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Werner nahm sein Buch und ging schweigend fort. Es war nicht das erste Mal, daß ihm das Herz weh getan über irgend ein unbedachtes Wort der Mutter, das! ^ack ihm wrg- ältiq ivicder hinterbracht. Er inachte sich selbst spater Bor- würft darüber, sagte sich, daß seine Mutter immer freundlich und gut gegen ihn sei, und doch hatte er das sichere Gefühl,
mit achtzehn. .
Die Natur hat wunderliche Sannen. Diesem Knaben dessen Augen nie beim Anblick eines Mntterantlitzes freudig geleuchtet, dessen Locken nie von Mutterhand kosend gestreichelt morden, der, obwohl er es nicht ivußte, heimatlos, freundlos, namenlos war — hatte sie die reichste und köstlichste aller Gaben verliehen, eine Dichterseele.
Werner Jefferies war dieses wunderbare Geschenk, Genilis
genannt, geworden, das den, der cs besitzt, so gänzlich von der Welt scheidet, daß er nicht mehr dazu zu gehören scheint. Es gab kein Blatt, keine Blume, die nicht ihren besonderen Reiz und Zauber für ihn gehabt hätte. Der nächtliche Mond, die strahlende Sonne, die blinkenden Sterne, die murmelnden Bächlein, - der kühle, grüne Waldesschatten, der tauige Morgen, das herrliche Abendrot — alles rührte und ergriff ihn, wie cs Dichter ergreift und begeistert, erfüllte ihn mit Gedanken unb Ideen, die wie Feuer brannten und doch sein Herz kindlich zart und dankbar machten.
(Fortsetzung folgt.)
KuLa und die Kubaner.
sechs Fahre hier." . ,, „„
„Er hat Recht," sagte Mrs. Jefferies ruhig. „Langer sind wir noch nicht hier." , , ,
„Wo haben wir denn gewohnt, ehe wir hierhin kamen?
Sie wollte schoii antworten, als ihr plötzlich em Gedanke kam, der ihr das Wort auf den Lippen festbannte.
„Du bist zu neugierig, Jack. Deine immerwahrende Fragerei gefüllt mir gar nicht."
„Was schadet das denn? Alle Jungens wißen, wo ste gewohnt haben. Warum sollte ich's nichts
Aber über diesen Punkt waren Kathe's Lippen verschlossen, und ihr Sohn hörte trotz vieler Fragen nichts, was feine Neugier darüber Hütte befriedigen können.
Gewitzt er°hatte alles, was er verlangte; niemals wurde ihm etwas abgeschlagen; aber des abends hatte er gemerkt, daß wenn seine Mutter sie zu Bett gebracht und ste beide geküßt hatte, spüter noch oft zurückkehrte, -sich über ^zack beugte und ihn immer wieder küßte.
Wenn Jack sich weh getan, wie zärtlich nahm ste ihn nicht in den Arm, legte seinen Kopf an ihre Brust und tröstete ihn. Wenn er, Werner, sich weh getan oder schmerzen hatte, so war sie gegen ihn so freundlich und gut wie nur- möglich; aber die Berührung war anders, der Kuß war andirv. Alles war eine ganz andere Sache. — .
Mutter," sagte Jack eines Tages, „haben wir immer in Ferryhill gewohnt? Harry Smith sagt, wir waren letzt
schönen und begabten Bruder ivohl so unähnlich sei.
Was Werner sich hauptsüchlich nicht crklürcn konnte, war ein gewisses Gefühl des Nicht-aii-seinem-Platze-sems, ba, er in sich selbst mit Beziig auf fern Leben und seinc: Umgebung vorfand, ein merkwürdiges, lebhaftes Gefühl, al- oo er nicht dazu gehöre. Er besaß eine äußerst zarte und lebhafte Natur und Sinnesart; seine Mutter und sein Bruder lagen beständig damit in Widerstreit. Sw waren so. grimd- verschieden von ihm, daß das Kind sie nicht besser verstand, als eine Taube die Gepflogenheiten junger und alter Habichte verstehen würde. Was ihnen als großer Spaß und große Ergötzung erschien, war ihm unerträglich ordinär ; was ihnen gefiel, ging in der Regel ganz gegen seinen Geschmack. Er liebte Bücher, Musik, Bilder — alles was gut, glanzend und fein war; sie legten auf alles dies keinen sonderlichen Wert. Er hatte bereits große Fortschritte im Griechischen und Lateinischen gemacht. In allen Unterrichtsfächern, m den klastischen Studien, Geschichte, Geographie, Sprachen, er.larte LI. Cloth ihn für seinen tüchtigsten Schüler. , In semem dreizehnten Jahre wußte er mehr, als die meisten stmgen Leute
^"unaeadjtet dieser Ziffern, die von der Bedeutung und deni Werte der „Perle der Antillen" kein weniger glanzen-
Äuonis ableaen als das Tagebuch des Kolumbus, W,t,e te Sa® in ater in IteteMito wie in politischer und allgemein kultureller Beziehung während "der l-'ht-n Jahrzehnte «ngtrnac» nte.a 8 Wie und man durfte sich seit geraumer Zeit mit Fug und Recht fragen, ob sie wohl ttt «gart einem der Erde eint traurigere sein könne. In Irland war si höchstens eine ähnlich traurige. ^mccbteren
Der Ursachen, die diese Wendung zrun Schlechteren herbeigeführt haben, und die es zugleich auch> bewirrt haben? daß die Herrschaft über dm Jstsel vor unseren Äugel den Händen der Spanier entglitten ist, dieser Ursachen gav es mancherlei, und mit dem bloßen Hinweise aus spanische Mißregiment sind dieselben in jedem Falle nich erschöpft.
Die schönste Insel, welche Menschenaugen geschaut haben — isla la mas Hermosa que ojos hayan visto nannte Christoph Kolumbus Kuba, als er, von den landschaftlich unbedeutenden Bahamas heransegelnd, baS Rocd- ostgestade der großen Antille in der Gegend des heutigen Puerto Nipe am 28. Oktober des Jahres 1492 zum erstenmal betrat, und bei. seinem lebhaften Natur; mne wird der berühmte Entdecker während des ferneren Berlaufts seiner ersten Amerikafahrt nicht müde, die Reize„der ^nsel in seinem Tagebuche wieder und wieder im einzelnen zu preisen: die prächtigen Buchten und tiefen Strome die hptr Kckliffer Jugang und Schutz gewahren, die sah aufstrebenden Küstenberge, die an die Berge ^izilienv Innern, die in frischem Grün prangenden werten Ebenen, dw störten Palmen, den Duft der Blüten und Gewürze, den Vogelgesang (den er für Nachtigallenschlag hielt), und das sanft geartete blaue Meer, welches das glücklich ge- fundene Wunderlaud ümslutet — ftempre ntanfa como et rio de Sevilla. Und eilte ähnlich hohe Bewunderung wie ihrer Schönheit zollt er dem Reichtume und den wirtschaft-
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Ein geheimnisvoller Besuch. I weise für die Beurteilung dieser Blüte maßgebend inaren,
Die Jahre gingen dahin, und die Knaben, noch immer so könnte man sogar geneigt sein zu glauben,„och sehr auf der Schule, wachsen schnell heran. Nichts konnte schein- auch m den u^^iger n ^^Die Zuckerproduktion
bar einfacher, gewöhnlicher, prosaischer fein, wie ihr ruhig glanzenv °am, I {n» S(tl)re 1894 die vordem niemals
dahin fließendes Leben, und doch barg es stir beide gewisser- Höhe von 1030 000 Tonnen sodaß sie em volles
maßen romantische Gesichtspimkte. Was ^ac£ sich hauU- Wertteil von der Rohrzuckerproduktion der Wnzeri Welt au^
süchlich nicht erklären konnte, war, warum wohl seine Mutter unb daß Java, Mattritms usw. darin wert hinter
nie von der Vergangenheit zu plaiideru geneigt schien, Euba zurückstanden. Die Tabakernte betrug bis IMviM I-.I,i°1hw ni-m-L etwas fiter den Oil wo sie I-äher E" Are «
«**» W' I”?*'' "ü?- " ÜÄ"9 Äff ateSÄrt WnÄmn (1389 & Will)
itn& Aaaretten (1893 147 Millionen Pakete) m das Ausland erführt Die Einwohnerzahl der Insel war tm Jahre 1890 auf 1660198 gestiegen, die Zahl ihrer Zncwr- fabriken (Ingenios) auf 119, die Zahl ihrer >.abakp clanz- nnqen (Vegas) auf 8485, die Zahl ihrer Viehzuchtgehofte (Ltreros) auf 4214, die Zahl ihrer Rinder auf 2,5 Mill dte Zahl ihrer Pferde, Maultiere und tzyel auf 96o<900 und der Wert ihrer sämtlichen Landguter auf 1260 Mill. Wart In seinem Ausfuhrhandel aber überragte SuBa (1892 384 Millionen Mark) sowohl Algerien und Egypten als auch das Kaisertum Japan, und m dem Hasen von Havanna allein verkehrten 1890 2179 Schisse (mit 2,6 .u ill.


