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sie, trt kleinere Stückchen zerschnitten, trocknet oder indem man sie in Büchsen oder Gläsern einmacht. Das Einmachen kann nach bekannten Vorschriften in Essig geschehen oder durch Einkochen, Sterilisieren. Zu letzterem Verfahren empfiehlt es sich am meisten, sich des Weckscheit oder eines auf demselben Prinzipe beruhenden Sterilisierapparates zu bedienen. Für alle derartige Zubereitungsweisen finden Sie in dem ersten Bande des Mrchael- schen Werkes genauere Vorschriften. , ,
Indem ich nun zum Schlüsse komme, möchte ich noch die Hoffnung aussprecheu, daß recht viele von Ihnen nach dem heutigen Vortrage die Anregung mit nach Hause nehmen, sich auch ferner mit den schönen Gebilden der so vielseitig formenden Natur, mit den Pilzen, zu beschäftigen. Ich bin überzeugt, wenn Sie xs tun, werden Sie sicher Ihre Freude daran haben.
vermischtss.
* li e B e r Begräbnis prunk macht Wilhelm Bode- Weimar in einem längeren „Vom Luxus" überschriebenen Aufsatz des „K u n st wart s" beachtenswerte Bemerkungen ; er schreibt: „Der Gärtner und seine Gehülsten sind brave, sympathische Leute; ihnen einen Vorteil zuzuwenden, scheint allemal angebracht zu sein; aber es macht doch einen großen Unterschied, ob wir ihre Arbeit zu Tand rind Spiel oder zu einem dauernden Werk benutzen. Man Lenke an unsere Begräbnisse: sogar diese ernstesten Feiern hat ein ethisch verwildertes Geschlecht in Prunksachen verwandelt! Selbst wenn die Majestät des Todes vor uns tritt, besinnen wir uns zuerst auf unsere Protzenpflichten. Müssen wir einen Kranz schicken? Wie teuer muß er seiu? Oder ist wohl ein Palmenzweig unerläßlich? Es entsteht bei jedem Begräbnis in „guter" Familie eine Ueberschivemmung von Kränzen, Palmen und Schleifen, die vorher in den Schaufenstern der Blumenläden zur Schau ausgestellt waren; die Philister zählen sie, wie sie die Telegramme bei einer Hochzeit oder die Glückwunschkarten bei der Konfirmation ihres Töchterleins zählen; man sagt sich gar nicht, daß der Tote unmöglich so viele Freunde haben konnte, tvie hier Trauerzeichen eingebracht wurden. Das Zeug wird dann aus und hinter dem Leichenwagen einhergefahren und getragen; in ein paar Tagen fängt es an zu faulen, und bald findet man von den Spenden nur noch so geringe Spuren, wie sie den Resten der Trauer in den Herzen ihrer Absender manchmal entsprechen. Diese eigenartige Bezeugung unserer Betrübnis kostet bei manchen Beerdigungen Tausende, ja Zehntausende von Mark; die Gärtner verdienen dabei, im übrigen bleibt nur ein bescheidener Beitrag zum Düngerhaufen. Mit demselben Gelde, das der Kranz kostet, kann ich auch einen Obstbaum pflanzen oder eine Reihe Stachelbeeren oder Johannisbeeren setzen lassen. 'Da. verdient der Gärtner ebenfalls, zugleich entstehen und bleiben wirkliche Güter, die mich bereichern, auch einigen anderen nützlich und angenehm sind und noch meinen Nachkommen Freude bereiten. Es ist kein großer Beitrag zum Wohlstand des Landes, aber es ist ein Beitrag; das ausgegebene Geld ist nicht verschwendet, sondern nützlich verwendet; es ist vorteilhaft umgewandelt. Roch besseren Dienst leistet das Geld oft, wenn wir es nicht für uns, sondern für die Allgemeinheit ausgeben. Eine Dorfgemeinde besitzt an einem Berghange zwischen zwei Straßen einen Streifen Land, aus dein jetzt wilde Blumen stehen und sieben hohe Pappeln wachseil. Die Bauern wollten diesen Streifen Landes rationeller ausnützen, also die Pappeln abschlagen, denn sie bedachten oder fühlten nicht, daß just diese Gruppe, hochragender Bäuine ihre Landschaft sehr verschönerte. Einer meiner Freunde hörte rechtzeitig davon; er pachtete diese siebeil Pappeln der Gemeinde um ein Billiges ab, rettete das Landschaftsbild und befriedigte doch auch die Bauern, die bar Geld sehen wollten. So köimten wir oft mit geringen Kosten auch neue Bäume pflanzen lassen, die nach zehn Jahren dem Wanderer Schatten und dem Singvogel eütcit Nistplatz bieten; und wenn sich die Freunde des verstorbenen Herrn Müller zusammentäten, so könnten sie statt der Palmenzweige sogar eine Baumgruppe an dem Wege, wo er am liebsten ging, schaffen und eine Ballk darunter Nlit der Inschrift versehen: „Müllers Ruh — gestiftet von seinen Freunden".
* Schulhumor. (Selbsterlebtes, mitgeteilt vou einer Lehrerin.) Frage: „Was sagte denn wohl Jairus Töchterlein zu dem Herrn Jesus, als es auferweckt worden war?" Antwort: „Guten Morgen!" — Frage: „Was hätte Eva
der Schlange sagen Missen, als' diese ihr den Apfel anbot?" Antwort: „Sie hätte sagen müssen: Ich will erst mal mit meinem Mann darüber sprechen; das tut Mutti immer!" — Frage: „Warum wurden Adam und 'Eva aus dem Paradiese getrieben?" Antwort: „Sie waren denk lieben Gott zu sehr in die Aeppel gegangen!" — Frage: „Warum hatte wohl der liebe Gott den' einen Baum mitten in den Garten gepflanzt?" Ant- wort: „Ec wollte das Beste für sich behalten." — Frage: „Was erblickte Abraham hinter sichln der Hecke?" Antwort: „Abraham sah> eine Witwe mit ihren Hörnern in der Hecke hängen." — Frage: „Was wollten Maria und Josef ut Jerusalem?" Antwort: „Sie wollten da Sedan feiern." — Frage: „Was antwortete der Herr Jesus der Mutter Märta, als diese ihm sagte: Sie haben keinen Wein mehr?" Antwort: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen; er wollte wahrhaftig nicht vom Tisch aufstehen deshalb!"')
— Die Berliner Fr au enbew'e g un g Marschiert ohne Zweifel in der vordersten Reihe. Aus diesem Grunde treten aber auch bei ihr die Fehler und Auswüchse ant schnellsten und markantesten zutage, und eine Schilderung dieser Auswüchse darf darum innerhalb der massenhaften Frauenbewegungsliteratur unserer Tage auf Beachtung rechnen, zumal wenn sie von einer so gut orientierten Autorin stammt, wie Fräulein Dr. Ella Mensch, unserer früheren Darmstädter Mitarbeiterin, die vor eilt paar Jähren in Berlin einen größeren Wirkungskreis gefunden hat. Gerade weil die Verfasserin selbst überzeugte Frauenrechtlerin ist und in der Berliner Frauenbewegung brüt steht, wird ihre kritische Auseinandersetzung mit der Berliner Frauenbewegung, resp. die teilweise sehr scharfe und urwüchsige Schilderung ihrer Schattenseiten Interesse erregen. Um von dem Inhalt des Büchleins einen Begriff zu geben, seien nur einige Titelüberschriften angeführt: Briefe moderner Törinnen — Unklare Schwärmgeister — Die Friedensfanatskertn — Die Bereinswühlerin — Die Modestudentin — Die Vortragsdilettantin —• Die alte Jungfer und ihre Neubelebung — Hexensabbath in der Literatur — Liebeszigeunertum in der Lyrik — Neurotiker — Tas 3. Geschlecht — Die Geistlichkeit und die Frauen tc. rc. Dr. Ella Mensch's Buch betitelt sich „Bilderstürmer in der Berliner Frauenbewegung" (Preis 1 Mk.) und ist im Verlag von Hermann Seemann Nächst, Berlin NW. 87, erschienen.
— Kunstgewerbliche Fragen sind durch die große alldeutsche Ausstellung in Dresden ins Rollen gebracht. Aber noch immer tut es gut, auch unter dem Vergangenen Umschau zu halten. Zur rechten Zeit kommt da ein reich illustrierter Aufsatz, mit dem Jarno Jessen in Heft 22 der „Modernen Kunst (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57. Preis des Heftes 60 Pf.), einen Streifzug in das reiche Gebiet des „Altfranzösischen Kunstgewerbes" unternimmt. Eine Reihe „Schlesischer Magnatensitze" läßt in demselben Heft Graf Chlodwig zu Sayn-Wittgen- stein an unseren Augen in Bild und Wort vorüberziehen. Liebenswürdig plaudert Dora Duncker von den „Wiener Frühlingsausstellungen"; Dr. Kurt Erler widmet Henrik Ibsen einen Nachruf. , j •, ,
Gitterrätfel.
In die Felder neben-
---—,--—।—-—-— stehender Figur sind die __I___■__I__Buchstaben a' a a a a a, b
5 b, dddddd, eeee, g;
j _ ‘ _ g, h h, iiiiiiii, 11,
nunnnn, rrrr, uu --—-—1 — -—-—;--derart einzutragen, daß die senkrechten und tvagerechten -------------Reihen gleichlautend Folgendes ergeben:
__’ _____ __________ 1. Einen Teil Europas. :|j 2. Stadt in Schottland.
3. Fluß in Sibirien.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer:
Äraz — Hz — Seine — Tinte — Anfter — Vernet — Niere — Iris — Erna — Ratte — Inn — Tratte — Zeisig;
Gustav Nieritz.
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gieße«»


