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prächtigen markvollen Gedichtes gemacht. Da schildert er den Tod deS Helden mit den folgenden Worten:
„Krank lag in seinem Schlosse Der greise Felbmarschall, Kems seiner Lieblingsrofse Kani wiehernd anS dem Stall: Er sprach: „Als alter Schneider Weitz ich seit langer Zeit, Man wechselt seine Kleider, —i Auch hab' ich dess' nicht leid. „Es fehlt der alten Hülle In Breite schon und Läng', Der Geist tritt in die Fülle, Der Leib Wird ihm zu eng: Gesegnet sei dein Wille, Herr Gott in letzter Not!" .
Er sprach's und wurde stille, —i Der alte Held Wer tot."
Mit 4. Februar 1695 um die Mittagsstunde ist des Grobe:: .Kurfürsten von Brandenburg treuer Kriegsgenosse, Georg, Reichs- frciherr von Derfflinger zu Gusow mit gen Himmel aufgerichteten Händen und Augen sauft entschlafen. , „ .
Kaiser Wilhelm II. hat int Jahre 1889 das nenmarkrsche Dragonerregimcnt ihm zu Ehren „Freiherr von Derfflinger" benannt.
Tiere unserer Heimat.
2) Noch eine Geschichte. Es war in den ersten Tagen des Wonnemonds. Der Frühling hatte beit Birken ihr dnftiges Brautkleid augezogeit und das schwarze Geäst der Ahornbänme mit lichtgrünen Dvldcntranben geschmückt. Ich stand ans den: Ausfichtsturme des Wolfshügels am Rande der Heide und erfreute . mich an dem lieblichen Bild tmseres Elbtals. Neben mir ein Herr mit zwei erwachsenen jungen Mädchen. „Hört doch, wie daS Rotkehlchen so schon singt!" sagte er zu feinen Begleiterimten. „Wo sitzt eS, Papa?" riefen die beiden wie. aus einem Munde. „Hier auf der Eiche, gleich neben euch." „Ja, ja, man sieht die rote Kehle ganz deutlich." Leise trat ich dem Herrn etwas näher und sagte so höflich Wie möglich, dazu mit verhaltener Stimme, baß es die Fräulein nicht hörten: „Verzeihen Sie, der Vogel, der hier so prächtig seine Strophe in die Welt £ettert, ist fein glotkehlchen, sondern ein Buchfink, und der in, auf dem er sitzt, ist feine Eiche, sondern eine sog. Akazie. Sie erlernten . . ." „Danke! Kommt Kinder, wir wollen gehen, es wird Zeit." — Ich blieb mit meinen Gedanken, dem Psenbo- rotfehlchen, das ein Buchfink war, und der Pseudoeiche, die zu den Robinien zählt, allein. Hatte ich dem Herrn nicht wehe getan? Hatte ich ihn nicht gekränkt? Hier in unmittelbarer Berührung mit der Natur, umgeben von Waldesgrün und Vogel- lich fühlen, das; er nicht einmal mit den bekanntesten Erscheinungen seiner Heimat vertraut war. — Anders geben sich die Menschen im Salon. Ich feinte eine Dame, die eS unter Lachen der ganzen Gesellschaft erzählte, sie könne weder eine Fichte von einer Tanne, noch Gerste vom Weizen unterscheiden, und von den Vögeln wisse sie- nur, dab es zwei Arten (!) von Amseln gebe, die eine „schwarz wie Kühle, mit dem Schnabel gelb Wie Gold" und die andere nnscheiitbar grau. Aber dieselbe, Dame Würbe es als tödliche Beleidigung empfunden haben, hätte jemand nur bett leisesten Zweifel darüber geäußert, ob sie wisse, wer Penelope gewesen, oder ob sie von all den Dummheiten gehört habe, die Aleibiades in seiner Jugend begangen. Ja, die Bildung, d. h. was man gewöhnlich so nennt! Die Urteile darüber sind grundverschieden.
Ich werde mich wohl hüten, uiianfgefordert einen Fremden Wieder belehren zu wollen: aber geschrieben ist nicht gesprochen, die Person tritt in den Hintergrund. Und so hoffe ich, werben es hoch tnanche Leser und Leserinnen mit Freude begrüben, «wenn ich der Anregung der Redaktion dieses Blattes folge und in kurzen Aussätzen auf einige Tiere unserer Heimat Hinweise, die wir fast täglich beobachten können. Dabei werden wir unsere einfachen Besprechungen möglichst den Jahreszeiten anpassen, alle Gelehrsamkeit ausschalten und uns ganz auf den Standpunkt des schlichten Naturfreundes stellen, dem die Betrachtung der heimatlichen Tierwelt nicht nur unterhaltende Belehrung, sondern auch reine Freude, einen wahrhaft ästhetischen Genuss gewährt.
Dr, M. B r ä ß-
Vevmrschtes.
* Selbstmord aus Eitelkeit. Im Parksee tu Greiz wurde die Leiche eines seit einigen Wochen vev- schwnndenen 20jährigen Mädchens gesunden, das sich aus Eitelkeit das Leben genommen hat. Das Mädchen hatte im Gesicht zahlreiche Sommersprossen. Um diese zu be- seitigeii, rieb es sich mit einer ätzenden Flüssigkeit ein, die die Gesichtshaut vollständig bräunte und scheinbar immer weiter fraß. Dies versetzte das eitle Mädchen in große
Erregung. Jul SonntagsstMt ging! es in bett Park, band einen schweren Stein um und stürzte sich ins Wasser.
* Das 25jährige Jubiläum des Staatssekretärs von Tschirschki) und Bögenborff als Mitglied der deutschen Turnersch aft. Der „Sächs. Zentral-Korresp." in Dresden schreibt einer ihrer Mitarbeiter: Im Jahre 1881 war ich Mitglied des Turnvereins zu Pirna und beteiligte mich regelmäßig an den Uebungen. Unter den Mitgliedern der Männerriege fiel ein hochaufgeschossener junger Mann besonders auf. Die Pirnaer machten auch viel Aufsehens davon. Man flüsterte einander zu, der Herr sei ein Sohn des Generaldirektors der sächsischen Staatsbahnen, des Geheimrats von Tschirschki) und Bögenborff, noch Refc- rendar. Man begegnete dem jungen Manne mit Höflichkeit und Hochachtung, weil es noch nicht dagewesen war, daß ein Jurist mit klangvollem Namen sich in eine Reihe stellte mit biederen Bürgern und jungen Leuten seines Alters ohne Unterschieb der gesellschaftlichen Stellung. Der Pirnaer Turnverein war stolz auf dieses Mitglied, schon damals, weil cs sich als rühmliches Beispiel anführen ließ. Der frisch-fromm- frei-fröhliche Turner von Tschirschky und Bögenborff dachte sicherlich nicht daran, daß er einst eine so hervorragende Stelle im Deutschen Reiche entnehmen sollte. Er träumte vielleicht davon, wenn er, den Kopf weit vorgcbcugt, in der Reihe dem Pferd oder dem Kasten zuschritt. Er äußerte gelegentlich mit gegenüber nur den Wunsch, hinaus in die fernsten Erdcnwinkcl geschickt zu werden, um dort für deS Reiches Herrlichkeit wirken zu können. Dieser Wunsch ist ihm erfüllt worden. Die deutsche Turnerschaft aber kann stolz darauf sein, und besonders werden sich unsere deutschen Turnvereine int Ausland darüber freuen, daß der neue Staatssekretär für das auswärtige Amt einen Turnkursus als Mitglied eines deutschen Turnvereins miterlebt und durchgearbeitet hat.
* Eine angenehme Gattin ist die Frau des Schuhmachers I. in Berlin. I. machte seiner 18jährigen Tochter Vorhaltungen, daß sie gegen seine Erlaubnis einen Maskenball besucht und für das Kostüm zu diesem Zweck ihren ganzen Wochenlohn geopfert hatte. Die vergnügungssüchtige Tochter fand in ihrer Mutter eine energische Verteidigerin. Die Eheleute gerieten darüber in einen Wortwechsel, der in Tätlichkeiten ausartete. Im Laufe des Streites begoß Frau I. ihren Mann mit heißer Milch und richtete ihn durch Schläge mit einem Teller auf den Kopf derartig zu, daß er blutüberströmt in die nächste Unfallstation gebracht werden mußte.
Man hat es oder hat es nicht.
Nur als Furioso nichts erstreben Und fechten bis bet Säbel bricht, Es muß sich dir von selber geben — Dian hat e8 ober hat es nicht, Ter Weg zu jedem höchsten Glücke, Wär das Gedräng' auch noch so dicht, Ist keine Beresina-Brücke — Mait hat e3 ober hat es nicht.
Theodor Fontane.
Arithmogrrph.
Nachdruck verboten.
1 6 7 6 2 eine wohltätige, aber auch gefährliche Macht.
263462 6 3 Truppengattung.
3 2 3 4 ein Mineral.
4 2 3 6 2 Stadt in den Rheinländern
5 3 1 1 6 2 Schriftzeichen.
2 3 11 bringt beit Schiffen oftmals Verderben.
6 7 4 6 2 Organ bestimmter Säugetiere.
7 2 3 Kanton in der Schweiz.
4 2 6 7 6 lobenswerte Eigenschaft.
6 3 6 2 Nalirungsmittel.
2 3 1 Küstenlandjchaft am Mittelmeer.
Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter sollen den Namen eines beliebten Humoristen und Dialektdichters ergeben.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Charade in voriger Nummer: Feuerwehr.
Redaktion: Ernst Lest, — Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Dietzen,


