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3.
selber!
daß er mit dem offen vor aller selbstverständlich
Sus!" gewiß
Es war ihm ein beglückendes Gefühl, geliebten Mädchen manchmal auch ganz A-elt würde zusammen sein können, da sie beide bei dem Ehepaar Verkehren würden. (Fortsetzung folgt.)
gehörte, auch sehr ruhig inbezug auf ein beiden.
raten willst Du mich nichts, da müssen wie uns eigentlich Fjent trennen! Oder glaubst Du, Deine Schwester ivürde damit einverstanden sein, daß Du ein aussichtsloses Verhältnis mit mir unterhältst?"
Es wäre auch ein großes Unrecht von mir, Dich dazu zu verleiten!" setzte er bedrückt hinzu und erhob sich nun ebenfalls, hinter Suse tretend, die vor dem Spiegel ihre verwirrten Haare ordnete.
die er ohne Skrupel betreten durste. ( ,lu,
s'ch verheiratete, betrog er sie nicht, denn sie sträiibte sich ja gegen fein Versprechen, sie zu einer armen Hanptmannsfrau S".„"'achen. Aber er gelobte sich doch, in ihr stets seine zukünftige Frau zu sehen, ihre schrankenlose, leidenschaftliche Hingebung nie zu mißbrauchen, sondern immer das zärtliche, schutzbedürftige Kind in ihr zu achten, das sich aus dem
„Tante Hertzberg!" meinte Suse nachdenklich, „aber ich glaube, die hat noch nähere Verwandte unb Meta, ihre Tochter, kriegt doch sicher alles."
Er kraute sich ratlos in dem glänzenden schwarzen Haar.
„Ja, Dus, da spielen wir eben ewiges Brautpaar." Ihre Augen funkelten schelmisch.
„Du, Fritz, ich weiß ivas besseres."
„Nun, Mausel?"
„Für Dich eine gute Partie und für iiiich einen reichen Mann."
„Ach, Du Böses, Geliebtes, wer wirb beim an so ivas denken? Ein anbcrer Mann sollte mein süßes, kleines Mäb- chen besitzen — ben Kerl knallte ich ja vor ber Kirchentür nicber, ehe er zur Trauung geht."
Nun ivar sie böse. .
„Schrecklich biiniin mär' bas von Dir, Schatz — wenn schon, dann doch wenigstens nachher — ich laß ihn vorher Testament machen und bin bann eine reiche junge Witwe, bie Du heiraten könntest, wenn man Dir nicht ben Kopf ab- hnckte — pfui!" unterbrach sie sich, „das ist frivol."
Er lachte aus vollem Halse.
Das war fett Neuestem ihr Lieblingsanssprnch und sie tat rhn mit so viel orakelhaftem Pathos, daß man un- Willknrlich ans den Gedanken kam, sie stehe im Begriff, irgend einen sagenhaften Schatz zu heben. Und Fritz Trautendorf pflegte fie oft scherzend nach der geheimnisvollen Wünschelrute zu fragen.
Am 21. Januar Wurde Major von Brockhai,s in ben großen Generalstab versetzt. Die freudige Nachricht Wurde den Geschwistern Meridies sofort durch eine Rohrpostkärte der glücklichen Geheimrätin mitgeteilt und erweckte in Ruth! sehr gemischte Empfindungen. Ihre große Verehrung sich dre Tante ließ sie sich ansrichtig mitfreuen, aber für bie junge Schivester, die sich kaum in ihr armseliges, arbeits-, reiches Leben fügen gelernt hatte, fürchtete sie die arge Beruichung, ivelche das glänzende sorgenfreie Dasein der reichen Verwandten, an dem sie manchmal würde teilnehmen dürfen, ihr bringen mußte. War doch das flotte, eilt wenig frete gesellige Treiben der Offizierskreise, wie sie es in N. kennen gelernt, für Suse noch immer das Ideal einer eigenen Zukunft. Aber sie nahm merkwürdigerweise die Nachricht so ruhig (tiif, als ginge sie die ganze Sache blutwenig an und als Heinz boshaft bemerkte: „Na, da hätten wir ja de» Heiratsmarkt, den Tante Hertzberg schon öfter für Suse in Aussicht gestellt", meinte sie wegwerfend:
„Ja, piepe, dort trifft man ja doch bloß wieder Offiziere, bie alle nach Goldfischen ans der Tieraärtenstraße und vom Kürfürstenbamm angeln — und ich will " einen reichen Manu."
c. a?“!,® ()atrfe lh'n opferwillig unb leicht,innig eigenhändig . Ter junge Offizier hatte sich über die Versetzung seines dte Vincke gebaut, die zu ihr hm und von ihr fortführte unb einstigen Hauptmanns ans persönlichen Gründen sehr ge- die er nW Selbst wenn er sich I stellt. Er war nicht nachtragend und nun, da Suse ihm
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Als sie mi Glase sein hübsches, ratlos unb büster dreiit- schauenbes Gesicht erblickte, brehte sie sich rasch um und umhalste ihn leidenschaftlich.
„Liebster, Du! Ich laß nicht von Dir — ich will auch meinen Anteil am Glück im Leben unb nur Du bist mein Glück! Was kttmmerts beim bie anderen? Wer hat Dich zu verurteilen? Neber meine Liebe kann ich doch ganz allein verfügen. Unb henk' boch an mein elenbes, armseliges Seben, in bas Du so viel Sonne gebracht hast, ach, Du ahnst vielleicht gar nicht, wieviel — es wär' ja Sünde, Fritz, ja, Sünde, wenn Du mich nun gleich wieder verließest — nein, so grausam kannst Du kein zweites Mal fein —"
v ,„Ich war's ja am meisten gegen mich! Süßes, Liebes, , ~ , ,,
ich kann Dich ja gar nicht mehr lassen." | ^"*der lachte:
*** Mmd-M-dchm „„ kin,ul 8eilm, N ",ü,|c"'
Gesicht mit gluhenben Küßen bebeckenb, in denen er die I „Erst abwarten, mein Freund!" — fterlw mahnende Stimme der Veriumst und des Gewissens betäubte | nichts arm." S"se Hütte doch recht! Was ging es die Welt an, wenn er sein kleines geliebtes Mädchen zuweilen küßte? Mußte denn immer gleich geheiratet sein? Unb war es nicht ein viel größerem Verbrechen, eine Familie zu gründen, bie man nicht stanbesgemäß erhalteii konnte?
harten Kampf bes Lebens heraus glückshungrig für fune Stunden an seine Brust flüchtete. ' 3
Mit diesem stummen Gelöbnis int Herzen schied er von ihr. Es ivar ein schivcrcr Abschied.
Menschen, die sich von Herzen lieb haben, entpfinben gewöhnlich jebe kurze Trennung als einen Raub von ihrem Glück. , Suse zehrte noch all bie Tage bis zum nächsten Wiebersehen an ber Süße ber Erinnerung, aber Männer smb weniger genügsam unb Trauienbors war es nun erst gar nicht.
Er sehnte sich leidenschaftlich nach ihr. Er fand bie Kameraden jetzt langweilig, das ewige Studium der Kriegs-» wissenschast unerträglich, bas Großstabtleben ungemütlich. ‘
Jumier gaukelte ihm bie kleine, blonbe Frau vor Augen, von der er schon in N. geträumt, die ihm beim Nachhause- ronunen jubelnd um ben Hals flog, ihn zärtlich in ein trau- liaj warmes Zimmer zog. Er wohnte ber Bequemlichkeit v. oer unb auch aus pekuniären Gründen hier möbliert, nur em Zimmer mit Alkoven zum Schlafen.
Ein Kamerad hatte für bie brei Jahre feine Wohnung „Du bist boch ein schrecklicher Leichtsinn, Sus, aber einer, I preis ^b^mu^^"^ a*bi8en
' ÖUUC,U , . Ost hatte Trautendorf dies Arrangement schon bereut
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ivar, „Nuth! Wenn bie mich hier so mit Dir sähe —" | merkte. Es War doch ein Hundeleben ohne Geld, dachte eri
Ein großes Unbehagen beschlich sie. Auch Fritz Trauten, manchmal nnd daß seine kleine Suse ganz recht "habe: nur dorfs Miene hatte sich versinstert. Er zerrte nervös an seinen zweite Misere.
Schmirrbartenben. I , Uber bittei, war die Erkenntnis und er litt mehr dar-


