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erneuert, uno ich behandle sie folgendermaßen. An einem chönen Februartage mache ich mit einer Kohlenschanfel aen ersten Kasten feer. Alle toten Standen, die sich noch n dem Kasten vom Sommer her befinben, fege ich unten in den Kasten (die Steinschicht bleibt natürlich im Kasten) und fülle die Erde des zweiten Kastens darüber und zwar so, daß die oberste Schicht unten zu liegen kommt. So fahre ich mit allen Kästen fort, und in den fünften hinein kommt schließlich die Erde, die zuvor in dem ersten sich befand. Geebnet wird die ®rbe in den Kästen noch nicht. Nun nehme ich Vogeldung, den mir meine Vogelsammlung reichlich liefert, jcvnd streue eine ganz dünne Schicht auf die Kästen. Dort bleibt er liegen bis zu Anfang April und wird in dieser Zeit vom Regen ausgelaugt und aufgelöst. Mitte April aber wird die oberste ^Erdschicht nochmals um» geworfen, geebnet und sofort Kapuzinerkresse gesät. An­fang April sind im Zimmer auch Reseda und Astern gesät; Chrysanthemum säe ich immer im Juli neu an. Ende April werden dann auch die Blumenbretter, welche natür­lich den Winter über nicht draußen bleiben, befestigt und an sonnigen Tagen die überwinterten Pflanzen ins Freie gebracht, abends aber wieder ins Zimmer gestellt, bis das Wetter es ratsam erscheinen läßt, sie auch nachts über int Freien zu lassen, was von Anfang Mai ab der Fall ist. Nur muß man zurzeit der kalten Tage ein scharfes Auge auf das Thermometer haben.

Die Kresse säe ich in 1& Zentimeter Entfernung dicht an die Außenseite der Kästen, dazwischen, jedoch etwas mehr nach der Mitte, pflanze ich später Astern und Petunien, den übrigen Raum aber erhalten die Verbenen, auch manch­mal noch Levkojen und Stiefmütterchen, und für die Reseda findet sich auch immer noch ein kleines Plätzchen; sie sind bei mir die Stiefkinder.

Rechts und links auf den Blumenbrettern aber erhalten die Pelargonien und Chrysanthemum und gelegentliche Gäste ihren Platz, und davor (nach innen) habe ich einen ganz schmalen, aber tiefen Kasten (mit dem Blumenbrett verbunden), den ich den Lobelien eingeräumt habe.

Von den Kressen ziehe ich hohe und niedrige Sorten, doch binde ich alle Pflanzen hoch, dulde also keine hängende, weil mir der Wind sie doch abbrechen würde. Gegossen und gespritzt wird int Sommer täglich ein- bis zweimal, manchmal einzelne Pflanzen dreimal; denn ich habe Süd­seite, und da meint es die Sonne oftmals mehr als liebevoll.

Mancher Leser wird vielleicht den Kopf schütteln ob dieses Blumenfreundes merkwürdiger Pflanzenzucht. Nun, ich weiß genau, daß es eigentlich anders fein müßte, aber wie ich es mache, ist es mir bequemer und billiger und was ja schließlich die Hauptsache ist alles gedeiht und blüht aufs üppigste und erfreut mich und andere, die Sinn für die lieblichen Kinder Floras haben.

Fr. Wilhelm.

Gesundheitspflege.

Prof. Tr. Bocks Buch vom gefunden und kranken Menschen. Von der neuen, 17. Auslage des rühmlichst bletannten Werkes liegen uns die 2. bis 5. Lieferung vor. Wir finden in ihnen zunächst die Fort­setzung des einleitenden Wschnittes über die Abstammung des Menschen sowie eine Uebersicht der Menschenrassen und Menschenstämme. Tann wendet sich das Buch der Be­schreibung des Baues des menschlichen Körpers zu. Es wird hier nichts Flüchtiges und Aphoristisches geboten. In gründlicher und gediegener Weise sucht vielmehr der Herausgeber des Werkes, Medizinalrat Tr. W. Camerer, die wichtigsten Fragen der Anatomie und Physiologie zu erörtern. Schon in diesen 'Abschnitten merken wir, wie groß die Umarbeitung*' ist, wie sorgsam überall die neuesten Fortschritte der Wissenschaft berücksichtigt worden sind und wieviel Wert auf klare, gemeinverständliche Darstellung gelegt wird. Turch diese Arbeit werden die an sich so vorzüglichen älteren Auflagen von Bocks Buch noch weit übertroffen. Mustergiltig ist geradezu der Abschnitt, der den Bau des Nervensystems und des Zentralorgans, des Gehirns betrifft Hier liegen ungemein verwickelte Ver­hältnisse vor und dennoch ist es dem Herausgeber ge­lungen, mit Hilfe zahlreicher Abbildungen und zerlegbarer Tafeln dem weitesten Leserkreise das zu vermitteln, was

die Wissenschaft in mühevoller Arbeit auf diesem Gebiete erforscht hat. Es wird kaum ein zweites populäres Buch geben, in dem man derart in die wunderbare Werkstätte der menschlichen Gedanken und Empfindungen eingeführt wird. Angenehm berührt dabei der ruhige, schlichte Ton, in dem alle diese Fragen vorgetragen werden. Kein Hasten und kein Drängen, kein krampfhaftes Suchen nach blen­denden Effekten, überall der wissenschaftliche Ernst, der! allein eine wirklich! nutzbringende Popularisierung der medizinischen Wissenschaft ermöglicht. Es ist ein Buch zum Studieren, zum wiederholten Lesen und Nachschlagen, das vielfältigen Nutzen bringen wird. Auch die äußere Aus­stattung des Werkes ist durchaus gediegen und geschmack­voll. Obwohl der Preis des Gesamtwerkes herabgesetzt wurde, hat die Verlagsbuchhandlung dennoch die 17. Auf­lage durch viele neue Abbildungen und Tafeln bereichert.;

DasAprilheft von Velhagen u. Klasings Monatsheften bringt in der Abteilung:Vom; Schreibtisch und aus dem Atelier" sehr interefiante Tage­buchblätter von Eugen Wolf, dieVom Fürsten Bis­marck und seinem Hause" berichten und von denen die erste Hälfte bereits im Märzheft veröffentlich wurde. An das Tagesinteresse knüpfen die beiden reichtllustrierten Arttkel an von Paul Lindenberg:An Japans ^eitiget Stätte" und vom Gouvernementsrat Dr. Harry König in Tsingtau:Mtt dem kaiserlichen Gouverneur des Kiau- tschou-Gebietes im Innern Schantungs". AuA dem letzteren Artikel ersieht man mtt Genugtuung, wie sehr die Chinesen die deutsche Kulturarbeit in Kiautschou zu würdigen wissen und wie erfreulich sich ihr Verhältnis zu den Deutschen gestaltet hat. Der dritte ttlusttierte Ar­tikel von Hans Rosenhagen ist dem Bildhauer Adolf Hilde­brand gewidmet. Vier Faksimiledrücke nach Gemälden des polnischen Malers Alfred von Wierusz-Kowalski und ein schönes Bildnis von Georg Papperitz Alden den farbigen Schmuck des Heftes. Unter den Erzählungen fei auf die letzte Novelle hingewiesen, die aus der fleißigen Feder des zu früh verstorbenen Karl Emil Franzos hervorgegangen ist. Sie heißtTr. Ripac" und ftreift den erbitterten Nationalitäten Hader, der auf öftteichifchem Boden fast über­all entfacht ist.

Bilderrätsel.

(Nachbildung verboten.)

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Logogriphs in vor. Nr:. Bürger Bürgen.

Auflösung des Preisrätsels in Nr. 60 der Familienblätterr

Reh Robbe Februar Laune Rad r

1. Preis: Carmen Sylva, eine Biographie von Mite Kremnitz: Thekla Rosenbaum, Gießen.

2. Preis: Brasilien von heute von Heinrich Schuler! Psarrer Bernhard, Nieder-Weiset.

3. Preis: Palästina und seine Geschichte von Frhr^ v. Soden:KarlLöwer, Gießen. ,

Die Preise sind von den Gewinnern gegen Vorzeigung der Abonne- mentsquittung in der Geschäftsstelle desGießener Anzeigers" in Empfang zu nehmen. ________________

Redaktion: August Götz. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sücn Aniversitäts-Buch- und Sleindruckerei. R. Lange Gießen.