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Redaktion: Ernst Heß. — Rolakionsdnick und Verlag der Brühl'schen Untversiläls-Buch» und Stetndruckereh N. Lange, ®tc8<#>
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Prunk Ohr Gras Bock Nadel
Auster Engel
Gabe Adria Elster Band
Taufchrätfel.
Nachdruck verboten.
Die Anfangsbuchstaben nebenstehender Wörter sind mit anderen Buchstaben derart zu vertauschen, daß man ebensoviele neue Wörter erhält, deren Anfangsbuchstaben den Titel eines -Dramn's ergeben.
Gesundheitspflege.
— Die Diät bei Hautkrankheiten. Es ist eine vielfach bestätigte Tatsache, daß eine passende Diät bei manchen Hautkrankheiten überaus wirksam die äußere Behandlung untere sthhl. Dr. Lederinann weist in der Monatsschrift „Die Gesundheit in Wort, und Bild" darauf chnr, daß z. B. die SHuppe«- fiechte, eure im allgemeinen harmlose, aber doch oft recht lästig kU'MMdene Hautkrankheit, durch eine vorwiegende Milch-- und schneller gemildert oder beseitigt wird, als bei aus- tchiießlich äußerlicher Behandlung. Dieselbe Kost leistet auch bei
Hauswirtschaft.
** Ostereier färben. In den meisten Gegenden Deutschlands herrscht zu Ostern der Brauch, die Kinder mit buut- • gefärbten Eiern zu beschenken. Je mannigfacher die Farbe, je verschiedener die Tönungen, um so lieber sind sie den Kleinen. Da wird cs mancher Hausfrau gelegen konlmen, ivenn sie erfährt, wie sie ohne größere Ausgaben die Eier des „Osterhasen" ge- schmackvoll färben kann. Einen zartgrünen Schimmer den Eiern z>i verleihen, wirst man einige Blätter frischen Gartensalat in das zum Kochen dienende Wasser. Getrocknete Malvenblüten geben eine tiefgrüne Farbe. Zwiebelschalen färben brauugelb, safran rotgelb. Wirft man Peruarnbukholz in das Wasser, so erhalten die Eier eine grell ticfrote Farbe. Ein schönes Zitrvnen- gelb erreicht mau durch Aufkochen von braunen Nesselwurzeln. tim «ne blaue Farbe zu erreichen, setzt man dem Wasser ctivas mit soda vermischten Lackmus zu. Sehr beliebt sind die mar- morierten Eier. Diese stellt man her, indem man bie zu färben- ben Eier mit Wattebäuschchen oder geznpfter Seide umwickelt und danii in die-Farbenbrühe wirft. Schreibt man mit Ocl auf die Schalen, bevor man bie Eier kocht, so bleiben die mit Oel benetzten Stellen ungefärbt. So lassen sich Namen und Sprüche usw. anbringen. Doch auch nach dem Färben lassen sich die Eier noch verzieren, wenn man mit einem zrigespitzten in Essig getauchten Holzstift darauf schreibt.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Nexirbilds in voriger Nummer:
Siegfried? Gestalt steht in der Diagonale von rechts uulett nach links oben.
I allgemeiner Furunkulose, sofern nicht Znckerkrmikheit vorlieat gute Dienste, wobei der gleichzeitige Genuß von Hefepräparaten noch unterstützend Mitwirken kann. Die gleiche Diät empfiehlt si« ferner ber Hautkrankheiten, die auf gestörter Nierentätigkeit be- rnhen. und durfte sich auch bei Hautkrankheiten mit gichtisch^ Grundlage. als nützlich erweisen. Im Gegensatz hierzu ist man bei denrenigen vantleiden, die als Begleit- oder Folgeer schein- ungeil der Zuckerkrankheit auftreten, auf die Verordnung einer vorwiegenden Fleisch- und Fettnahrüilg unter Vermeidung zuckerhaltiger und znckerbildender Stoffe angewiesen. Daneben ist ic nach dem Grade der Erkrankung der Genuß grüner Gemüse, Sa- lote, Eier, Käse und anderer eiweißreicher Produkte gestattet Baer, piße Liköre, Kakao, Schokolade usw. sind zu vermeiden Rot- und Weißwein in geringen Mengen erlaubt. Oft gehen die auf dem Boden der Zuckerkrankheit gedeihenden Hautaffektionen wie nervöses Hautjucken, juckende Flechten und Furunkel, unter richtiger Diät vollständig zurück. Mitnnter stehen bie Erkrankungen der Haut mit Fettsucht im Zusammenhang; es handelt sich dabei besonders um' nässende Ausschläge, bie an den einer ständigen Reibiing ausgesetzten K'örperstellen (Achselhöhle, Oberschenkel usw.) vornehmlich auftreten, sowie um Talgdrüseu-Ent- zündungen und GesichMöte. Hier sind neben der stets notwendigen örtlichen Behaiidlmig Entfettungskuren augezeigt. In vielen Fällen ist der Gennß alkoholhaltiger Getränke zu meiden; wem- -- schädlich für die Haut erweist sich der Mißbrauch von Käffee Tee.
Lstersrisches.
— Bei Otto Petters in Heidelberg erschien: Adele und Advlar, Eine traurige Liebesgeschichte von Heinz v o n H e m s k e r k. — Hinter dem Pseudonym verbirgt sich eine auf wissenschaftlichem Gebiete bekannte Persönlichkeit, die in Stunden übermütiger Laune das hunwrvolle Büchlein geschrieben hat. Verse und Bilder sind in Anlehnung an Will). Busch gehalten. Der Verfasser, ein Arzt, hat es verstanden, den Ausdruck der von. Leibschmerzen schwer geplagten unglücklichen Liebesleute in . packender Wirkung und dabei genau nach ben anatomischen Verhältnissen des menschl. Körpers barzustellen. Das Gedicht erzählt die unglückliche Liebe eines Primaners Molar und einer Majorstochter Adele. Da sie keine Aussicht haben, den Bund fürs Leben einzngehen, beschließen sie den gemeinsamen Tod Adolar verlangt von dem listigen Apotheker Knille Gift znm $ v ten vOlt Ratten „für zwei Personen". Knille merkt sofort, wozu das Gstt gebraucht werden soll und gibt statt bassen Rha- barbcr ucn Adele und Molar auch 'emnehinen und nun den Tod erwarten. Es kommt aber anders —. Niemand wird das humorvolle Büchlein, das 1.50 Mark kostet, aus der Hand legen, ohne sich an Vers und Bild erfreut zu haben.
~ Panl H ey ses No v cllen. (Wohlfeile Ausgabe. I. G. Eottalche Buchhandlung Nachfl., G. m. b. H., Stuttgart-Berlin ) Das wiederholt besprochene Bäudewerk ist jetzt bis zum 8. Baud gediehen. Heyse, der Meister der deutschen Novelle, wird durch dw,e„Ausgabe weiten Kreisen des Volkes zugänglich gemacht. Es i]t zu wünschen, daß die Popularisierung Heyses den besten Er;olg habe. Der 8. Band bringt neuere Novellen, u. a. „Der Kreisrichter", „Der verlorene Sohn". Mit dem 10. Bande wird dw Sammlung abgeschlossen sein, die sich der Volksausgabe der Hecheichen Romane anschließt.
liegen wie Blöcke übereinander. Auf dem Hudsostsflusfe hingegen findet man Eisschlitten viel häufiger. Die Schnelligkeit derselben ist so groß, daß sie mit einem Eilzuge um die Wette laufen können. Das Schlittschuhfahren ist bie Lieblingsunterhaltung ber Kanabier, welche darin eine ganz außerordentliche Geschicklichkeit besitzen und die phantastischsten Zickzacke mit der Schnelligkeit eines Kreisels vollziehen. Nicht nur die Männer, sondern auch bie Frauen finb für diese Leibesübimg eingenommen und selbst kleine Kinder Meister in derselben. Man könnte sagen, daß bie ganze Bevölkerung auf Schlittschuhen durch baS Leben eilt. Man durchschreitet e§' uiast, man gleitet darüber hinweg. Auch bie, Toten werden auf Schlitten zur ewigen Ruhe gebracht. Der Zug beivegt sich ohne Geräusch und verschwindet unter Schweigen wie eine Vision. (Aus dem gegenwärtig erscheinenden Werke „Hellwald, Die Erde und ihre Völker". 5. neu bearbeitete Auflage mit mehr als 450 Abbildungen, Kunstblättern und Karten. 40 Lieferungen zu je 40 Pf. Stuttgart, IluicmDeutsche Verlagsl- gesellschaft.) _______________
Kiilderreim.
Von Hugo SaluS. Wenn wir Kinder bie Mutter plagten, Sie umbrängten und hundertmal fragten: Was von all den ersehnten Dingen Wird von ber Reise der Vater uns bringen? Sprach die Muller: Jedem sein Teil!' Ein gläsernes Büchsel, Ein silbernes Nixel
Und ein goldenes Wart eine Weill
Aber in unserem Kinderglauben
Ließen wir nimmer die Hoffnung uns rauben: Ach, unsere Seelen hofften zu glühend, Ach, unsere Träume waren zu blühend!
Mutter scherzt nur: Jedem sein Teil!
Ein gläsernes Büchsel, Ein silbernes Nixel Und ein goldenes Wart ein Weil!
Und so stehen ivir jetzt vor dem Leben, Soll uns ernste Antivort geben: Was von all ben ersehnten Dingen Hast du gebracht und wirst uns noch bringen? Spricht das Leben: Jedem sein Teil! Ein gläsernes Büchsel, Ein silbernes Nixel
Und ein goldenes Wart eine Weil l
Und der Winsler Stimmen gellten Klagend auf zum Herrn der Welten: „Väter, cS ist schlecht bestellt!
Sieh, wir leiden Pein und Qualen Durch die Willkür der Brutalen! Wem, für wen schufst du die Welt, Nord und Süd und Ost und Westen?" Spricht der Herr:
„Für die Starken und die Festen!"
Doch zugleich mit den Verlornen Schrien die Starken, Krasterkornen: „Vater, es ist schlecht bestellt!
Sieh, an unseren reifen Plänen Hangen schwer der Feigen Tränen! Herr, für wen schufst du die Welt, Ost und West und Nord und Süden?"
Spricht der Herr:
„Für die Schwachen nnd die Müden!"


