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einem Bericht über Coeducation mitteilt:Es erscheint unzweifelhaft", so heißt es darin,daß die Mädchen an Wissen und Fähigkeiten und Selbstvertrauen gewinnen, während die Knaben mehr Schliff bekommen, geistig seiner werden und eine tiefere Würdigung und mehr Respekt vor dem Wesen der Mädchen erwerben. Bei beiden ergibt sich eine tiefere Erkenntnis der menschlichen Natur, die zur nationalen Wohlfahrt beitragen muß. Die Mädchen wirken durch ihren Fleiß und ihre Ausdauer günstig auf die Knaben ein, während sie selbst vorteilhaft durch die ruhigere, nüchternere, weniger sentimentale Auffassung der Dinge, wie sie bei Heranwachsenden Knaben sich findet, beeinflußt werden." Jedenfalls wird diesem Experiment, das von ernsten Pädagogen unternommen wird, von weite­sten Kreisen größtes Interesse entgegengebracht.

* Das Ausatmen des Tabakgualms durch d i e N a s e ist eine Angewohnheit, die zwar, wie einige Raucher behaupten, erst den vollen Genuß des Täbakdnftes ermittelt, unter Umständen aber recht unangenehme Folgen haben kann. Abgesehen davon, daß die Aufnahmefläche für Nikotin durch den Umweg durch die Nase vergrößert wird und somit eine erhöhte Möglichkeit für seine ungünstige Ein­wirkung auf das Nervensystem und das Herz vorliegt, kann diese Gewohnheti zur Verbreitung ansteckender Krankheiten beitragen. Man weiß schon lange, daß die Luft durch die Nase gleichsam filtriert wird, sodaß eine Menge von Klein­lebewesen und sonstigen Bestandteilen des Staubes nicht in die Luftwege gelangen. Dieser Vorgang der Filtration wird einerseits durch die feuchte Auslleidung der Nasen­höhle ermöglicht. Auf den zwischen den Augen und der Nase bestehenden Verbindungswegen werden auch alle Ab­lagerungen der Bindehaut mit der Tränenflüssigkeit in die Nase geleitet, sodaß man ohne weiteres behaupten kann, daß die Nase unter Umständen eine große Menge von Krankheitskeimen beherbergt. Wird nun der Rauch durchs die Nase ausgestohen, so bestreicht er eben diese Ablager­ungsplätze und teilt die Staubteilchen usw. der Außenluft mit. Sind Jnfektionskeime vorhanden, so werden auch- sie nach außen befördert. Einen schlagenden Beweis dafür liefert ein in Lancet erwähnter Fall von Heusieb er Über­tragung, die sich im Staate Ohio ereignet hat. Eine Person, die zeitweise an Heufieber litt, übertrug diese Krankheit auf alle Leute, deren Haus sie betrat. Schon allein ihre Gegenwart genügte, um Erkrankungen hervorzurufen, und es stellte sich schließlich heraus, daß die Uebertragung höchst wahrscheinlich durch den Tabaksrauch stattfand, den sie durch die Nase auszustoßen pflegte.

* Die Vision einer Frauenrechtlerin. In­folge der Verurteilung der Frauenrechtlerinnen, die im englischen Parlament einen Skandal verursacht hatten, fand in Newyork eine Versammlung von Frauen statt, um den englischen Märtererinnen die Sympathie der amerikani­schen Weiblichkeit auszusstrechen. Eine der Sprecherinnen, Frau Cory, ließ sich d ab er zu folgenden prachtvollen Sätzen hinreißen:Auf den endlichen Sieg unserer Ideale fest vertrauend, richte ich meinen Blick auf eine leuchtende Zu­kunft und schaue hoffnungsvoll die Zeit, wenn eine Frau, die wegen eines Verbrechens auf Leben und Tod angellagt ist, von einem weiblichen Rechtsanwalt verteidigt, von weiblichen Geschworenen schuldig befunden, von einem weiblichen Richter verurteilt, von einem weiblichen Geist­lichen auf ihrem letzten Gang getröstet und von einem weiblichen Scharfrichter hingerichtet werden wird. Dann und nur dann wird die Frau ihren richtigen Platz in der Welt erreicht haben."

* Eine viel geschiedene Familie. Der jüngst verstorbene Vizepräsident der Pullman-Schlafwagengesell- schaft, Thomas Pj. Wickes, hat sein mehrere Millionen be­tragendes Vermögen einem Neffen vermacht, während seine Kinder, sowie die drei Gattinnen, von denen er sich hat nacheinander scheiden lassen, leer ausgegangen sind. In­folgedessen ist das Testament von den benachteiligten Ver­wandten angefochten worden. Frau Laura C. Wickes, die erste Gattin des Verstorbenen, war ihrerseits dreimal ver­heiratet, ist zweimal Witwe geworden und einmal ge­schieden. Die zweite Witwe Frau Annette Wickes, war nur zweimal verheiratet und ist erst einmgl geschieden worden. Die dritte Witwe, Frau Edua Wickes, scheint noch eine An­fängerin auf dem Gebiet der Ehe zu sein, da sie erst

einmal verheiratet und einmal geschieden ist. Die beiden Töchter aus erster Ehe, Frau Laura Felt und Frau Flo­rence Johnston, waren beide schon zweimal verheiratet. Frau Felt ist einmal Witwe geworden, während ihre Schwester, Frau Johnston, einmal geschieden ist. Das ein­zige Familienmitglied, das aus der Art geschlagen zu sein scheint, ist ihr Bruder Thomas H. Wickes, der mit seiner Gattin im besten Einvernehmen lebt und unglaublsicher- weise sich nicht scheiden lassen will.

* Heiraten nach wissenschaftlichen Grund­sätzen zur Höherzüchtung der menschlichen Rasse betrachtet der Untersekretär im Ackerbaudepartement Willett Hayes als das wirksamste Mittel, um Laster, Krankheiten, Ver­brechen und alle Uebel dieser Welt auszurotten. Er hat, so wird aus Newyork berichtet, seine Ideen in ein wissen­schaftliches System gebracht, wonach besondere Sorgfalt vor allen Dingen bei der Wahl von Ehemännern und Ehefrauen zu walten hat. Er lehrt, daß die Verbindung von zwei Sonett, die beide geistig hoch entwickelt sind, schwächliche

er hervorbringt. Die Abkömmlinge von Eltern, die beide Künstler sind- werden sicherBohemiens"; dagegen befürwortet er Heiraten zwischen den frischen, von Lebens­kraft überschäumenden Westamerikanern und der Bevölker­ung des Ostens, woraus namentlich schöne Frauen hervor­gehen würden. Ebenso sollten Nord- und Südstaatler unter, einander heiraten, um deut Süden mehr feste Tüchtigkeit- und dem Norden mehr Frauenschönheit zuzuführen. Mr. Hayes sucht jetzt ein System zur Bestimmung des Blutwertes der verschiedenen Menschenrassen aufzustellen, um so Wege zur Erzielung der besten Rassenkreuzungen anzugeben. Er arbeitet zur Verbreitung unter der Arbeiterllasse Amerikas eine Schrift aus, worin auf die Wichtigkeit des höheren Blutwertes und der Vermeidung minderwertigen oder degenerierten Blutes hingewiesen wird. Hayes war, bevor er Untersekretär im Ackerbaudepartement wurde, viele Jahre bei der Versuchsabteilung dieser Verwaltung in Minnesota tätig, wo er zahlreiche interessante Experimente an Tieren und Pflanzen durchführte. Die Erfolge, die er dabei er­zielte, veranlaßten seine Berufung nach Washington. Die Regierung hat Hayes ermächtigt, einen wissenschaftlichen Ausschuß zum Studium seiner Theorie zu berufen.

* Eine kleine Wasserturbine kann ans wenigen Holzstucken und Blechteilen von jedem Jungen hergestelll werden, der mit Werkzeugen umzugehen versteht und zwar eine Turbine mit soviel Kraft, daß sie z. B. imstande ist, eine Nähmaschine und bergt, zu treiben. Sie wird durch die Hauswasserleitung in Bewegrmg gesetzt. Vorkenntnisse und besondere Fertigkeiten sind nicht notwendig, alles ist aus den beigefügten Modell­bogen und Anleitungen aufs klarste ersichtlich. Es ist dies das 19. Heft der SammlungSpiel und Arbeit" (Verlag von Otto Maier in Ravensburg, Preis 70 Pf.). Die Turbine ist u. a. auch imstande, einen kleinen Dhnamoapparat zu treiben, der elktisches Licht erzeugt und selbst hergestellt werden kann.

Citatenrätsel.

Nachdruck verboten.

Aus jedem der folgenden Citate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Citat ergiebt:

1, O, wie wohl ist mir am Abend, Wenn zur Ruh' die Glocken läuten.

2. Weh' dem der lügt!

3. Nicht der ist aui der Welt verwaist, Dessen Vater und Mutter gestorben, ....

4. Denn wer den Besten seiner Zeit

Genug getan, der hat gelebt für alle Zeiten.

5. Die Götter rächen der Väter Missetat nicht an dem Sohn.

6. Wer etwas Treffliches leisten will, Hätt' gern etwas Großes geboren....

7. Gedenkt Ihr noch der Zeiten, da wir jung gewesen? Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Gitterrätsels in voriger Nummer:

A A F

Astenberg t d i

e r e

Andromeda b m r

e e i

Friedrich g a h

Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, ©ießttte