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Von den zahlreichen Beiträgen erwähnen wir ausführlicher nur diejenigen, die sich speziell mit unserm Lande beschäftigen. Pfarrer Schulte in Beuern sührt in dem den Band erössnenden Aussatze in die religiöse Volkskunde des Vogelsherges ein, indem er die Frage sich stellt:Worin erkennt der Bauer des nördlichenoberen Vogelsberge s DaseinundWir- ken Göltest Es wäre zu wünschen, daß in ähnlicher Weise einmal auch die übrigen Gebiete unseres Landes behandelt würden. Den Geistlichen und vorzüglich den in das Amt tretenden Vikaren und Pfarrverwaltern müssen solche Arbeiten nicht leicht zu unter­schätzende Dienste tun. Von demselben Verfasser finben wir in genanntem Bande noch einen zweiten Aussatz:Die Spinn­stube im Vogelsberge/' Unter dem mancherlei Neuem, das hier geboten wird, erwähnen wir besonders die auf S. 116 beigebrachten Spinnstubengeschichten. Sie verraten den großen Sinn unseres Volkes sirr Humor, wenn sie auch nur um eine komische Figur, die Eichelhainer Els' oder Mürer Frau (auch Hercheha'er Fraa) sich gruppieren. Wir haben solch' komischer Figuren in den anekdotenhaften kurzen Erzählungen unseres Volkes noch mehr, wie die an den Bürgermeister von Matches aber an beit JlbesHäuser Hannes sich anschließenden. Es wäre eine sehr dank­bare Aufgabe, diesen einmal nachzugehen und sie zu schildern. Prof. Dr. Haupt bringt gleichfalls 2, wenn auch kürzere Arbeiten. Er behandelt die Sage vom K ä s e st e i n bei Leihgestern und die Sitte des Kümmel- und Pfefferre iben§ zu Roßdorf bei Darmstadt. In ersterer Arbeit wird gezeigt, daß die Sage, die sich an den Stein knüpft, erst später sich an ihn gehestet haben kamt, da der quadratische Stein ursprünglich einem Kreuze als Basis diente; in letzterer wird die Sitte des Kümmelklappens und Pfefferreibens unter jene Gruppe von ur­sprünglich religiösen Gebrauchen eingereiht, die Mannhardt unter demSchlag mit der Lebensrute" zusammenfaßte. Eine große Freude hat sicherlich allen oberhessischen Mitgliedern Prof. Dr. Strack mit der Veröffentlichung der von Pfarrer Th. 'Bindewald gesammelten Volks rätscl aus dem Bogels berge be­reitet. Auch in bett Rätselschatz unseres Landvolks bringen mehr und mehr die Rätsel ein, die aus den Kreisen ber Gebildeten stammen, und eerbrängen so bas Alte. Umsomehr ist biese Samm­lung zu begrüßen. Viele der genannten Rätsel gibt sich das Volk heute noch auf. Die Auslösungen hat Prof. Dr. Strack mit dankenswerten Hinweisen auf andere Sammlungen, sowie näheren Erklärungen begleitet. Ein Rätsel ist 'von Pfarrer Bindewald übrigens offenbar mit einer unrichtigen Auflösung versehen. Es ist daS Rätsel 15:

Kugelrund und spitzig. Wer/das rät, ist witzig. Wer das rät in Wochen, Dem ist ein Schoppen Wein versprochen."

Me Auflösung ist nicht Wachholderstranch, sondern die Wach- holderbeere.

Oberlehrer Ludwig .Dietrich in Gießen hat 2 Arbeiten dem Bande eingefügt. Die eine ist betitelt:Mit teil trugen aus Sättiger Gültbüchern, Heberegistern und Bürger­meiste r r e ch u u n g e n". .Eine ganze Reihe verschiedener, zum Teil sehr interessanter Bemerkungen wird hier ankttüsstenb an ver- schiebene Posten und Einträge gemacht. Der Aufsatz zeigt sehr instruktiv, welch eine Fülle von Leben in scheinbar so trockenen Büchern, wie Heberegisterit und Rechnungen geftrnben werden kann, und mahnt, die vielen alten Rechnungen re., die in den Pfarr- itnb Bürgermeistereiakten des Landes gefunden werden, auch einmal darauf hin zu prüfen. Die andere Arbeit bringt Material zum Odenwälder Wortschatz des 15. bis 18. Jahrhun­derts, gleichfalls eine Fruckst ber Beschäftigung mit ben obenge­nannten Registern, Büchern und Rechnungen. Der Laie erkennt aus der Zusammenstellung seicht, wie die Volkssprache auch etwas Wandelbares ist, und ist erstaunt darüber, wie viele Wörter im Laufe ber Zeit untergegangen oder umgebildei sind. Ein größerer Auffatz ist uns nun noch zu besprechen übrig: Hunsingers Erinner­ungen an Hungen:Bor fünfzig Jahren", eine mit sehr viel Humor und großer Anschaulichkeit geschriebene Schildernng Hungener Verhältnisse vor einem halben Jahrhundert. Wenn ich noch .dieVolkskundliche Notizen" von Pfarrer Dr. Diehl, Hirschhorn nenne, die zum Teil an unbekannte Bräuche erinnern, so habe ich alles unser Land speziell Berührende erwähnt.

Viele Arbeiten allgemeinen Inhalts und speziell wissenschaft­licheren Charakters schieben nun in die eben genannten Aufsätze sich ein. ,Arbeiten von Gelehrten wie Hoffmann-Kragers:Na­turgesetz im Volksleben", .Stracks:Der Einzelne und das Volk", Wünschs und Vogts:Volkskundliches aus swlten H andschr ifte n", Wünschs:Griechischer uud Germanischer Geisterglanbe" und Petschs: ,,V o l k s d i ch t u n g und vo lkstümliches Denken" zeigen, datz bte Hessischen Blätter noch auf höherer Warte stehen, als blov ber, das hessische Volksleben zu beschreiben. Der Züsammen- bang jtut dem Allgemeinen wird bargelegt, bett Wurzeln des Volks­lebens nachgegangen. , Gerade diese starke Beteiligung ber Ge­lehrten Nchert den hessischen Blättern ihre hohe und bleibende Be­deutung unter allen deutschen volkskundlichen Zeitschriften.

vermischter.

* Was alles im Hotel liegen bleibt. Von allerlei unglaublichen Vergeßlichkeiten hat der Leiter der Detektivabtellung in einem der größten Hotels Londons einem Msiarbeiter ber Daily News" erstaunliche Dinge erzählt. So ließ eine amerika- ttische Millionärin eine große Menge Juwelen int Kamin liegen, worin sie ihre Schatze besonders gut versteckt glaubte. Im süd­afrikanischen Kriege war ein junger Offizier beordert worden, mit auszuziehen, und er wollte vorher mit seiner Geliebten sich ehe­lich verbinden. Er wußte sich einen besonderen Heiratskonsens zu verschaffen, und die Trauung, die in beut Hause ber Braut auf dem Lande stattfinden sollte, wurde auf den Tag vor ber Abreise festgesetzt. Strahlend wie ein junger Morgen, in glückseliger Er­wartung, fuhr er am morgen davon, Nach zwanzig Minuten ward ein Portefeuille in seinem Zimmer gefunden, bas den Hei­ratskonsens enthielt. Abends kam er in rasender Wut wieder; die Heirat hatte nicht stattgcsitnben. Er siel dann im Kriege. Am häufigsten finbet man Ringe in den Waschbecken unb Uhren unter ben Kopfkissen. . Eines Nachts kam eine Dame recht ermübet an. Sie legte ihre Juwelen unter das Kopfkissen, packte bann am nächsten Morgen den leeren Juwelenkasten sorgfältig in den Koffer und fuhr nach Paris. Bald darauf fand das Zimmermädchen für 400 000 Mk. Juwelen unter dem Kopfkissen. Sehr lustig ist es anzusehen, wenn sie zurückgeeilt 'kommen. Doch machen die Männer mehr Lärm um ein Paar vergessene Pantoffeln als Frauen nm ein Vermögen. Etu alter Herr, ber eine Zahnbürste vergessen hatte, wandte eine Mark für ein Telegramm auf, bamit man sie ihm nachschicken möchte. Viele Leute meinen, irgend ein Winkel int Zimmer sei sicherer als ihre Koffer und Kästen. Einer Dame fielen alle ihre Juwelen und Wertpapiere in bie Ventilationsröhre ihres Schlafzimmers hinttnier. Sie hatte ihre Kostbarkeiten in einer Tasche und wollte diese mit einem Strick in ber Röhre festknüpfen, der Faben glitt ihr aus ben Fingern, unb das wertvolle Paket rutschte bie Röhre hinunter. Ganz ge­wöhnlich ist es die Vergeßlichkeit, bie Bündel zärtlicher Briefe und wertvoller Schriftstücke unter den Kissen liegen läßt. Ein Antwerpener Diamantenhandler. ber stets einen scharfgeladenen Revolver bei sich führte, um seine wertvollen Waren, bie er in einem Gürtel eingenäht unter seinen Kleidern trug, zu schützen, ließ diesen Gürtel eines Tages im Baderaum liegen, als er sein Bad genommen. Aas Mädchen, das ben alten, unscheinbaren Gürtel fand, warf ihn gleichgiltig in einen Korb, um ihn bann auf den Kehricht zu werfen. . In bem alten Ding waren aber für zwei Millionen Mark Juwelen enthalten. Natürlich sind in solchen Fällen bie vergessenen Sachen nur eine sehr kurze Zeit verloren". Der Besitzer meldet sich gar bald. Erstaunlich aber ist es, was alles in Hotels vergessen wird unb wonach kein Hahn mehr kräht. Eine zeitlaug mürben so viel Zweiräber vergessen und nicht abgeholt, daß man ruhig bamit hätte ein Geschäft begründen können. , Jetzt bleibt immer ein reichhaltiges Lager von photographischen Handapparaten zurück.

Kesupdheilspflege.

Die Gesundheit in Wort und Bild. Monats- kchrift. Verlag Ad. Haußmann, Berlin, Kochstraße 67. Inhalt, des 7. Heftes: Die Berliner Rettungsgesellschast. Von Prof. Dr. George Meyer-Berlin.Schmutz macht krank". Von Sanitäts- rat Dr. R. Paasch-Berlin. lieber ben Nährwert und Verdau­lichkeit unserer Speisen. Von Dr. S. Scherbel-Lissa. Luftver­änderung. Von Dr. Heinrich Pudor. Die Bedeutung ber Be­wegungsspiele. .Von Wilh. Wölkerfing. Bab-Nauheim. Von Sanitätsrat Dr. Wachenfelb. Ferienausflüge ber Schüler unb Ferienheime. Von Otto Wendlandt-Berlin. .? Erziehung zur Schönheit. Von Marg. N. Zepler-Berlin.

H0M0NYM.

Nachdruck verboten.

Zehn Worte, von denen ein jedes doppelte Bedeutung hat, ollen gesucht werden. Sind diese gesunden und richtig geordnet, so ergeben bie Ansangsbuchstaben den Namen einer unlängst ver­storbenen Persönlichkeit.

Die Worte bedeuten:

1. Vogel, Fluß. 2. Fluß, Krankheit. 3. Name einer Stadt, Kirche. 4. Perd, Zellenbau int Bienenstock. 5. Wutausbruch, Halsbekleidung. 6. Schöpferkraft, Waffengattung. 7. Bezeichnung für Türke, Sosa. 8. Stoff, irländische Provinz. 9. Weiblicher Personenname, Fisch. 10. Bodengestalt, Religionsbekenner.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Verwandlungs-Aufgabe in vor. Nr.:

Traufe, Taufe, Taube, Laube, Labe, Habe Nebel, Hebel, Hebe, Rebe, Rabe, Habe.

Biber, Bibel, Babel, Gabel, Gabe, Habe.

Doge, Loge, Woge, Wage, Wabe, Habe.

Redaktion: Pattl Wittko. Rotationsdruck und Verlag der Brühl' scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.