Haustiere, die sie vor den Roheiten der univiffenden Dienstboten zu schlitzen hat, vermag die Frau ohne Mühe ein gutes Vor­bild zu geben. Auch die Aussicht über das Schlachten, der in der Küche verwendeten Tiere: Enten, Tauben, Hühner und Fische gebührt der Hausfrau, die nutzlose Quälereien bei der Prozedur deS Abschlacktens verhüten must. Bor allem hat sie auf das Kochel! der Krebse zu achten, die nicht mit kalten! Wasser zum Feuer gebracht iverden dürfen. Dies sind nur einige von den vielen Pflichten, die der Frau als Tierschützerin obliegen. Als Ehegattin wird der Einfluß aus den Gatten dahin, zielen, Gleich­giltigkeit gegen Nutztiere in Interesse nmzuwandeln. Ueber- haupt haben alle Tierquälereien ihre Ursache in der Gleichgiltig­keit, Unwissenheit und Roheit der Menschen. Und diesen drei Kardinalübeln entgegen zu treten, vermag die Frau mit ihrem feinen Empfinden weit besser als der Manu. Eine Fran ivird, wenn sie sich ernstlich darum bemüht, auf diesem !vie auf jedem anderen Gebiete einen veredelnden Einfluß ausüben. Much die Unverheiratete vermag sich als Tierschützerin zu betätigen, sei es als Lehrerin, Erzieherin oder Pflegerin. Ueberall wird ihr Bestreben, durch Beispiel, Warnung und Zuspruch für eine ver­nünftige Behandlung der Tiere von Erfolg gekrönt sein. Sorgen, helfen und schützen ist nun einmal der wahre Beruf des Weibes, darumsteht ihnen auch bei der Pflege deF Tierschutzes ein weites Feld offen. Und die Behauptung der Tierfreunde geht wohl nicht zu weit, wenn sie besagt: Die Frauen und der Tierschutz ge­hören zusammen.

* A m tliche Spra ch rein h ei t. EZ gibt noch immer Leute, die c-3 für einen Vorzug der deutschen Sprache halten, das; sie durch ihre Fremdwörter dem Ausländer leichter verständlich sei, Hat man je gehört, daß ein Franzose oder ein Engländer Wert daraus gelegt hätte, dem deutschen Michel für solche Zuvorkommen­heit durch entsprechende Erleichterungen im Französischen oder Eng­lischen seinen Dank abzustatten? Schon der Gedanke würde ihnen undenkbar erscheinen. Es ist daher erfreulich, daß deutsches Selbst- bewusttsein auch in unseren amtlichen Kreisen zur Geltung gekommen ist. So befleißigt sich der im Reichsgesetzbuch veröffentlichte Zusatz zum Handels- und Zollvertrage mit Oesterreich-Ungarn einer musterhaften Reinheit des deutschen Ausdrucks. Aus 63 großen Druckseiten, welche die Zölle für die Einfuhr in das deutsche Ge­biet Nachweisen, sind Fremdivörter säst ganz vermieden. Abgesehen von einigen wenigen, deren glücklicher Ersatz auf Schivierigkeiten gestoßen wäre, tvie Billard,, optisches Glas, Opaleszentglas, Toilette- und Rippsachen u. a., tf: mit der Verdeutschung stramm vorgegangen worden, so steht z. B. Roh- und Reingewicht für das häusig un­entbehrlich gehaltene Brutto- und Nettogewicht, Wareneinbringer statt Importeure, im Geviert statt im Quadrat; vom Hundert, tierische und pflanzliche Spinnstoffe, Briestunschläge in Behältnissen, lustdicht u. s. w. Aber wo ein Mißverständnis denkbar war, sind in Klammern die Bezeichnungen der fremden Sprache beigesügt. Die Verdeutschungen, sind sehr lehrreich, weil meist keine wörtliche Uebersetzung, sondern ein sinngemäßer Ersatz stattgefunden hat. EeleiSwage (Zentesimalwage); getränkte (imprägnierte): entkeimt (sterilisiert); Gallerte (GelSes); wasserbindend (hydraulisch); formbar (plastisch); Erdöl (Petroleum); Gaskohle (Retortenkohle): Solzgeist (Methylalkohol); GcrbstosfauSzüge (extrakte); Käsestoff (Kasein); zu- genchtct (appretiert); ausgerüstete (garnierte) Männerhiite; halb­gebleicht (eremiert); mit Salpetersäure behandelt (nitriert); Wirk- (Trikot-)waren; Abreib- (Frottier-)bürsten; Zellhorn (Zelluloid); Holzstoff (Zellstoff, Zellulose); Schmelzglas (Email-)inasse); gefeldert üacettiert); Zellenschmelzarbeilen (sogenannte CloifonnSwaren). Tie Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins, der wir diesen Auszug entnehmen, macht darauf aufmerksam, daß auch der dem Reichstag jetzt vorliegende Entnnnf zur Abänderung des Allgemeinen Berg­gesetzes ein ernstes Streben nach Sprachreinheit erkennen läßt. Statut ist ausnahmslos durch Satzung, Instruktion, durch Dienst- anweisung ersetzt; der Repräsentant heißt Vertreter; die Rechte einer juristischen Person iaßt inan kurz in Rechtsfähigkeit zusammen, aus Suspension eines Beschlusses wird Beanstandung; es gibt kein Protokoll mehr, sondern nur «och eine Niederschrift.

Literarisches.

Meyers Großes Konversations-Lexikon. Eni Nachschlagewerk deS allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auslage. Mehr als 148 000'Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Jllustrationstafeln ldarunter etwa 190 Farbcndrucktaieln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bünde m Halbleder gebunden zu je 10 Mark. (Verlag des Bibliographi- schen Instituts in Leipzig und Wien.) Marokko! In ihre» Folgeic noch, nicht absehbar, ist die Marokkokonserenz unzweifelhaft eines der wichtigsten politischen Ereignisse unsrer Zeit, und so hat denn ihre Vorgeschichte schon tutGroßen Meyer" Platz gefunden, dessen 13, Band (Lyrik bis Mitterivurzer) jetzt vorliegt. Dies Bei­spiel sowie die überaus instruktiven, von zahlreichen Tafeln, Tabellen rc. begleiteten Artikel über Marine, die zu der alle Parteien so , lebhaft bewegenden Floiienvorlage das richtige Verständnis bringen, zeigen, daß auch der neue. Band ganz ans der Höhe der

Zeit steht. Auch der ArtikelMilitär" ist sehr beachtensivert. Aus dem sozialpolitischen und volkSnürlschastlichen Gebiete nennen wir Müdchenschntz", Markthallen" (mit zwei Taseln),Müßigkeits- bewegung", fiitS Literatur und KunstLyrik",Märchen",Mendels­sohn-Bartholdy",Minnesinger", insbesondere aus dein Gebiete der bildenden KünsteMalerei",Medaillen" (mit sechs wesentlich er­gänzten Taseln),Menzel" undMennier", die zivei großen Toten des vorigen Jahres. Aus der Geschichte und Länderkunde haben Mandschurei" undMartinique" jetzt besondere Anziehungskraft. Von Stüdteaufsätzen sindMannheim" undMetz" mit Karlen- inaterial neu ausgestattet. Endlich führen wir noch eine Reihe von Artikeln an, die dem vomGroßen Meyer" bekanntlich mit be­sonderer Liebe gepflegten Gebiete der Naturwissenschaft und Technik angehören, und die mit neuen oder erneuerten Tafeln inSchwarz- und Farbendruck soivie mit Texibeilageu besonders reich mi§- gestatiet sind. Wir greifen da ans der schier übergroßen Fülle heraus:Magnetometer" undMagnetograph",Mähmaschinen", Maschinenpflug",Materialprüfung",Mauersteine",Medizin", Metamorphismus der Gesteine",Meteorologische Hochstationen", Mineralwässer" (mit einer Beilage, die die Zusaunnensetzung der wichtigsten Mineralwässer, ihre Analyse und Temperatur' angibt). Im ganzeu enthält dieser Band nicht weniger als 43 schwarze und 7 farbige Tafeln, 19 Karten und Pläne, 8 Textbeilagen und 195 Ab- bildungcn im Text.

D e u t s ch e A l p e n z e i t u n q. Diese bestbekannte illnstrierte Halbmouaisschrist hat mit dem 1. Aprilheft in verheißungsvoller Form ihren VI. Jahrgang begonnen. Wohl um ihre Vielseitigkeit, ihre künstlerische Tendenz und ihren, nunmehr alle inodernen Reisegebiele umsassendcn Arbeitsplan deutlicher zum Ausdruck und der Allgemeinheit zur Kenntnis zu bringen, hat sich die Deutschs Alpenzeitung die UntertitelNatur und Kunst, Verkehr und Sport. Illustrierte Blätter für Wandern und Reisen, Alpinistik, Touristik, Fremdenverkehr, Sominer- und Wintersport, Land- und Volkskunde, Photographie und Kunst" beigelegt. Wenn wir den Inhalt des 1. Äprilhestes aus die Berechtigung der Titel­ergänzung hin prüfen, so muß zugestauden iverden, daß mit dieser tatsächlich nicht zu viel gesagt ivorden ist; tut Gegenteil: Das vorliegende Heft bietet so Vorzügliches, eine so große Mannig- faltigkeit, so viel des Neuen tmo Belehrenden, daß damit aufs neue die überragende Stellung der Deutschen Alpenzeitung tmter sämtlichen ähnlichen Zeitschriften der Welt beiviesen ist. Aus dem Inhalt nennen wir tt. a.Bon Trätnne.n tmo Wirklichkeit in corsischen Bergen" von Dr. Uhde-Bernays (mit einein Kunstblatt); Die Martinswand Tirol" von L. Neuner;Mein Starnbergersee" von Maximilian Krauß (mit einem Kunstblatt von E, T. Compton); Sonnige Tage auf blauer See (Venedig bis Athen)" von Thea Kaiser (mit einem Kunstblatt);Auf Skiern in Jottmheimen (Nor­wegen) von M. Hock;Hamburg uud der Weltreiseverkehr" von Prof. Thieß;Der Fremdenanwalt" von Dr. Kölner;Der Ober­harz tut Frühjahr" von H. Schulte;Nette Wege im Rtesen- gebirge". Jeder Naitlrfretmd, jeder Künstler und Ktmstsretmd findet in der Dentschen Alpenzeitung reiche Anregung. Eine tmentbehrliche Lektüre bildet sie für Touristen, Alpinisten, Sportsleute aller Art, Verkehrsanstalten, Verkehrsbeamte, Verkehrs- imb Verschönerungs- vereine, Hoteliers, Vergnügungsreisende usiv. Aus (eben Fall ivollen wir die Gelegenheit benutzen, den znnächst interessierten Kreisen unseres Gebietes die Deutsche Alpenzeitnitg zu besonderer Beachtung zu empsehlen. '

* Ehrgeiziger Politiker:Ich glaube nicht, daß ivir mit meiner'Wieberwahl viel Arbeit haben werden. Sehen Sie doch nm; wie glatt ich vergangenes Jahr gewählt wurde, als die Seide mich kaum kannten". A ertranensmann:Das ist ja gerade die Schwierigkeit. Die Leute hm kennen Sie jetzt".

* Mama:Ich glaube nicht, daß Sie den Ausdruck von Evauqelines Nase richtig getroffen haben." Der Künstler: Gnädige Frau, Raphael kömtie es nicht besser ntachem" M a m a:Warunt nicht?" - Künstler:Weil er tot ist, gitädige Frau."

Bilderrätsel.

Auflösung des Palindroms in voriger Nummer:

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Auslösuug in nächster Nummer.

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Rebel, Leben.

Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck imb Verlag der Br üblichen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.