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vetta, bett 20. März. Ihr Wert steht höher als Gold und Edelsteine".

VevM»?ehter.

* Von Maurus Jokai, dem kürzlich verstorbenen ungarischen Romanschriftsteller, erzählt derGaulois": Maurus Jokai hatte eine ganze Anzahl von Zeitungen und Zeitschriften gegründet, an denen er allerdings nicht regel­mäßig mitarbeitete. Trotzdem übernahm er die Verantwort­ung auch für das, was seine Mitarbeiter darin schrieben. Eines Tages schickte ihm der Wg. Franz Pulszky, der in einer dieser Zeitungen heftig angegriffen wurde, seine Zeugen. Ein Duell faud statt. Nach Beendigung des Kampfes ging Jokai auf seinen Gegner zu, schüttelte ihm kräftig die Hand und sagte zu ihm:Möchtest Du mir jetzt nicht sagen, weshalb wir uns geschlagen haben?" Denn ich habe den Artikel, der Dich beleidigt hat, weder ge­schrieben, noch gelesen, noch selbst gesehen. Ich habe keine Ahnung von dem, was darin steht!"

Oesuvdyeitspflege.

* Der Wert der Gemüse als Nahrung. Wir wissen, daß die vegetabilische Nahrung im allgemeinen nicht genug Ei­weiß und Fett enthält, um dem menschlichen Körper die für ihn notwendigen Massen zu liefern, aus denen dann die für die Existenz erforderlichen Kraftmengen gebildet werden. Allerdings enthalten sie ja große Quantitäten zuckerartiger Stoffe, welche ebenfalls Energie zu liefern im stände sind. Nach den Untersuch­ungen von Bryant und Millner liegt aber der Hauptwert der vegetabilen Nahrung nicht so sehr in ihrem reinen diährwert, son­dern vielmehr darin, daß sie in unsere Nahrung Abwechslung zu bringen vermag. Sie ist es, welche auf das Nervensystem dabei einwirkt und verhindert, daß durch allzu große Eintönigkeit unser Appetit leidet. Des weiteren werden aber durch diese Nahrung organische Säuren und vor allem eine Anzahl mineralischer Salze dem Körper beigebracht, deren wir unbedingt in unserem Körper­haushalt bedürfen und die wir auf anderem Wege nicht einführen können. Außerdem geben sie der Nahrung einen gewissen Umfang, welche außerordentlich wichtig für die mechanische Tätigkeit unserer Verdauungsorgane ist, um sie gesund zu erhalten. Dadurch scheint auch die günstigere Grundlage für die Verdauung der übrigen Nahr­ungsmittel und für ihre Ausnutzbarkeit geschaffen zu werden. Die Experimente, die in dieser Hinsicht angestellt werden, scheinen dies zu beweisen. Wenn nämlich eine bestimmte Menge von Eiweißstoffen und Fett mit Kartoffeln und Apfelsauce verzehrt wurde, so wurde die ganze Mahlzeit bei weitem besser verdaut, der Energie-Umsatz war um 13 v. H. höher, als wenn die Kartoffeln beiseite gelassen wurden.

Literarisches.

AusfremdenZunge n". Bon dem 14. Jahrgang der illustrierten Halbmonatsschrift für die moderne Roman- und No­vellen-Literatur des Auslandes (Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt) liegen uns die Hefte 8 und 9 vor, in denen vor allem der meister­haft durchgeführte neapolitanische SittenromanSchlaraffenland" von Matilde Serao das Interesse des Lesers fesselt. Anziehende Sitten- und Charakterbilder bieten Thomas Hardys NovellenAus Gewissenhaftigkeit"; ergreifend wirken die stimmungsvollenEr­zählungen" des Russen A. Kuprin. In der reichhaltigen Jllustrier- ren Rundschau sind besonders erwähnenswert die Aussätze über den englischen Romanschriftsteller Thomas Hardy, über die Franen des Orients und ihre Dichter und über Lieder aus dem Pariser Elend. Als praktisch erweist sich die originelle Einteilung eines jeden Heftes in drei Abteilungen: Romane, Novellen oder Skizzen und Illustrierte Rundschau, wodurch man am Schluß des Jahrgangs jede Abteilung auch für sich binden lassen kann. Der Preis der allen Freunden ausländischen Schrifttums unentbehrlichen Halbmonat­schriftAus fremden Zungen" beträgt für jedes Heft nur 50 Pfg.; vierteljährlich (6 Hefte) 3 Mk.

Finis coronat opus. Mit Heft 19 und 20 wird der Ab­schluß eines Werkes geliefert, das unter dem TitelHundert Mei st er der Gegenwart" (Verlag von E. A. Seemann in Leipzig) eine Kunstausstellung im kleinen birgt. Mit B ö ck l i n, Klinger, Klimt, Steinhaufen sind ebensoviele führende Geister der neudeutschen Kunst genannt, die in diesen Heften durch je ein in photographischem Farbendruck wiedergegebenes Werk jener Künstler vertreten sind. Dazu treten noch andere Namen von be­währtem Klange, ivie L. Corinth, Ed. Harburger; auch der hauptsächlich durch den Simplizissimus bekannte Zeichner Th. Th. Heine wird hier als Maler vorgestellt. Nachdem der Schluß dieses glänzend begonnenen und mit gleichmäßiger Sorg­falt durchgeführten Werkes erschienen ist, dürfen die Verlagsbuch­handlung und ihre Mitarbeiter mit Genugtuung auf die Lösung der schwierigen, aber lohnenden Aufgabe blicken. Sie haben sich den Dank vieler erworben, die in der bildenden Kunst eine Quelle

geistigen Genusses finden, aber keine kostbare Galerie zu erwerben in der Lage find; sie werden ans dem farbigen Abglanz dieser Werke eine reine und danernde Freude schöpfen. Die deutsche Malerei, aber auch, was wir betonen möchten, die deutsche Technik hat hier einen ungetrübten Triumph gefeiert: denn das Ausland hat der vorliegenden Sammlung etwas Gleichwertiges nicht an die Seite zu setzen. Das ganze Werk von 20 Heften kostet 40 Mk., es werden aber auch einzelne Hefte für je 3 Mark und einzelne Tafeln für je 1 Mark abgegeben.

Alfred Rethel, Auch ein Totentanz, her­ausgegeben vom Kunstwort. Sechs Bilder mit Begleit­stellen und Einleitung von Ferd. Avenarius. Ju Um­schlag 1.50 Mark. Verlag von Georg D. W. Callwey, Mün­chen. RethelsTotentanz" ist eine gewaltige künst­lerische Frucht der Revoliltionszeit von 1848, eine der größten germanischen Kunsttaten ihrer ganzen Zeit. _____________

Narzissen.

Mir wird so bang bei Deinen Küssen,

Bei Deiner Blicke zagem Fleh'n

ch habe blühende Narzissen

in Traum um Deine Stirn gesehn.

Bon Deiner Kinder Schmerz nmjammert, Starrt'st Du mich an gebrochnen Blicks, Die Hände, weiß und kalt, geklammert Um ein geschnitztes Kruzifix.

Seit ich aus Deinen blassen Zügen ?m Traume las die tote Lust, Fühl' ich auf meinen Lippen liegen

. as Gift, an dem Du sterben mußt;

Seh' ich von allen guten Engeln

Verlassen uns; und abschiedsstill Hör' ich den Tod die Sense dengeln. Die nnf're Freuden mähen will.

Ein Fürst in stummer Schattengröße,

Noch nicht erkannt int Maskenschwarm, Steht hinter Dir. Und schweigend löse Von Deinem Nacken ich den Arm.

O, laß mich. Liebste, flieh'n und frage Mich nimmer, was mich treibt von hier! Sieh', Deines Lebens letzte Tage, Ich weiß, gehören nicht mehr mir!

Wenn leuchtend hell von ew'gen Firnen

Das Frührot Dich des Friedens grüßt, Und, küssend Deiner Stinber Stirnen, Geblendet Du die Augen schließt;

Wenn Du ins Ohr erschreckter Knaben

Noch hauchst:Gedeiht dem Vater nach!"

Dann sollst Du mich vergessen haben Und nns'rer Sünden Lust und Schmach.

Tann sei getilgt das letzte Sehnen,

Das lockend uns int Lenz geeint,

Und ausgelöscht die Spur der Tränen, Die Du beim Älätterfall geweint!

Dann sollst Du ruhen in den Kissen, So rein, wie treue Mütter geh'u Ich habe blühende Narzissen Im Traum um Deine Stirn geseh'n.

RndolfPresber^

Zifferblattriitsel.

(Nachbildung verboten.)

i n in iv v vi vii viii ix x xi xii

Statt der Ziffern des Zifferblattes einer Uhr sind die Buch­staben AA, BB, EE, I, K, L, NN, Z derart zu setzen, daß die Zeiger bei ihrer Umdrehung Wörter von folgender Bedeutung berühren» 16 chemischer Stoff 24 Flüßchen in Württemberg

. 47 Metall

58 amerikanischer Fürstentitel

711 Verkehrsmittel

811 altbiblischer Name

911 altheidnischer Gott

912 Name von ungarischen Königen.

112 Erquickung.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Zahlenquadrats in vor. Nk.r

5 8 6 7

7 6 8 5

8 5 7 6

6 7 6 8

Redaktion: Anoukl Göb. Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'schen Universitäts-Buch-- und Steindruckerei. R. Lauge, Gießen»