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Redaktion - August Götz. — Rotationsdruck und B-rlg» der UnirerfltätS-Euch- und Cteindruckerei. R. Lauge, Cießen.
achtunge.» über den Einfluß einfarbigen Lichtes auf verschiedene Organismen zusammenhält, so zeigt es sich, daß mit Ausnahme vielleicht der Pflanzen lebende Organismen durch die chemischen Strahlen unangenehm beeinflußt werden, ja daß diese sogar, wenn sie genügend stark sind, geradezu schädlich wirken können. Tiefer starke Reiz, den die chemischen Strahlen schon auf die gesunde Haut ausüben, verstärkt sich natürlich bei einer krankhaft veränderten Haut, wie diese. bei einer Reihe von Infektionskrankheiten, insbesondere bei den Pocken, vorliegt. Und von diesen theoretischen Erwägungen ausgehend, schlug Finsen eine neue Behandlungsmethode gegen diese Krankheit vor, die darin besteht, daß d-ie Kranken in Räumen untergebracht werden, aus denen die chemischen Strahlen des Sonnenspektrums ausgeschlossen sind, indem man nämlich das Licht rotes Glas oder dichte rote Stoffe passieren läßt. Bei diesem Heilverfahren wurde die Vereiterung der Pockenbläschen und die danach auftretende entstellende Narbenbildung vermieden. Tiefe Behandlungsmethode der Pocken, die ebenso wichtig in Anbetracht der durch sie erzielten Resultate, wie merkwürdig durch das ihr zu Grunde liegende neue therapeutische Prinzip ist, ha! nun in Teutsch- land ihre erste umfassende Feuertaufe bei der jüngsten in Straßburg t. E. ausgebrochenen Pockenepidemie erhalte», wo der leitende Krankenhausarzt 18 Fälle damit behandelt hat. Tie Resultate waren außerordentlich zufriedenstellend, sowohl hinsichtlich der Tauer wie der Natur der Erkrankung, die beide wesentlich durch die Ausscheidung der chemischen Lichtstrahlen des umgebenden Lichtes beeinflußt wurden, so daß begründete Aussicht besteht, daß diese von Finsen angegebene" Methode eine neue Aera der Pockenbehandlung anzubahnen geeignet, ist.
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Gesundheitspflege.
Moderne Pocken behandln« g. Ter Kampf der Jmpfgegner tobt seit Jahren ungeschwächt fort, trotzdem die Medizinalstatistik fast aller europäischen Länder den unividerlegbaren Beweis von der Wirksamkeit der Schutzimpfung längst erbracht hat. Aber das seit alten Zeiten genährte Mißtrauen treibt weite Volkskreise immer wieder dazu, vermeintliche Schäden und Folgen der vorausgegangenen Impfung zuzuschreiben und in Scharen zu der Zahl der Jmpfgegner zu strömen. Mehr wie je beansprucht daher eine Behandlung der Pocken lebhaftestes Interesse, die gegenüber allen bisherigen Methoden Gefahrlosigkeit der Anwendung mit Sicherheit des Erfolges verbindet und vielleicht dazu berufen sein wird, auch in vorbeugender Hinsicht das Problem des Pockenschutzes zu lösen. Tas ist die von dem Kopenhagener Forscher Niels Finsen vor einigen Jahren angegebene und bei der jüngsten Pocken- epidemie in Straßburg i. E. zur Anwendung gelangte Behandlung mittels roten Lichtes. Bekanntlich enthält das Licht chemische Strahlen und Wärmestrahlen, die ersteren — hauptsächlich die blauen, violetten und besonders die ultravioletten — sind die am stärksten gebrochenen Strahlen des Spektrums, letztere — die roten und ultraroten — sind die am wenigsten gebrochenen und ihre chemische Wirkung ist verschwindend. Tiefe beiden Arten don Lichtstrahlen unterscheiden sich in ihrer physiologischen Wirkung wesentlich von einander, und wenn man eine Reihe von Beob-
willkürlich aus dem Schlafe zu erwachen. Interessant rst die Fehlergrenze des Gehirns, die in dreiunddrelßlg Fallen gewöhnlich nur eine Viertelstunde betrug. Ueberhaupt erwachten die Versuchsschläfer um so früher, je großer der Ab stand des festgesetzten Termins von dem gewöhnlich en Erwachen war. Vaschide unterscheidet drei Arten von psychischem Verhalten beim Erwachen; bei dem einen geschah es plötzlich mit einem Ruck und der Betreffende 'glaubte etivas versäumt zu haben; bei dem zweiten in Ruhe, wie nach gewöhnlichem Schlaf, ohne Erinnerung -rii den Vorsatz; bei dem dritten nach unruhigem Umher- tverfen in der vorletzten Stunde, besonders unter Träumen, die sich auf versäumtes Erwachen bezogen. Am pünktlichsten erwachten die Personen niederen Bildungsgrades, Bauern, Tienstboten, weniger solche gebildeten Standes und nervöse Naturen. Auch das Verhalten beim Einschlafen war verschieden; bei den meisten unter der Befürchtung, den Termin zu versäumen; manche konnten nur mühsam einschlafen, andere suchten bestimmte Jdeen- verbinduiigen zum Aufwachen, wieder andere Sug- gesttonen; zwei junge Mädchen schliefen sofort wie gewöhnlich. Es ist wohl anzunehmen, daß der ganze Vorgang eine Art Aiitosuggestion ist, ähnlich wie man einem Hypnotisierten suggerieren kann, zu bestimmter Stunde etwas zu tun, ohne" daß ihm der Auftrag ins Bewußtsein kommt. Auch hier wird, wie im Schlaf, das Bewußtsein ausge- schaltet und die suggerierte, stets harmlose Handlung erfolgt fast automatisch.
* Die Unterhaltungen der Frauen. Einer, der recht viel Zeit zu haben scheint, ist auf den soudrrbaren Gedanken gekommen, die Liebltugs-Gesprächsthemata unserer lieben Frauen statistisch zu beleuchten, mit anderen Worten: er wollte feststellen, wovon die Frauen am liebsten und am häufigsten sich unterhalten, wenn sie unter sich sind. Um streng wissenschaftlich zu forschen, teilte er den Tag in hundert Teile und gelangte zu folgenden Proportionen: Unterhaltungen über die Dienstmädchen: 20; über die Kinder: 13; über die Nachbarn: 15; über Bälle, Kränzchen, Theater und andere Vergnügungen: 10; über Krankheiten : 3; über die Religion: 3; über den Mann (den eigenen natürlich!): 3; über andere Gegenstände (Behandlung der Wäsche, Kochrezepte, Schneiderinnen re.), zusammen: 18. Durch diese gründliche Statistik wäre also haarscharf bewiesen, daß der Mann die Gedanken seiner Frau nur in dem wenig erfreulichen Verhältnis von 3 v. H. beschäftigt. Hoffentlich kommt nun bald eine Frau, die ihrerseits nachforscht und feststellt, in welchem Verhältnis die Frauen an einem Tage die Gedanken ihrer Männer beschäftigen. Wir fürchten, daß sie noch weniger als 3 v. H. herausrechnen würde!
Kausivirlschaft.
hr. Tie Verdaulichkeit der H ü l s e n f r ü ch t e. Tie Hülsensrüchte bilden wegen ihres hohen Giweißgehalts in erster Linie ein hervorragendes Ersatzmittel für die teuren tierischen Eiweißpräparate. Ihrem großen Nährwerte stehen jedoch leider die schlechte Ausnützbarkeit und die schwere Verdaulichkeit hindernd im Wege und Technik sowohl wie die Kochkunst sind schon lange darauf bedacht, diese Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. So hat man unter hohem Drucke gedämpfte Hülsenfruchtmehle: die Leguminosenmehle hergestellt, die in einer halben Stuirde weich werden. Jede Hausfrau weiß ferner, daß Erbsen und Bohnen niu)t mit den Hülsen zubereitet werden dürfen, weil sie sonst blähend wirken. Ebenso ist eine längst bekannte Tatsache, daß Erbsen nur in weichem Wasser weich werden. Hartes Wasser beeinträchtigt den Nährwert der Speisen, die mit hartem Wasser gekochten Erbsen zerfallen schwerer und werden nicht völlig weich, wie es überhaupt schwerer ist, aus ihnen einen Brei zu bilden. Untersuchungen, die hierüber im „Archiv für Hygiene" veröffentlicht wurden, ergaben, daß alle Hauptbestandteile der Erbsen in hartem Kochwasser schlechter ausgenützt werden, als im weichen. Ties ist zurückzusühren auf die Bildung von Erdsalzseifen, welche der Auflösung durch die Verdauungssäfte einen erheblichen Widerstand entgegensetzen. Tie schlechte Ausnützung wird außerdem verursacht durch Verdauungsstörungen, Blähungen, Koliken und Diarrhoen. Der länger dauernde Genuß von hartem Wasser ist daher hygienisch zu beanstanden; hartes Wasser muß entweder vorher gekocht werden, oder es wird ihm doppeltkohlensaures Natron zugesetzt (eine Messerspitze auf ein Liter Wasser).
Merkrätsel.
Nachdruck verboten.
Männer, Kerze, Verse, Million, Schande, Wien.
Von |ebem Wort sind zwei nebeneinanberstehende Btlchstaben zu merken. Diese Buchstabenpaare bezeichnen im Zusammenhang gelesen einen kleinen Frühlingsboten.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Gleichklangs in vor. Nr.:
Anhalten.


