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Gravelotte ging gegen abend noch das 2. Korps (Pommern) zum Sturm auf die Höhen vor. Bis in die Dunkelheit wurde hier, wie auch bei Amanweiler, erbittert gekämpft. In der Nacht zogen sich die Franzosen in den Bereich der Festung zurück. Das Ziel, sie in Metz einzuschließen, war crTcid^t.
Noisseville (31. Äug', und 1. Sept.). Unter den wiederholten Versuchen Bazaines, die Einschließung zu durchbrechen, war £>ier Durchbruchsversuch am 31. August und 1. Sept, der bedeutendste. Er richtete sich hauptsächlich gegen Noisseville und Servigny, scheiterte aber an der beispiellosen Tapferkeit der Trrippen des 1. Korps und der Division Kummer. Damit war das Schicksal der Festung besiegelt.
Am 27. Okt. ergab sich die Armee, die beste Frankreichs, bestehend aus drei Marschällen, 50 Generälen, 6000 Offizieren und 173 000 Mann.
Ausflüge aus die Schlachtfelder.
1. Ausflug.
Colombey, Lauvallitzre, Amitie, Noisseville, 2Vs Std. — Dieser Ausflug bietet einen guten Ueberblick über das Schlachtfeld vom 14. Ang. und berührt sämtliche Denkmäler mit Ausnahme von zweien.
Vom Deutschen Tor geht man über Borny nach Colombey. Zwischen beiden Orten Kriegergräber im Felde, links an der Straße das französische Denkmal zum Andenken an die „Schlacht von Borny", unmittelbar vor Colombey eine düstere Allee von sehr alten amerikanischen Cedern. Am Park von Colombey in einem Sammelfriedhof, malerisch gelegen, das Denkmal des Wests. Jnf.-Regts. Nr. 13. Weiter am Park entlang, an der Straßengabelung, ist im Borblick Schloß Aubigny sichtbar, links im Park die Ruinen des Schlosses Colombey. Zurück zum Denkmal der 13er und geradeaus in die Totenallee mit den Wests. Jnf.-Regtrn. 15 und 55, rechts im Felde das Denkmal des Hann. Füs.-Regts- Nr. 73. Bon der Totenallee auf der Saarbrücker Straße rechts entlang zum Hanseatischen Denkmal Nr. 76 und nach zwei Minuten links ab auf den Kiefernweg, der nach Lauvallitzre führt (gute Wirtschaft). Weiter aufwärts Amitis (i/4 Std.) mit dem Denkmal des 1. Korps, das eine vorzügliche Aussicht bietet. Jü 10 Min. in Noisseville; von hier 5.35 Uhr mit der Post nach Metz.
Will man sich nicht an die Post binden, so geht man von Noisseville entweder über Nouilly und Vantoux (Täl- weg), oder aber über Amitis, Lauvalliöre und Belle-Croix (Hohenweg) nach Metz zurück und gibt in beiden Fällen l!/2 Stunde zu.
Zu Wagen schlägt man denselben Weg ein, nimmt aber von Colombey aus noch Aubigny mit in die Fahrt auf, um das schöne Denkmal des Ostpreuß. Jnf.-Regts. Nr. 45 zu besuchen; im ganzen, vom Tore aus gerechnet, 25 Kmtr.
2. Ausflug.
Mercy, Ars-Laquenexy, Aubigny, Colombey, Lau- valliöre, Amitiö, Noisseville, Servigny; 7 Std. — Dieser Ausflug durchquert das ganze Schlachtfeld vom 14. sowie vom 31. Aug. und 1. Sept.
Man fährt bis Peltre mit der Eisenbahn, steigt nach Mercy hinan (weite Aussicht) und gelangt über Ars- Laquenexy und Aubigny (Denkmal des Ostpreuß. Jnf.-Regts. Nr. 45) nach Colombey. Von hier bis Noisseville s. Ausfl. 1. Won Noisseville über Servigny nach Poixe, wo sich das Denkmal des Ostpreuß, Jnf.-Regts. Nr. 41 befindet. Von Poixe auf der Busendorfer Straße, die prächtige Aussicht bietet, an Billers-l'Orme und Schloß Grimont vorbei nach Metz.
Zu Wagen fährt man nicht über Peltre, sondern über Plantisres und Grigy nach Mercy, von hier wie bei der Fußwanderung angegeben; im ganzen 32 Kmtr.
3. Ausflug.
Chätel, St. Hubert, Gravelotte, Verusville, Amanweiler; 5 Std. — Dieser Ausflug hat den Vorteil, daß er neben einer gründlicher- Besichtigung des südlichen Schlachtfeldes vom 18. (Gravelotte) auch — und zwar auf der Höhe 331 vor Amanweiler — einen Ueberblick über den nördlichen Teil (St. Privat) bietet.
Mau benutzt bis Chätel die Eisenbahn (35 Pfg.) und hat hier die Wahl zwischen zwer Wegen: bei kühlem Wetter nimmt man den kürzeren, aber beschwerlichen, der aus der Mitte des Ortes steil hinan zur Feste Kaiserin und an dieser entlang (am Drahtzaun, nicht stehen bleiben!) bis
zur Höhe von Point du jour führt; bei heißem Wetter zieht man den etwas längeren Waldweg vor, der oben im Orte beginnt und vom Vogesen-Klub bezeichnet ist. Im letzteren Falle geht man, bei St. Hubert angelangt, die Straße bis zur Feste Kaiserin hinauf, um sowohl die am Wege stehenden Denkmäler der Regimenter 14 und 54 (rechts im Friedhof) 29 und 33 (weiter oben) zu sehen, als auch von der Höhe aus einen Ueberblick zu gewinnen. Nach St. Hubert zurückgekehrt, nimmt man etwas unterhalb des Hofes den rechts von der Straße abweichenden Weg, der oberhalb der Steinbrüche zu den Regts.-Denkmälern 67, 60, 28, 69 und von letzteren steil hinab in die so berühmt gewordene „Schlucht" führt. Hier, herrlich gelegen, Denkmal des Rhein. Jäger-Bataillons Nr. 8, neben welchem alljährlich im August seitens der verdienstvollen „Bereinigung zur Schmückung der Kriegergräber" eine Gedenkfeier mit Rede und Gesang veranstaltet wird. In dem 1 Kmtr. weiter aufwärts gelegenen Gravelotte (Weißes Roß, Post;. Kriegsmuseum) der große Krieger-Friedhof mit etwa 5000 deutschen und französischen Kriegern; an dessen Rückseite die Gedenkhalle. Bon Gravelotte wendet man sich nordwestlich über Mogador (links davon der Wilhelm-Stein) und Malmaison, geht jenseits des rechts die Straße nach Bernsville begleitenden Waldes auf einem Feldwege nach Chantrenne (Denkmal des Jäger- Bataillons Nr. 9 und des Magdeb. Füsil.-Regts. Nr. 36) und von hier nach Bernoville, hinter dem das schöne Denkmal der 18. Divison steht. Auf dem Wege nach Amanweiler trifft man beim Hofe Champenois das Denktnal des Feldartillerieregiments Nr. 9 und aus der Höhe von Amanweiler, die einen sehr guten Ueberblick bietet, noch drei Denkmäler: rechts das des 3. Garde-Grenadierregiments (Königin Elisabeth), links das des 1. Garde-Grenaüier-Regts. (Kaiser Alexander) und das der Garde-Schützen, letzteres etwa 300 Schritt entfernt. Bon Amanweiler (Bahnhofs- Restauration, Schwenzfeier) führt die Eisenbahn (55 Pfg.) in einer halben Stunde durch das schöue Monvaux-Tal nach Metz.
Ueber einen Besuch dieses Schlachtfeldes zu Wagen sie»/, folgenden Ausflug.
4. Ausflug.
Amanweiler, Habonville, Ste. Marie-aux-Chsnes, St. Privat, Amanweiler; 5 Std. — Ein sehr interessanter Rundgang auf dem Schlachtfelde von St. Privat.
Man fahrt bis Amanweiler mit Rückfahrtkarte (85 Pfg., Sonntagskarte 55 Pfg.), geht über die Eisenbahn das Dorf hinauf und am Ende desselben links aus der Straße weiter (rechts geht's nur zum Hessen-Denkmal). Auf der Höhe die unter Ausflug 3 (Schluß) genannten drei Denkmäler. Unmittelbar hinter dem Denkmal der Garde-Schützen stehen die Grenzpfühle und daneben ein Wegweiser zum Hessen- Denkmal, das man am Bahnwärterhäuschen vorbei in 20 Minuten erreicht. 30 Schritte hinter diesem biegt man int rechten Winkel in den Wald ein (Pfad) und geht im Zickzack — aber int ganzen immer gerade aus — auf Acker- kehren 10 Min. fort, bis man am Ende eines Feldes recht- winllig auf Wald stößt. Hier geht man rechts am Walde hin und nach zwei Minuten int rechten Winkel links in den Wald hinein (Schneise), die in drei Minuten zum Denkmal des Schlesw. Jnf.-Regts. Nr. 86 führt. Leider gibt's von hier keinen Weg mehr, ein Beweis, daß das Denkmal, obgleich sehr sehenswert, wenig besucht wird. Man muß in Ackersurchen hinab auf die unten gelegene Wiese gehen (fünf Min.), von der ein Feldweg zur Eisenbahn und an dieser entlang zur Straße oberhalb Habonville führt. Bon letzterem Orte (Wirtschaft „Au coin de la France", wo deutsches Geld gern genommen wird, auch deutsche und französische Ansichtskarten zu haben sind) an St. Ail vorbei (gleich dahinter die Grenze) nach St. Marie-aux-Chenes. Links vor diesem Orte, etwa 1 Kmtr. entfernt, der Krieger- Friedhof des 2. Garde-Regts. zu Fuß mit dem Regiments- denkmal; inmitten des Dorfes das französische Denkmal des 94. Linien-Regts.; am Ausgang des Dorfes, in der Richtung auf St. Privat, links, einige hundert Schritte entfernt, der Krieger-Friedhof des 1. und 3. Garde-Regts. z. F, rechts, in gleicher Höhe, unmittelbar au der Straße, das Denkmal des Garde-Füs.-Regts. und etwas weiter aufwärts, ebenfalls rechts, das des 2. Garde-Grenadier-Regts. (Kaiser Franz). Auf dem Wege nach St. Privat links und rechts viele Massengräber, die bezeugen, wie schwer hier gerungen wurde. Jü St. Privat links an der Straße das neue schöne Löwen-Denkmal des 3. Garde-Regts. z. F, links


