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Vermischtes
Rückert.
Sei dankbar für das Gluck, Das dir der Herr bestimmt, Und gieb es gern zurück, Wenn er dir's wieder nimmt!
O Tod! Du infamer Racker!
Du hast gelegt unseren Mitbruder auf den Gottesacker.
Jetzt liegt er im hölzernen Schlafrock
Wie die vsau im Brühtrog.
Auflistung in nächster Nummer.
Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger Numinerr
Heiteres.
Die jetzigen hohen Fleisclmreift entlockten einem „Poeten" folgendes „Schmerzensgeivieher", das wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:
F l e i s ch p r e i f e.
Immer teurer — welche Pein!
Unter andern Dingeii
Wird das Fleisch, cZ ist das Schwein Kanin noch zu erschwingen.
Dieses ist zwar unerhört, Doch wohl unerbörter
Ist: jetzt greift der Mensch zum Pferd Und sein Fleisch verzehrt er.
Das ist ivahrlich doch nicht schön, Wenn in ganzen Reihen Heut das Rotz schon fällt in deii Pierdeschlächkereien.
Schandervoll, höchst fchaudervolll
Ach, ivir armen Rossel
Tas wird immer gilt. Wie soll Enden diese Posse ?
Wehe 1 Wehe! Gelst's so fort, Wird erleben können
Noch die Welt den Schiveinesport Und das Ferkelrennen.
Und das Gilbe wird dies sein Aller guten Sille, Für mein Königreich ein Schwein! Ruft Koiirad der Tritte.
Und wo Ihr ailch verteilt seid, ob in literarischen Verbänden, ut Arbeitervereinen, in Zeitungen, in Künstlergesellschasten, in studentischen Genossenschaften oder irgendwo in der Freiheit, — Es wird Zeit. Hört Ihr das Rauschen? Es Eures Marsches. . . wider die Philister, ist hinzustellen. Eine Tat ist zu tun. Ein krönen.
Redaktion; Ernst Hetz. - Rotationsdruck und Verlaa der Brübl'fcken Unwersttäts-Buch. und Stemdruckeret. R. Lange, Gießen,
Schmorfleisch mit Gemüsen.
. Hummern-Auflauf.
Steierische Kapaunen, Früchte, Salat.
Llrtischokenböden mit Mark.
Mandarinen bombe.
rs- . Nachtisch.
0 fie m.Qfl °llen denjenigen Präsidenten tind | sonstigen Staatsbürgern, die bei ihren Diners und Soupers den |
deutschen Gästen mit Menus und französischen Speisekarten auftu- warten pflegem als leuchtendes Beispiel dienen, wie ein deutscher Herrscher als Gastgeber verfährt.
Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.)
** ®1 nc mcrrwurdtge Grabrede. In alten Büchern, dre stch mit der Geschichte der Kulturpfalz im 18. Jahrhundert beschäftigen, wird öfters eines Kapuzinerpaters zu Alzey Er- Mahnung, getan, der sich nach Art des Abraham a Santa Clara aurch seine schnurrigen Predigten auszeichnete. So schloß er
*Eiue ganze Stad! g'eu'arrt. Tokio, die japanische ! m»JL„e.ttIe ®r£Tbn;be mü bm »icht gerade sehr geschmackvollen iTYlirh? nm fpi?fpn hnS f'lhf pt phtPS irthmfpir l .
zieht vom Leder, sind die Klänge Ein Beispiel Gehaßter ist zn
Leiterrätfel.
Nachdruck verboten.
Die Buchstaben AAABCEEE H I I LM N O R RSSTTTT sind in die Felder nebenstehender Letter« figur derart euiziltragen, daß die Sprossen derselben, von oben angefangen, Folgendes ergeben:
I. Französischen Maler.
2. Insel im Persischen Meerbusen.
3. Gilt Nagetier,
Die beiden Seitenbalken der Leiter sollen, von oben »ach unten gelesen, den Namen eines Bildhauers bezeichnen.
Humoristisches.
~ ir acht ung. Dichterling: „Die schönste Zeit fürs siebten ist doch der Sommer, ... da haben sie in den meisten Redaktionen Serien, .. . und lebt man immer wenigstens acht Wochen in der Hoffnung ehe man die Gedichte zurückerhält l" r. . t'i ck. S t r o l ch leinen noch glinnnenden Zigarrenstummel sindend): „Bet die Kalte ooch noch warm! Ich Habs ja immer gesagt: Gluck mutz der Mensch haben!"
Ermahnung. Ball mutter zur Tochter: „Und gib nur acht, . . . datz Tu nicht sitzen bleibst, sonst bleibst Du sitzen!"
Schlechtes Gewissen. Junge Hausfrau, welche auf Drangen ihres Gallen zum ersten male kochen soll: „Aber nicht wahr Arthur, Tu liebst mich und bleibst mir unter allen Umstanden treu?!"
Hauptstadt, wurde am letzten Samsatg das Opfer eines frivolen Scherzes.. Vorauszuschicken ist, daß die ganze Bevölkerung des Landes sich in einer Reihe von Unglücksfällen in einer allgemeinen nervösen Erregung befindet. Schon haben mehrere verheerende Feuersbrünste stattgefunden, und am Freitag und Samstag wurden einige Erdstöße verspürt, wobei bei den letzten sogar mehrere Gebäude einstürzten. Ferner sollen einige Professoren prophezeit haben, daß Tokio ftüher oder später durch ein Erdbeben, oder eine Flutwelle zugrunde gehen würde, und daß die Scitjckt nahe wäre. Diese erregte Stimmung machten sich nun am Samstag einige Leute zu nutze, indem sie nach allen Richtungen telephonierten, daß zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags' oder zur selben Stunde des nächsten Morgens Tokio durch ein furcht- beben zerstört werden würde; sie gaben sich dabei als Beamte der Zentralsternwarte aus, welche die Leute warnen wollten. Die Wirkung war erstaunlich. In wenigen Minuten waren alle Telephonleitungen der Stadt besetzt, die Zeitungsredaktionen wnr- deu von Fragenden belagert, jedermann suchte seine Freunde und Verwandten zu ivarnen, und um die Sternwarte drängte sich eine angsterfüllte Menge, die genauere Auskunft begehrte. Selbst bis zum Mikado drang die Nachricht, der einen Boten aussandte, um Gewißheit zu erhalten. Zur selben Zeit wohnte der Prinz Artur von Connaught, der im Lande weilt, da er dem Mikado den Hosenbandorden des englischen Königs zu überbringen hatte, j mit, seinem Gefolge einem Konzert im Uyenopark bei,' und hier I erhwlt der kaiserliche Zeremonienmeister die verhängnisvolle Bot- I schäft! sofort teilte er sie dem britischen Botschafter mit, der auss Podium stürzte und den Kapellmeister ausforderte, das Programm schnell zu Ende zu bringen, da ein schreckliches Unheil
„v’r erste Teil des Programms wurde so schnell wie mögltch beendet, und dann verließ der Prinz, um keine Panik entgehen zu [affen, tuljig bad fenigert, begleitet von feinem I ganzen Gefolge. So wurde in der Tat jede Unruhe vermieden. Im I Parlament teilte der Präsident das drohende Unheil den Abgeordneten nnt; alle Feuer wurden austzelöscht, und die Ab- |
geordneten, die in ihrer Bestürzung sogar die Hüte verwechselten, I
Eten ms Freie. Die Kaufleute verließen ihre Läden und |
gmgen auf ote Straßen, einige Leute packten ihre Wertsachen I ew und wollten fliehen, andere suchten einen sicheren Platz für ! die Nacht, und viele übernachteten im Freien. Die Professoren 1 unterbracyen ihre Vorlesungen, die Arbeiter verließen die Fa- t "wen, im Fmanzmimstermiu wurden alle wertvollen Möbel- I ftutfc ut den Garten getragen, die Teehäuser ließen zum Teil I leine Gaste mehr ent, und die Geishas wollten nicht mehr tanzen, I Obwohl die Zeitungen in Extrablättern mitteilten, daß die Pro- ! phezetiing vom drohenden Untergang der Stadt jeder Wissenschaft- I uchen Begründung entbehre, kamen die Leute erst Sonntag früh j *u der Ueberzengting, daß sie die Opfer eines „Scherzes" ge- | korben imen, wie er seinesgleichen wohl kaum gehabt hat. Na- I lutUch herrschte nun allgemeine Entrüstung. Man nahm auch an, 1 paß Einbrecher, die sich ihre Arbeit erleichtern wollten, die Ur- | Vebci dieses srivolen Scherzes gewesen sind.
_ h s an t he in u m s a l a t ist die neueste kulinarische Er- !
rungenschast, die wir dein fernen Japan zu verdanken haben, j , ? ^vlat schmeckt zwar abscheulich, aber in Japan ist er hoch- !
der. . . Galanterie gegen das I schwächere Geschlecht zusammenhängt. Nach dem Braten bringen | bte zur Mahlzeit geladenen Gäste der Herrin des Hauses die 1 k?-E-?^'"lchen Blumen; sie zerpflückt sie sorgsam, legt
tn ai'v und würzt sie eigenhändig mit I
1 ~^“rauf gießt sie über das Ganze I ein große» Glas Wem (am besten ist alter Madeira). Die I muffen dann noch gut durchgerührt werden — und der I nn de siScle-Salat ist fertig.
* Die Tischkarte z u m Festmahle beim letzten I } m" 11 V P " 11 d O r d e u s f e st im K aiserl i ch e It Schlos! e I 8 u Berlin a m 21. Januar d. I s. lautete folgendermaßen : I
Königliche A! i 11 a g s t a f e l.
Kraftbrühe. Steinbutten.


