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zur schnellen Beurteilung der Menschen). mit denen mich mein Geschäft zusammen führt- Die kleine Liebhaberei setzt mich sozusagen in den Stand, mich meinen Klienten von Vornherein anznpassen."

(Fortsetzung folgt.)

Kinderspiele.

Mn französischer Kindererzreher, F. Quehrat, hat zum Gebrauch für die Bildner der Jugend und für Eltern, die sich über Kinder­erziehung unetrrichten lassen wollen, die Arbeiten der berühmtesten Pädagogen kurz zusammengefaßt, und sein Buch kommt zu dem Endurteil, daß die Spiele der Kinder notwendig sind, aber daß man unter ihnen wählen muß. Ein Kind soll spielen. Tas Kind, das ein Spielzeug nicht anlieht und keine Lust zeigt, es anzu- fafsen, ist krank! ifyin tut ärztliche Behandlung not. Durch das Spiel beteiligt sich das Kind -an dem Treiben der Welt, durch das Spiel gibt es feine Gefühle kund. Seine Spiele sind seine ersten Zeichen von Liebe und von Interesse. Tie Spiele haben also einen großen Einfluß auf die Kindheit; man muß sie daher auch mit großer Aufmerksamkeit behandeln und recht vorsichtig auswählen. Tie Bewegungsspiele sind, wie alle Erzieher behaupten, die wirksamsten; sie kräftigen alle Glieder des Körpers und ent­sprechen einem tiefen Bedürfnis nach physischer Betätigung. Das Laufen, das Springen, das Versteckenspiel sind natürliche Spiele, die die kindliche Phantasie mit der Poesie der Gefahr verbrämen kann, was ihnen nur noch größere Anziehungskraft verleiht.Eine der ersten Vergnügungen, die ich empfand", erzählt Chateau­briand,war, gegen die ©türme zu kämpfen und mit den Wellen zu spielen, die, wenn ich näher kam, sich schnell zurückzogen oder mir nachliefen bis zum Strande". Die Bewegungsspiele ver­schaffen dem Kinde eine wirkliche Freude und sind nützlicher, als das Turnen, das, so wie man es gewöhnlich in den Schulen betreibt, in einer Reihe ebenso ermüdender, wie langweiliger Bewegungen besteht. Tas Fußballspiel sollte, obwohl es sehr verbreitet ist, nicht empfohlen werden, weil es die jungen Menschen­kinder an rohe Gesten und an brutale Bewegungen gewöhnt, die später in der Gesellschaft ein ungeniertes und grobes Benehmen zur Folge haben. Allzu brutale Uebungen sollten rücksichtslos unterdrückt werden; sie stiften durch die großen Anstrengungen, die sie erfordern, mehr böses als gutes. Tie Mädchen sollten, nach Tr. .Maurice de Fleury, zu den Tänzen unter freiem Himmel zurückkehren, zu denPas", die zugleich gesungen und getanzt wurden und einst dazu beitrugen,die Mädchen von Hellas, die jungen Griechinnen, die nicht an Neurasthenie litten, schön zu machen und ihnen ein eit edlen, vornehmen Gang zu ver­leihen." Wenn die Bewegungsspiele die körperliche Kraft des Kindes zur Entwicklung bringen, so dienen wieder andere zur Erziehung der Sinne und sind besonders von diesem Gesichts­punkte aus von Interesse. Tie Ballspiele geben dem Kinde Geschicklichkeit und seinen Händen eine wirkliche Gewandtheit, indem sie es gewöhnen, die Entfernungen zu schätzen. Eine besondere Vorliebe haben die Kinder für das Blindekuhspiel; das läßt sich, nach Kant, damit erklären, daß das Kind, ohne sich dessen bewußt zu sein, den Wunsch hat, in Erfahrung zu bringen, wie es sich wohl helfen und zurechtfinden könnte, wenn es der Sehkraft beraubt wäre. Andere Spiele fördern seine Intelligenz, und jedes von ihnen bildet sozusagen eine Erfahrung. Es bereitet den Kindern ein großes Vergnügen, Gegenstände vom Boden aufzuhebFN, Schlüssel in die Schlösser zu stecken, alles, was sie berühren, zu wiegen und zu schützen, denn ihre Wißbegier ist un­ersättlich, sie wollen bei allen Dingen das Wie? und Warum? wissen. Das Kind ist ein scharfer Beobachter, und die Eltern sollen seine unermüdliche Neugrer nicht zu ersticken suchen. Es ahmt alles nach, was es sieht: ote Bewegungen des säenden und dreschenden Bauern, das Geräusch eines dahinrollenden Eisen­bahnzuges; von dieser Nachahmungssucht ausgehend, kann man durch Belehrungen und Vergleiche das Kind in jeder Minute und für die Dauer unterrichten. Man kann sagen, daß die Spiele der Kinder unaufhörliche Entdeckungen sind; sie entwickeln nicht nur ihr Gefühl, sondern auch ihren sozialen Instinkt, und ein deutscher Philosoph konnte mit Recht sagen, daß dieses erste Ge- sellschafts- und Geselligkeitsband mit Blumenketten geflochten ist. Bei, den Mädchen erweckt das Spiel mit der Puppe die erhabensten Gefühle. Man sindet es in allen Ländern und hei allen Völkern, und wenn die Puppe fast überall das Kind des Kindes ist, so bildet sie bei den wilden Völkerschaften eine Art Fetich, dem man göttliche Verehrung entgegenbringt. Merkwürdig ist es, daß das kleine Mädchen sich eine Puppe aus irgend einem Gegenstand her­stellt, und wenn er stoch so unförmlich und ungestalt ist; ein Stein,, eilt Spielball, eine Eßgabel genügen ihm alsRohstoff" jüt ..^le Das beweist nur, daß das kleine Mädchen das Bedürfnis hat, zu liebenWie die Vögel sich aus allem ein Nest , machen", sagte Victor Hugoso machen sich die Kinder Mrs irgend etwas eine Puppe." Man macht sich kaum eine Vor­stellung davon, wie tief die Liebe eines kleinen Mädchens für seine Puppe gehen kann. Frau Necker de Saussure erzählt, daß em Mädchen, dem ein Bein abgenommen werden mußte, die schreckliche Operation ertrug, ohne einen einzigen Klagelaut aus­zustoßen, Während der ganzen Operation hielt es seine Puppe

in den Armen, und als der Chirurg, nachdem die Amputation ge­schehen war, scherzend bemerkte:Jetzt will ich auch Deiner Puppe das Bein abnehmen" begann das Kind, das die eigenen Schmerzen wie eine Heldin ertragen hatte, bei dem bloßen Gedanken ast die bevorstehenden Leiden der Puppe bitterlich zu weinen. Das Spielzeug der Kinder soll so einfach als möglich sein; deshalb sollte man darauf sehen, daß die Kinder sich ihr Spielzeug selbst fabri­zieren. Eine Revue veranstaltete jüngst unter ihren jungen Lesern einen Spielzeug-Wettbewerb; zugelassen waren nur aus Kork an­gefertigte Spielsachen, und es befanden sich unter den Sendungen sehr originelle Sachen. Tas Spielzeug ist also bei der Erziehung der Kinder von unbestreitbarem Nutzen, und man hat konstatiert, daß die geistige Inferiorität der Torfkinder zum Teil darauf zurückzuführen ist, daß sie nicht so lehrreiches Spielzeug haben, wie die Stadtkinder.

Wie Fürst Esterhazy Havana-Zigarrenrauchte".

Alfreditos" war der Name der Havana-Zigarre, die für . den jüngst in Wien verstorbenen alsLebenskünstler" tätig ge­wesenen Millionär Baron Alfred Springer eigens auf Kuba her­gestellt wurde. Ein Mitarbeiter desWiener Fremdenblatts" schil­dert. den Riesenumfang dieser Spezialmarke und knüpft daran die Erzählung folgender anekdotischen Begebenheit:

Wenn man die Zollschwierigkeiten bedenkt, die der Havana­liebhaber in Oesterreich, dem Lande des Tabakmonopols, bei di­rektem Bezug seines Rauchmaterials aus Kuba durchzumachen und einzuhalten hat, so wird man begreifen, daß selbst der erlesenste Havanagenuß nicht immer ein Vergnügen ist. Trakon persönlich scheint die strengen Gesetze geschaffen zu haben, die für den Havana­verschleißer wie für den Privatkonsumenten in Oesterreich gelten. Ter Verschleißer wird, um von anderen ihm angedrohten Maß­regelungen nicht zu sprechen, gleich im ersten Fall der Befugnis' zum Verschleiße dieser Zigarren für verlustig erstärt, wenn er sich der Außerachtlassung auch nur einer der vielen Punktierungen schuldig macht. Sowohl der Havanaverschleißer wie die Privat­person, die sich Havanas zulegt, müssen auf finanzbehördliche Hausvisiten gefaßt sein, die der Revision des jeweiligen Ranch­vorrats gelten. Tie Privatperson, nachdem sie die umständliche Zollauslösung absolviert und das kräftige Zollgeld geleistet, muß einen rubrikenreichen Revers unterzeichnen, in dem sie sich durch Unterschrift und Siegel verpflichtet, die importierten Zigarren beileibe nicht zu verschenken oder zu verkaufen und bis zu einem bestimmten Zeitpunkte persönlich äufzurauchen.

Eine wunderbare Geschichte ist da dem im Jahre 1894 ver­storbenen Fürsten Nikolaus Esterhazy in seinem Palais in der Wallnerstraße passiert. Der Importeur, den sein Beruf unter die allerobersten Zehnhundert führt, legte dem Fürsten eine neue Havana-Marke vor, die diesem so zusagte, daß er sofort den ganzen beim Hamburger Makler des kubanischen Hauses vorhandenen Vorrat von 15 000 Stück telegraphisch bestellen ließ. Tie Havanas hatten die Gefahren der gefällsamtlichen Scilla und Charybdis glücklich überstanden und waren dem Fürsten ordnungsgemäß zu- gestellt worden.

Nach einigen Wochen erschien eine finanzbehördliche Kom­mission im Palais und bat, dem Fürsten gemeldet zu werden. Fürst Nikolaus empfing die Beamten mit ausgesuchter Artigkeit und fragte nach ihrem Begehren. Mit einigem Zagen berich­teten die Herren, daß sie beauftragt seien, den Hatmnavorrat des Fürsten nach der letzten großen Bestellung der vorgeschriebenen Durchsicht zu unterziehen. Ter Fürst lehnte jede Entschuldig­ung verbindlich ab. Tie Herren täten nur ihre Pflicht und er sei der letzte, sie daran zu stören. Er klingelte nach dem Kammer­diener, und befahl ihm, die Kommission ins Zigarrenzimmer zu führen. Tie Herren suchten und zählten und notierten und sahen nach eingehendem Lokalaugenschein erschrecklich viele Zi­garren, die nicht da waren. Sie nahmen ein Protokoll auf und baten den Kammerdiener, sie wieder dem Fürsten zu melden. Zögernd referierte nun Her Sprecher über den höchst auffälligen Befund:

Durchlaucht mögen verzeihen, aber es sei doch nicht gut möglich, daß Durchlaucht in den paar Wochen 10 000 Havanas höchst persönlich äufgeraucht hätten. Durchlaucht hätten sich viel­leicht über die bestehenden Vorschriften, die das Weitergeben der Zigarren selbst an Freunde verbieten, hinweggesetzt. Durch­laucht wollen doch die Gewogenheit haben, sich gefälligst zu äußern, den Beamten bleibe ja nichts übrig, als zu rappor­tieren."

Fürst Nikolaus zum Kammerdiener:Gib so ein Kistchen her!" Ter Fürst entnahnt ihm ein Bündel von fünfzig Stück der feinsten Havanas, trat auf den Kamin zu, in dem das Feuer flackerte les war mitten im Winter) und warf das wertvolle Kraut mit souveräner Ruhe in die Flammen. Starr verfolgte die löbliche Kommission das Schauspiel Der Fürst mit gleicher Ruhe: .

Sehen Sie, das ist meine Privatpassion. Ich kenne nichts Deliziöseres, als das Aroma der im Ofen verbrennenden Havana­zigarren in meinen Appartements zu haben. Sie haben ge­sehen, wie ich es mache, wer kann es mir wehren?"

Man hat von diesem Bescheid des Fürsten Nikolaus Ester­hazy an dse exekutiven Organe der Obrigkeit vor Jahren in