sch reib errn oder sonst etwas werden Wollen; dem Manne wird es gleich fein, womit er sich sein Brot verdient, so lange er nur überhaupt Lust zur 'Arbeit hat.
Vsvmischtes.
* Der Geruch der Krankheiten. Die Medizin verfügt heute Wer derart verfeinerte "Mittel zur Feststellung einer Krankheit durch Auge und Ohr, daß, die Diagnose durch die Geruchsnerven fast in Vergessenheit geraten ist. Und doch ist der Geruch, der mancher Krankheit anhaftet, von so besonderer Art, daß er geradezu in dieser Hinsicht verwertet werden könnte. Dre Bakteriologen haben diese Erkenntnis in wissenschaftlicher Hinsicht noch gefördert, indem sie festgestellt haben, daß gewisse Bakterien charakteristische Gerüche aussenden. Wahrscheinlich kommen aber bei der Krankheit selbst noch Nebenumstände in Betracht, wie namentlich die Mitwirkung des Bettzeugs. Dr. Cleland stellt in einem Schreiben an" den Lancet einige durchaus bezeichnende Krankheitsgerüche zusammen. An erster Stelle erwähnt er den Geruch von Aceton im' Atem von Zuckerkranken. Dieser Geruch macht sich in der Zeit geltend, wenn die Kranken einer Ohnmacht erliegen, und zwar geht er zuweilen um einige Stunden dem Eintritt einer solchen voraus. Cleland erzählt aus seiner eigenen Erfahrung, daß er den von einem solchen Kranken ausgehenden ätherähnlichen Geruch in einem Raum, in dem belegte 32 Betten standen, so stark empfand, daß er fragte, ob der Wärter ein Betäubungsmittel angewandt hätte. Es stellte sich dann heraus, daß der Geruch nicht der von Aether, sondern von Aceton tocit;, einige Stunden später trat, obgleich zu jener Zeit noch keine anderen verdächtigen Anzeichen vorhanden waren, die Ohnmacht ein, aus der der Kranke nicht mehr erwachte. Danach liegt es wohl nahe, dem Arzt die Beachtung dieses prophetischen Geruchs zu empfehlen. Wärter, die häufig mit Typhuskranken zu tun gehabt haben, versichern, daß es einen besonderen Typhusgeruch gäbe, der für einen geübten Beobachter geradezu entscheidend für die Beurteilung zweifelhafter Fülle werden Forme. Der Geruch ivird als ganz eigenartig und entschieden „sauer" beschrieben, jedoch scheint seine Erkennung nicht für jeden und überhaupt nur durch Erfahrung möglich zu sein. Manche Wärter behaupten sogar, daß sie beim Eintritt in einen Krankensaal sofort durch Geruch feststellen zu können, ob sich ent Pestkranker darin befindet, und wollen auch noch andere ansteckende Krankheiten durch diesen Sinn unterscheiden können. Am schärfsten tritt vielleicht der saure Geruch hervor, der mit rheumatischem Fieber verbunden ist. Der Arzt hatte einmal ein Mädchen zu behandeln, dessen Krankheit für Mpendicitis gehalten wurde. Während der Pflege würde seine Aufmerksamkeit durch den besonderen rheumatischen Geruch erreg,. In der Tat wurde bei der dennoch vorgenommenen Operation der Appendicitis des Darmes ganz gesund befunden. Seitdem ist durch häufigere Erfahrungen. bestätigt worden, daß es rheumatische Erkrankungen gibt, die mit der berüchtigten Appendicitis verwechselt werden können. Wahrscheinlich lassen sich in dieser Hinsicht noch weitere Feststellungen machen, deren Wert dre Aerzte nicht ganz unbeobachtet lassen sollten.
b Einbürgerung des Wortes,,Zigarre" W M) vor noch durchaus nicht so langer Zeit vollzogen, wenn auch die Sitte, gerollte Tabaksblätter ohne weiteres Gerat zu rauchen, den europäischen Seeleuten infolge ihrer Zährten nach Mittel- und Südamerika schon längst vertraut war. In deutschen Wörterbüchern steht das Wort, wie wir einer Mitteilung A. Gomberts in der Zeitschrift für deutsche Wortforschung entnehmen, nicht vor dem 19. Jahrhundert; m ciiW noch in Campes seinerzeit viel gebrauchten .Verdeutschungsbuch vom Jahre 1801, wird iudessen in der zwetten Auslage vom Jahre 1813 mit ausführlicher Er- ,..^hvg gebucht; zum Ersatz wird dort das etwas schwer- salltge A)ortgebiloe „Spanische Tabakröllchen" voraeschlaqen. £“5, das Wörterbuch der französischen Akademie hat das ^vort erst 183o verzeichnet, noch nicht dagegen in der Äus- l79?1 findet sich in demselben Jähre das spanische Wort „Zigarro" in Kants Anthro- HrF <. „Das gemeinste Mittel derselben (näm-
ps t;f^etäUn(9£;ber mbrmgett) ist der Tabak,
es seh ihn zu schnupfen. . . oder auch ihn durch Pfeifen
rohre, tote selbst das spanische Frauenzim'm'er in Linta durch einen Zigarro zu rauchen." Später wechselt dann die spanische Form „Cigarro" noch mehrfach mit der französischdeutschen „Zigarre", der Sieg der letzteren scheint besonders durch die Mehrzahl Zigarren" begünstigt 'worden zu sein. So heißt es schön im „Freimütigen" VdK 22. 'April 1805: „lint den Damen den Spaziergang angenehmer zu machen,, ist es verboten, aus dem ganzen (Hamburger) Wall Tabak zu rauchen. Doch leider! wird dieses Gebot . . . wahrschein- kich von unseren jungen Herren am ersten übertreten werden, die freilich daselbst nicht mit Pfeifen, wohl aber mit — Zigarren erscheinen werden." In der gleichen Zeitschrift vom Jahre 1808 heißt es dagegen: „Nun weiß ich aber, daß Napoleon zuweilen auf der Jagd einen Cigarro raucht." Tie Form „Cigarro" überwiegt denn auch iioch, oder richtiger gesprochen, sie herrscht in der Einzahl fast allein vor während' des ganzen zweiten Jahrzehntes des vorigen Jahrhunderts. Uebngens war bis zu jener Zeit auch die Zigarre selbst noch nicht in die breiteren Bolksschichten gedrungen; wenigstens berichtet Gombert nach den Berichten eines alten Oheims, daß den Mannschaften der nach der Schlacht von Großbeeren siegreich in Berlin eingerückten preußischen Regimenter die ihnen von der Berliner Bevölkerung gespendeten Zigarren noch etwas neues waren.
, , — Kulturgeschichte. Werden und Vergehe» int Völkerleben. Von A. v. Schweiger-Lerchenfeld. Mit mehreren hundert Abbildungen im Texte und 40 Tafeln. In 40 Lieferungen; zum Preise von 50 Ps. Erschienen sind bisher Lieferungen 1—20. (A. Hartleben's Verlag in Wien und Leipzig.) -- Der erste Band (680 Großoktavseiten mit 21 Tafeln und' 308 Textabbildungen) dieses Werkes liegt nun vollendet vor. Die Schlußlieferungen behandeln die „Griechische Welt". Zu einem plastischen Gemälde gestaltet sich der Abschnitt „Die Hellenen" in prägnanter, stets nur das Wichtigste betonender Darstellungsweise. Hier war manche Klippe zu umschiffen und es ist dem Verfasier gelungen, den jedem Gebildeten geläufigen reichen Inhalt hellenischen Lebens in seinen charakteristischen Ziigen hervorzuheben. Anschaulich ist das bildliche Material, das nichts Wichtiges vermissen läßt. Im einzelnen sind cs gehaltvolle Essays, dte sich aneinanderreihcn: das politische Leben, die materielle Kultur, die Entwicklung der Wissenschaften, der Knust und der schönen Literatur. Es ist der Niederschlag eines reichen Wissens, das stellenweise in fast lapidarer Sprache große Kulturfragen und Probleme der Menschengeschichte in klaren, treffenden Sätzen dem Leser vermittelt. Das Werk wird noch Ende 1906 komplett.
. — »Der rote Champion, Roman von Marie Made- Grethlein u. Co., Leipzig. Preis brosch. 3.50 Mk. —• Der Roman der bekannten Verfasserin bietet eine angenehme und spannende Lektüre für müßige Stunden, in denen unsere Gedanken nur nach leichter Anregung verlangen. In dem uns aufgerollten Bilde des Herrenreitertums zeigt uns die Ver- fasterin mit packender Schärfe der Beobachtung die Licht- und Schattenseiten biefe§ edelsten aller Sportzweige. Im anregenden Erzählerton führt sie uns aber auch vom ernsten, zielbewußten Training, von hart erkämpften Siegen zu den Kümpfen heißer Madchenherzen, die den Siegern warm entgegenschlagen. Im Mittelpunkte steht die Person des „roten Champions", auf dessen brutalem Gesichte der Stentpel eines tragischen Geschickes ruht.
Königspromenade.
Nachdruck verboten.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur tn der Weys mit einander verbinden, daß inan — wie der König auf dein Schachbrett— stetsvon einem Feld aus aus ein benachbartes übergeht.
Auflösung in nächster Nummer.
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Aliflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Hast du den Mut verloren, so hast du alles verloren.
Redaktiym Ern» Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen Univerltläts-Buch. und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
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