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Gin angenehmes Kröe.

Humoristischer Roman.

Von Victor von Reisner.

(Nachdruck verboten.)

Wem?" fragte er.

Ach Gott, Vater Warne, es geschah nur in der besten Msicht", beteuerte sie,und ich dachte, wenn ich inich recht- zertrg mit dem jungen Herrn von Höchstfeld' ausspceche Md rhm klar mache, daß die Schuld bei seinem Onkel »egt, dann wird er schon seinen Vater Herumkriegen und"

Mrt einem Ruck sprang der Pfarrer auf und mächtige Dampfwolken vor sich paffend, durchmaß er mit großen Schratten die Stube. Dann seine Erregung gewaltsam Nreoerzwiugend, blieb er vor dem verschüchtert zu ihm auf- bl,Senden Mädchen stehen und sagte mit schonendem Vorwurf:

Du hast sehr unüberlegt und voreilig gehandelt, denn Du mußtest wissen, daß das Geschehnis, das uns vonein­ander trennt, nur durch ehrliche Aussprache von Mann zu Mann aus der Welt zu schaffen ist. Gott ist mein -Zeuge, daß ich gegen ihn und gegen die Seinen, die ja an dem Unglück ebenso unschuldig siud als ich, nicht den geringsten Groll hege, aber an ihm ist es, mir die Hand zu geben und zu sagen: ich bedauere das Vorgefallene und bin Dir Freund/'

Niedergeschlagenen Auges hatte ihm Ljubiza zugehört, nun hob fte den Blick und fragte ängstlich:

,>Und wenn er dazu nicht den Mut findet?"

,Mr wird chn mit der Zeit schon finden", entgegnete der Pfarrer zuversichtlich,denn ich werde es ihm nicht schwer machen und will ihm vom ersten Augenblick an ohne jeden Rückhalt entgegenkommen. Freilich", setzte er dann seufzend hinzu,vielversprechend ist ja der Anfang nrcht und deshalb hast Du mich vorhin auch To aufgeregt gefunden aber der Teufel soll sich nicht über solche Nachrichten ärgern."

Was ist denn geschehen?"

Nichts weiter, als daß er, wie ich heute erfuhr, lieber dre halbe Nacht aus der Landstraße liegen blieb, als bei imr anzuklopfen. Glaubt er vielleicht, daß ich ihm eine Gefälligkeit verweigert hätte, oder wollte er mir damit zergen, daß er keine von mir beansprucht?!"

Aeugstlich schmiegte sich Ljubiza an ihn und bat:

Nur nicht so erregt, Vater Adame, warum denn gleich das Schlimmste denken? Er wird Sie vielleicht nicht in Ihrer Ruhe haben stören wollen."

Auch möglich"- gab er zu,diese zivilisierten' Men­schen wurden ja lieber stumm in der Welt herumwandeln und verhungern, als von einem, der ihnen nicht vorgestellt nt, ein Stückchen Vrot anzunehmen. Und nun, mein Herzenskind, reite schön nach Hause aber nicht etwa wieder mit Umwegen grüß' Deine liebe Mutter und

sage meinem Freund Hinko, Deinem guten Vater, daß ich heute abend ein Fäßchen 95er anstecke er soll mich armen Sünder nicht allein schlemmen lassen."

Ljubiza versprach alles getreulich auszurichten und empfahl sich.

Auf dem Wege ging ihr das Gehörte wirr durch dest Kopf, aber da Vater Adame so versöhnlich gestimmt war, mußte es ja ein gutes Ende nehmen. Bei 'diesem Ge­danken wurde ihr so warm ums Herz, daß sie sich selbst erstaunt fragte, warum sie sich eigentlich darüber so sehr freue?

,-Natürlich, Mamas wegen, die an Frau von Höchstfeld eine Freundin haben wird", sagte sie ganz laut und lachte dann so ausgelassen vor sich hin, als ob sie eben den lustigsten Streich a.üsgeheckt hätte.

4.

Nun ivar man gerade einen Monat in Dolina und konnte nicht gut länger die Besuche bei der nächsten Nach­barschaft hinausschieben, wenn man nicht überhaupt auf jeden Verkehr verzichten wollte.

Morgen sollte also die Fahrt zu Stepenaz' auf Steste- nav^e gehen und Papa Höchstfeld war deshalb in noch weit schlechterer Laune als in den vorhergegangenen ein­unddreißig Tagen,

Er hatte aber auch in dieser verhältnismäßig kürzest Zeit mehr Aerger hinabgeschluckt, als während seiner ganzen' Dienstjahre und das wollte nicht wenig sagen.

Den Verwalter hatte er gerechter- aber unüberlegter-, weise gleich am ersten Tage hinausgeworfen und" die Folge daovn war gewesen, daß nun erst recht alles drunter und drüber ging, denn nun wußte niemand, was zu ge­schehen habe, und die Anordnungen, die er traf, stellten sich leider alle als verkehrt heraus, was seine Autorität auch nicht gerade hob.

Die Wirtschastsleute selbst rieten ihm, zum Grafen nach Stepenavze oder zum Herrn Pfarrer nach Mariance zu schicken, aber beides verbot ihm sein Stolz, und so wurstelte er mit dem Verwalter des Vorwerks herum, der zwar sehr viel guten Willen, aber umsoweniger Verstand besaß.

Auf Erichs Rat wurde endlich im Kreisblatt eine An­nonce vom Stapel gelassen, infolge derer sich schon am nächstfolgenden Tage ein Bewerber meldete.

Es war dies ein Herr von Szabo, der angab, früher in Südungarn selbst eine Herrschaft besessen zu haben, die er infolge andauernder Mißernten nicht habe halten können. Dann sei er sechs Jahre Generaldirektor der gräf­lich Jülopschen Herrschaft gewesen, die er auf ein außer­ordentlich hohes Niveau gebracht habe und die durch seine Bewirtschaftung aus einen mindestens vierfachen Wert ge­stiegen fet. Leider sei es ihm unmöglich gewesen, sich mit dem Erben, dem der weitausschauenbe Blick fehlte, und der ein Feind der modernen Kulturwissenschaft war, zu einigen und deshalb habe er blutenden Herzens sein Werl im Stiche lassen müssen.