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>,Nein."

Halt, noch eine Frage" tief Herr Merrick, als der Jtonge sich der Tür zuwandte.Wie sahen denn die Leute aus, die aiu Mittwoch abend auf Brown warteten?"

Es waren drei. Einer war ein großer Mensch mit Schielaugen; einen hielt ich für 'nen Ausländer, weil er so dunkel aussah, «und einer hatte Haare gelb wie Stroh."

Wie lange trieben sie sich in der Nähe der Stallung umher?"

9ht, 'ne halbe Stunde kann's schon gewesen sein. Als es neune schlug, waren bereits alle fort."

Hast Du gehört, wovon sie sprachen?"

Viel nicht, bloß daß sie vom Herrn red'ten."

Von dem verstorbenen Herrn Mainwaring?"

Ja. Der Kutscher war nämlich noch fuchswild, weil der Herr ihn am Nachmittag ausgeschimpft hatte, und als die drei Kerle sich dann, nachdem er mit ihnen gesprochen hatte, fortmachten, hörte ich den einen so was sagen wie: Teufel, das kann 'n gutes Geschäft für uns geben."

Wie ist das, Hardy?" fragte Herr Whitney.Wissen Sie rttoaS von einem Aergernis zwischen Herrn Mainwaring

Jawohl. Der Junge hat ganz recht. Mir war der Vorfall nur entschwunden, sonst hätte ich ihn im Verhör erwähnt. Jetzt erinnere). mich aber genau. Bei der Rückkehr von der Ausfahrt am Mittwoch schalt der Herr den Kutscher und dieser gab so unverschämte Antworten, daß der Herr ihm mit Entlassung drohte. Mehr weiß ich von der Sache nicht."

Hiermit endete die Vernehmung, und Hardy und der Stalljunge wurden weggeschickt.

Meiner Seel'!" rief Thornton,die Sache ist wichtig Und müßte gleich weiter verfolgt werden!"

Ja, es ist ein wahres .Verhängnis, daß gerade der Junge bei dem Verhör fehlen mußte", siel Herr Whitney ärgerlich ein.Schade, schade wie hätte man Brown mit ihm in die Enge treiben können. Wer weiß, was da herausgekommen wäre!"

Es wurde noch darüber gesprochen, als Hardy wieder erschien und die Ankunft des inzwischen telephonisch be­stellten Wagens des Hotels Arlington meldete.

Nun denn, so wollen !vir fahren", sagte Ralph.Wir können unterwegs die Sache weiter besprechen."

Ich habe mich jetzt anders entschlossen", bemerkte Herr .Merrick.Ich werde hier bleiben."

Also Plötzlich auf em neue Spur gekommen he?" fragte Ralph mit einem gespannten Blick, während er sich eine Zigarre ansteckte.

Ter Detektiv schüttelte lächelnd den Kopf.Durchaus nicht, nein, ich will nur einer alten Spur noch einmal nachgehen."

Während der Fahrt bildete das Verschwinden des Kut­schers im Zusammenhang mit der Aussage des Zeugen das ausschließliche Gespräch der Herren. Skött beteiligte sich nur wenig daran, hörte aber um so aufmerksamer zu.

Nach Beendigung der Geschäfte im Bankhause Main­waring & Co. begab sich Skott zu Herrn Sutherland, mit dem er eine längere Unterredung hatte, die sie beide sehr zuversichtlich stimmte. Ehe sie sich trennten, erzählte noch Skott von seiner,Begegnung mit Hobson und dessen dringen­der Einladung, ihn in seinem Bureau aufzusuchen.

Herr Sutherland lachte.Ziemlich das, was ich er­wartete", sagte er.Einzelne Bemerkungen des Kerls bei dem Verhör ließen es mich gleich vermuten, daß er von irgend jemandem wahrscheinlich von Frau La Grange über Sie unterrichtet worden war. Nun hat er Augst, daß Sie sein Geheimnis können."

Ja, td), habe mich auch schon gefragt, ob es das ist oder ob es möglich ist, daß er mein Geheimnis kennt."

.,-Ganz gewiß nicht", entgegnete der Anwalt nach kurzem Nachdenken.Wenn er auch nur eine Ahnung von Ihrem Geheimnis und dem Trumpf hätte, den Sie gegen ihn ausspielen können, würde er sich schwer hüten. Ihnen unter die Äugen zu kommen, geschweige denn. Sie auch noch zu einem Besuch aufzusordern. Nein, den Schurken haben Sie völlig (i|n Händen!"

Ich tvill es hoffen, es fragt sich aber, ob dieser aal­glatte Schuft schch halten läßt. Na, jedenfalls kann es Vicht schaden, wenn ich ihn einmal besuche."

Gewiß, ganz meine Ansicht, nur müssen Sie gehörig

auf der Hut sein, daß der schlaue Fuchs Sie nicht über­listet, denn natürlich will auch er Sie nur anshorchen."

,£>, mich fängt er nicht", lachte Skott.Ich denke, ich bin ihm gewachsen und werde schon vorsichtig sein." Sich erhebend, reichte er dem Anwalt zum Abschied die Hand.

'Nun, dann gut Glück!" ries dieser heiter.Lassen Sie mich bald hören, wie die Sache verlief."

Etwa um zwei Uhr nachmittags betrat Skott ein altes/ verfallen aussehendes Häuserviertel Und bald auch das auf Hobsons Karte bezeichnete Haus. Eine schmale, schlechte Treppe führte auf einen langen, dunklen, von Schmutz starrenden Flur, der an einer Tür mit dem Schilde:R. Hobson, Anwalt" endete. Skott trat ein und sah einen als Diener funktionierenden jungen Schwarzen von etwa sieb­zehn Jahren, der mit einer Zigarette im Munde, die Füße auf dem Tisch ein altes Buch las. Er sprang auf und starrte den Eingetretenen so unverschämt und sicht­lich Verwundert an, daß auch Skott das ihn anglotzende ausKsprochene Galgengesicht erst einen Augenblick betrach­tete, ehe er nach Herr?» Hobson fragte.

Er ist drin", antwortete der Schwarze,hat aber noch mit einem Klienten tzu tun, ich will jedoch Ihre Karte hineintragen."

Skott gab ihm diese, und der Junge verschwand int Nebenzimmer.

Gleich darauf kehrte er mit der in unterwürfigstem Benehmen erstatteten Meldung zurück, daß Herr Hobson in wenigen Minuten zu Diensten stehen würde.

Skott unterhielt sich einstweilen damit, sich in dem kleinen, schlecht möblierten Vorzimmer umzusehen, während der Neger ihn Mit großer Neugier betrachtete, da ihm dieser Klient wenn es überhaupt ein solcher war doch ge­waltig verschieden von der Sorte vorkam, die sonst hier verkehrte. Jung und unwissend, aber schlau, hatte er doch gelernt, in den Gesichtern. zu lesen, und der Ausdruck von Hobsons Augen beim Blick auf die Karte hatte ihm gesagt, daß diesmal die Dinge umgekehrt lägen und fein' Herr ganz iw Gegensatz zu siinem Verhalten den gewöhn­lichen Besuchern gegenüber vor diesem Besucher eine gewisse Furcht verspüre.

Nach einigen Minuten öffnete sich geräuschlos die Tür des Nebenzimmers, und Hobson erschien in einem roten Schlafrock und lud Skött schweigend, aber mit verbindlichem Grinsen ein, näher zu treten. Das Zimmer war etwas größer als das erste, aber ebenfalls sehr spärlich und arm­selig möbliert; mit Ausnahme eines kleinen Büchergestells/ das einige abgegriffene Bände enthielt, war kein sicht­bares Zeichen vorhanden, das auf das Bureau eines Anwalts hingedeutet hätte. -

Hobson begann erst zu sprechen, nachdem er sorgfältig die Tür verschlossen hatte, dann sagte er leise:

Ta unsere Unterhaltung wahrscheinlich sehr vertrau­licher Natur sein wird, dürfte Ihnen vielleicht ein abge- legenerer Raum als dieser erwünscht sein bitte hier einzutreten."

Er öffnete die Tür eines Seitenzimmers, das vost so dickem Tabaksqualm erfüllt war, daß Skott zunächst nicht das geringste deutlich zu erkennen vermochte.

Meine Höhle!" sagte Hobson lächelnd und mit ein­ladender Handbewegung.Zwar kein Prunkraum, aber für unseren Zweck geeignet."

Skott schritt vorwärts, Er hatte wie er später er­zählte das Gefühl, als wenn Mephistopheles ihn in fein Reich einführte. Tas erste, was seinem Blick ent­gegentrat, waren ein paar weiße Totenschädel, die ihn durch die rauchige Atmosphäre angrinsten. Das Zimmer war nicht größer als eine kleine Kammer, besaß nur eist Fenster, dem die kahle Giebelwand eines Hofgebäudes gegen­überstand, und zeigte außer einem mächtig großen Schreib­tisch mit hohem Aufsatz keine anderen Möbel als zwei Stühle. Hobson stellte einen davon (für seinen Besucher an das Fenster, trat dann hastig vor feinen Schreibtisch und ver­deckte dort etwas mit Papieren. Als er sich Skott wieder zuwandte, bemerkte er, tote dessen Blick neugierig auf den auf dem Schreibtischaufsatz stehenden Schädeln ruhte.

Sie wundern sich wohl über den etwas seltsamen Zimmerschmuck", sagte er,aber ich interessiere mich sehr für Phrenologie und widme ihrem Studium einen großen Teil meiner Mußestunden. Ich finde darin nicht nur eine ansprechende Unterhaltung, sondern auch eine große Hilfe