Ausgabe 
12.2.1906
 
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cosorm jctne öiquiuji, r beteiligte Josefa schmerz-

Auflösung in nächster Nummer.

- Rotationsdruck und Berlaa der Brühl'schm UnwerülStS-Buch- und Sietnbructeret, R. Lange. Elchen.

Aedatnon: Ernst Leb.

GttderrLtsel.

Nachdruck verboten.

'rein!" ,r.

Viel. Buchhalte r, erst eingeircten, zum Koinpiorisicn: Ich dächte gar, der Vertraute des Chefs ist der Schreiber? 1

Komvtorist:D, der ist von jeher fein Vertrauter, der weist sogar' »vie all die Tochter des Laufes ist! . , .

» Verdäckrtig. Vater, dem Freier seine Tochter gebend: O mit dem Alädel können Sie nicht verderben ... Sie weist sogar mit den Gerichtsvollziel,ern umzugebeu !"

9 Schlim,n. Alte Junker:Na, diese Manner von heulest War ich da nm WohltäligkeitSseste tätig, habe von tunk Herren Geld für einen Kuß erhalten, aber die Kusse soll ich heule noch bekommen I"

,1?UV*C\,Beater, schämt euch!" Das nachstehende ge­harnischte Schreiben erhielt lautKieler Reuest.

ein Kegestklub des Stadtteils Brunswik voll einen Kegel- a'ufsestern zuaesandt:Kegler! Schämt Euch! ^zhr macht | das Kegel aufsetzen den Aussetzern noch schwerer als jeder andere Kegelklub. Ihr nehmt Euch zuvrel heraus- ^ brete SlHWWtit! * *!

tttit Du". Jeder anständige Mensch wurde sich so etwa,' nicht"erlauben, und dann Webt Ihr gebildet sein? Versucht Ihr so etwas noch einmal, so werden die Aussetzer sich revanchieren. Bei Euch kommt es vor, daß die Liiisfetzer während der drei Stunden des Aufsetzens nicht em einziges Glas Bier erhalten. Seid Ihr denn so arm?.! Unter Euch sind doch auch Leute, deren Wahlspruch es ist:Freiheit und Gleichheit", und jene Leute handeln o. Behandelt Ihr die Aussetzer besser, so werden sw selbstverständlich auch besser aussetzen! Der Verband Kieler Kegelaufsetzer.

Die Mitglieder des in Frage stehenden Klubs haben auf Grund dieser Zurechtweisung beschlossen, bie Aussetzer nut ausgesuchtester Höflichkeit zu behandele und ihnen an den Kegelabeuden Freibier irr jeder gewünschten Menge zu s>un- diereu.

* Lieber Simvliziss imus! In der 3. Batterie des r. Artillerieregiments ist der beste Mann gestorben. Bei der Leichenparade sind die Offiziere der Abteilung und sämtliche Mannschaften der Batterie zugegen. Der Pfarrer hat soeben über dem Grabe beit Segen gesprochen, oL' der Batteriechef Vortritt, um dem Verstorbenen eunge Worte zu widmen:Soldaten, iveit Gott lieb hat, den züchtigt er, mich hat der Herr gezüchtigt, denn er hat mir den tüchtigsten Mann der Batterie genommen. Der Schulze war cm braver, pflichttreuer Soldat, der niemals über Urlaub Blieb, tote es erst gestern wieder bei zweien von euch Halunken der Fak. war. Er war auch ein sauberer Soldat, der seine Uniform und sein Zeug in Ordnung hie-t, und nicht so ein Schwein wie der Meyer, der mit ungeputzten Stiefeln und einem offenen Knopf zur Leichenparade kommt. Feldwebel, schreiben Sw auf: Meyer, drei Tage Mitterarrest. Amen!"--Zwei

Alte Herren des Korps Rhenauia Besuchen gelegentlich eme Vorstellung derGötterdämmerung". Siegfried scheidet Be- tvegt von Brunhilde und läßt hinter der Szene nochmals sein Horn ertönen. Ter Assessor stutzt, stößt seinen Kommili­tonen in die Seite und Bemerkt:, ,So ein Kerl, der Wagner, bringt in dieGötterdämmerung" den Rhenanenpfiff nut

Tnstnenza-Stndistr.

Die erste glaubwürdig bezeugte Epidemie von Influenza ereignete sich im Jahre 1500, also vor 400 Jahren. Die Krankt,en ist demnach doch nicht in dem Grade eine Neuhel!, wie man es vor enngen Jahren behauptet hat. Auch aus fpiiterer Zeit fehlt eS nicht an mehr oder weniger zuvert-issigen Berichten über Jnfluenzaepideimcu. Eme besonders bedeutende, die sich über ganz Europa und einen Teil von Amerika an. dehnte, hat im Jahr 17:12 stattgefunden. Dann folgten weitere tn den Jahren libö und 1808. Am meisten merkwürdig ist der Umstand, daß sich auch die Epidemie von 1847 webt stärker im Andenken erhalten hat, denn damals sollen m London an einem einzigen Tage über eine hatve Blillion LiensLen davon ergriffen worden fein; auch >vj"ch man damals schon davon, dass diese Krankheit auf einer besonderen Ansteckung bernhett müßte. Die neueste Jnsiuenzaepoche begann dann um. da« Jahr 1b. U und ist wohl noch nicht zu Ende, wenn auch vielleicht so schwer, epidemische Erscheinuugen wie vor etwa zehn Jahren setzt nicht mehr onftieten ^ie meisten werden sich noch der ersten Epidemie aus den neunzigerJahren erinnern, die sich ganz besonders darin auszcichnete, daß die Krauktiei ich ans die Nerven warf und in vielen Fällen mit Melancholie und Wahnsi m endete. Außerdem zeigte sich ost ein anderer ganz ftS« bi e#

indem daS mit der Ertränkung emsetzende titeber leg »ud stieg, biSS zum Tode führte, ohne daß aubere Symptome eigen1 1«

In den Epidemien am Ende der neunziger Jahre trat eine Aenderung u l Launen der Jnstuenza ein, indem sie sich mehr gegen H z S wandte. Bis dahin waren ältere Personen und solche 'Nun'ttleren2ah«N hauptsächlich der Epidemie ausgesetzt gewesen, ivahrend Jnffnenza Kindern nur in wenigen Ausnahmefallen °uürat. DaS ha s h wiederum geändert, denn während der tetzlon Jahrzehnte sind gerade Kmd r am meisten anfällig gewesen. Die Haupnchwierigkelt der Erfvrfchnng der Krankheit liegt in der Unterscheidung rer echten ^.ifluenza von g u

und Katarrh verschiedener Organe. Emen cudgiütigen B"veiS kann eig lieh nur der bakteriologische Befund liefern. ES istdaher '

sonders sachverständiger Seite zwischen der wahren eptdemifchm Jnflnmza, die dem von Pseisser entdeckten Bazillus

influenza iinterfdüeben worden, die gewöhnlich als G 'Ppe bvuynet und in ihrer Entstehung noch unerklärt ist. Bei den ®Vlb

Jahre, über die vr. Michael Dewar eine besonders umfassende Unterfuchi g veröffentlicht hat, sind im wesentlichen drei Arten von -vnfl'-enza kennbar gewesen. Die erste betrifft Herz und Lunge, die K^j '^gen n E geweide und die dritte Nerven. Diesen drei Arten sind gewiss Ei chnuungm gemeinsam, aber sie sind durch vorherrschende Symptome voninander M trennen. Als Erkevmiugsimttel dient die Art de-, ersten . I ' Krankheit, die Bcobachtliug der Körpertemperatur de§ Gestchtsai diu s und des Pulses, eine trockene bräunliche Zunge usw. SchnuPs n st immer mit Influenza verbunden, rote man früher be. au? I b t, sogar häusiger, als er vorhanden ist. Jbon : nkidier SScife

der Lungen werden beide Geschlechter und alle Altewpnsc g heimgesucht; dabei sind, abgesehen von Störungen ««

trockener Husten, die Plötzlichkeit der Erkrankung schwere AvpMM rz und Schmerzen an Brust und Schultern wichtige Merk iale Tre^nsU j des AlagenS und brr Gedärme findet sich haitptsachlich bci Kt ist von häusigeii Leibschmerzeu und Durchfall

vier bis fünf Tage nach der ersten Erkrankung emstellt. iu fc(V

der Influenza kündet sich vorzugsweise durch heftige Kopfschnez tn^^ Stirn, und Schläfeugegend, durch Katarrh der ^utdehau und durch große geistige Niedergeschlagenheit an. Nach holen sich die Jnfiueuzaepidemien in Zeiträumen von "wasi-ben

| Jahren und zwar stets zur Winterzeit. Sie pflegen acht bis zehn J |. anzichalleu. .

' flnbereg zu tun haben könnte, als das Ausetnanderschneiden dor beiden Körper. Bei der Operalion m Prag, hat es sich 'aber durchaus nicht darum gehandelt. Auch die m Paru ausaesührie Operation war nur deshalb bewerkslelligt worden, wei? die eine der Schwestern von einem unheilbaren Leiden Mafien war und em Uebergrisf der Krankhe t auf die noch gesunde Schwester nach Möglichkeit verhtndertwerden sollte, ^er Zweck wurde erreicht, aber der überlebende ~ f ) doch dahin, und man hat es wohl auch kaum erwartet, daß tv« d°- °ulo 3»nWe«>*<**

Schwester lange würde ertragen können. In Prag wa die böhmischen Zwillinge" Rosa und Josefa Blazek die nut den Segnungen der Chirurgie Bekanntschaft zu machen Ge- leaenbeit hatten. Fräulein Rosa hatte einen ungeheuren Masmstein von der Gestalt eines großen Hühnereies, welcher durch Zertrümmerung beseitigt werden sollte. Die Operation war wie Professor Kukula mitteilt, äußerst schwierig, denn es erwies sich zunächst als unmöglich, die zusammengewacc)-- sinen Zwillinge m eine Lage zu bringen in der der Emgr, hätte ausgeführt werden können. Schließlich nahm er zu dem Mirtel der Betäubung durch Chloroform^ reichte es aber nur, daß die weniger st . ,,

frei blieb, während Rosa große Schmerzen auszuhalten hatte. Das war immerhin merkwürdig genug, da die beiden Schwestern zusammen nur eine Harnröhre, dagegen zwei vollkommen ge­trennte Blasen besitzen. Daraus schließt der Prager Gelehrte, daß eine Trennung solcher Zwillinge durchaus unmöglich sem