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. Südpolarreisen dem Leser vorzufuhren. Das Ratsei des Nord-
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Logsgriph.
Nachdruck verboten.
Mit „H" sind wir ein Kleidungsstück, Aus Leinwand gefertigt ober aus Tuch; Mit „R" dagegen werden wir Blumen, Die dich erfreuen durch Wohlgeruch.
Auflösung in nächster Nummer.
genießende Sinnlichkeit der Renaissance fehlt bei Rembrandt. Sie i y . f . r. t-1 rjC-_______x.4*0vhrtv* »ntl/Ynt itftu
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in einzelnen Ausbrüchen, die mit Ekel und Reue, mit Demütig- | ung und Sündenbuße wechseln. Darum umhullt er den Körper I mit Stoffen, die mitleidsvoll Farbe und Licht auf trinken; aus Lumpen und Flicken weiß er eine rührende Schönheit strahlen zu lassen, aber noch lieber verbirgt er die Leiber m kostbaren Prunk, weil er dann alles Einzelne, alles Persönliche eintauchen kann in die Flut der allumwogenden Sonne, der über dieWelt gebreiteten Farbe, die jedem Einzeldlng das Wesen de» Ewigen emflößt. Nur die Gesichter reden, werden zum spiegel der Seele. Die schöne Geste war bei Rembrandt immer gegen die ausdrucksvolle leidenschaftliche Gebärde zurückgetreten; ullmah- lich verstummen die Hände, glätten sich die verzerrten Gesichter; auch die Züge sind in Schatten gelegt, mit Ruhe erfüllt. Nur aus den Äugen bricht ein ewiges Leuchten, da» innerlichste drückt sich in leisen Nuancen aus, einem Vorbeugen, einem Umwenden. Heilige Stille! Nur die Seelen reden und die Farben, ein Zinnoberrot, ein Violett, klmgen an mit einer Musik, die wie den Gesang der Sphären nur die Weisen und Ärnder hören. Statt der festumgrenzten Einzelperwnlichkeit gibt viem- brandt allgemeine ewige Typen des Weltgeschehens. Die Psychologie vielköpfiger Massen wird lebendig, die gestaltlose Vielheit schließt sich, zu einem geheimnisvollen Wesen zusammen. Ans dem Raum dräiigts heraus in Unendlichkeiten; wogende Urformen ballen sich zusammen, die Himmel sind aufgefa-lossen. In seinen Landschaften fließen Himmel, Erde und Mensch zu einer einzigen großen Harmonie zusammen. , .
Rembrandt ist ein Sohn Hollands. Nur dieses freieste Land konnte einen so freien Menschen hervorbringen; aber Holland war auch das Land der fernen Wunder, das den Blick eröffnete für exotische Formen, die dämmernden Wunder des Orients. Das Judenviertel Amsterdams wird seine Heimat. Leibhaftig siebt er hier die Gestalten der Bibel vor sich in dunklen Winkeln und in glühenden Schatten, ein Volk, besessen von ausschweifend wirren Phantasien, den dunklen Rätseln der Kabbala hingegeben, und dabei nüchtern und klar Uou .eiserner ®nergte ®ie tWten Leistungen menschlichen Genies, sie haben sich diesem seltsamen Urgrund entrungen. Rembrandt und Spinoza. Sie beide stehen mit ihren Füßen auf dem Boden Hollands, aus bent 0runde der Joedenstreet. Mit ihren Häuptern reicyen sie wie die mystischen Helmträger mancher Bilder Rembrandts in die Wolken, in die Ewigkeit. Dem „natürlichen Lichte" des Verstandes, das ihrem Jahrhundert leuchtete, sind sie beide gefolgt, haben sich selbst erforscht, ihr Inneres tausendfach beobachtet; tut steten
hie Geisterstimmen einer anderen Welt und in leise sich löseiiden Umrissen offenbarten sich die Seelen ihre letzten innersten Em- Windungen. „Alles Vergängliche ist nur ent Gleichnis.
Die Kunst Rembrandts ist aus der des Barocks geboren worden Wie Shakespeare und Bach ist auch er der Vollender einer Entwicklung, die sich aus der Renaissance heraus tm Gegen- fabe zu ihr entfaltete. Eine tiefreligiöse Strömung hatte sich in der Gegenreformation geregt. . Die Abkehr von allem Heid- nischen und Antiken äußerte sich m einer Verachtung der schönen Form der ruhigen Harmonie. Aus ihrem Gleichgewicht gerissen,' peinigte sich die sündige Seele mit den Bildern grausamer Askese, wilden Ekels; ein Fluch lastet wieder auf allem irdischen. In einem brutalen Naturalismus druckte: sich dieser^ Abscheu vor allem Weltlichen aus; eine an Schrecken und Ona len ki« !>«>• hpm GSrnfifiAffen Nicht zuruckschreckte, er-
reiche Kunst die wr Mni Gräßlichsten nickst zurückDreckte schlitterte die aufgeregten Gemüter. Eine ekstatische Frmmnigkeit LL,r. iifterait durch. Die düster grauenvollen fanatisch wilden Werke der spanischen Meister geben diesem Geiste Gestalt; tn SÄ'SS dem' jähen, «zucken fahlgelben Feuers, wie sie die Visionen des Domenico Theodocopuli, beä zeigen, wetterleuchtet etwas von Rembrandts Genie. Der Mutler»- solm von Leyden hat diese Ansätze (der Knnst.vvr ihm) von Eara- vaggio an in sich vereinigt, selbst alle Phasen noch einmal der Barockkunst durchlaufen, um sie dann ganz zu nberwindeii. Seme ersten Bilder, wie der sein Licht anzundende Geldwechsler, die Greise und alten Frauen haben jenen Naturalismus, der sich an runzliger Haut, an bleichen Schatten ergötzt. Sem entfttzllch häßlicher Judas, die grauenvolle „Blendung Srmons , die furchtbare Schlachtung Isaaks weichen dem Gräßlichsten nicht aus- Sein erstes Menschenpaar sind keine ebenmäßigen, nackten Gestalten, sondern deformiert-', groteske, ungestaltete, fast aften- ähnliche Figuren, in denen nur Menfchenleid und Menschengier erschütternd ausgedrückt ist. Rembrandt ist der stärkste Äntipobe der antiken Kunst, den dieWelt gesehen; m ihm siegte der Geist einer neuen Zeit vollständig über die Rengmance. Die feste, sichere Siegesgewißheit, die plastische Körperlichkeit pnnenfrenbi- ger Erdengöttcr ist verschwunden; .auch das Reich, Rembrandts ist nicht von dieser Welt. Seine nackten Menschen sind nicht ein Spiel schön geschwungener Linien und ebenmäßiger Proportionen, sondern arm und bloß, wie sie der Herr geschaffen, behaftet mit dem Fluche der Ausgestoßenen, erscheinen die Leiber der Sterblichen, und nur das Licht, das versöhnende,^ gnadenvolle, umströmt sie mit einem goldigen, warmen schein, umhüllt
Pols ist, wie uns der Verfass er auseinanderfttzt, bereit» nahezu gelöst; um so mehr ist noch am Südpol zu entdecken, wo ganz verschiedene und ungleich interesfanterei wichtige Aufgaben m der Antarktis vorliegen. — Da die Kosmos-Leitung neben Der reich-illustrierten, unterhaltsamen Monatschrist ,,Kosmos-Hanv- Handweiser" als Vereinsgabe an») noch 5 solcher uatiirum schaftlicher Bücher liefert, die in allgemein verständlicher Wem interessante Fragen beleuchten nnb neuere FoAchiMgeu da legen, so ist das schnelle Anwachsen der Mitgllederzahl 20 000 kaum verwunderlich. Wir können den Beitritt zur.«os- mos-Gesellschaft empfehlen; Aiimeldungen Nimmt ;ede Buchyauo
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'kchen Universitäts-Buch- und Steindruckeret. R. La^ge, Gieß««'
Erkenntnisbrange W bet Maler zunäckK so gut Rativualtst wie der Philosoph. Wie Spmoza die Inden verfluchten, si, verstießen Rembrandt feine Mitbürger. Aber sie fragten nicht mehr nach den Menschen; zwei „gottrnnkene" Männer strebtest sie aus allem Endlichen heraus. Und sie empfanden den mnerest Zusammenhang mit dem Ml; .pantheistisch w« spmoza schuf der Maler seine Landschaften, in denen der Mensch mit Baum und Strauch, mit Erde und Himmel sich vereint; em Umarmen der Welt ist es als des Gesäßes alles Göttlichen. Denn wie bei Spinoza die einige Substanz alle Dinge durch,iromt, m den toten Körpern und Stoffen noch lebt und wirkt, so ist auck das Licht Rembrandts in allen Gegenständen, glüht aus einem roten Mantel, einem Edelstein so gut, wie aus einem Glas ober einem Stück Holz.
— Deutsche Kultur. Juniheft. Iw dem Leitaufsatz Ibsens Tod" nennt der Herausgeber H. Dnesmanns den "nordischen Magus" den tiefsten Dichter-Philosophen germanischer Äbstammimg. Eine eigenartige Note in der Unmasse der tetzt erscheinenden Pädagogischen Artikel bietet der Auflatz „Erziehilug zur Aristokratie", dieses Wort im Sinne der geistigen H-uhrerschaft verstanden. „Lautes und Leises aus Siebenbürgen' von R. Ziegler bringt uns Kunde von dem geistigen Leben und beit poetischen Äeußerungen unseres versprengten Bvuderstammes. „Eine NeuaiiKgrabung von Hegels Äeligionsphilo,ophie , das Werk des Karlsruher Professors Arthur Drcws, würdigt Professor Max Schneibewm. Born große« Gesichtspunkte ausgehend, charaktenftert Hugo Erdmann bte Führer der Secession: Liebermann, Corinth u. a. Aus dem übrigen reichhaltigen Teil heben wir hervor „Dem Lied der Deutschen eine deiftsche Weise", „Schuldirektoren lebenslänglich oder auf Zeit?", „Die Kntturaufgabe des Sozialismus" von Ellen Key. Ein volKwirtschastlicher. Artikel „Der Kampf gegen den Kaufumnn" sucht den volkswirtschaftlichen Wert des Unter- nehmertiims darzutun. Als deutsche Kulturkampfer werben gewürdigt Albert Katthoff, Max von Eyth, Josef Viktor Widmann, Karl Spitteler, Theodor Fritzsch. — Eine besondere Beilage zu dein Heft ist dem Heimgegangenen Philosophen Eduard von Hart- mann^ ^mdmet. Wilh., Die Rätsel der Erd pole.
I Jägern der
■’ ' Weit der Renai„ance fehlt bei Rembrandt. Sie I Naturfreunde (Geschäftsstelle: Franckhsche Verlagshandllmg). -- fast schmerzhaften Schreien hervor,^ enlladt sich I geit^Tm Uo1, ^^^nd Jahren die kühnen Wikinger aus ihrer Htt- .............. " niat die ersten Vorstöße nach Norden, in das Helheim ober Yans des Todes ihrer Sagen, wagten, haben die Ver,uche der Aieu,chen. die Geheimnisse der Polargebiete aufzudecken, nicht mehr aufgehört. Zahlreiche Opfer hat ihre Erforschung gefordert, e,ne Reihe erschütternder Katastrophen vollzog 1 ich in den arktycheu Regionen, und trotzdem ziehen immer neue Expebitioiien nach Norden wie nach Süden, um das Raftel der Erdpole zu lostu. Was suchen diese verwegenen Forscher denn nun £106111(1(1) in btii schauerlichen Gebieten des ewigen Eises ? Was hoffen fic dort zu finden, das solche Wagnisse lohnen konnte? Welche giogra- phischen, biologischen unb erdmagnetifchen Probleme gibt c» dort zu studieren? Inwieweit ist ihre Lösmig bisher gelungen und was ist der Zukunft noch Vorbehalten? Diese interessanten Fragni erörtert Dr. M. Wilh. Meyer in seiner neuesten Arbeit zimaM, — anschließend daran die wichtigsten der bisherigen Nord- un»
Auflösung des Ergüuzuugsmtsels in voriger Nummer: Wer den Besten feiner Zeil genug
Getan, der hat gelebt für alte Zeiten. Schmer.


