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Mir war auch nicht gut. Ich hatte Geuickschmerzen und Haarweh. Trotzdem stand ich auf und ging — sehr leicht bekleidet — zu dem Patienten.
„Einen Katzenjammer hab' ich", sagte er, „das ist eine aus gemach te Tatsach e. Tos sind die verd ammten Knickebeine. Ich habe das Zeug nie vertragen. Mer dann —> Tu, weißt Du, ich l doch, mal, was das is
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Zwicker lag, der zerbrochen war und ihn durch seine Kanten geniert hatte.
Möpsel wandte sich zuin Gehen. Mir war übel zumute, und ich klagte ihm: „Tas nun drei Abende so weiter gehen! Heute abend bei den Rhenanen Stiftungsfest. Morgen Festkommers für den Geheimrat Bitzelmann. fieber* morgen--"
„Und jeden Wend mußt Tu ihn nach Hause bringen?"
„Abend — ist gut. Aber jeden Morgen, ja."
„Hm." Möpsel machte nur: „Hm." Wer in seinem Gesicht arbeitete ein Gedanke.
„Weißt Tu was?" sagte er nach einer Weile. „Ich werde Dir ein paar Tage Urlaub von dieser Sklaverei Verschaffen."
„Aber tote?"
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e da was am Bein. Ach, bitte, sieh , — ich kann mich gar nicht bewegen I" «/.Jetzt fiel mir die ganze Nacht wieder em.
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in Bein in Gips." wunderlicher Gedanke, einem total gesunden Menschen ein Bein in Gips zu legen. Aber es gibt im Leben Stunden, in denen die verschmitztesten und verwickeltsten Tinge ein ganz schlichtes, einfaches Gesicht zeigen.
Ich sagte also — nicht anders, als vb er es vorgeschlagen hätte: ich sehe jetzt nach der Uhr, oder: ich koche jetzt Tee — „Gut, lege ihm ein Bein in Gips."
Möpsel ging in feine Wohnung, das Nötige zu holen und kam nach einer Viertelstunde, reich bepackt mit Binden und Bandagen und Tüten und Pappdeckel und was weiß ich, wieder herunter.
Bon diesem Moment an war ich ganz wissenschaftliches Interesse.
„Wir werden das linke Bein nehmen", sagte Möpsel, während er — unsagbare Schmutzerei in deni Zimmer anrichtend mit seinen Vorbereitungen — den Gipsbrei anrührte, „damit Tu besser dran kannst."
„Ich — dran kann? Wozu?"
„Nun, Tu wirst ihn: doch zur Hand gehen müssen. Ich reise heute mit dem Frühzug ab. Einen Examenspump bei meinem alten Herrn anlegen. Bis ich wiederkomme. Mußt Tu ihn betreuen."
Es wäre vielleicht am besten gewesen, ihm alles zu gestehen. Wer ich fühlte mich den dann notwendig folgenden Zornausbrüchen noch nicht gewachsen. Und dann — ich wollte mal ein paar Tage Ruhe haben. Ich setzte mich also an sein Bett, nahm feierlich seine Hand und sagte:
„Thomas Conradin, sei stark, sei ein Mann —"
„Bin ich. Nu, was weiter?"
Tas schien mir ganz in der Ordnung. Und so hoben wir die Decke und bemächtigten uns Thomas Conradins linken Beines.
„Wir werden einen Unterschenkelbruch annehmen", weinte der Mediziner. „Es ist Dir doch recht?"
Mir war es rocht. Und Thomas Conradin war es auch recht. Tas heißt, er lag wie tot in seinen Kissen und kümmerte sich den Teufel um fein linkes Bein.
Nach etwa einer halben Stunde war Möpsel mit seiner Arbeit fertig. Ich konnte nicht umhin, ihm meine Bewunderung auszudrücken. Es war ein sehr appetitlich aussehender Gipsverb and. Nur etwas reichlich oick und breit kam er mir vor. Selbst für einen, der wirklich, den Unterschenkel gebrochen hätte.
Möpsel wusch sich die Hände und gab mir noch einige Verhaltungsmaßregeln: „Also er darf nur leicht Verdauliches essen die nächsten Tage. Keine Spirituosen. Etwas Pflaumenmus mittags und abends. Tu weißt schon, von wegen . . . Tas ist wichtig beim Liegen. Und sonst — Ruhe, absolute Ruhe."
Mir war ganz feierlich zumut. 'Alle diese ernsten Hantierungen, diese Reden und Ermahnungen brachten mein übermüdetes, alkoholbeschwertes Gehirn dahin, zu glauben, daß hier tatsächliche ein armer Kranker meiner Pflege bedürfe.
Ich war fast stolz auf mein 'Amt. Eh' ich mich legte, sah ich noch einmal nach, ob der Verband nicht gerutscht fei. @r war nicht gerutscht. Alber Thomas Conradin schlief nicht mehr so friedlich, wie vorhin. Ihm war etwas unbequem, man sah es.
AM nächsten Morgen — ich hatte die Verbindungstür zum Zimmer! lo sfen gelassen — erwachte ich von seinem Rufen: „Tu hör' mal . . . mir ist nicht gut!"
„Bist Tu auch sicher, daß Du ein Mann bist?" „Mach' keine Witze. Was willst Tu eigentlich?" „Tu hast nämlich — das Bein gebrochen!" platzte ich heraus.
Tie Wirkung meiner Mitteilung war seltsam. Eine Weile schwieg Thomas Conradin nachdenklich Tann sagte er fast freudig: „Gebrochen bloß? . . . Ich habe die ganze Zeit das Gefühl gehabt, als hätt' ich überhaupt nur noch e i n s."
„Nein, nein", beeilte ich mich tröstend zu berichtigen: „Da ist's schon noch Wer, wie gesagt — gebrochen."
„Hm. Gebrochen? Das ist fatal. Aber tvo denn. . . Wieso denn? . . . Warst Tu dabei, ja? oder--?"
Und nun log ich wie ein geprüfter Forstadjunkt. Ich erzählte eine Räubergeschichte von einem Fall auf einer Treppe; schilderte, wie der vortreffliche Möpsel und ich den Bewußtlosen hinauftrugen —
„Siehst Tu — bewußtlos war ich", sagte Thomas Conradin bei dieser Stelle. „Be—wußtlos! Ich habe vorhin gleich so das dunkle Gefühl gehabt, als wär' ich! heute nacht be—wußt—los gewesen."
„Ich verbreitete mich über Möpfels ärztliche Tätigkeit, rühmte seine rasche, umsichtige Art und fein schonendes! Vorgehen —
„Sehr richtig" — nickte Thomas Conradin ernst — „nicht einmal ausgewacht bin ich. Freilich- ich war bewußtlos!" Er sagte das mit einem gewissen Stolz.
„Und wie suhlst Tu Dich?"
,Hm. Ich habe Genickweh und Haarweh; und am Bein — ja, ich habe solche Schwere, bleierne Schwere drin. Schmerzen — ? eigentlich nein. Tas heißt doch —! eben, eben hab' ich Schmerzen."
„Tu darfst Dich nicht bewegen, Thomas Conradin. Mußt ruhig liegen. Sollst wenig sprechen; und nachher bekommst Tu Deinen Pflaumenmus."
„Was bekomm ich?"
Ich erklärte ihm Sinn und Zweck dieser weisen Verordnung. Er fand sie lästig, aber erklärlich; bat mich aber, zunächst nicht mehr davon zu sprechen, da sich ihm bei Erwähnung von Pflaumenmus vorerst noch einige Knickebeine int Magen umdrohtem
Ich riet ihm, noch etwas zu schlafen, und stieß mit diesent Vorschlag auf sein Verständnis. Er schlief.
Ms er wieder aufwachte, hatte er heftige Schmerzen an der „Bruchstelle" und verlangte einen Arzt.
Möpsel war schon ob gereift Ich war in einer bösen Situation. Ich log also weiter. Ich erzählte von einer Morphiumlösung, die — von Möpsel bereits vorsorglich ausgeschrieben — alle durchaus normalen und erklärlichen Schmerzen lindern und die Heilung beschleunigen werde. Und ich gab ihm nun alle zwei Stunden drei Tropfen von meiner Zahntinktur in einem halben Weinglas Ouell- wasser ein. Er fühlte sich sofort erleichtert und auch — wie er sagte — seelisch gehoben.
Mittags verlangte er selbst nach Pflaumenmus und war überhaupt ein angenehmer Patient.
Er unterhielt mich damit, mir zu versichern, es sei etwas vom Spartaner in ihm. Ein anderer würde zweifellos imminent und klagen bei den Schmerzen, die er empfinde. Er aber beiße die Zähne zusammen und halte aus, wie es sich für einen Mann und den Sohn seiner Ahnen zieme. Ein Linderungsmittel freilich verschmähte er nicht. Er meinte die drei Tropfen meines Zahnwassers, die er andachtsvoll hinunterschluckte, indem er Vortreffliches über die segensreiche Kraft solcher Arzneien zu sagen wußte . . .
Acht Tage lag er so auf dem Rücken, aß Pflaumenmus, trank Zahnwasser und tyrannisierte mich. Tenn ich mußte, wollte ich kein Barbar erscheinen — dem „armen Gelähmten" alle kleinen Handreichungen leisten, Gänge besorgen und auf seine Unterhaltung bedacht sein.
Ten Ulk ihm einzugestehen — nein, das wagte ich nicht mehr, Lch wartete fehnsuchtsvvll auf den Mediziner, ,


