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aber stritten heftig miteinander, wer heute bett glänzendstes Sieg errungen. Es war klar, daß sich die von der stngendeu Kunst ein wenig blamiert hatten; doch reckte stA dafür bto reiaensrohe Terpsichore und erhob Leier und Stäbchen, und, Kalliope, Euterpe, Melpomene, Erato, Thalia und PoM hymnia schalten sie dafür, weil sie sich über dre Gebnhr hervortat, und meiuten, auch ihre Zett werdetoimneu. Apoll hörte schweigend zu; der große Musaget ließ ferne. Mädchen streiten, und erst, als es ihm zti viel wurde, nahm er Allo an die Hand, die Ruhmverkündende, die auf un- vergängliche Tafeln schreibt, und sagte: „Die hat gesiegt . .
13.
Graf Frehlinghaus hatte seine Prinzessin nach ihrem kleinen Palais in der Wilhelmstraße gebracht. ^Ste ivar übellaunig, daß Hamtner es mit untertanigstenr ^ant'e ab- gelehiit hatte, bei ihr den Tee zu nehnten, iuid eiitlreß ihren 5eo sm ar schall schon am Wagetischlag.
° Das kränkte den Grafen. Er schickte den Wagen fort iind ging zu Fuß tiach Hause. Inmitten des frohen Nacht- trubels auf den Straßen kam er sich ungeheuer allem vor Allerhand Gedanken, denen er sonst gern wehrw, stiegen in ihm auf iuid krallten sich wie mit schar en Fangen m ein Hirn. Es war wahr: er liebte bett höfischen Dienst, der seiner Natur zusagte, diese Mischung von Sklave und gebietendem Herrn, das Bücken und das Befehlen, den Lakaiendienst und das gewichtige Anordnen. Er hatte gern zuqegrisfeu, als man ihm ans Umwegen die Srellung bet der Prinzessin anbot. Aber sie sollte docy nur das Schwungbrett für ihn sein, er wollte weiterkoninren. Und er sah ein: das ivar hier nicht möglich. Die Verstimmung zwischen dem Prinzessinnenpalais und dem kaiserlichen Hoflager vertiefte sich iitlmer mehr. Mali mußte der Prinzessin an-i gebeutet haben, daß man es nicht ungerwsehen wurde, wenn sie sich ein paar Jahre lang von Berlin fernhielte, denn sie sprach schon von ihrem sommerlichen, Aufenthalte m den Bergen und. am Gardasee und von einem Winter M Eavvten. Das aber paßte Frehlinghaus durchaus Nicht. Er hatte keine Lust, mit der alten Schall (wahrhaftig, er verstieg sich in Gedanken zu dieser respektlosen Titulatur^ von Land zu Land zu reisen imd sich ihr zu Liebe dch Nerven zu ruinieren und den Magen 31t verderb em ^nn sie war iiicht nur launenhaft, sondern atich geizig. Wahrend Frehlinghaus bei reichen Kommerzienräten für Waisenyaus- bautem Heimstätten und derlei schnorren, gehen mußte, um ihrer Sehnsucht nach Popularität zu genügen, kontrollierte sie die Menüs, sah dem Koch auf die Finger und zankte !nit dem Tafeldecker iiber den Verbrauch mt Servietten. 58oe allem sagte sich der Graf, daß sein Wunsch, an, den aroßetl Hof zu kommen, nie in Erfüllung gehen wurde, wenn er noch länger bei der Prinzessin aushielt. Weri wobin inzwischen?! Eine Beschäftigung muhte er,haben. Er' dachte gllen Ernstes daran, sehnen Dienst zu quittierest
Asm Wahren, Hdlen, Schönen. : Ein Großstadtroman von Fedor v. Zabeltitz.
(Nachdruck verbalen.) (Fortsetzung.)
Es würde mir auch gleich sein, wenn das jemand sagte," erwiderte Agnes lächelnd, „nur Du dürstest es nicht und ich selber. Aber für Genoveva bin ich trotzdem. Sie steht fehr stattlich aus i,nd wird uns Ehre machen. Und sie verdient es auch, denn ich habe wohl gehört, wie sie mit gewaltigem Lungcnauswand „Urbano" schrie, als alles int Hause den Baumeister zu sehen verlangte. Das klang sehr pikant, ließ aus allerlei schließen und erweckte die Neugier noch mehr. Wäre Dein Bruder nicht abkommandicrt, so würden wir ihn um seine Begleitung bitten; aber ich meine, Genoveva tuis
^Das ivar nun große Seligkeit für die Landgräfiu, gemischt mit viel verlegenetil Gehaben. Es überkam sw erne gewaltige Scheu, als man in eit, elegantes, lichlstrahlendes Restaurant eintrat, imb wieder schwoll ihr das Herz, al» sie an den Tischen ein Tuscheln und Flüstern harte, „xxu ist ja Hammer . . . der Baumeister Hammer" . . und aller Augen folgten den Dreien. Auch Agnes freute srch heimlich: es hat doch manches für sich, berühmt gUfein... Man fand in einer Nische noch erneu hübschen ^lah, mtd nun sollte Genoveva sagen, tvas sie am liebstenaße. Sie zierte sich sehr und aß dann mtt großem Llppettt alles, was ihr vorgesetzt totirbe, trank aucy ihr Gla» „Lmampa und bekam schließlich ganz kleine Augen, wahrend llgne» und Hammer mit frohem Herzen darüber plaudertet,, tote sie sich die Zuktmft ausgestalteu wollten.
stur aleichen Zeit wurde im Kurfurstensaal de» Prrnz Ferdinand-Theaters die Verlobung Priest^apsgefeiert.lliich dabei floß der Champagner; Harry und N na aßen eng nebeneinander, und er dachte, daß nun stul versayrems Leben doch noch in rechte Geleise ^lnlenkm konnte, und s träumte von einem wunderschönen Hochzeitstteide. we,tz Ailas mit Spitzen am Mieder und emem PerlengestMen Devant. Imhoff hielt eme feilte, wohl durchoachw Rede, porulierte stark, ivar aber doch etwas stUler als sonst, denn es beschäftigte sein Sinnen, was er,um Gotteswillen nur seiner ersten und zweiwn Frau aufangen sollle, um nicht Rebellion in der dritten zu erwecken. muwi-ben
Oberhalb der Restaurationssale aber wär e» inzwischen still und dunkel geworden. Reiheilweise erlchchen die Me trischen Lichter. Im Wandelgange leuchtete noch das Weiß. der sieben Statuen; aus der Buhne herrschte tiefesr Schnritzen, der Zuschauer raum ver;ank m Düsternis. Aber vor dem großen Erzmedaillon wurde es lebendlg. Da sprmlg Apollo beheude zur Erde und half seinen Musen aus der Bronze. Sie tvaren alle da, alle neun, nur Urania halt sich zurück, weil sie hier nichts zu sagen hatte. Tie anderen


