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Wte <ieit >!, ja der am Ende gar hatte wirklich mißlich tverden rönnen, ucib nämlich die Angelegenheit bei den Häfnermeistern incyr ta)on von langer Hand her vorbereitet war, zu einem Vorzug Tie Sachen waren nicht etwa für die Ausstellung ge- arbeitet, das hätte doch vielleicht den einen oder anderen zu ,„runStücken der Fabrikation vorführen und die „Echt-
Vorbildung Steins in Rechnung gezogen, — nicht Volkskunst-, sondern außerordentlich virtuose Tilettautenarbeiten. Als solche geben sie Zeugnis, .wenn auch von einem .uns fremdartigen Geschmack, so doch zugleich von einer außerordentlichen Geschicklichkeit und technischen Gewandtheit und auch ihre Ausstellung war im Interesse eines Vergleichs mit den Erzeugnissen der echten Volkskunst dankbar zu begrüßen und dankenswert.
Wenn wir uns nun von hier aus der zweiten Gruppe der ausgestellten Arbeiten, den Erzeugnissen der Häfnerei zutvenden, so durste zunächst.ein Wort darüber zu sagen sein, mit welchem Rechte eben diese Sachen zur Volkskunst hinzugerechnet tverden mögen. Daß eä, nicht ohne Weiteres in dem nämlichen Sinne geschehen kann, ul dem die näher charakterisierten Schnitzereien vss Volkskunst bezeichnet wurden, liegt auf der Hand. Es wäre vielleicht auch wirklich richtiger, .wenn die Sachen eher als „Handwerkskunst" bezeichnet und als solche von der Volkskunst rin bisherigen Smne ausdrücklich unterschieden würden. Indessen lsegt nicht,.— wenn von „Kunst" bei den Sachen überhaupt die Rede sein kann — in dem Namen „Handwerkskunst" selber bereit die Zugehörigkeit zur „Volkskunst" ausgesprochen?! Tenn die Vertreter des Handwerks gehören eben doch zu den Kreisen „schlichten Volks", .von dessen künstlerischer Betätigung die Rede sei» soll. .Als einen eigenen und besonderen Zweig der Volkskunst wird inan ja freilich die Handwerkskunst, die sich, ,n unserer Gegend wenigstens, eben iir der Häfnerei mehr als a*7?.rttt anderen Gewerben noch erhalten hat, immerhin ansehen müssen, ^enn wahrend es in den Volkskunstschnitzereien doch mehr um vollständig freie Schöpfungen handelt, die mehr gelegentlich rn. der Nebenbeschäftigung hervorgebracht zu werden pflegen, und der denen demgemäß der Handivcrks- und der Warencharakter mehr oder auch wohl ganz zurücktritt, so ist es bei diesen Häfnerei- artikem gcwade umgekehrt. Sie ivollen Handwerkserzeugnisse und s = $8aren/ und zwar ineist im buchstäblichsten Sinne, den das Wort nur haben kann, — „Marktwaren" sein. Gleichwohl I“ -n? V ?? blasen Sachen von einer „Kunst" im guten Sinne y‘e.,ef' Wortes geredet werden. Tenn wenn wohl auch die bei der Herstellung.dieser Erzeugnisse in Betracht kommenden Kenntnisse und H-ertigkeiten rm Großen und Ganzen die allgemein be- gebrauMchen, jedem Fachgenossen zugänglichen Haniweiksregeln und Kunstgriffe sind, .und wenn auch für die Fabrikation neben diesen Handwerksregeln die wiederum im allgemeinen ganz bestimmten ,Bedürfnisse des Alltagsgeürauchs und bic von diesen Bedürfnissen aus sich ergebende und regelnde Nachfrage maßgebend bleibt, die ganz von selbst die Herstellung rn gewisse allgemein übliche und gebräuchliche Formen hinelnbannt und -zwingt, wenn dementsprechend ganz naturgemäß die Erzeugnisse selber, am nämlichen Fabrikations- E,-!veii,gsteus, einen mehr oder weniger gleichartigen und gleich- wertigeu Eharalter tragen, so ist doch ebenso gewiß in der Zrcherh-it der formenden Hand, im Geschmack bei der Wahl und Gestaltung der Profile, rn der Schönheit und im Schwung der Ahme, in der Erzielung einer leuchtenden Glasur und in der rElgen, .geschickten und geschmackvollen Auswahl der Farben, m der Wahl uild Anordnung der Ornamente und in der Frei- ffi1* ,7"astheit, Sicherheit der Zeichnung, kurzum in eüier gaiizen Menge. durchaus Nicht unwesentlicher Tinge, .„der eine vor dem andern . Es laßt m allen diesen Dingen, .wenngleich die „Art" im allgemeinen festgelegt erscheint,,sich dennoch eine Jndividnali- tat zur Geltung bringen und —• jede Bauerssrau weiß, weshalb r. c. ?ei fl>nst gleicher Güte der Ware — immer wieder gerade bei diesem Hafner kaufen möchte und nicht bei seinenr Nachbar auf dem Marktstand. Tie hübsche „bunte" und „geblümte" Ware hats ihr angetan.
. Noch mehr als in den eigentlichen .Topfwaren selber aber vermag die Individualität zur Geltung und zu ihrem Recht zu kommen bm der Gestaltung jener Sächelchen, für die es ganz bestlinmte Formen eigentlich nicht gibt, und in denen jeder ' Mnwgnli" röer$e vbaf ru machen pflegt, was er eben
„hmbungt. Hier denke ick» besoiiders an das Kinderspielzeug, vor allem an, die ost so drolligen und originellen Tierfiguren, _,A der sie macht, wieder eine andere I
unb e.gcne Gestalt zu haben pflegen. Dergleichen Sachen „liegen" ! eben dem emen anders als dem andern und plastisches Geschick sowohl wie em Humorvoller und .kindlicher Sinn, der sich k Kstndesseele zu versetzen und ihre einfachen Gedanken 11^311^^6« i^e Freude nachzufühlen weiß, (ohne darüber etwa ! flml) ausdrücklich zu reflektieren), vermögen hier Sächelchen zu s schaffen, Re inan in ihrer Weise wirklich wohl als kleine Kunst- tverke von eigener Art bezeichnen darf.
Beide Gruppen von Sachen waren in der Ausstellung auf i dem Hohcrodskopf, man darf wohl sagen: gut, vertreten. Tie । Topfwaren rührten ausschließlich von Lauterbacher Häfnern her. i Unb bauet ward gerade der Umstand, der leicht als „mißlich"
hnt gerade dessen, IvaS gezeigt werdest sollte, beeinträchtigest mögen, — sondern sie mußten so, .wie sie das Lager gerade gab herausgenommen und zusammengestellt werden. Wirklich mißlich war es dabei allerdings, daß die Restbestände gerade in den in Frage kommenden Topfwaren nur noch ziemlich gering waren und darum nur eine unvollkommene Auswahl bieten konnten da auf dem Herchenhainer „Johannismarkt" kurz vor der Ausstellung so ziemlich ausverkauft worden war. Einer der nm Beschickung angegangenen Häfner war deshalb überhaupt nicht in der Lage, dem Ersuchen zu entsprechen. Ein anderer lehnte noch nachträglich ab, da ihm der noch vorhandene Bestand an einschlägigen Sachen zum Ausstellen, .im doppelten Sinn des Wortes: zu gering erschien. Tie ausgestellten Sachen rührten der Hauptsache nach von zwei Häfnern, den Brüdern Kvurad und Friedrich Schiebelhuth, her, .die ornamental gezierten Sacken, — bis auf Einige aus Privatbesitz beschaffte sehr hübsche Arbeiten von Konrad Bauer — ausschließlich von dem letzteren. — Sehr instruktiv und charakteristisch für die Lage des Gewerbes in unserer alle Eigenart nivellierenden Zeit war, nebenbei gesagt, ein Blick in den ziemlich reich bestellten Laden dieses Hässters. Ta fanden sich Imitationen antiker Bronzegefäße mit fast etwas allzu „echt" und allzu grün imitierter Patina, da waren 7,alt- deutfche" Basen und Krüge, deren Unechtheit auf weithin sichtbar war, — in Alsfeld fand ich die Sache ähnlich, wenn auch nicht gerade schon ganz so schlimm, — da waren ferner neben den bekannten „neuen Marburger" noch alle möglichen anderen auswärtigen Töpferwaren, — „je nun, es wird verlangt, man muß die suchen eben haben" — und — nur die Lauterbacher Ware fehlte sozusagen ganz, die — „geht" in Lauterbach selbst nicht „ab" und wird hauptsächlich für den Vogelsberg gearbeitet. Ta war's unter solchen Umständen noch einigermaßen tröstlich zu erfahren, .daß doch erst kurz vorher gerade eine Sendung dieser letzteren Ware nach auswärts abgegaugen war, wo halt ein Zunftgenosse gleichfalls „gerade die Lauterbacher Ware" —; „eben haben" muß, weil sie „verlangt wird". Ob aber unter solchen Umständen und Verhältnissen die einheimische Häfnerei in ihrer Eigenart noch lange fortbestehen und wirklich eine Art Volkskunst bleiben kann, oder ob nicht vielmehr ihre Echtheit darunter leiden muß und ob nicht darum ihre Tage gezählt sein werden, das kann wohl kaum iwch zweifelhaft erscheinen. — Einstweilen freilich lebt sie noch 'in dieser, ihrer Eigenart, und ist .noch lebensfähig. Sie bot auf dem Hoherodskopf ein schlichtes, aber hübsches, farbenbuntes und erfreuliches Bild. Gerade in ihren Topfwaren scheint mir die Lauterbacher Häfnerei, sowohl was Mannigfaltigkeit der Formen, als auch was die Farbenbuntheit und -Mannigfaltigkeit, die Schönheit der Glasuren und des ornamentalen Schmucks und Zierrats anlangt, hervorragend, und dem, .was mir in dieser Hinsicht beispielsweise von Alsfelder Arbeiten im Gedächtnis ist, überlegen zu sein. Von keramischen 'Formen läßt sich nun freilich, .ohne daß das Anschauungsmaterial zur Stelle oder doch wenigstens im Bilde vorhanden wäre, nicht viel sagen. Im allgemeinen kehrten die geläufigen und gebräuchlichen ganzbauchigen, ja nach dem Umfang .mehr oder weniger flach gewölbten, oben einfach mit einem Rand abschließenden neben den mehr gestreckten und von dem Bauch aus direkt in eine Art Hals übergehenden Formen am häufigsten wieder. «Besonders die von Konrad Schiebelhuth gelieferten einfarbigen, grün oder blau glasierten Töpfchen waren formschöne Vertreter des letzteren Thpus. Taneben fanden sich aber auch mehr nach Kanonenart gestaltete größere und kleinere Töpfe und Töpfchen mit weitem vom Bauche aus besonders absetzendem Hals und all die Mittelformen, die dazwischen liegen.
(Fortsetzung folgt.).
Rätsel.
(Nachdruck verboten).
Durch die lenzgeschmückten Auen Zieh' ich fel'ger Troubadour! Meine Herrin durst ich schauen, Schönste Blume aus der Flur! Und das tieiste meiner Lieder Trug ich auf der x ihr vor. Und x Vogelstimmen sangen Mir dazu den schönsten Ehor.
Nie ist mir die Welt erschienen, So in x — in höher'nr Grad — Glanz getaucht, der Herrin Mienen Sagten, daß mein Glück nun naht. Taß sie stihlt, es sei mein Lieben x erhöht, wie mein Gesang.
Auch dem Lenz wohl muß ich's danken, Daß mein Lied ihr Herz bezwang.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Abstrichrätsels in vor. Nr.: Turm, Harm, Buch, Heer, Leder, Fall, Mai, Serbien.
Redaktion: August Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R.Lange, Gießen.


