Ausgabe 
15.12.1906
 
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Samstag den 15. Aezemöer t<4

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Im Manne des Geheimnisses.

Roman von H. v. Raesfeld.

Nachdruck verboten.

(Fortsetzung.)

76. Kapitel.

Auf der Spur.

Werner lüftete den Hut und sah scharf und unverwandt in das leichenblasse Gesicht vor ihm.

Und Sie sind Miß Fenton. Fch habe heute erfahren, Miß Fenton, in welchem Verhältnis Sie zu meinem armen toten Bruder gestanden haben. Ich habe mir gedacht, es sei vielleicht angebracht, wenn ich Sie einmal besuchte, denn sein Tod ist ein großes Rätsel."

Sie sagen die Wahrheit nicht" versetzte sie brüsk; Sie sind in ganz anderer Absichr hergekommen; !vas ist's?"

Er sah sie unverwandt an und las Furcht in ihren Zügen.

In dem Augenblick er konnte sich nicht erklären, warum, wodurch ihm der Gedanke kam, weshalb er ihm so blitzartig durch den Kopf schoß als er sie ansah, als er das blasse Gesicht, die wildeir, scheuen Augen bemerkte, kam ihm die Ueberzeugung, daß sie Jack ermordet habe.

Wir sind in großer Sorge", sagte er einfach.Haben .Cie gehört, wie gefährlich krank Jacks arme Mutter dar- niederliegt?"

Rein", erwiderte sie trotzig,kein Wort."

Es war etwas ganz Fürchterliches", fuhr er fort,ein entsetzlicher Schlag für uns alle. Wer hätte geglaubt, daß cm so harmloser Mensch wie Jack einen so tödlichen Feind hatte?" 1 ;

Er war kein harinloser Mensch; er war ein gemeiner Schurke!"

Still, still nicht solche Worte! Er ist tot. Ich ich dachte. Sie hätten ihn geliebt. Miß Fenton."

Geliebt! Geekelt hab' ich mich vor ihm!" versetzte sie wrld.Er war falsch, verräterisch, heimtückisch!"

Er ist tot", sagte Werner leise;schonen Sie ihn."

Es ist nicht in meiner Macht, ihn zu schonen", gab sie zurück;wenn das aber der Fall wäre, würde ich ihn sicher nicht schonen."

ernstdoch geliebt, nicht wahr?" fragte Werner

Nein; betrogen und hintergangen hat er mich!" ver­setzte sie.Und ich habe Zigeunerblut in den Adern; Zigeuner verzeihen eine Beleidigung niemals; sie vergeben einem Feinde nie!"

Wollen Sie mir nicht sagen, ivie Jack sie betrogen hat?" fragte er.

Sie sah ihn argwöhnisch an.

Nein! Habe ich gesagt, er hätte mich betrogen? Das geht Sie übrigens nichts an! Ich erzähle niemandem meine Geheimnisse,- sie sind bet mir am besten verwahrt."

Ich wiederhole", sagte Werner,sein Tod ist mir und allen ein großes Rätsel. Darf ich mich einen Augenblick hier setzen, Miß Fenton, und Ihnen mitteilen, welche schreck- lichen Folgen sich daran geknüpft haben?"

Sie erhob keinerlei Einwendung, und beide ließen sich auf einer Rasenbank in der Nähe nieder.

Ich habe manches von Kummer und Elend gelesen", Begann er langsam,nie aber von solchein Kummer, von solchem Gram, wie er augenblicklich auf Kemnnqhall herrscht."

Ihr Bruder war aristokratisch geworden", sagte sie höhnisch;er hatte sich in die feinen Damen auf Kenning- Hall verliebt. Eine üon ihnen eine junge und mit goldenen Haaren liebte ihn ja wohl; nicht?"

Nein, nein", erwiderte Werner ernst,kein Mensch auf Kenninghall hat sich um ihn gekümmert; das war ein vollständiger Irrtum. Soll ich Ihnen sagen, was wirk­lich ans Kenninghall vorgefallen ist?"

Ja", erwiderte sie müde;wenn es wirklich noch Wahrheit auf der Welt gibt, so möchte ich wohl etwaZ davon hören."

Auf Kenninghall lebt eine vornehme und schöne Dame. In ihrer Jugend hatte sie sehr viel Unglück und Leid> soviel, daß, wenn Sie ihre Geschichte könnten, Sie sie aufs tiefste bcinitleiden würden. Sie verheiratete sich heim­lich, ohne daß ihre Verwandten eine Ahnung davon hatten. Sic hatte manche bittere Kümmernisse infolgedessen. Jack Jefferies nun fand wie ich leider sagen muß ver­mittelst List und Trug einen Schlüssel zu diesem Ge­heimnis."

Geheimnis; jawohl", sagte sie müde;er sagte mir, es lvürde ihin ein Vermögen einbringen."

Das hat es auch getan, aber er war nicht zufrieden damit. Von einer unglücklichen Dame hatte er tatsächlich tausend Pfund bekommen, unter der Bedingung, über das Geheimnis zu schweigen."

Davon hat er mir nie auch nur ein Wort gesagt", sagte sie.Er versprach mir, wenn er das Vermögen be­käme, wollte er mich heiraten, und ich sollte Toiletten und Juwelen, Wagen und Pferde haben. Er hat mir nicht einmal gesagt, daß er das Geld bekommen hätte."

Er war nicht zufrieden", fuhr Werner ernst und leise fort.Von der einen Schwester bekam er dies Versprechen von jährlich tausend Pfund, von der anderen verlangte er die Hand ihrer einzigen Tochter, eines jungen und schönen Mädchens, die aber schon verlobt war und deren ganzes Herz ihrem Bräutigam gehört."

Und sie machte sich nichts aus ihm? Ich glaubte, sie hätte ihn auch geliebt."

Nein, nein; sie verachtete ihn. Nun sehen Sie, wie schrecklich das Netz ist, das Tücke und Zufall um diese Dame gewoben. Jack Jefferies schrieb ihr, er kännte ihv Geheimnis, und wenn sie es bewahrt wissen wolle, müsse sie ihn um 10 Uhr abends an einer bestimmten Stelle