weste und ließest Dich auf ein Knie, trotzdenr es feucht war im Mose und Tein Pantalon perlgrau,^ und schwurst mir Urtreu ach, mit wie schönen Worten! Solche Wen­dungen und Dir eigen geblieben; aber wenig mehr."

Freda, es schadet nichts, daß Tein-Ton scherzend wird und auch spöttisch; nur vergib, daß ich ilicht darauf ein» gehe. Es klingt auch mehr daraus als ein gefälliger Spott, und ich kenne Deine Stimme. Was tnir geblieben ist von früher und wieviel von Gutetn und Schlechtem, ich weiß es wahrhaftig nicht. Ich spüre nur eins im tiefsten Herzen: eine gallige Bitternis über die Weltvrdnung, die so un­gerecht verteilt, daß sie den einen erstickt im Glück, und er Verdient es nicht, und den attdern läßt sie einsam werden, der mit dem Höchsten und Tiefsten rang, um zur Erkenntnis 3" kommen. Freda, ich hätte gewünscht, der Walsunger wäre ani Leben geblieben und schante auf einen Reigen blühender Sohne; da wäre mir der Schmerz des Zuspät erspart ge­blieben . . .vielleicht auch Dir", setzte er leiser hinzu.

-ött solchen großen Gesellschaften, in denen die Unter­haltung auf und nieder schwirrt wie das Branden der See

, ..udscmsen im Walde, achtet man nicht aitf ziveier Gespräch. Alan kann intim werden, ohne daß der Nachbar es merkt. Nur muß die konventionelle Maske das Antlitz decken, und man darf nicht flüstern. So lächelten auch Heros und Freda und sprachen weiter, halblaut frei­lich nur, aber es machte doch den Eindruck, als plauderten fte em Luftiges vom letzteit Lawn-Tentiis-Turnier üt Hom- ourg oder der Nordlandsreise des gräflichen Ehepaares.

Heros", sagte die Gräfin,es ging auch tnir so: ? erfuhr, daß Tu der Erbe des Walsunger geworden W,. da rtß etwas in meinem Herzen; und da stieg auch furchtbaren Bitternis in mir auf, von der Du sprachst, von dem verzweifelten Hadern mit dem Geschick, es ist dennoch ungerecht. Ich habe mir allein mein bereitet; ich bin schuld daran, daß alles so kam. sehnte mich m die Welt; ich wollte nicht in das klöster­liche Stift wie die Schwestern; ich hörte zu viel auf die Mukter, die wie eme Mutter redete. Meine Jugend ließ Mich töricht sein. Ich hätte ausharren sollen.

hi» leckte sich sanft über iSchilt Dich nicht, Freda. Du warst noch zu jung. Und'

Lektüre des Menüs. Es war em Pflichd- I ist weiß nicht, wie alles gekommen wäre, hättest Du den o;CJer?,f ' dber es schien doch, er ließ sich I Mut des Widerstandes gehabt. Ich kenne Deine Mutter. Du ^^"lbennester schauten freilich unheimlich I hättest auch auf ihre Liebe verzichten müssen. Aber was!

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genügten sie gerade seiuent Alltagsbedürfnis. Am meisten Ma sprachst D^nicht zuerst davoti?" °

Monierte ihm die Weinkarte. Er beschloß, keine @Jtte 5 WrÄffiX ab und nickte vorubergehen zu lassen; zit Ehren dieses Tages konnte manJa. Doch anders als Du, Heros. Ich bin über die Bitter- , Ij Wi^i^^" ^ugen verderben. I feit hinweg; ich fühle den Stachel noch, aber er schmerzt

Cousine, und tote ergeht e» ihr? | nicht mehr so wie einst. Ich denke viel an das, was zu-

Nachbarin, rückliegt, und freue minder weichen Stimmung die e^

»Nem, Freda, das ist es nicht, lieber die Jahre, daWäre er das, so würde auch der Götzendienst aus sein, «sau noch welle Rosen nufhob und einen Spitzenfetzen und den ich mit ihm treibe. Nein, Freda, der Zauber lebt em zerbrochenes Facherstuck und eine Kotillondekvration noch und wirkt stärker als je. Ich weile ungern in Wal- evr' r r !Pa3t^ je^ent LsfH^n vorzog, bin ich freilich hinaus, j jungen. Es gibt da Flecke, die an die Bisinger Heide erinnern. Ich habe m den Rarttatenkasteu meuter Jugend manche I an den Eichenwald und an die Trift unten am See. lind Dutnmhett geworfen und das Ganze dem Feuer geopfert. I dann fliegen meine Gedanken, und es wird mir wirklich r^te2L rl'^«?« Gewebes bewahre ich doch noch. I wieder der alte Frühling mit den brechenden Knospen und jL9'e. tict .l «Pr.t9c« das gehörte auch uicht dazu. I dem Finkenschlag und den Ritten durch Grün und durch HeU'grum gewesen, und dem Schleier gelbe Felder und der Rast an der Quelle oder der Buch- Min r,,,»(?Akwh»fr,11A£rr Fkttfchist geworden. ^ch habe I tnng. Wer die Erinnerung hat doch mehr Weh als Glück. EbentiMr m-h*? glanzendem | Tu klagst mich au, daß ich so lauge nicht bei Dir gewesen! und iltoin Wappen, das dem \ ich sei Dir fremd geworden. Freda, ich fühle ja doch, daß Du

und ment ift - nicht anders willst. Meine Lippe hat nie ein Wort ge­

sprochen, das Tu als eine Aufforderung betrachten könntest. Dein Dein Los zt! wechseln. Aber mein Blick muß Tip mehr gesagt haben."

Er sagte mir alles, und ich wich ihm nicht ans. Doch auch mein Auge sprach und hat die Antwort gegeben." Ich habe sie verstanden. Dein Auge sagte nein. Du