320

warpaff". Also dieser Beyer war der AüserwäMte? Oh weh! 65 000 perdü!WaWawwas??" stammelte Grün­specht,in der Tat, ich bin überrascht!"Sich, Sie haben uns auch überrascht, da Sie uns endlich auch Ihr Fräulein Braut vorstellen. Zwei Verlobungen in einer Stunde!" Balduin brach erschöpft zusammen. Das war zuviel für ihn. Würdevoll nahm Fräulein von tzasenbeiu das Wort und bekannte, daß sie mit diesem achtbaren Herrn aller­dings ein Bündnis fürs Leben zu schließen gedenke, der an ihrem treuen Herzen ein rettendes Asyl üt den Stürmen des Lebens finden werde. Balduin richtete sich auf, gleich­sam zur Rechtfertigung.Ja, sie hat nämlich hunderttausend Mark äh,Mal" wollte ich sagen, hunderttausend Mal liebend an mich gedacht, und so reiche ich dem Fräulein von Hasenbein, meine biedere Rechte. Diese Stunde ent­scheidet mein Leben!"Balduin!" hauchte eine tränen­erstickte Stimme, und tief ergriffen lag man sich allerseits paarweise in den Armen. Das pfingstliche Verlobungsfest verlief in schönster Harmonie. Den wilden Rosenstock will Fräulein Hasenbein in ihren Garten Pflanze» und veredeln lassen. Ob er wohl Knospen tragen ivird . . . Wer weiß?

Vermischtes.

* Neber die Zukunft der Alpen stellt ein Geo­loge folgende Betrachtungen an: Die Aare führt alljährlich 13..-000 Kubikmeter Geröll zur Erde, in den Brienzer See hinab, dessen Lage sich infolgedessen fortdauernd verschiebt. Man hat berechnet, daß ein Zeitraunr von 14000 bis 15 000 Jahren nötig war, nm das Seeufer von der Felsenschwelle des Kirche! bei Meiringen, an die der See ernst heranreichte, bis zu seiner jetzigen Lage zu verschieben, und daß noch 35 000 bis 40 000 Jahre nötig sein werden, um das 5,17 Kubikkilometer messende Becken des Brienzer Sees durch die Geröllmassen der Aare auszufüllen. Das Geröll, das die Aare dort mit sich führt, hat sie natürlich von den Berg- hiihcn, von denen sie herabkornmt, losgertssen. Vorr jedem Quadratkilometer im ganzen Quellgebiet der Aare ober­halb Meiringen werden jährlich 250 Kubikmeter Gestein weggenommen und zu Tal geführt. Damit werden die Berge des Reußgebietes in 3333 Jahren um einen Meter erniedrigt. Da die Quelle der Aare 2260 Meter hoch liegt, so würden die Aare-Gletscher in 7 532 580 Jahren abge­tragen und der Ebene gleichgemächt sein. Der letzte Fels- block der Alpen würde, diesen Maßstab zugrunde gelegt, in 16 Millionen Jahren zu Sand zermalmt im Meer ver­schwinden. Der Alpinismus braucht also für seine Existenz vorläufig noch nicht besorgt zu sein.

* Die erste Erwähnung der Zigarre findet sich in derGeschichte von Nicaragua" des spanischen Historikers Goncolo Fernandez de Oviedo y Valdez, das ! 1555 vollendet wurde. Bei den festlichen Zusammenkünften I her Indianer, so erzählt der Geschichtsschreiber, berauschen sich dieselben gern in Chicha, entern aus Mais bereiteten Wein, und dazu nehmen sie ein Päckchen Krautblätter, etwa sechs Zoll lang uird so dick wie ein Finger. Diese Blätter, die zusammengewickelt sind, werdeit cm einem Ende abge- zupst. Das andere Ende stecken die Indianer in beit Mund, ziehen den Rauch ein, behalten ihn eine zeitlang bei sich und stoßen ihn dann aus dem Munde oder aus bett Nasen­löchern von sich.

* Die Dame int Knabenanzug. Bei einem I Mozeß, der jüngst in einem kleinen Ort der englischen I Grafschaft Kent geführt wurde, erschien eine junge Dame ! in einem Knabenanzug. Der Richter, der um eilte Erklärung ersuchte, bekam zur Antwort, daß diese junge Dame schon seit mehreren Jahren auf einer dortigen Farm arbeite und immer einen Knabenanzug trage, weil sie diesen für be­quemer und gesünder halte. Sie trug einen Ueberzieher, lange Hosen mit Gamaschen und einen harten Hut. Sie ist ffst dem ganzen Distrikt wohlbekannt, und die Leute habeu sieh so au ihren Anzug gewöhnt, daß eigentlich niemand mehr Notiz von ihr nimmt. Die Leute auf der Farm, welche sie bewirtschaftet, nennen sie kurzwegJack". '

* Raucherabteile für Damen. Ter Tabak hatte aus seinem Eroberungszuge dieser Tage in England einen nencn Sieg zu verzeichnen, indem in einem Schnellzuge von ^.ondon nach Liverpool einRaucherabteil für Damen erster Klasse" reserviert wurde. Es waren drei Damen, die die Reise machten und die ihr Abteil ausdrücklich in

dieser Form bestellt hatten, und die Gesellschaft hatte die Bestellung angenommen. Man kann in England, besonders in London, eilte stetig zunehmende Vorliebe der Damen in der Oefsentlichkeit zu rauchen, beobachten. In den vor­nehmen Restaurants und 'den entlegenen Cafes achtet heute niemand mehr darauf, wenn eine Dame raucht, während es noch vor zehn Jahren großes Aufsehen erregt hätte, wenn eine Dame in vornehmer Gesellschaft nach Tisch in einem solchen Restaurant 'eine Zigarette angezündet hätte. Die Damen rauchen gewöhnlich Zigaretten von teurem egyw tischem, türkischem ivder russischem Tabak. Aber die neue Leidenschaft der Frauen beschränkt sich nicht nur auf die Kreise der vornehmen Gesellschaft, sondern alle Beobachter stimmen darin überein, daß in allen Klassen des englischen Kolkes die Frauen immer mehr Geschmack an Tabak finden.

* JstTrunkenheit ein mildernderUmstand? Zu dieser viel erörterten Frage äußert sich Universitäts- Professor Dr. von Grützner-Tübingen wie folgt:Es ist hier der Ort, noch auf einen Punkt aufmerksam zu machen, über den, wie ich glaube, häufig, ja inan kann sagen ziemlich ausnahmslos, nicht zutreffende Ansichten herrsche», das ist die Zurechnungsfähigkeit derer, die alkoholische Getränke genossen haben. Der Jurist fragt stets: War der Betreffende, der die oder jene strafbare Handlung be­gangen hat, betrunken? War er seiner Sinne nicht'mehr mächtig ? Ist dies sichergestellt, so kann auf ein geringes Strafmaß erkannt werden, was ich gegenüber der ab- weichcnden Handhabung beim Militär durchaus gerecht finde. Ich würde allerdings das Betrinken selbst an und für sieh mit einer nicht zu niedrigen Strafe belegen, so daß derjenige, der int Trunk eine strafbare Handlung begangen hätte, erstens wegen der strafbaren Handlung, da aller­dings milder, und zweitens wegen des übermäßigen Trunkes zu bestrafen wäre."

* Sie BcmüHungen der Aerzte, durch volks­tümliche medizinische Schriften Anleitungen zu ersten Hilfeleistungen und zum Schutz vor Kurpfuschern zu geben, sind schon sehr all. Als Beispiel führt Dr. Wedel-Krefeld die am 20. März 1533 zu Frankfurt a. M. erschienene Be­arbeitung desHortus sanitatis (Gesundheitsgarten) des Meisters Johann Dronnecke aus Kaub am Rhein (Johannes Caba) durch Eucharias Rößlin an. In dem Vorwort sagt Rößlin, Lieentiat der Artzeney, Stadtnrzt zu Franckfort am Mahn:

Bin doch ungezweiffelt, ditz Buch hab vil nutz in Deutsch laude geschafft / dieweil ich die gemeyn Balbirer und Haußknnstlin / so das gemeyn volek täglich zu etlichen kranckeyteu hat / das die loch ter von der mutter zulernen pflegt / hierum eigentlich beschrieben finde. Hat mich auch also der tust getriben / sovil diser kurtzen zeit hat sein mögen / dem gemeynen man / so etivan den Artzten und Apoiheclen emsessen (die gelerten wissens anderslivo znsuchen I denen ich auch hiermit nit gnug ihan will haben). Ein Hauß- apotheck vnd Arztneibuch znznrichten."

Ab getrumpft. A n w a l t:Bei Ihrem Alter, liebe Fran Schulze, sollten Sie doch von der Klage ani Ehescheidung ab­sehen . . ." Fran Schulze:In meinem Alter . . . ? Na, hören Sie mal . . . fo'iieit Mann, wie Sie, gelraue ich mir noch alle Tage zu kriegen!"

Preisrätsel.*)

Nachdruck verboten.

Magd Eschs Sichel Bier- Rege»

Leber DieAnsangSbuchstabennebenstehenderWörter Dst sind mit anderen Buchstaben derart zu ver- Keller tauschen, daß man ebensoviele neue Wörter Zopf erhält, deren Anfangsbuchstaben den Namen eines Erfinders ergeben.

"') Lösungen sind mit AufschriftPreisrätsel-Lösung" versehen, innerhalb acht Tagen an die Redaktion der G i e tz e n e r F a m i li e n b l ä t t e r" einzusenden.

Auflösung des Magischen Dreiecks in voriger Nummer:

CHINA

HAHN

IHR

N N

A

Redaktion: E rn st Lest. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckeret, R. Lange, Dteßea.