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Redaklionr Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'kckm NnwersttätZ-Buch- und Steindruckeret. R, Lange, Gießen,
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Die Gewinnung und .Haltbarmachung xuter Fruchtsäfte ist für jedermann von Bedeutung. Jtuti ist es nicht vorteilhaft, den Saft nach alter Weise
dick mit Zucker einzukochen, da dadurch das köstliche Fruchtaroma und andere wichtige Bestandteile geschädigt oder S vernichtet werden, der übersüße Saft, auch mit viel er verdünnt, nicht nach jedermanns Geschmack ist. Ich empfehle darum auf Grund eigener Erfahrung mit Io- hannesbeer-, Heidelbeer- und Traubensaft folgendes .Verfahren: Man presse die Beeren aus, lasse den Saft etwa einen Tag im Keller stehen (aber nicht gären, weil dadurch der Fruchtzucker in Alkohol verwandelt wird). In dieser Zeit setzt sich das namentlich bet den eisernen Pressen Tutti Fruttl und dergl. mit ausgepreßte Fleisch der Beeren obenauf. . Tas nimmt man vorsichtig ab und kocht es mit etwäs Saft und dem nötigen Zucker zu vortrefflichen Marmeladen ein. Man füge dann dem Satz auf 1 Liter etwa 100—125 Gramm Zucker zu, außer bei dem Traubenfaft, der süß genug ist. Män kann auch die übrigen Säfte ohne Zucker sterilisieren, namentlich für Zuckerkranke, und nach Wunsch den Zucker bei dem Gebrauch hinzufügen. Dann fülle man den Saft in Flaschen mit Patentverschluß (gewöhnliche Bierflaschen oder auch größere, zu beziehen in
Magisches Quadrat.
Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehenden Quadrats sind die Buchstaben AAEEEEGGGGLN8S 8 8 derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechteitReihen gleichlautendFolgendes bedeuten;
1. Landwirtschaftliches Gerät.
2. Ein Gesäß.
3. Schwimmvogel.
4. Teil eines Hauses.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Citatenrätsels in voriger Nummer: Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder
dem Preis der Beeren 40—70 Pfg. Der Saft hat ein vorzügliches Aroma, er ist gerade so süß, daß er, mit Wasser verdünnt, angenehm schnreckt. Der Traubensaft schmeckt auch ohne Wasser. Man verwendet die Beerensäfte mit etwg dem 5- bis 6-fachen Wasser vermischt, kalt als Limonaden oder mit etwa 3 bis 4 mal so heißem Wasser vermischt, als vorzüglichen alkoholfreien Punsch. Was davon ent! Liter kostet, ist leicht zu berechnen. Es ist billiger als Bier. Natürlich finden die Säfte zu Suppen, süßen Speisen, Reisspeisen, auch! sonst in der Küche reichlich^ Verwendung. Sie sind nicht nur Genußmittel wie Wein und Bier, sondern ctitcE} Nahrungsmittel, namentlich für die Nerven. Es gibt nichts Besseres für den abgespannten Pastor zwischen seinen Predigten und Amtshandlungen als etwa Vt bis i/3 Liter sterilisierten Traubenmost.
Paasche. (Aus dem „deutschen Psarrerülatt".)
hert übermäßigen Tabakgenuß", sich große Mühe gibt, th» von seiner Leidenschaft zu heilen. Die schlecht gemachten Zigarren sind nicht zu rauchen: die Zigaretten gehen auseinander^ oder Matt findet nirgends die Sorte, die man haben möchte; die Aabak- pakete laugen auch nichts — und trotzdem steigen die Einnahmen der Regie beständm! In diesem Jahre wird der Staatsschatz für Tabak etwa 470 Millionen einflreichen. Und tote hoch sind feine Ausgaben? 83 Millionen! Also ein Remgetomn von 387 Millionen. Die Erträge des letzten Jahres werden danach um etwa 14 Millionen übertroffen werden. Und in demselben Verhältnis, um 13 bis 14 Millionen, steigen die Einnahmen nun schon seit zehn Jahren. Inzwischen führt die „Liga gegen den übermäßigen Tabakgenuß" ihren Kampf weiter: sie kann nicht. nur bestehen, sondern sie blüht sogar und macht auch Fortschritte. Die Zahl ihrer Mitglieder wächst in jedem Jahr um mehrere Tausend. Es ist schwer einzusehen, wie die, e beiden Statistiken mit einander in Einklang zu bringen sind; aber trotzdem sind sie beide richtig.
* Die Redaktionsfirene. Die Zeitungen jenseits des Ozeans sind uns in vieler Hinsicht voraus, vor allem auch in der Reklame. So berichtet der „Gaulois" von einer neuen Einrichtung, mit der man in Amerika in diesen sommerlichen Aagen großen Erfolg haben soll. Es ist die „Redaktionssirene". Auf dem Dach der Redaktion einer großen Tageszeitung hat man eine gewaltige Sirene aufgestellt, die über 5000 Pferdekrafte verfügt. Wenn ein besonders sensationelles Ereignis geschehen ist, dann stößt die Sirene einen weithinschallenden Ton aus und die Stärke dieses Klanges, die weithin dröhnt, steht,im Einklang ,
mit der Wichtigkeit des Begebnistes. Sogleich ist jeder Mensch I verschiedenen Farben und Großen von der Mt.-Ges. für in der Stadt davon benachrichtigt, daß etwas Ungewöhnliches i Glasindustrie, vornr. Friedr. Siemens zu Tresben-M. oder
passiert ist; seine Aufmerksamkeit, seine Neugierde ist erweckt I bereu Niederlagen, 100 grüne Literflaschen kosten z. B.
setzte daraufhin eim Buße von 100 Dollar fest, die bei jedem fülle Wasser ein, bis es über den Flaschentopfen steht, Hetze,
Schrei der Sirene für eine Minute sofort gezahlt werden muß. i bis das Wasser etwa 60—/O Grad Celsius erreicht hat und
Nun ist allen Teilen geholfen, die Regierung bekommt täglich I lasse es auf dieser Höhe etwa 25 Minuten stehen. Man!
große Summen, das Journal, das seine Sirene fleißig weiter- I bringt also den Saft nicht zum Kochen, dadurch würde ' rufen läßt, hat eine ungeheure Reklame und den Bewohnern 1 unangenehme sogenannte Kochgeschmack entstehen. Iw wird, jede Nachricht sofort angeknndigt und auch mcht das geringste | ,^t man die Flaschen etwas erkalten, damit .sie
porenthalten.. Wäickerin Die Familien- I bei dem Herausnehmen in heißem Zustande nicht springen.
Wäsche in Südafrika verlangt große Ausgaben., Perser, Kaffern I Der Saft hält sich auf diese Weise, l"hr^aufl. Sollte sich,
und Kapfrauen besorgen die Wasche in ihrer Weise. Man bezahlt | was tch namentlich bet Traubensaft bemerkt habe, auf dem
gewöhnlich jeder Wäscherin per Monat ein Pfund Sterling. 1 Boden der Flasche ein trüber Niederschlag bilden, so schadet Diese Frau verschwindet sehr oft nach.Verlauf eines Monats i das der Haltbarkeit und dem Geschmack nicht. Es ist das.
mit der Wäsche. Man sucht sie und findet sie nach vielen Schttne- I SE enthaltene pflanzliche Eiweiß, welches zum Ge-
rigkeiten. Man entdeckt sie im Kreise ihrer Familie und smdet | rjnnen gebracht und als unlöslich ausgeschieden wird. Will ihren Herrn Gemahl und ihre Herren Sohne mit der Wasche I ntan aus dem Saft entfernen, so füllt man zu ge- fiwtt « wwb ä säwä »äm während ihre Tochter, die neben ihr kniete, meinen kostbaren Unter- I auf dieselbe Weise. Ein Liter fertiger Saft kostet je nach rock und meine Jacke anhatte und Kartoffeln schälte." f m...... 4n 7n mr~ hnTa
* Einen Hymnus auf die östreichische Mehl-! speiseiiknnst stimmt in der Wiener „Zeit" Carrh Brachvogel an. Es heißt da unter anderem: So bleibt denn die Mehlspeise, die echte, liebe, solide Mehtfpeise ein unveräußerliches Kron- recht Oesterreichs. Sehnsuchtsvoll blicken die Völker Europas zu ihr hin wie zu der blauen Grenzlinie der Alpen, denn ihr Name allein verheißt ein Wunderland. In einfacher Lieblichkeit, gleich sanften Vorbergen, türmen sich Buchteln, Strudel, Golatschen, Kipferln, Krapferln, Tascherln, Stangerlu, beblumt mit Rosinen und Weinbeeren, erfüllt vom Dust der Vanille, des Orangen- oder Zitronenzuckers, durchzogen von stillen Schokolade- gerüchen, übertost von schäumenden Ehaudeaus. ließet ihre einfache Lieblichkeit weg ragen Torten, Cremes, Gefrorenes und Halbgefrorenes mit dem blinkenden Firnerschnee ewigen Schlagrahms. In diesem Wunderland schweigt aller , Haß der Parteien und Nationalitäten. Jeder erkennt, daß diese heiligsten Güter _ m allen Provinzen und in allen Idiomen gewahrt werden müssen. Befriedigt vernehmen die Völker Europas solche Kunde.
* Berechtigte Frage. Dem kleinen Fritz gibt man einen kleinen Negerlnaben als Spielkameraden. Fritzchen sieht sich den kleinen Schwarzen erst lange nachdenklich an, um ihn dann zu fragen: „Sage mal, um wen trauerst du beim?"
* Die Hausfrau. „Ei, Frau Meier, was häkeln Sie beim da Schönes?" — „O, das gibt Schutzdeckchen über meinen Sofaschoner."
* I m m e r derselbe. „Herr Professor haben drei Brillen?," — „Allerdings! Eine gebrauche ich zum Lesen, eine für die Ferne, und mit der dritten suche ich gewöhnlich die anderen zwei!"
* Verfehlte Mahnung. Sie: „Na — jetzt hast Du über g'rad' g'nug Bier getarnten!" — Er: „Recht hast D'! — Kellner, die Weinkarte!" !


