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eines noch im geschulten Talentes sind sie recht respektabel Und lassen für dre Zukunft manche erfreuliche Bereicherung unserer gerade mit Plastik meist etwas spärlich versorgten Ausstellungeir erwarten. B. S.
Klaubereien aus der Kailerstadl.
(Nachdruck Verbote«.)
Weiler hinaus! — Sportvereine. — Allerlei Bereinsblüten. — Namenhumor.
Der Naturfreund, der sich den Winter über darauf beschränken mutzte, seine Spaziergänge in wegbaren Bezirken auszufuhren und nun im Lenz endlich wieder durch die mageren märkischen Felder strerfen kann, sieht zu seinem stillen Entsetzen, daß die Großberliner Grenzen während der paar Monate wieder um ein mächtiges Stück heransgerückt sind. Wo im Vorjahre noch Schrebergärten mit ihren lustig flatternden Wimpeln auf den manchmal unglaublichen Lauben grüßten, wo blühende Herzen, Lö° wemilaul und Phlox in buntem Durcheinander blühten, ohne den Rettichen, Radischen, Kürbissen und anderen Nutzgewächsen allzuviel von dem kostbaren Raum streitig zu macheil, stechen heute schon die Grundmauern neuer vierstöckiger Mietskasernen, und der Berliner Klein-Agrarier ist mit seiner Domäne um ein paar hundert Meter iveiter hinausgeschoben worden. Unverdrossen steckt er abends oder am freien Sonntag den neuen Latteirzaun um sein neues Gebiet, das zu umspannen er keine Kuhhaut in Streifeil zu schneiden nötig hätte, tote einstmals Dido, die Gründerin Carthago's, da sie imgefähr s o schon ausreichen würde; unverdrossen rodet er die neue Scholle Landes um, die so trostlos sandig und dürr erscheint, daß einem Mecklenburger Weizenbauer die Haare darüber zu Berge stehen, würden, und unermüdlich schleppt die Familie in Gießkannen das Wasser herbei, um den jungen Stecklingen Mut zum Anlnuhsen in dieser Armut zu machen. Ach, und vielleicht verhandelt unterdessen der spekulierende Eigentümer dieses zum letztenmal Frucht tragenden Ackers schon mit dem kuragierten Maurergesellen, der auf diesem Stück Erde zum Berliner Baumeister werden will. Wie's beit Laubenkolonisten geht, geht's auch den Sportleuten, die mit dem Racket oder Fußball vor die Stadtgrenzen ziehn, um dort ihre Künste zu pflegen. Immer länger wird der Weg, den sie zurücklegen müssen, wenn sie nicht irgendwo in einem großen Garten Unterschlupf finden. Selbst der „Sportpark" in Friedenau erlebt in diesem Jahre zum letztenmal die Entscheidung um das „goldene Rad" und andere anziehende Dinge. Im Herbste wird er Bauland und seine Stätte kennet man nicht mehr. Aber das macht unsere für den Sport schwärmende Jugend nicht etwa mutlos. Sie schüttelt den Baustaub von den Füßen, zieht fürbaß und planiert sich einen neuen Acker. Die Radfahrer haben das freilich nicht nötig; denen gehört die ganze Welt mit Ausnahme von ein paar lumpigen Straßen im Zentrum Berlins; aber die Fußballspieler, von denen wir über zwanzig Vereine in Berlin haben, Hausen heute schon auf den Feldern weit draußen zwischen den Vororten bei Treptow und Tegel und hinter Schöneberg, wo manchmal Ganswinds „blecherne Lerche" stotz ihre ersten hundert Meter zum Nordpol zurücklegt.
Besser schon sind die Rudervereine daran, die Wasser in Hülle und Fülle um Berlin herum finden und sich zum Teil ganz stattliche Bootshäuser mit Erfrischungsräumen daneben gebaut haben. An diese Ueberschwemm- ungsgebiete wagt sich so leicht kein Bau-Unternehmer. Am unabhängigsten jedoch fühlen sich die Vereinter, die ihre Domänen in anderen Provinzen haben und in Berlin nur ein Beratungszimmer gebrauchen, tote der >,Harzklub", der „Alpenklub" und der „Riesengebirgs-Ver- etn". Das Berliner Bereinsleben treibt übrigens mannigfache und auch tounderliche Blüten. Wir haben unter den zahllosen Sportvereinen nicht nur Schneeschuhlauf- und Rennivolsklubs, sondern auch einen „Verein der Sammler von Z-garren-Wschnitten", einen „Klub der Linkhäuder" usw. Auch geschiedene Ehemänner haben sich zusammengetan, um ihre Erfahrungen auszutauschen, vielleicht auch Ehefrauen, doch konnte ich das nicht in Erfahrung bringen. Möglicherweise sind sie beteiligt bei dem „Verein zur
Gewährung zinsfreier Darlehen für studierende Frauen". Ferner findet man die Taubstummen organisiert als Radfahrer, Schwimmer usw., sogar die Dickbüuche haben untereinander Anschluß gesucht, sollen aber noch immer nach einem Vereinsraum mit passender Eingangstür suchen. Bei der Namengebung hat der Berliner Humor sich gütlich getan, zumal in der Firmierung von Pfeifen-, Kegel- uud Skatklubs. Da findet man die „Qualmblase"' neben etlichen „Ratzenkönigen", „Blauen Zwiebeln" und „Btauer- brüdern". Am imponierendsten erschien mir der Name eines Radfahrervereins, der die Freuden dieses Sportes, das wonnige Hochgefühl des Stahlroßreiters, ganz wundervoll wiedergab. Er nannte sich poetisch-berlinisch: „Wie wennste schwebst!" Aber ich weiß nicht, ob seine Mitglieder nicht schon längst auseinander geschwebt sind. Ein „Verein der Nichtvereinler", den man vor kurzem geplant haben soll, und der von seinen Mitgliedern verlangte, daß sie keinen der verschiedenen Sport-, Spiel-, Gesaug- und anderen Vereine Berlins angehören dürsten, .konnte Sen Mangel an geeigneten Persönlichkeiten nicht ins
in treten, tote ein Spötter behauptete. Der Deutsche ist nun einmal Vereinsmeier! —
Nicht in einem Atem mit all diesen aus Vorstandssucht und Langeweile geborenen Kreisbilduugen zu nennen, sind unsere großen Kunswereinigungen, die auf ihren Gebieten eine Notwendigkeit bedeuten und sich durch die vornehme Pflege hoher Ziele den Dank aller Kunstfreunde erwerben. Und trotzdem spielt auch hier Gott Komos mitunter eine ganz niedliche Rolle. Davon verrate ich vielleicht dies und jenes ein andermal. A. R.
Literarisches.
— Lebendige Dreifüße. Die Ordnung der grasfressenden Beuteltiere umfaßt bloß eine Familie, die australischen Känguruhs, die nicht nur die typischsten Beutler, sondern zugleich auch in Europa die volkstümlichsten sind. Ihre Vorderbeine, die meist nur bei langsamem Gange als Bewegungsorgane dienen, sind kurz und schwach entwickelt; die hintere Hälfte ist durch die zum Springen eingerichteten langen, schweren Hinterbeine und den oft kolossal dicken Schwanz ganz unverhältnismäßig stärker gebaut. Die Känguruhs sitzen gern aufrecht, um zu „sichern" — wie man das bei den Hasen nennt, wenn sie „Männchen" oder „Kegel" machen, um Nase und Ohr nach etwaigen Feinden schnuppern oder lauschen zu lassen. Dabei stützen sich diese originellen Beutler dann aus die übrigens unbehaarten Unter- flächen ihrer langen Hinterfüße und auf das Ende ihres Schwanzes. So stellen sie, gleich den Springmäusen, dem Koboldmaki und manchen der ungeheuerlichen vorweltlichen Dinosaurier, lebendige Dreifüße dar, wie Professor Tr. W. Marshall in der soeben ausgegebenen 25. Lieferung seines volkstümlichen Prachtwerkes: „Die Tiere der Erde" (Stutt- gart, Deutsche Verlagsanstalt) hervorhebt. Diese vorzüglich geschriebene und hervorragend schön ausgestattete Tierkunde für jedermann enthält mehr als 1000 Abbildungen (darunter 25 Farbendrucktafeln), die ohne Ausnahme nach photographischen Aufnahmen lebender Tiere hergestellt wurden; sie erscheint in 50 Lieferungen zu je 60 Pfg.
Tanschrätsel.
Nachdruck verboten.
Gran — Bonn — Rabe — Bann —
Bein — Mann — Wald — Rind — Gau — Bier — Alm —Einband — Rost - Anker — Horn — Post - Zahl.
Von jedem Wort ist durch Umtausch eines Buchstabens an beliebiger Stelle ein neues bekanntes Hauptworts zu bilden und zwar derart, daß die neu eingefügten Buchstaben im Zusammenhang gelesen einen willkommenen Vorgang in der Natur bezeichnen.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in vor. Nr:. Harm — Arm.
Redaktion: Angus! Götz. — Rotationsdruck und Berlaa der Brtilil'scheu llniversttäts-Vuch- und Stciudruckerei. N. Lauae. Eiesten.


