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Hauer. Und denn noch höher der Polier - . . Und denn gar erst . . . ach! Dort hab ich immer in de erschle Klasse gearbett't . . . Weisse Binde hab' ich trnflen dürfen. Tischältester bin ich gewesen. Tas ts mehr wie der Polier. Das is wie 'n Jeneral . . Das kannste alles werden, wenn de iilS Znchlhaus kommst .. . Karrtere kannste machen. Ja.

Lohmann (singt spottend) :

Liebes Kind, tut weine »ich, Mittag jibt's den blauen Heinerlch; Stehst du mit denr Schien aus du lind du, Kriegste auch 'n halben Hering zu.---

Wenn da alles so viel scheener is, >vat machste denn nid) wieder hin?

Sprengel:

Ta hast d u doch freien Angtree.

Struve:

Kinderscb, ick iverd' euch mal ivas erzählen! Dicht an de jroße Austenmauer in Waldheim da steht nämlich 'ne alte Linde . . . Und von de Fifftttatton aus, Ivas nämlich der Arbeitssaal is, da siehsle 'n janzes kleines Sluckschen von . . . Und von'» Spazierhoi aus, wo du immer sechs Schritt Hintern Vordermann hcrzoddelst, (stolz) bloß nicht wir von de erste Klasse, wir singen natierlich immer 511 zweie wenn du da uiid du huppst in die Höh', dann siehst wieder 'n andern SlüÄschen so sechzig bis achtzig Blätter, wodran du immer jenau wissen kannst, was für Jahreszeit is . . . Und nun Hai uns immerund ewig der Deibel geplagt, daß wir auch mal den janzen Lindenbanm sehen wollen, denn der soll nämlich der scheenste Lindenbaum sein, wo's ans de Welt überhaupt jibt. Das soll schon in de Geschichtsbicher stehn . . . Na, und wo nu endlich der Tag da iS von de Entlassung, und wo einem das Herz bis inn Kopp 'rau'bummert und wo nu das innere Tor auijeschlossen wird na, da is er nu und da is er 'n janz jemeiner oller, ekliger Lindenbaum, Na und so war denn hernach alles die janze Freiheit.

Tast Sudermann auch sonst durch einige feingesührte Szenen, prächtige Einfälle, markige Worte entschädigt, braucht natürlich nicht erst gesagt zu werden; dem ganzen verspäteten Stück realistischer Dramatik gegenüber bleibt man fremd und völlig gleichgiltig.

Wie König Alfons von Spanien mit feiner Braut verwandt ist.

Die europäischen Fürstengeschlechter sind bekanntlich _ im Grunde genommen alle eines Stammes. Auch König Alfons und Prinzessin Ena besitzen gemeinschaftliche Vorfahren. Der Weg geht über einen preußischen König, über Friedrich Wil­helm I., den Vater Friedrichs des Großen. Die Großmutter mütterlicherseits des Königs Alfons, die Erzherzogin Elisabeth von Oesterreich, war die Tochter einer ioürttemb. Prinzessin, einer Enkelin des Herzogs Friedrich Engen von Württemberg.^dcr die Markgräfin Friederike Dorothee Sophie von Brandenburg-Schwedt zur Frau hatte. Deren Mutter aber war eine Tochter des Königs Friedrich Wilhelm I. von Preußen und der Königin Sophie Do­rothee, der Tochter Georgs I., des ersten Königs von England aus dem Hause Braunschweig-Hannover. Von Georg I. von England stammt nun auch die Prinzessin Ena von Battenberg ab, als Enkelin der Königin Viktoria, deren Ahnenreihe in di­rekter Linie von ihrem Vater, dem Herzoge Edward von Kent, zu Georg III., dem Enkel Georgs II. und Urenkel Georgs L, führt. Das hört sich wohl ein bischen verwickelt an, ist aber rm Grunde doch recht einfach und will besagen, daß König Alfons XlII. und seine Verlobte Beide Deszendenten des Königs Georg I. von Großbritannien und seiner unglücklichen Gemahlin, derPrinzessin von Ahlden", sind, die ihre Liebe zu dem Grafen Königsmarck mit lebenslanger Verbannung und Hast büßen mußte.

ver'tnrfevsss.

* Eine alle Wctterpropheizeung vom Jahre 1593, in welchem dcr erste Weihnachlstticrlag, wie der lctztvcrgcmgcue auf einen Montag fiel, lautet:Wird der Christtag auf Montag gezahlt, So wird der Winter weder warm noch lall, Sondern ein mäßiges Welter man befind; Dcr Lenz wird gut und der Sommer mit Wind. Große Sturmweller dasselbe Jahr kommen Und vielen Landen tun kein Frommen. Es wird der Herbst gut und viel Weins haben, Mit Honig wird man sich fast nicht laben: Denn die Bteuen und Vteh gemeiniglich sterben, Welches viel Honig und Milch tut verderben. Auch werden viel Frauen halb verzogen Und ihre Männer herzlich beklagen, Jedoch sollen sie das Leid anstcllen Und sich zu einem andern gesellen." Hosienllich trifft diesmal nur das Gute aus dcr Weissagung ein.

* Rebcl ist nasser als Regen! Im Prometheus lesen wir folgendes: Wenn es stark regnet, enthält ein Kubikmeter der Luft weit weniger Wasser als bei dichtem Nebel. Das erscheint auf den ersten Blick paradox, ist aber durchaus richtig, wenn cs uns auch manchmal bei einem tüchtigen Platzregen so vorkommt, als würden wir durchs Wasser gezogen. Bei einem sehr heftigen Regen, für den der Regenmesser 60 mm anzeigt, fällt pro Stunde auf einen Quadratmeter eine Wassermenge von 60 kg, pro Quadratmeter und Sekunde also etwa 16 gr. Bei einer Geschwindigkeit der Regentropsen von 1 m pro Sekunde ergibt das für 1 cbm Lust

während beS Regens einen Wassergehalt von 16 ccm, bei 2 m Geschwindig­keit der Tropfen pro Sekunde nur 8 ccm n. s. f. Die Geschwindigkeit der Regentropfen ist bekanntlich proportional ihrer Größe und schwankt von 1,84 m pro Sekunde bei 1 mm Tropsendurchmesser bis zu 4,08 m bei 5 mm Durchmesser. Bei heftigem Regen beträgt der Tropfcndurch- wcsser etwa 1 mm, so daß sich der Wassergehalt von 1 cbm Luft bei Regen im Durchschnitt auf 10 ccm stellen dürfte. Andererseits aber betrügt der Feuchtigkeitsgehalt der mit Wasser gesättigten Luft bei 15° C. etwa 13 ccm pro Kubikmeter, woraus sich ohne weiteres der größere Wassergehalt der Luft bei Siebet als bet Regen ergibt.

'** Welche merkwürdige Dinge werden heute auf den eng­lischen Auktionen verkauft. Erst kürzlich wurden die Mieten und Zölle einer kleinen Gemeinde bei Varmouth öffentlich versteigert. Pharaos Tochter und der Sarg Lihuuglschangs wurden vor einigen Jahren in einem Londoner Auktionsraum losgeschlagen, das alte düstere Ncwgate- Gefängnis wurde in einzelnen Stücken verkauft, in dem Londoner Token- House Aard wurden Offerten für den inexikanischen Bnlkan Popokatepetl erbeten. Ein Polizeiamt und eine Heilstätte für Geisteskranke zählten zu den Verkaufsgegenständen in demselben Katalog. Das alle Rathaus dcr Stadt Nottingham wurde einem unternehmenden Zuckerbäcker zngcschlagcn; der ein Museum daraus machte, und eine der Kanalinseln, das kleine aber liebliche Herm-Eiland wechselte ebenfalls auf einer Auktion seinen Besitzer. Unter anderen seltsamen Dersteigernngsgegenstünden befanden sich ein gestrandeter Walfisch, die Hanfseile von Henkern, und ein Chek auf elf Millionen Pfund Sterling, eine Teilzahlung der noch schwebenden chine­sischen Kriegsentschädigung an Japan.

* Münchner Studentenulk. Szene: Eine Hauptverkehrsstraße in München vor einem Kaufhause Zeit: Abends 7 Uhr. Ein Student steht mit verbundenen Augen da. Um thn her eine Menge von mindestens zweihundert müßigen Gaffern, die ständig wächst. Ein Schutzmann bemüht sich, dem Musensohn klar zu machen, er müsse fort, er dürfe keinen Straßen­auflauf verursachen, woraus der Student nicht im mindesten reagiert. Plötzlich zieht ein anderer Student die Uhr, tritt auf den Freund zu und sagt ihm ins Ohr:Du, jetzt sinds Zwei!" Sofort nimmt der Student die Binde von den Augen und beide sind im Stu verduftet, während sich ein zweiter Schutzmann mit Mühe seinen Weg durch das Gewühl bahnt. Der Student mit der Binde hatte nämlich gewettet, innerhalb fünf Minuten eine größere Menge und mindestens zwei Schutzleute zu versammeln, ohne etwas besonderes zu beginnen.

Literarisches.

Der Internationale Frauenbund für Vo­gelschub versendet eine Aufforderung zur Beteiligung an eineml Preisausschreiben. Es werden volkstümlich gehaltene Er­zählungen und Geschichten für Kinder von 713 Jahren verlangt, durch die das Verständnis und die Liebe zu unserer Tierwelt und im besonderen zu unserer Vogelwelt tvachgerufen und mög­lichst weit verbreitet werden soll. Die Arbeiten für dieses Preis­ausschreiben müssen bis spätestens am 1. Oktober im Besitz des Internationalen Frauenbundes für Vogelschutz sein; die Preis­verteilung erfolgt im Frühjahr 1907. Als Preise sind 300/ 200, 100 und 50 Mark ausgesetzt; außerdem behält sich der Bund vor, weitere Arbeiten zur Benutzung auszuwählen, die mit 20 Mark honoriert werden. Das Preisrichteramt haben u. a. übernommen: Viktor Blüthgen, Fräulein Marie v. Bunsen, H Exzellenz Freiherr v. Dincklage-Campe, Exzellenz v. Holleben, Kaiser!. Botschafter «. D., Exzellenz Freiherr von Liliencron, Ossip Schubin, Frau Anna Ritter, Prof. Dr. Julius Rodenberg, Emit Prinz zu Schönaich-Carolath, Staatssekretär Freiherr von Thiel- manu. Die näheren Bestimmungen werden den Interessenten auf Wunsch von derGeschäftsstelle des Internationalen Frauen-^ Hundes für Vogelschutz", Berlin O. 27, Holzmarkt-Straße 53 kostenlos zugesandt.

Bilderrätsel.

Nachdruck verboten.

Auflöfimg in nächster Nummer.

Auflösung des Magischen Dreiecks in voriger Nummer;

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Redaktion: Ernst Heb. Rotationsdruck und Verlaa der Brü-bl'leben Unwersttäts-Bucd- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.