Ausgabe 
2.3.1906
 
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Cxnft Heß. Notattonsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.

VeNMrfchtes.

'"Es erübrigt nunmehr..." Im Hamburgischen Korrespondenten schreibt ein Mitarbeiter:Wenn ich das Wort erübrigen" lese oder höre, wird mir übel. Und das kam so- Gleich vielen Leidensgenossen war ich nach dem Scheiden ans dem Heer jahrelang in verschiedenen Vaterländchen des lieben deutschen Vaterlands vergeblich auf der Suche nach einer Zivilaustellung gewesen. Endlich lächelte mir das Glück intb ich erhielt von einer Behörde in B. em Annahmeschreiben, in dein unter anderem

Auflösung in nächster Nummer.

Atiflösting des Versteck-Rätsels in voriger Nummer; Müßige Leute haben am meisten zu thun.

Bauern-Art.

Unser die Erde. Wir bauen daS Feld.

Wir sind uns eigene Herrn.

Und ivas die harte Faust nicht hält, das mißt sie ebenso gern.

Und chte Hütte ist uns Haus, bücke Dich, ivillst Du hinein! doch auch kein Fremder treibt uns aus, steht fest wie Marmorstein. .

Ein kernhaft Weib und eine Schar

Halbflügge, kirschenrot, kühn, hart, mit ivindzerzaustem Haar mus Künftige hats nicht Not!

Wir sind -uns Herrn und so ists recht,.

mit haben Nacken von Stahl. Ein rauh Geschlecht und keines Knecht, gesegnet tausendmal.

* Gustav Sch ü l e r.

Seine Dielentür aus Eichenholz drei Worte birgt sie muchtig und stolz:

Arbeit, Brot, Friede.

Ein kleiner Spruch und doch übergenug und klingt, wie er so hart dasteht, nach Bauerniag und Nachtgebet.

W. Lenne in a n n.

Crgiittzimgsräisel.

Nachdruck verboten.

d . n. b. . i . . . r . i . b e . n . r d .

vor dem Sturm zu bergen, bringt sie wohl gut züv Winterszeit, wenn der Fischfang aufhört, ganz aufs Trockene und schützt sie in besonderen Schuppen:, der Binnenländer aber verstand das schepken des Seemanns nickt und machte unbedachtsani Schäf­chen daraus. Aber nun läßt sich doch auch dasSchäfchen" erklären, und zwar in verschiedener Art. Bei heraufziehendem Gewitter ist jeder Schäfer herzlich froh, wenn erseine Schäfchen im Trockenen hat", ehe das Wetter losbricht, weil die Tiere sonst leicht Schaden leiden können. Bei der Schafschur wird es den Tieren oft selbst überlassen, sich aus dem Bache, in dem sie gebadet wurden, wieder herauszuarbeiten, während arme, um ihre wenigen, oder gar um. ihr einziges Schäfchen besorgte Besitzer hingehen, um ihr Tier selbst aufs Trockene zu bringen oder zu ziehen, damit es sich nicht erkälte. Diese Erklärung weist mit ihrer Beziehung auf die Schafschur auf eine andere Redens­art,fein Schäfchen zu scheren wissen", hin, die dem Endsinne nach mit der besprochenen sehr nahe verwandt ist. Ja, die Fassungsein Schäfchen aufs Trockene bringen" kann sogar gerade, von der Wasserkante herstammen, was denn die Aenderung zuSchiffchen" tatsächlich überflüssig machen würde. An der ganzen friesischen Nordküste nämlich soll sie mit der Mehrzahlform schaapjes" Vorkommen. Die Schafherden werden dort mit Vor­liebe aus Meer geführt, wo sie das öesouders geschätzte zarte Gras der Schwemmlandwiesen, des sogenannten Helderlands, abweiden, sich dabei natürlich weit zerstreuen und leicht von der rasch kom­menden Flut überrascht werden,- da ist es denn eines Hirten Hauptsorge, die Schafe rechtzeitig aufs Trockene zu bringen. Da nun aber für den Ostfriesen das' Wort schaap auch noch seit alters eine kleine beliebte Münze bedeutet, so hat für ihn die Redensart einen hübschen Doppelsinn.

Erklären und verteidigen läßt sich demnach die Fassung sein Schäfchen ins oder aufs Trockene bringen" ebensowohl wie die anderesein Schiffchen aufs Trockene bringen", die mau statt ihrer Vorschlägen zu müssen gemeint hat.

Behörde in B. ein Annahmeschreiben, in dein unter anderem gesagt war: . nachdem usw . . Papiere geprüft . . . Ihre Anstellung beschlossen. Termin der Einberufung wird baldigst Mitgeteut werden. Es erübrigt nunmehr Ihre persönliche Vorstellung benn Chef. . ." usw. Ich flugsrin in d e Kartoffeln" nach B. in Frack und Claque und Lack zur per­sönlichen Vorstellung. Allgemeines Staunen!Aber wir schneben ^hnen doch,. eg erübrige eine Persönliche Vor- ftelluug; das heißt doch, fie fei übrig, überflüssigAch so ~ Mso raus, aus die Kartoffeln: Zu .Hause ivieder an- gekoinmen, finde ich von derselben Behörde, aber einer anderen Bureauabteilung, ein Schreiben vor:. . . nachdem Ihre Au- sellung genehmigt, erübrigt nunmehr die Einzahlimg der be- sttmmuugsmaßigen Kaution von . . . (vierstellige Zahl) " usw girier froher als ich! Mühsam hatte ich den r>ur Kaution erforderlichen Mammon von einigen ausnahms-

,cr .b"stckmerten agrarischen Freunden zusammengepumpt, jetzt erübrigt^ die Einzahlung, d. h. siehe oben ist überflüssig! i!"8? rin «r die Kartoffeln, zu meinen ausnahmsweise ÜBNtUierten agrarischen Gläubigern und die brummenden Bären Kn hea9fcbes! r-U1,rblun ,iu behaglichster Behaglichkeit r? bcv Ernberufnng! . . . Es vergehen Tage . . .

y Wochen . . mit wird bang . , . und immer bänger

mje nach dreieinhalb Wochen, wieder ein Schreiben!

vvr Erwartung zitteriiden Händen n ^derspenstigeu Umschlag:Nachdem Sie unserer Kaütwn^ V äUr Auszahlung der bestimmungsmäßigen

stell nn lE uaZS^ommen sind, verzichten wir auf Ihre Au- ® erübrigt nunmehr jebe weitere Bemühung Jhrer- seiw um die Stelle, da dieselbe bereits anderiveitiq besetzt ist."

(.-raus aus die Kartoffeln!" Smiu mit mm einer das Worterübrigen" lese ober Wörter" ltbeI ^rd ^a, in! Die verflixten Bureau-

Hanswivtfchaft.

( Ans te JJ'. e und Ha u s. Von Professor Abel, nielnn-. n» und Geisteswelt . Sammlung wissenschaftlich-qe- 7ßin^,n?Ablt^el«?arstellungen aus allen Gebieten des Wissens

Recken.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig sVI u ZubÄungdffF Uk- - Eine rationelle Auswahl und

Mr das Wobt ve? Nahrung wird als immer wichtiger eJnimt - einzelnen wie für unser ganzes Volksleben werden" hVa rn?ravorliegende Bändchen besonders begrüßt werden, das die Grundlagen einer solchen zweckmäßigen Er-

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e . r b . . t. in a . r . z . . ü . .,

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Ehrung verstehen lehrt. ES' bezweckt, bett Damen Gelegenheit SU. bieten, die in Küche und Haus täglich sich vollziebenden chemischen und physikalischen Prozesse richtig beobachten und nutzbringend verwerten zu lernen, gut Erreichung dieser Ziele soll der Leserkreis zunächst Mit ben wichtigs..i Lehren der all- gememen Chemie unb Physik, sowie mit meEren einfachen und zusammengesetzten Körpern bekannt gemacht werden, deren Kennt- nis zurrichtigen Auffastung des speziellen Teils nötig ist In diesem wird alles erörtert, was sich auf Zubereitung und Wert- Mdbr Nahrungsmittel bezieht. Zunächst werden das Feuer', die Küche, die Kuchengeschirre behandelt, Heizmaterialien und ?euchtmaterialien und Beleuchtung. Dann wendet sich das Büchlein der eigentlichen Ernährung zu. Tierische und pflanz­liche Nahrungsmittel insbesondere deren Gewinnung, Konservier­ung und Zubereitung werden behandelt, ebenso die Genußmittel i und alkoholfreie, warme und kalte Ge- .^"Aießlich kommen noch die physiologischen Vorgänge zur

Sprache. Verdauung und Blut, Blutbildner und Fettbildner wer-,

LiteLML'ssehss.

, ,7" f "ltu r g cj ch icht e. Werden und Vergehen im' Völker- leben. Von A v. «chwe^ger-Lerchenfeld. Mit mehreren hundert Abbildungen im Texte und 40 Tafeln. In 40 tiefer» mtgeit ; zum Preise von SO Pf. (A. Hartleben's Verlag in Wien und Leipzig.) Da Aegypten, womit, das Werk anhebt wenn man von der Einleitung absieht wenig neues darbot, hat der Verfaßet es vvrgezogen, in einer Reihe lebensvoller Skizzen em Kulturbild in großen Zügen zu entwerfen. Da- gegen konnte er, was den alten Orient anbelangt zunächst Babylonien und Assyrien - gestützt auf bedeutsame Errungen- Miaften, welche die Ausgrabungen bet letzten Jahre auf dem! Boden Chaldaas ergeben haben, der Darstellung ein höheres sachliches Interesse aufprügeu. Das heikle ThemaBibel" und c-Babel imrd zwar nur vorsichtig gestreift, dafür die bedeut­samste Entdeckung der letzten Zeit, dieG e s e tz e H a m u r a b i einer eingehenden Besprechung unterzogen. Auch bezüglich Baby­loniens tritt vielfach das schildernde Element erfrischend hervor. Besonders gehaltvoll ist der Abschnitt über die Phöuiker. Eins ist gewiß: es wird ein lesbares Buch, dessen Tatsachenmaterial den Leser nicht erdrückt. Für weite Kreise dürfte es um so lvertvoiler sein, als diesen die Quellen in der Regel nicht zu­gänglich sind und eine allgemeine Kulturgeschichte auf Grund­lage der neuesten Forschungen fehlte. Die Illustrierung ist reich­haltig, das archäologische Material neu. Auf Grund des bisher Gebotenen kann Nran von den Fortsetzungen nur das Beste erwarten