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Paul Heyse führt folgende Verse an: „O heilig Wunder! Uralt ist die Welt, Und dennoch steht am Anfang aller Dinge Das Herz, in das ein Strahl der Schönheit fällt." Georg Ebers:
„An Sigrid Arnoldson.
Von allem, was die Kunst uns schenkt, Will mir Gesang das Höchste scheinen; Denn was mein Herz und Geist umfängt: Mein Fühlen, Sehnen, Wissen, Meinen. Was ich erfuhr und je empfand,
Zwingt der Gesang, sich frisch zu regen;
Doch zieht er auch mit Zauberhand Dem Himmel mich so nah entgegen. Daß, was das Auge sonst erfaßt. Was Wirkliches mir sonst mag winken: Drs Lebens Schmerz, des Daseins Last Tief unter mir ins Nichts versinken. Nur bei holdseliger Frauen Lied Kommt doch das Wirkliche zu Ehren; Dann darf ja, was mein Auge sieht, Was mir das Herz bewegt, verklären." Die Skandinavier geben dem Stolz, Sigrid Arnoldson ,.u den ihren zu zählen, Ausdruck. Wie Christian Nilsson und Edvard Grieg, so Peter Nansen und Henrik Ibsen. „Ich denke, liebe Sigrid Arnoldson", schreibt der große Norweger, „wir beide sind einig, wenn ich sage, daß es nicht unsere Aufgabe und unser Ziel ist, Triumphe zu feiern, sondern das Gemüt der Menschen durch Schönheitseindrücke und die Wiedergabe des Wahren zu veredeln."
Wir Mitlebenden dürfen uns gern damit begnügen, daß es uns vergönnt ist, das Publikum eines Ibsen und einer Arnoldson zu bilden!
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— Daß kein englisches, sondern rein deutsches Blut in den Adern des deutschen Kaisers fließe, wird von den „Teutschsoz. Blättern", wie folgt, bewiesen: „Unser Kaiser hat kein englisches Mut. Georg der Erste, Kurfürst von Hannover, König von England, Sohn des Herzogs Ernst August von Braun- schweig-Lüneburg und der kurpfälzischen Prinzessin Sophie: vermählt mit Sophie Dorothea von Lüneburg-Celle; deren Sohn: Georg der Zweite, vermählt mit Karoline von Ansbach; deren Sohn: Friedrich Ludwig (starb vor seinem Vater) vermählt mit Auguste von Sachfen-Gotha; deren Sohn: Georg der Tritte, vermählt mit Charlotte von Meck- lenbürg-Strelitz; deren Sohn: Eduard, Herzog von Kent, vermählt mit Luise Viktoria von Sachsen-Koburg; deren Tochter: Viktoria, vermählt mit Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen; dessen Sohn: Wilhelm der Zweite (unser jetziger Kaiser). Wie man hieraus sieht, fließt in den Adern der Regentenfamilie der beiden größten germani- chen Rseiche nur reindeutsches Blut. Daß der erste englische König aus dem Hause Hannover, Georg der Erste, auch zugleich von mütterlicher Seite Stammvater unseres Kaisers ist, dürfte auch vielen neu sein. Georg des Ersten Tochter war nämlich Gemahlin König Friedrich Wilhelms des Ersten von Preußen und also die Urgroßmutter König Friedrich Wilhelms des Tritten, des Urgroßvaters unseres jetzigen Kaisers.
* Geniale Erfindung für Krankenhäuser, Hotels usw. Ein physikalisch-optisches Institut in München hat einen Apparat hergestellt, der dem Inhaber elektrisch beleuchteter Schlafzimmer Gelegenheit zu einer Vermehrung des persönlichen Komforts geben wird. Er besteht in einer Projektions-Lampe zur Ersichtlich- machung der Zeit an der Zimmerdecke während der Nacht. Nach dem Prinzip der Poellerschen Camera wird das optische Bild einer verkehrt gehenden, elektrisch beleuchteten kleinen Taschenuhr bis zur Größe einer Turmuhr scharf und deutlich an die Zimmerdecke geworfen. Ein leichter Fingerdruck auf den an der Seite des Bettes angebrachten Knopf genügt, dem Wachenden die Zeit ersichtlich zu machen, ohne daß ein Ausrichten des Körpers oder auch nur eine Kopfbewcgung zum Ablesen erforderlich wäre. Für alle, denen daran liegt, bei Nacht den Stand der Zeit zu erkennen, ohne sich dabei zu inkommodieren, Pa
tienten, Hospital-Jnsassen und -Bedienstete, Reisende in Hotels usw., dürfte daraus eine äußerst willkommene Annehmlichkeit erwachsen. Die von Dr. Friedrich Hirth, Professor an der Columbia-Universität in New-Jork, stammende Idee zu dieser Kombination ist in Deutschland gesetzlich geschützt und in verschiedenen Staaten des Auslandes pcv- tentiert
Literarisches.
— Was soll ich deklamieren? Eine Auslese der besten Deklamationsstücke ernsten und heiteren Inhalts. Unter Mitwirkung der ersten deutschen Bühnengrößen gesammelt und herausgegeben von Elise Henle, Verfasserin des Preislustspiels: „Turcy die Intendanz". Neue Folge (2. Band). Tritte, vermehrte und verbesserte Auflage. Durchgesehen von der Tochter der Herausgeberin. Preis geheftet 3 Mk. Schwabacher Verlag in Stuttgart. Dieses Buch enthält eine mit feinem Geschmack und gutem Verständnis für die Wirkung zusammengestellte Auswahl von Poesie hervorragende Dichter, beliebter moderner Künstler- und Künstlerinnen. Es ist ein lebenskräftiger Extrakt des Vorteilhaftesten, was hier gereicht zu werden vermag. Es wird sich daher um diese „Neue Folge" ebenso rasch eine Schar treuer Freunde beiderlei Geschlechts der höheren Teklamationskunst sammeln, wie um den erwähnten ersten Band (6. vermehrte und verbesserte Auflage) desselben tüchtigen und gefälligen Werkes.
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Wasserdichtes Sch uh werk int Winter. 'Der Winter mit seinen nassen Tagen, mit seinem das Leder durchdringenden Schueewasfer und dem schmelzenden Eis bringt uns gar manchmal kalte Füße und im Gefolge davon bösen Rheumatismus. Um das Schuhwerk wasserdicht zu machen, eignet sich das Rizinusöl, das man in jedem Troguenladen kaufen kann. Das Leder schluckt begierig große Mengen dieses Oeles, füllt damit seine Poren und macht sie undurchlässig für das Wasser; zugleich wird das Leder zart und geschjmeidig, widersteht also leichter dem Bruche, der sich so gern einftellt, namentlich wenn die vom Schneewasser durchtränkten Schuhe am warmen Ofen getrocknet -werden. Neue Sohlen behandelt man am vorteilhaftesten mit heißem Leinöl, das man so lange aufträgt, bis das Leder kein Oel mehr schlucken kann. Bor dem Tragen lasse man die Sohlen gründlich trocknen.
Rösselsprung.
Nachdruck verboten.
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nie frei er
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Schiebrätsels in vor. Nr.r
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Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univerfitiits°Luch° und Cteindruckerei. R. Lange, Gießen.


