Ausgabe 
3.12.1906
 
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Hermamlstem). Der namhafteste Vertreter der lehtaetiänn- ten Famtlie war Marx Andreas Lesch von Mülheim, der bereits 1522 als Beschützer der evangelischen Predigt in Frankfurt a. M. mutig in die Schranken trat, mich in beit Kriegen Philipps des Großmütigen und als Vertreter des Grafen Philipp II. von Nassau-Weilburg bei dessen Eintritt in den schmalkaldischen Bund eine bedeutsame Rolle spielte (1537). Ein Magnus Holtzapfel war Amtmann von Glei­berg und führte das Weilburger Kontingent im schmal-- kaldischeu Krieg. Königsberg verdankt seine Entstehung deut Schloß, welches 1226 von Marquard von Solms erbaut wurde. Waldgirmes erscheint zuerst 1250 in einer Ur­kunde, doch ist es wohl schon einbegriffen in der im Lorscber Kodex 771 genannten Gcrmitzer marca. Naunheim (Nuwenheim, Nunheim) wird 1282 urkundlich genannt, doch hat man im Jahre 1862 dicht bei dem Ort eine fränkische Grabstätte (aus der merowingischen Zeit) gefunden, welche auf eine uralte Ansiedelung an diesem Ort schließen läßt. Franke n b a ch wird 1285, Crumbach 1325, Fel lim g s- Hausen 1373 zum ersten Male urkundlich erwähnt. Her- mannstein ist ursprünglich nur der Name der Burg, welche Landgraf Hermann der Gelehrte noch als Mitregent seines Oheims Heinrichs II. im Kampfe gegen die Grafen von Solms und die mit ihnen verbündeten Ritter von 1373 bis 1377 erbaut hatte. In der Nähe lag der Ort Mülenheim (Mölnheim, Molenheim), welcher von 1150 bis zum 15. Jahr-, hundert urkundlich erwähnt wird, dann aber ganz ver- Kdet (vgl. den heutigen FlurnamenMülheimer Au"): wohner dieses Dorfes zogen sich nach und nach in den

Schutzbereich der Burg Hermannstein, denn erst von 1481 ab wird von einem Dorf Hermannstein geredet.

Menn so auch die Namen vorstehender Dörfer zum Teil erst spät in den Urkunden erscheinen, so befinden wir uns doch int Bezirk Rodheim auf althistorischem Boden: davon zeugt der Dünsberg (von tun gleich Höhe, wie Taunus? oder gleich Odiusberg?) mit feinen altgermani- schen Ringwällen; dann der Himberg oder Königsstuhl, eine alte Malstätte; ferner die nahen Höhen im Südwesten (bei Grüningen), über welche sich der römische Grenzwall (Pfahlgraben) hinzog, und endlich die Hünengräber, welche wir in unfern Wäldern finden. Die Gegend war von Chatten bewohnt und gehörte in der fränkischen Zeit zum Niederlahngau oder aber, wenn die Vermutung namhafter Forscher zutrifft, zum Mittellahngau.

(Schluß folgt.) ------- ' 'M

Weihnachts-Literatur,

Wilhelm Busch,Tobias Knopp". Drei Teile in einem Bande. In Ganzleinwand gebunden 5 Mark (München, Fr. Bassermann.) Der von Verehrern des großen Humoristen längst geäußerte Wunsch, die köstliche Mopp-Trilogie in einem schmucken. Bande vereinigt zu erhalten, hat nun Erfüllung ge­funden : in gediegenem Einband nnd vorzüglicher Ausstattung präsentiert sich der Band, in dem Tobias Knopps irdisches Dasein mit der Feder des Poeten und dem Stift des Zeichners einzig- artig beschrieben ist. Die Geschichte des Dnrchschnittsweltbürgers, dem nichts Großes passiert nnd dessen Dasein doch ansgesüllt ist von verrückten Kombinationen und Komplikationen. Tobias Mopp ist das Buch des Philisters. Es wird Unzählige erfreuen, wie es schon Unzählige erfreut hat. Der Weltliteratur gehört es bekanntlich an durch zwei Verse: 11 ,

Vater werden ist nicht schwer, .

Vater sein dagegen sehr." 1

Herzblättchens Zeitvertreib, 51. Band (Neue Folge 9. Band). Begriindet von Thekla von Gumpert, fortgeführt von Berta Wegner-Zell. Verlag von Karl Flemming, A.-G., Glogan. Preis 6 Mark. Wie sich auch die Zeiten geändert haben mögen, seit dies einst mit Jubel begrüßte, älteste Kinder­buch die kleinen Herzen itn Sturm eroberte die Kinderherzen selbst mtt. ihrem frischen Empfinden für das wirklich Gute, das ihnen liebevoll geboten, mit ihrem Freud nnd Leid sind dieselben geblieben. Und wenn Eltern nnd Großeltern in treuer Erinner­ung an die Freude, die einst ihnen selbst dies Buch bereitet, an das Gute und Fördernde, das sie daraus geschöpft, es jetzt ihren Kleinen auf den Weihnachtstisch legen, dürfen sie sicher fern, noch denselben Jubel damit zu erregen wie damals. Und das Buch mit feinem reichen, vielseitigen Inhalt verdient's jeden­falls, so froh begrüßt zu werden. Es wird den Kleinen oon 6 bis zu 12 Jahren Unterhaltung, Anregung und Belehrung bieten.

Sophi e Löwenthal-Kleyle, Mesalliierü Erzählung aus dem Nachlaß. Mit Bewilligung des t Freiherrn

Arthuv von LöwentM HÄätiBg'egebest uitS eingeleitet vvn Pros. Dr. ®>uarb Castle. Mit dem Bildnis der Verfasserin. Leipzig, Max Hesses Verlag. Brosch. 3 Mark.: Sophie Löwenthal, bekannt durch ihren Liebesbnnd mit Lenau, hinterließ, als sie 1889 starb, die ErzählungMesalliiert". Ohne Zweifel darf vieles in der Erzählung als Selbstbekenntnis aufgefaßt werden/ nnd bestimmte Anklänge an ihr eigenes Schicksal in den Be­ziehungen zu Lenau sind unverkennbar. Für die, denen dep Dichter nnd seine üächste Freundin wert sind, die Interesses daran nehnten, wie Sophie Löwenthal ihre Lebens- und Liebest erfahrnngen dichterisch zum Ausdruck gebracht, ist die Erzähl­ungMesalliiert" wichtig; sie wird den Leser aber auch M sich durch ihre spannend fortschreitende Handlung fesseln.

Töchter-Album, 52. Band (Neue Folge 9. Band). Begriindet von Thekla von Gumpert, sortgeführt von Berta Wegner-Zell. Verlag von Karl Flemming, A.-G./ Glogau. Preis 7.50 Mark. In altgewohnter Art und doch stets in neuem' Gewände, erscheint auch diesmal das Töchter- Album am Weihnachtsmarkt. .In aller Flut der Neuerschein­ungen hat es doch stets seinen Platz behauptet und namentlich dieNeue Folge" hat den großen Kreis der altgetreuen Freunde dieses Mädchenbuches noch bedeutend erweitert. Frisch-fröhlich g« schriebene und doch Herz und Gemüt anregende Geschichten wech­seln mit ernsten, aus dem Leben gegriffenen und auf das Leben' vorbereitende Erzählungen ab, der Poesie ist breiter Raum ge­währt und dazwischen fügen sich historische, natur- und kunst­wissenschaftliche Beiträge, ebenso anregende Reiseschilderungen ein.;

Neue Kalender,

=Hebbels Rheinländischer Hausfreund" (Veve lag von I. Langs Buchhandlung in Karlsruhe) bleibt sich in fernem grünen Röcklein stets gleich nnd innerlich insofern, als ep auch in diesem Jahr einen sorgsam gewählten Text entMtt. Gleichzeitig ist im selben Verlag der ebenfalls viel, begehrte Deutsche Landeskalender für 1907" erschienen, .

Wie artige Kinder bei Fremden sein sotten. Kommst du zur Tür herein Mach ein Knickschen fein, Reich dein Händchen dar, Sprich die Grüße klar. Die dir aufgetragen Won zu Haus zu sagen;

Gibt man Kuchen dir. Danke hübsch daittr, Wirf die Krümeleiu Nicht ins Zimmer 'nein. Gehst du mit zum Essen, Darfst du nicht vergessen, , Das; ein Kind nichts sagt, Wenn mau es nicht fragt. Flecken darfst du ja nicht mache:;, Auch berühren nicht die Sachen; Halt die Arme nicht zu hoch, Sonst störest du die andern doch, Die ja Platz auch haben wollen, Wem: bequem sie essen sollen. Und wenn dann zu End' der Schmauß, Und du wirst geholt nach Haus, Danke sür die chöneu Stunden, Die bu jetzt hast hier gefunden, Und zu Haus erzähl' dann allen. Was dir recht gut hat gefallen;

Solche Gäste hat man gern, Die den Tadel halten fern, Und es wird froh mifgcnommeir, Wenn sie recht ost wiederkomme-n. 3. D.

Rätsel.

r_.. Nachdruck verboten.

Grausam nennt mau mich oft und unerbitterlich, doch manchmal Bringe ich Geld und Gut dem, der es niemals gehofft.

Aendert man mir das Haupt und setztp f statt des Fußes, Hat mich ein jeder Mensch, hat mich ein jedes Tier, in, Auflösung in nächster Nummer. ' 7

Auflösung des Diamanträtsels in voriger Nummert

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Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fche» Untversiläts-Buch- und Steindruckerei, Ä> Lange, Siefiflfe