Ausgabe 
4.8.1906
 
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Altägyptische Hieroglyphen.

Nachdruck verboten.

Jedes Bild bezeichnet den AnsaiigSbuchstaben seines NainenS. z. V. Sonne f, Glas g, re. Die Vokale sind zu ergänzen.

Gesundheitspflege.

® a S Luftbad im Hause. Die Völker anderer Zonen suid iich darüber einig, daß der Mitteleuropäer mit seiner Ä odetracht die aller unzweckmäßigste, wenn nicht ungesündeste Kleidung erwählt hat. Im Sommer, wenn das Quecksilber bis zu einer schwindelerregenden Höhe steigt, ist dieser Vorwurf gewiß auch gerechtfertigt. Nur will der Kulturmensch liichts von Er- teichtcrung wissen, ivenigstens nichtvor den Leuten". Schwarze unerträgliche Hitze an, und dennoch stellen sie das gesellschattliche Gewand für alle Kreise der Männerivelt dar.

Uniformen ist es noch empfindlicher. Von den Modetorheiten 1 tv5n1en lyir °ar uicht erst reden, das würde ganze Vaiide füllen. Wie aber, iueitn der Körper die angehäuste Blut-

Ku flösung in nächster Nummer?

Auflöftmg des Magischen Dreiecks in voriger Rümmer:

Reise».

Schivarzwald, Odenwald, Berg st raße, Heidel­berg und Straßburg. 11. Anfl. 1906 Mit 19 Karten und 10 Plänen. (Meyers Reisebücher.) Kartoniert 2 Mark. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Für den vielbeschäftigten Zeitungsmann bietet es kein be­sonderes Behagen, sich durch die täglich wachsende Hochflut von literarischen Neuerscheinungen dnrchzuarbeiten, die unauchaltsam den Redaktionstisch füllen" und auf Prüfung und sachliche Be­sprechung Anspruch erheben. Um so größer ist die Freude, alten Bekannten zu begegnen, die, seit Jahren bewährt und beliebt, so oft, sie sich zeigen, jedesmal wieder wesentliche Fortschritte und Verbesserungen aufweisen. Was das gerade bei einem Reise­handbuch bedeutet, wird jeder selbst ermessen können, der sich auf seinen Fahrten und Wanderungen einem solchen Mentor anvertraut und die Gewissenhaftigkeit und Umsicht erprobt hat, mit der er sich in den Dienst eines großen, gemeinnützigen Interesses stellt. Ein solches Lob gebührt in vollstem Umfang Meyers Reiseführern, von denen uns die eingehend durchgearbeitete und bis auf den heutigen Tag sorgfältig ergänzte 11. Ikuflage des Schwarzwaldführers zugegangen ist. Wir können dieses vor­trefflich orientierende Hilfsmittel allen, die den Schwarzwald, unfern Odenwald, die Bergstraße, Heidelberg und Straßburg als Touristen aufsuchen, aus eigner Erfahrung empfehlen und unterlassen nicht,, darauf hinzuweisen, daß der reiche Karten­apparat durch Beigabe neuer Karten von Badenweiler mit Um­gebung wie der hervorragend schönen südlichen Schwarzwaldtäter vermehrt worden ist.

Wärme nicht' mehr hinreichend nach außen abzugebest vcvnkag? Schwindel und Ohnmacht sind die vorübergehenden Folgen, lang­same Blutverschlechterung die dauernde! Da hat uns die Natur einen großen Segen verliehen, den wir alle kennen: das Wasser! Aber es gibt noch einen zweiten nicht minder wundertätigeren Heilfaktor: die Lust! Und diese verbrauchen nur wenig Menschen so ausgiebig, wie es nötig wäre. Das Atmen geschieht gedanken­los, selten tief genug, nur allzuoft in überfüllten Räumen, in der Tabakswolke, die indirekt so schädlich wirken kann, weil wir dann nicht mehr spüren, wie schlecht und abgebraucht die Atmosphäre ist. Alles das muß das Blut, muß die Säfte ver­derben, wenn nicht dem Körper viel mehr gesunde Luft zugeführt wird. Nicht nur durch die Lungen, auch durch alle die Millionen kleiner Poren dringt Sauerstoff in unfern ganzen Körper. Diese Wohltat sollte sich ein jeder erzeugen. Fehlt ihm die Zeit ins Schwimmbad zu gehen oder sich in besonderen Anstalten von der lieben Sonne bescheinen zu lassen!, so mag er sein Lustbad zu Hause nehmen. Eine Stunde im leichtesten Gewände ist täglich genug, die Wirkung offenbart sich in fröhlicher Spannkraft, erhöhtem Appetit und frischem Aussehen. Wer seine Arbeit ungestört da­heim verrichtet, sollte sich wenigstens im stillen Zimmer bequem und luftig kleiden. Eine kühle (nicht kalte!) Abreibung ist von eminenten Nutzen gerade in Verbindung mit Luftbädern. Zug und Kälte sind natürlich streng zu vermeiden, auch überläßt man die Entscheidung, ob die Behandlung bei leidenden Per­sonen angebracht ist, füglich dem ärztlichen Ermessen. Diejenigen aber, die sich eines kräftigen Naturells erfreuen, scheuchen manche Anwandlungen krankhafter, Zustände durch kühle Abreibung und häusliches Luftbad. Das ist eine bequeme, billige und erquickende Kur von nngeahntem Heilerfolge.

MeiergüterN bestanden, bildeten demnach weithin zerstreute Dorf­marken. In süddeutschen Dörfern dieser Art und auf ihren Fluren spielen die bäuerischen Szenen, welche uns zeitgenössische Dichter, ein Tanhuser, ein Nfthart, ein Wernher (derGartener") und andere in ihren Liedern und Schwänken geschildert haben, nicht selten mit einer Art von Neid, daß denTörpern" ihre Mittel erlaubten, so üppig zu tun. Denn da werden uns gestiefelte und bespornte Äauernburschen vorgeführt, welche, Federhüte auf dem Kopfe und Schwerter an der Seite, unter der Dorflinde den Törperinnen" den Hof machen, die Vorschriften der Höflichkeit plump karikierend. Die dörflichen Schönen ihrerseits) in modi­schen Schleppkleidern, den Handspiegel am Halse oder am Gürtel, das Haar mit Seidenborten aufgebunden und mit einem Blumen­kränze geschmückt, sehen über die galanten Tölpel weg und nach galanten Rittern aus, welche dann auch sich einstellen, um mit den drallen und keineswegs spröden Dirnen Abenteuer zu bestehen, wie sie der lustige Nithart lustig genug beschriehen hat. (Aus dem gegenwärtig erscheinenden WerkeGermania", Zwei Jahrtausende deutschen, Lebens. Kulturgeschichtlich geschil­dert von Johs. Scherr. Sechste neu bearbeitete Auflage. 50 Lie­ferungen zu je 30 Pfg. Stuttgart, Union, Deutsche Berlagsi- Austalt.)

* Zur Erhaltung der Naturdenkmäler im Wesertal werden, wie wir in der ZeitschriftDie S a n b = Ivdustrie" lesen, sehr energische Maßnahmen getroffen. Im Streite Hameln ist ein Verzeichnes aller der Gegenstände auf­gestellt, die schutzbedürftig sind. Alte Bauten, eigenartig gestaltete Klippen, Jahrhunderte alte Bäume und ähnliches wird vor Zerstörung und auch vor dem Verfall zu bewahren gesucht. So hofft man beispielsweise die sehr malerisch gelegenen Hopfen- bergstlippen bei Bodenwerder, die durch die Ausführung der protektierten Oberwesertalbahn gefährdet sind, zu retten. Ebenso rft man emsig bestrebt, die d'Ebräes^Linde hei Hegenohsen, benannt nach dem ftanz. Feldmarschall d'Ebrdes, der in der Schlacht bei Hastenbeck von hier aus die Schlacht leitete, zu schützen, sowie eine ganze Anzahl ähnlich wertvoller Denkmäler der Natur. Es ist äußerst erfreulich, bemerktDie Landindustrie" dazu, daß letzt in den verschiedensten Gegenden Deutschlands die tat­sächlich ott ganz nutzlose und zwecklose, mit Leichtigkeit zu um- gehende Zerstörung solcher einzig dastehenden Naturschätze staat­lich verhütet wird. In diesem Sinne wirkt auch ein soeben gegebener Erlaß des preußischen Ministers der öffentlichen Ar­beiten und des Ministers des Innern, der sämtlichen Regier­ungspräsidenten zugegangen ist, und der die Erhaltung des male­rischen Aussehens von Dörfern und Städten ins Auge faßt. Es wird darauf hingewiesen, daß das Vorgehen des Regiernngs- pra>identen von Trier und Minden, einen erfolgreichen Wett­bewerb zur Erlangung von mnstergiltigen Entwürfen für Banern- und einsache Bürgerhäuser auszuschreiben, mit größter Befriedig- ung ausgenommen sei. Die Minister sehen diese Bestrebungen als sehr dankenswert an und empfehlen den übrigen Regier­ungspräsidenten ein ähnliches Vorgehen.

OTT*vUe6et' denKognak macht Professor Friedrich Reinitzer Mitteilungen, die berechtigtes Aussehen erregen. Er führt u. a. OK nnn e. Frankreich erzeugt jährlich ungefähr nur

25 000 Hektoliter Kognak aus Wein: dagegen verbraucht Paris allein lahrlich sechsmal so viel, also 150 000 Hektoliter, und nach England werden mindestens fünfmal so viel, also 125 000 SpeltoHter ausgeführt. Dazu kommt noch die Ausfuhr nach den übrigen Landern und der Verbrauch im übrigen Frankreich, so daß der aus Wein erzeugte. Kognak ivobl kaum/20 des aesam- ien irauzostschen Kognaks bildet und die übrigen 1B/,0 mit Wein niemals in Berührung gekommen sind. Der Franzose E. Legier in,St. Quentin hat daher sicherlich recht, meint er behauptet, daß französischer Kognak gegenwärtig fast überall, selbst © betn t6ce c n ® 0 r 1 ?n' nur eine MischungvonKorn-, K"r toffel- oder M elas, eal ko hol mit Wasser und künst- llchen Äethern sei., yn der «tadt Cognac gibt es eine französisch- ruttiiche Geielltchaft, welche jährlich 200 000 Hektoliter rus i- s ch/ 'i Sprit einführt und infranzösischen Kognak" verwan­delt,! Natürlich kann ein Alkohol, der die weite Reise von Rußland nach ycrankreich und wieder zurück machen muß, nicht bnl'g verkauft werden, zumal doch die Gesellschaft dabei einen hübschen Gewinn erzielen will.

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