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Wohnung." Sie öffnete eine Türe, und wir traten ein. „Werden Sie sich auch nicht allzusehr ängstigen?"
Cs war ein kleines, niedriges, mit Grasmatten belegtes Zimmer, worin ein nettes, sauberes Feldbett, ein Lehnstuhl und ein Tisch mit einer Lampe standen. Augenscheinlich hatte man das Bett soeben erst mit frischen Tüchern und Tecken hergerichtet, und auch mein Gepäck war herein- gebracht und, aufgeschnallt worden.
,, '/chs ist ja ganz behaglich tjiet", bemerkte ich, als ich beim Umschauen all' diese Gnzelheiten entdeckte.
,,Wie ich sehe, hat Mr. Thorold bereits seine Befehle gegeben. Werden Sie sich auch ganz gewiß nicht ängstigen?" wiederholte meine Begleiterin nachdrücklich. „Ich meine, hier so allein zu schlafen?"
I r^r bezeugte er sich, machte eine gnädig verab- I mit der Hand, an der ein großer
I Tiamant funkelte, und meine Audienz war zu Ende. P
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. Mrs. Manuel und ich mußten unsere Mahlzeiten meist m größter Elle einnehmen, so viel gab es zu tun. Mary- I meiner Ajah, widmete ich meine ganz besondere! I wtb lch scheute keine Mühe, ihr so viel als
i ) Erleichterung und Behagen zu verschaffen. Eie I Abhorte zu den schweren Fällen, doch erkannte sie mich
wenigstens noch, was immerhin ein günstiges Zeichen | £?!?£.• Seiner gab es aber eine ganze Menge noch ernsterer
Falle, und wenn ich durch die langen Reihen der in allen I der Pest in ihren Betten schmachtenden Frauen
I ""d Kmder ging, dort einer Sterbenden die letzte Hilfe erweisend, einer anderen den Turst löschend oder sie be- I QrU£tme? bettend, so wollte mein Herz bei der schweren zagerr "Genommen hatte, manchmal fast ver-
I . r ^n und wieder kam Mrs. Manuel zu mir herein, urn I strich mit ihrem Rat und Beistand zu unterstützen, was immer eme große Wohltat für mich >var. Tie Kranken jedoch, das ließ sich nicht bestreiten, ivandten sich in ihren Bedrängnissen unwillkürlich stets lieber an mich ohne zu wissen, wie wenig ich im Grunde von der Kranken-
I ch/bge verstand. In ihren Augen mußte ich unbedingt das l Überhaupt des Krankenhauses sein, nur weil mein Gesicht weiß und mein Haar blond war. Mich sahen sie als die Herrin, die „Miß Sahib" an, während die tatsächliche und leistungsfähige Vorsteherin des Spitals nur eine
j war, tote die Eingeborenen die Eurasierinnen
„Sie werden die Sache schon lernen", pflegte Mrs. sagen, „denn Sie besitzen eine rasche Auf- sasjungsgabe und für eine Engländerin auch recht ante lcerveu; dabei eme kräftige, attsdauernde Konstitution., j-ie ganze Woche hindurch haben Sie täglich nur sechs Stunden geschlafen und sind die ganze übrige Zeit auf den Beinen gewesen." 0 '9 '
Sie hatte recht, und. ich selbst wunderte mich über meine nun erst zutage tretenden Körperkräfte. Tie Pest war in stetem Zunehmen und wütete mehr denn je. Mr lebten und atmeten in einem Tunstkreis von Karbol und Sublim mat, und doch fühlte ich mich gleichsam gestärkt und ge- hvben durch eme Art inneren Fiebers, durch den der- zweifelten Vorsatz, Mit dieser Seuche, mit diesem im TunkelN etnherschreltenden Gespenst zu kämpfen und zu ringen auf Tod und Leben. Genas eine Kranke in meiner Abteilung, so begrüßte sch dies als einen Steg, während jeder Todes- sall mm als eine beklagenswerte Niederlage erschien.
Trotz meines Sträubens aber wurde ich doch jeden Abend zu einem kurzen Spaziergang außerhalb des Lagers gezwungen. Endlos dehnten sich die kahlen, braunen Felder vor nur aus, und dort, wo es in gesunden Seiten wn fleißig^ Arbeitern wimmelte, waren jetzt weit und L^d^^schen »och Tiere zu sehen. Langsam wandte ich dann Wohl den traurigen Blick nach dem Flusse und ^ru brennenden Scheiterhaufen, aus dem unaufhörlich der Rauch zum kalten, erbarmungslosen Himmel emporstieg-
W eS aufi Wie lange NVZ
(Fortsetzung folgt.),
„Nein, wirklich nicht. Wovor ums Himmels willen sollte ich mich denn auch fürchten?" Mutig schaute ich ihr ins Gesicht.
„Stun, ich meine nur, weil . . . weil Miß Smith hier in diesem Bett gestorben ist. Mein, Sie haben wohl gute Nerven?" Sie machte dabei eine ziemlich zweifelhafte Miene.
.ia> gewiß." Und da ich sehr müde war und mich unbeschreiblich danach sehnte, mein Haupt irgendwo niederzulegeti, sagte ich nur noch: „Ich mache mir durchaus nichts daraus. Taß das Bett desinfiziert worden ist, darf ich ja wohl annehmen?"
"AVer natürlich. Nun, also morgen früh um sieben Uch: tverde ich Sie wecken. Ich habe diese Nacht Tienst. Schlafen Sie wohl."
Rasch entkleidete ich mich nun und warf mich auf das remliche weiße Lager. Wohl war ich halb tot vor Müdiq- uuo doch flüsterte mir eine abscheuliche innere Stimme fortwährend zu, daß das Wesen, das zuletzt hier geruht hatte, eme Engländerin war, wie ich selbst, und daß sie in eben diesem Bette an der Pest gestorben, an dieser fürchterlichen, ekelhaften Krankheit. Auf dieser selben Matratze lag ihr steifer Körper ausgestreckt, in diesen selben Kissen hauchte fte ihren letzten Seufzer aus, hier ruhte sie starr und kalt, bis man sie fortgebracht und verbrannt hatte. .. , Allein trotz dieser inneren Stimme schlief ich fest und taf, so tief, tote wenn auch ich tot wäre. Morgens beim Erwachen mußte ich mich einen Augenblick besinnen, wo ich mich eigentlich befand, dann durchzuckte mich wie ein , Blrtz sofort das Bewußtsein: in Yellagode bist du, im | Pestlager!
«n erhob ich mich und kleidete mich an, und als 2Ars. Manuel mich zu wecken kam, war ich bereits fertig.
„Sie scheinen mir eine Frühaufsteherin zu fein!" rief fie erstaunt. „Ein halbes Stündchen hätten Sie noch gut I hegen bleiben können. Ach, ich trenne mich immer so schwer von meinem Bette!" |
. "2ch nicht im geringsten. Ich möchte mich gern noch I em bißchen hier umsehen, ehe ich mich an die Arbeit mache Tie,es Barackenlager sieht ja aus, tote eine Stadt. Aus was sind denn diese Baracken hergestellt'?"
, "Aus Stroh und Holz. Auf diese Weise können sie rasch j aufgebaut, und, wenn entbehrlich geworden, auch leicht ! verbrannt werden. |
. "i.e Karten h auf er also. Und wer bewohnt jene Zelte I
dort drüben?" I
„Toktor Fraser, Mr. Thorold und einige Angestellte I Sene anderen Baracken dort am Flußufer gehören zum Sonderlager, wo die Kranken so lange beobachtet werden, I erwiesen tft, ob fte wirklich Die Pest bekommen. Kommen I Cte letzt zum Kaffee, damit Sie sich pünktlich bei Erasmus einstellen können." 1
... ^Beim Hellen Tageslichte entdeckte ich, daß dieser ge-
raTLn' so schwarz wie ein Neger und so yerrschsiichttg, tote irgend ein europäischer Selbstherrscher I
Miß Ferrars, da sind Sie ja, und sogar pünktlich! I es. lmmer', mahnte er, mich eingehend I
betrachtend. „Mrs. Manuel wird Ihnen Schürzetl geben, I
>vai ich Ihnen sage. Meine Zeit nirf,+°?nr' ®ie ja doch wohl zum Arbeiten und I "'chl jum Vergnügen hergekommen, was?" I
„4llerbmg§ nicht zum Vergnügen", antwortete ich kalt. I Girnnfo ^ir haben dreihundertvierundzwanzig I
ftianfe auf unserer Station, und nur acht Pflegerinnen j (m?. ^"en die Hälfte nichts taugt. Ta Sie eine englisch«. [■ Mig Sahib sind, sp werden Sie wohl Achtung ein flößen, |
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Mit wichtiger Miene beschrieb er mir nun die Sönw L°"-° d°- W, ieitte ml- l?- k, L L
JSV1- verwies Mich bezüglich der Einzelheiten da sUnb empfahl mir feste Schuhe zu tragen,
chlfAg sm, und mich vor Hautverletzungen m acht zu n-gmen.
bewohnen Miß Smiths Zimmer. Wäre diese qh. gemeiert, so stände sie heute noch auf ihren, ^vsten. Zmetmal des Tages haben Sie mir über den e'^UJanbt"?f Abteilung Bier Bericht zu erstatten und bei jedem besonderen Vorfall sich sofort an mich |u wenden. Ihre Mahlzeiten werden Sie mit Mrs. Manuel emneijmen . . . Tas ist alles, was ich, Ihnen zu sagen


