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aber
■ T Grems-Selmer, Die Doktorsfa milie rm hohen Norden, ton Buch für die Jugend. (Verlag Trr I. Marchlewski u. Co., München. 2 Mk.) — Ihr Eltern und Onkels und Tanten, die Ihr dies leset, denkt Ihr noch der Zeit, da wir inng waren? Wißt Ihr noch, wie wir da alles verschlangen, was gedrrickt worden, so wißt Ihr auch, wie wichtig es ist, der Jugend nur gute Bücher in die Hand zu geben! Es ist in den letzten Jahren anch hierin besser geworden im deutschen Lande, die Jndianerbücher sind etwas aus dem Felde gedrängt worden. Wie steht es aber mit den Mädchen? Schlimm — denn da herrscht immer iloch die Torte mit gefärbtem Zuckerguß. Und gar für das, Alter von 12 bis 14 Jahren, wo die Wünsche anfangen, sich zu regen und das Ange unheimlich scharf beobachtet, gibt es wenig der Empfehlung wertes. Zu dem Wenigen gehört unbedingt das oben genannte Werk. Tas Buch hat verschiedene Qualitäten, die es weit ab stellen von dem Tnrchschnitts- Kam, der gerade der Jugend so oft vorgesetzt wird. Ganz einfache
Homonym.
Nachdruck verboten.
Zehn Worte, von denen ein jedes doppelte Bedeutung hat, sind zu suchen. Hat inan diese gefunden rind richtig geordnet, so ergeben die Anfangsbuchstaben einen bekannten Kalendertag. Die Worte bedeuten:
1. Anlage zu EtivaS. Altgriechische Münze. 2. Gastwirtschaft. Wiederherstelliing. 3. Metall. Bezeichnuirg für Knirps. 4. Fisch. Bestimmte Art von Arbeit. 5. Zahl. Mittelalterliche Verfügung. 6. Gangart. Niederung. 7. Hieb. Bezeichnung im Kartenspiel. 8. Behörde. Teil einer Mahlzeit. 9. Hunnenkönig Hnsarenrock. 10. Weiblicher Personenname. Fluß im Harz.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Zusammenstell-Rätsels in vor. Nr.:
Sand Chor Holz Igel Lira Lohn Egge Reif Senf Gips Elen Bast Ukas Rast Trog Skat Talk Aloe Gliit.
Schillers Geburtstag.
aktton. August Goetz. Rotationsdruck und Verlag der Brüh l'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lauge, Giesten.
Vermischter.
K o m i s ch e B r i e f a u f s ch r i f t e n, die noch aus der Zeit stammen, wo die Post noch leine Beförderung durch Dampf- maschmen und Elektrizität kannte, werden in der „Deutschen Verkehrszeltung mitgeteilt. Wir geben einige von ihnen, die besonders die damaligen gemütlichen Zustände charakterisieren, wieder:
Tresen Brief wolle der Herr Post Secreter abgeben in der Konigsstraße, da wohnt ein Schuster, da wohnt ein Tischler im Haufe, dce beiden hab ich den Namen vergessen es liegen Bohlen vor der Tur m Berlin.
, . Au Todtschläger August L. er soll Kaufmailn sein und seine Kaffeebohnen und harten Zucker stahl er mit seiner Frau vom alten Buchholz, die sie dann verkaufte, nicht zu vergessen, feme Frau lugt, stiehlt und seift dichtig Wohlgeboren L . . .s , An Frau voll Tisch 'und Bett geschiedene Leunierin wohnhaft in Poppzig. v '
Diesen Brief abzugeben auf der Schmiedestraße, da wohnt ein Schneider, der hat einen Gesellen, der Johann Philipps heißt, ans Frankfurt a Hamburg. N. B. 4 Ggr. Porto habe schon bezahlt. Dein zu dienender Vater A. Philipps.
. Adresse an den Herrn Beck zu Bremen. Er Loschird in emen Gasthofs sie werden doch die güte haben und werden ihn anffuchen er will nach Amerika und wenn der Herr noch nicht da ist» so wird er wohl kommeii.
uni,>^^e Wirtschafterin zur neuen Welt, die das ganze Haus t ntcr sich h„t in N. verte. Tas Königl. Postamt tue ich bitten ihr den Brief hemlich znstecken zu lassen.
w Jungfer Julepimpe, die bei der Madam H % rwr Amme dient, und die man bei eenzige kleine 51 In0 y’Qt ITt aO.
. ,/u meine Tochter Marie Kaiserinn ins Krankenhaus hoch- laß?seman^drüi ~ t,erte" S$enn fc wider ins Wasser springt, B. ü?<5.bie %öni8L berittene Frau Grenzaufseherin Johanna I
Zeilen gebückt. „Sich' mal: es hat sich hingesetzt!" ruft der Kleine. Bon zivei Buchstaben, die zu eng aneinander gerieten, mitte er, fte „plauderten zusammen". Mit ihrem Löffel, ihrer Tasse, ihrem Teller stehen die Kinder in einem innigen Verhältnis reden oft zn ihnen und weinen bitterlich, wmn sie entzwei gehen Wie nur irgend ein Dichter geben sie Blumen und Pflanzen, selbst bett Steinen eine Seele. Traurig rief ein kleines Mädchen, als es em paar Blumen welken sah: „Ach, Mama, laß sie, bitte, nicht sterbeti", und es tonnte bitterlich, als im Herbst die Blätter von den Bäumen auf die Erde sanken. Ganz abstrakte Worte erwecken tm Kinde Vorstellungen, bestimmter anschaulicher Tinge. Bet dem Ausdruck „Tie Jagd ist geschlossen" dachte ein kleiner Junge an gewaltige Tore, die um die Wälder und Felder herum- standen und nun mit großen Schlüsseln zngeschlossen würden. Bei dem Worte „A,er Frühling ist gekommen", fragte ein Kind danach, auf welchem Weg er käme und wie er denn aussähe, ob er an der Tür klingeln würde.
. Tas Kind sieht die Dinge, die mau ihm erzählt, sogleich in völliger Lebendigkeit vor sich und sammelt sich um ein einziges Wort eine Menge anderer Vorstellnngen. Pierre Loti erzählt von einem kleinen siebenjährigen Mädchen, mit dem er in einem Garteneckchen eine große Aprikose aß und das dabei folgende Geichichte erzählte: „Es war einnral ein kleines Mädchen: das machte eine sehr große Frucht aus den Kolonien auf; ■m. kam aber ein wildes grünes Tier heraus; das biß das kleine Mädchen und das starb daran." Wie leicht ein Kind auch de» verschlungenen Pfaden einer Erzählung folgt und tote die Erklärungen Großer fie nur in ihrem eigenen Nachdichten stören, lehrt eine Geschichte von einer Mutter, die ihrem kleinen Jungen von 6 Jahren eine Geschichte vorliest: „Ich fürchte, du ver- stehst mich nicht, mein Junge", sagte sie. „O, Mama, ich würde 'wo» recht gut verstehen, wenn du mir nicht soviel erklären wolltest. Sehr interessant ist es, wie sich langsam die dichterische Fahigteit in dem Kinde bildet. Von einem gewöhnlichen Anlaß aus steigen ihm allerlei Zusammenhänge ans und es beginnt zu erzählen, ruckweise, in jenem schlichten Ton, in dem unsere Heldenlieder und die Geschichten aus der Kindheit der Völker Tfuen.
Stuttgart. Brosch. 5 Mk. — Rudolf Herzogs' Kunst hat etwas vom Zecherfrohsinu. Wer dieser Roman gibt uns auch den feinen Stimmungsmenschen Herzog, der der namentlich für Musik ein iiimges Verständnis besitzt. Vor allent Wagnersche Musik aber auch das Volkslied mit seiner ewig guellenden Lebenskraft, machen zum Teil beit Stoff seines Romans aus. Das Leben des traumerlfchen, schwermütigeii aber Jugendfrohsinn liebenden Edelmenschen Franz Grube , eines Patriziers unserer Nachbarstadt Frankfurt a. M., ist ohne das Volkslied, ohne die Musik und ihr Lebenslied nicht vorhanden. Mit viel Geschick lehnt Herzog das Eiitzelschicksal aller seiner Personen an irgend ein großes Allgemeingut der Menschheit an. Für Herzog ist das Leben reich an Schönheit, weil alles bedeutsam wird, das Einzelne für das Ganze die Natur für den Menschen, das Weib für de» Mann, das Leben für die Kunst, der Leib für die Seele, ebenso wie das Ganze für den Einzelnen und so fort. Er erschaut die großen Zuiammenhäuge vom Elternhaus zur Kindschaft, vom Leben hm zum Wissen, und darum sind seine Charaktere bodenständig, man könnte sie unmöglich verpflanzen, sie sind zugleich mit der Landschaft, in der sie sich tummeln, mit dem Himmel, der sich über ihnen nrid ihrer Zeit wölbt, gesehen und geschildert. Es ist ein Volksgemälde, dieses Buch, kein einsames nur anregendes Stimmungsbild; es erschöpft seinen Gegenstand in der voU dem Dichter gedachten Totalität, darum ist es allen zu empfehlen, die fi chleinmal von dem Geist des modernen Kunstlebens in einer altehrwürdigen Stadt toie Frankfurt a. M., ganz erfüllen lasfen wollen.
Literarisches.
, - . ~ L e b enslie d" von Rudolf Herzog, Roman
ln drei Buchern, Verlag I. G. Cottasche Buchhandlnug Nachf.,
Manchmal freilich werden diese Erzählungen auch schon zu kühnen Anffchneiderelen, wie die Geschichte eines Jnngeil zeigt, der emmal auf dem Meere gefahren war und nun davon er» Uwte: „Einmal da bin ich auf dem Meere gefahren in einem mettungsboote; plötzlich da sah ich einen riesengroßen Walfisch auf den^dicken^breitm Rücken^ Walfisch mitten । uum, oer geraoe oer yugeno ,o oft vorgefetzt tonto. Ganz einfache
stillem Rücken eüm ar£“Dteife bnnk“ mm f^„™bq^ter rauf Ereigniffe sind es, die geschildert werden und nirgends ist der kind-
zn nd lachtem Ubei auf boHent ^»1^" “ Kgliche sahen iche Horizont über chritten. Aber eilte Dichterin schreibt, und
’ nno maittit oavei auo vollem Halse . i >o l e b t auch das Kleinste. Tie Phantasie, die wir Erwachsene so
wr znrückdämmen und nach der wir uns doch so sehr sehnen, komm : zu ihrem Rechte. Tie Bäume halten Zwiesprache mit dem Sckm e und das Licht spricht zu den Menschen. Alles ist dabei großzügig gestaltet und die Gefühle, die zur Auslösung kommen, sind einfach und stark. , Vaterlandsliebe und Frömmigkeit sind in diesem Buche, aber fie schreien nicht, sondern sie sind selbstverständ- lich und damit künstlerisch berechtigt. Daß alles hoch oben spielt, wo das Eis herrscht und das Nordlicht leuchtet, gewährt dem Werke noch einen besonderen Reiz, der beim Vorlesen greifbar tvird. — Tie Ausstattung ist gut, der Preis niedrig, und die lieber» sttzuug läßt nichts zu wünschen übrig. Es fehlen also nur die Käufer — denn für ein gutes Buch zu werben, damit dem Ver- fasfer auch sein Lohn werbe, ist löblich und ästhetisch.
H e y s e, Tr. I. Chr. A., allg. verbentschendes und erklärendes Fremdwörterbuch mit Bezeichiiung der Aussprache und Betonung der Wörter nebst genauer Angabe ihrer Abstammung und Bildung. Unter Berücksichtigung der amtlichen Erlasst über Verdeutschung der Fremdwörter nach der neuen einheitlichen Rechtschreibung neu bearbeitet, vielfach berichtigt und vermehrt von Prof. Tr. Otto Lyon. 18. Orig.-Ausg. (VII., 927 S.) Hannover, Hahnsche Buchhandlung. Geb. 6 Mk


