Ausgabe 
14.9.1906
 
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Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der B r ü h l'fchen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen

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Vermischtes.

* 93o n der S cheuersrau zur Braut eines Lords. Die in London und New-Port so überaus gefeierteGibson Girl Camille Clifford ist ja auch bei uns in Deutschland ausgetreten, md daher wird ihre Verlobung mit dem Honorable Leutnant Henry Lyndhurst Bruce, dem ältesten Sohn und Erben Abberdares, juch bei uns interessieren. Der Vater des jungen Brautigams jreilich, der ein immens reicher Kohlenmagnat ist und sich des Lordtitels noch. nicht allzu langer Zeit ersreut, ist von dieser echt weltmännischen" Tat seines Sohnes nicht sehr entzückt, den» seinem streng religiösen Eiiipsinden siiid alle Schauspieler em Greuel, schöne Schauspielerinnen aber, die seine Schwiegertochter werden wollen, besonders surchtbare Erfindungen des Satans. Mist Clifford ist anderer Ansicht; wie sie in verschiedenen Aussätzen in ainerikanischen Blättern aussührt, sicht sie gar nicht ein, warum eine Schauspielerin nicht die Gattin eines Lords werden sollte, imb

der Daumen, der schüttelt bie Pflaumen usw. etwas ab- geändert, aber unverkennbar tmeder bei den Suaheli m Südost-Afrika und bei den Kurbsch m Ostindien. Ebenso finden wir das bekannte Gänsesprel auch bei den sudost-- afrilanischen Baronga und bei den Tschuktschen an der äußersten Nordspitze Asiens, an der Behring,traße. ^n. dem großen Kapitel der Liebesgedichte finden wir alle lieber, gange von den einfachsten Anfängen bis zu den zartesten Blüten der Empfindung. Wir finden Ausdrucke, die an die feinsten Empfindlingen erinnern. Selbst bei den In­dianerinnen, die iubezug auf die Liebeslieder nicht be- ionders stoch stehen, sind die Ausdrücke für Liebe so mannig- faltia, daß wir kaum mit unseren europäischen Ausdrucken heranreichen. Diese Liebeslieder beginnen schon im zarten Alter, da das Mädchen bei den Indianern zwanglos und frei ist, bis sie als Frau in das Eigentum eines Mannes überlebt Auch der schwarzen Rasse fehlt nicht das poetische Talent. Unter den afrikanischen Völkern stehen die Hamiten über den Negerinnen, und speziell zeichnen sich die Somali- Frauen durch tiefe Liebesgedichte aus; sie bevorzugen die Krieger, haben also wie unsere Mädchen Interesse für zweierlei Tuch. - Ich übergehe die Rache- unü Eiferiuchts- lieder; das menschliche Mitleid hingegeii nmcht sich besonders bei vielen Frauen bemerkbar. Mungo Park erzählt, daß er einst am Niger beraubt und fast verhungert am Wege lag; eine alte Negerin fand ihn und brachte ihn m ihre Li'tte Als er wieder zu sich kam, hörte er die Alte singen, und zwei andere in der Hütte anwesende Weiber sangen den Refrain mit. Das einfache Lied lautete:Der Wind heulte, der Regen fiel, der arme weiße Mann lag nag unter unserm Baum; er hatte keine Mutter, die Milch zu ihm brachte, kein Weib, das Korn für ihn malte. Refrain: Habt Mitleid mit dem weißen Mann!" Von den Klage­liedern, die nicht nur Toteuklagen, sondern auch durch den Glauben an Dämonen veranlaßt sind, erwähnte der Redner ebenfalls einige. Eine Negerin singt an der Leiche des Mannes:Verlassen hast du mich, ntetn Gatte. Was soll ich nun beginnen? Du hast mich ernährt; jetzt werde ich verachtet." Eine Maori-Frau aus Neuseeland klagte: ,,^ch weine um die Kinder, die nun an mir hangen, beraubt ihres Vaters, der still jetzt und tot. Kehr wieder, kehr wieder zu deiner Behausung, der Stätte, wo mein Herz so fest dich umschlang. Dahin ist der Sänger, der den Morgen begrüßt, verlassen für immer, die heiß ihn geliebt. Den Schluß in der Stufenfolge mögen Arbeitslieder bilden, die nach einer freilich bestrittenen Theorie bet den Frauen am meisten auftreten, weil die Frau bie am meiste» ar­beitende ist, und der Rhythmus der Arbeit mit dem des Liedes zusammenfällt. Am stärksten treten Lieder hervor, die sich auf das Nahrungsmittel beziehen; em Beispiel sei das Lied der Araukanerinnen:Wir reihen den Weizen für den Fremden, der von weit hergekommen ist; möge das Mehl recht weiß für ihn werden und aikgenehnt schmecken; denn er brachte uns Glöckchen und gab uns Perlen für unser Haar." Wenn wir das vorhandene Material sichten, so finden wir neben, recht einfachen Sachen tiefere und feinere Empfindungen, die bei beit Naturvölkern tu vernehmen wir uns freuen. Jedenfalls aber ist eine Skala vorhanden: Am tiefften stehen die Australierinnen; bann folgen die Negerinnen und Indianerinnen; höher stehen die^ drawidischen Eingeborenen Ostindiens, und am höchsten stehend ftnben wir die Polynesierinnen.

bäli sich dazu mit ihrem Schick und ihren: geistvollem Reprasen- tation§ta(ent für viel geeigneter als manche Aristokratin. Wirtlich bat sie ja auch durch ihre Karriere bewiesen, daß sie keine gewöhn­liche Frau ist. Die in Millionärskreise» angebetete Schönheit stammt aus Schweden und ist als junges Mädchen nach Amerika in einet Steinte cjefoHinien. '£vcl)on bei bev Hebei in l)tt wiube b(i3 auffallend hübsche fünfzehnjährige Ting zum Mittelpunkt des ganzen Schiffe» machte zahlreiche Eroberungen und bekam eine Ahnung davon, welche Erfolge ihrer in demLande der unbegrenzten Möglichkeiten" Harrten. Bei der Tante hielt sie es nicht lange aus, sondern stellte sich aus eigene Fuße und wurde zunächst Dienst- mädchen bei einer reichen Dame. Die ainerikanischen Blatter geiallei: sich besonders in der Aiismalung einer Aschenbrodelszene: Die jmige Schönheit scheuert die Steinfliesen im Flur der Sommer- wohnung ihrer Herrin ab und sieht mit sehnsüchtigem Mick den in eleganten Automobilen vorbeisauseiiden Mondame» nach. In ivenigen Jahren hat sie es weiter gebracht als die ernst von ihr o bewunderten Samen! Die Bühne war natürlich auch sur sie das Sprungbrett, voii dem aus sie sich in die Sphären des Ruhmes und Reichtunis hinauischwang. Ein findiger Theaterdneltor er­kannte die außerordentliche Grazie ihrer biegsamen Figur und Vie große Tournüre ihrer Haltung, und stellte sie in dem erfolgreichen AusstattungsstückDer Fürst von Pilsen" an bie sichtbarste stelle. Damit mar ihr Glück gemacht, und in Ncw-Pork sprachen die Mitglieder der eleganten Millionärskreise lange Zeit von mchw anderem als von der schönenChorus-Girl", die sich so gescymeidig verbeugen, so unnachahmlich keck und elegant sich bewegen konnte. Auch in London wußte sie die Herren der 9cnneife boree an :()« t Triumphwagen zu fesseln, und von dort drang ihr Ruhm dann .überall'über den Kontinent. Camille Clifford hat euien bestimmten Typ der amerikanische» Fraii, die stolze Beherrschen» des Leben», bie »»ter de» Aristokraten der alten Welt fiotbe austeilt und m ihrer kraftvolle» Gesundheit die Verkörpermig einer neuen Rage darstellt, vorzüglich zum Ausdruck gebracht; sie hat m ihre Gesten eine echte Charakteristik und seine Anmut zu legen gewußt und ich stets als geistreiche Beobachterin gezeigt. Warum soll sie mcht auch als Lady ihren Platz auSfülle»?

* Die H e tr ats lo tter t e. ^n Italien soll wieder eine Heiratslvtterie organisiert werden, deren Plan^nach dem der berühmten Mailänder Heiratslotterie vom >iahr 1903 entworfen ist. Die Preise sind, tote am englisch , Korrespondent berichtet, dreißig junge Mädchen, bie tu einer Schönheitskonkurrenz den Sieg davongetTEN haben. Die Lose kosten zehn Lire. Die dreißig! jungen MädchenUverden mit Mitgiften in verschiedener Hohe ausgestattet, der erste Preis soll eine Million Lire betragen . . . Für einen Haupt­gewinn von einer Million und einer schonen Frau, dazu sind zehn Lire gewiß ein geringer Einsatz! ^och dazu wird der glückliche Gewinner nicht gezwungen, zu dem Gelbe unter, allen Umständen auch dis Frau zu nehmen; sollten die beiden nicht aneinander Gefallen finden, so teilen sie ein­fach die Summe und jeder geht seiner Wege.

Citatenrätscl.

Nachdruck verboten.

Aus jedem der folgende» Citate ist ein Wort zu nehme», so daß ein neues Citat ergiebt:

1. Das Bessere ist der Feind des Gutem

2. Dann erst genieß ich meines Lebens Recht, Wenn ich mir's jede» Tag auf's Neu erbeute.

3. Im wuiidcrschöueii Monat Aiai, Als alle Knospen spränge».

4, Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, Und neues Leven blüht aus de» Rumen.

5. Es ist einmal so Sitte.

6. Wir sitzen so sröhlich beisammen Und habe» ei»a»der so lieb.

7. Wer sich behaglich fühlt zu HauS, Der reimt liicht i» die Welt hinaus. .

8. Und kommt der Frühling, trink' ich ivieder

Aus Freude, daß er endlich da ist.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Gitterrätsels in voriger Nummer: